Bernhard Peter
Britische, historische, heraldische Exlibris (8)

Exlibris von George William Eve:
Dieses Exlibrisblatt für Philip Lawrence Langman wurde von George William Eve (1855-1914) im gezeichnet (Viner: Nr. 49, S. 32). Das Künstlermonogramm befindet sich optisch links oben im Zwickel zwischen den beiden obersten Helmdeckenschwüngen. Die Datierung auf 1898 ("98") ist mehr schlecht als recht gegenüber am rechten Blattrand zu erkennen. Vom gleichen Künstler gibt es mehrere Langman-Exlibris, noch zwei für Archie/Archibald Lawrence Langman aus den Jahren 1898 und 1906 (Viner: Nr. 47 und 115) und zwei weitere für John bzw. Sir John Lawrence Langman aus den Jahren 1898 und 1907 (Viner: Nr. 48 und 121).

Philip Lawrence Langman (8.6.1848-) war der Sohn von Joseph Langman (16.12.1802-18.5.1877), zu Plymouth und London (Stanhope Terrace, Hyde Park) ansässig, und dessen Frau Eleanor James, die Tochter von John Lawrence of Aberdeen. Philips Lawrences Bruder war der 1. Baronet, Sir John Lawrence Langman (24.6.1846-), der Mary Hannah Marks (-13.6.1904) heiratete und den Familienstamm fortführte. Dessen Sohn war der 2. Baronet, Sir Archibald Lawrence Langman (2.9.1872-), und der Enkel war der 3. Baronet, Sir John Lyell Langman (9.9.1912-), der aber drei Töchter als Kinder hatte.

 

Das Wappen zeigt zwischen in Silber zwischen zwei schwarzen Bogenflanken einen schwarzen, gedornten Keil, auf diesem und auf den Flanken drei silberne Wasserschläuche balkenweise (Argent, on a pile engrailed Sable a water-bouget of the first, between two flaunches of the second, each charged with a water-bouget, also of the first). Auf dem schwarz-silbern bewulsteten Helm mit schwarz-silbernen Decken vor einem grünen Berg, auf dem ein schwarzes Fallgatter mit Ketten steht, drei schwarze Wasserschläuche balkenweise (Mantling Sable and Argent. Crest: on a wreath of the colours, in front of a mount Vert, thereon a portcullis with chains Sable, three water-bougets fessewise of the last). Die Devise im oberen Bereich des Blattes lautet: Justus esto et non metue.

Exlibris von George William Eve:
Dieses Blatt ist ein undatierter Aufriß aus der Feder von George William Eve (1855-1914) für James Whitbread Lee Glaisher (Viner: Nr. 119, S. 51-52), gemäß zentralem, reich geschwungenem und verziertem Schriftfeld: "J.(ames) W.(hitbread) L.(ee) Glaisher Sc.(ientiae) D.(octor) Coll.(egium) SS.(anctissimae) Trin.(itatis) Cant.(abrigiensis) Soc.(ietas) E. Libris". Das Künstlermonogramm befindet sich in der optisch linken unteren Ecke; eine Jahreszahl fehlt. Den Hintergrund der Gestaltung bilden florale Ranken, die ihren Ursprung in einer Art Humpen mit zwei sichtbaren Doppelhenkeln nehmen. Seitlich flankieren zwei verschiedene Gefäße den Humpen, der in den vier sichtbaren Feldern mathematische Formelzeichen trägt.

Zwei Schilde neigen sich im oberen Blattbereich einander zu, heraldisch rechts ist das der Wappenschild der Universität Cambridge (Academia Cantabrigiensis), in Rot ein durchgehendes Balkenkreuz von Hermelin, bewinkelt von vier goldenen, schreitenden, hersehenden Löwen (Leoparden) und im Zentrum belegt mit einem quergelegten, roten, golden beschlagenen Buch, englisch: Gules, a cross Ermine between four lions passant gardant Or, and on the cross a closed book fessways Gules clasped and garnished Or, the clasps downward). Der Universität Cambridge wurde dieses Wappen 1573 von Robert Cooke, Clarenceux King of Arms und Absolvent des St. John's College, verliehen.

   

Heraldisch links sehen wir den Wappenschild des 1546 von König Heinrich VIII. als eine der letzten Taten in seinem Leben gegründeten Trinity College in Cambridge, unter einem roten, mit einem goldenen, hersehenden, schreitenden Löwen (Leoparden) zwischen zwei goldenen Büchern belegten Schildhaupt in Silber ein roter, von drei (2:1) roten, golden bebutzten Rosen mit grünen Kelchblättern begleiteter Sparren (Argent, a chevron between three roses Gules barbed and seeded proper and on a chief Gules a lion passant gardant between two closed books all Or). Trinity College faßte als Neugründung zwei ältere, bestehende Colleges zusammen, das 1337 gegründete King's Hall College und das 1324 durch Hervey de Standon gegründete Michaelhouse College. Die Neugründung wurde vom König auf eine solidere finanzielle Grundlage gestellt als die Summe der Ausstattung der beiden Vorgänger betrug, denn sein neues College sollte die zukünftige Regierungselite seines Landes heranbilden. Zur Finanzierung diente säkularisiertes Klostergut, insbesondere das der Franziskaner (Grey Friars). Heute ist Trinity eines der größten, reichsten, wissenschaftlich erfolgreichsten und wichtigsten Colleges der Universität Cambridge mit ca. 1000 Studenten und 160 Lehrenden. Bislang hat dieses College 32 Nobelpreisträger hervorgebracht. Das College umfaßt mehrere Höfe mit Gebäuden unterschiedlicher Bauzeit und erstreckt sich zwischen Trinity Street und dem River Cam. Das berühmteste Bauwerk dieses College ist die von Christopher Wren als Westabschluß errichtete Wren Library.

James Whitbread Lee Glaisher (5.11.1848-7.12.1928) stammte aus Lewisham in Kent. Er war der älteste Sohn von James Glaisher, einem bekannten Mathematiker, Physiker und Astronom sowie Superintendent der Abteilung für Magnetismus und Meteorologie am Royal Observatory, und dessen Frau, Cecilia Louisa Belville, Tochter von Henry Belville, der ebenfalls am Royal Observatory arbeitete. Als Kind ging James Whitbread Lee Glaisher ab 1858 in die St Paul's School in London. 1867 erlangte er durch sein Talent bei der Campden Exhibition die Möglichkeit, am Trinity College in Cambridge zu studieren. Seitdem blieb er diesem College treu. 1871 wurde er zum Fellow des College gewählt, und seitdem unterrichtete er sein ganzes Leben an diesem College. Er publizierte über 400 Arbeiten über Zahlentheorie, numerische Integration, elliptische Funktionen, Reihenentwicklungen, Differentialgleichungen etc., Geschichte der Mathematik und Astronomie. Nach ihm sind Glaishers Theorem in der Zahlentheorie und die Glaisher-Kinkelin-Konstante im Zusammenhang mit der Gammafunktion und der riemannschen Zetafunktion benannt.

1869 wurde er Mitglied der British Association for the Advancement of Science. 1871 trat er der Royal Astronomical Society bei, bei der er 1877-1884 Secretary und 1886-1888 Präsident war; 1872 trat er der London Mathematical Society bei. Sein Wirken als Mathematiker und Astronom wurde vielfach gewürdigt: 1875 wurde er zum Fellow der Royal Society gewählt, 1884-1886 war er Präsident der London Mathematical Society, 1908 bekam er die De Morgan-Medaille dieser Gesellschaft, 1913 bekam er die Royal Society Sylvester Medaille, 1917-1919 war er Vizepräsident der Gesellschaft, und 1916 wurde er Fellow der Royal Society of Edinburgh; außerdem war er noch Fellow der National Academy of Sciences in den USA. Weitee Mitgliedschaften waren die Cambridge Antiquarian Society, der Cambridge University Bicycle Club, die Cambridge Philosophical Society und die Manchester Literary and Philosophical Society. Er hat nie geheiratet und verstarb achtzigjährig in seinen Räumen im Trinity College in Cambridge.

Das auf dem Jahr 1907 stammende Blatt wurde 1915 umgearbeitet im Auftrag von Alfred J. Downey, wobei die Abstände der Initialen geändert wurden und aus dem bisherigen "Ex Libris" ein "E Libris" wurde, wie hier zu sehen ist.

Exlibris von George William Eve:
Diese Bücherzeichengestaltung (Viner: Nr. 218, S. 76) stammt von George William Eve (1855-1914). Das Künstlermonogramm ist auf dem optisch linken oberen Zipfel des Devisenbandes zu finden. Das Blatt wurde für Alban Gibbs Lord Aldenham als Kupferstich entworfen ("E Libris Albani D(omi)ni de Aldenham"). Von diesem 1913 geschaffenen Blatt gibt es eine frühere Version aus dem Jahr 1901 für Henry Gibbs Lord Aldenham (Viner: Nr. 73, S. 39), welche für diese Gestaltung in Bezug auf die Gesichter der Schildhalter, den Helm und die Inschrift ("Albani" statt "Henrici") überarbeitet wurde.

Die Gibbs wurden am 31.1.1896 zu Baronen von Aldenham (Hertfordshire) gemacht. Der erste dieses Titels war der Geschäftsmann, Inhaber der Firma Antony Gibbs & Sons und Bankier Henry Hucks Gibbs (31.8.1819-13.9.1907), der erstgeborene Sohn von George Henry Gibbs auf Aldenham House in der Grafschaft Hertfordshire und auf Clifton Hampden in der Grafschaft Oxfordshire und dessen Ehefrau Caroline Crawley, die zugleich seine Cousine war. Henry Hucks Gibbs heiratete am 6.5.1845 Louisa Anne Adams (10.9.1818-17.4.1897). Ihrer beider erstgeborener Sohn war der Exlibriseigner, Alban George Henry Gibbs (23.4.1846-9.5.1936), der am 13.7.1907 als 2nd Baron Aldenham die Nachfolge seines Vaters antrat.

Alban Gibbs Lord Aldenham war ein Politiker der Konservativen. Im Jahr 1892 bekam er einen Parlamentssitz (House of Commons) für die City of London. Bis zur seinem mehr oder weniger wenig freiwilligen Rücktritt am 14.2.1906, der ihm angesichts des Alters seines 87jährigen Vaters und seines damit bald bevorstehenden Einzugs in das House of Lords mit Nachdruck nahegelegt worden war, zugunsten von Arthur Balfour, behielt er durchgehend diesen Posten. Danach wurde er erst Steward des Manor of Northstead, um kurze Zeit später die Nachfolge als Lord Aldenham anzutreten. Der Exlibriseigner war wie schon sein Vater FSA (= Fellow of the Society of Antiquaries).

Alban George Henry Gibbs heiratete am 18.2.1873 Bridget Beresford Hope (-27.2.1896), Tochter des Rt. Hon. Alexander James Beresford Beresford-Hope auf Bedgebury Park in der Grafschaft Kent. Ihr Erstgeborener Gerald Henry Beresford Gibbs (9.1.1879-21.3.1939) wurde später der 3rd Baron Aldenham. Da dieser aus der Ehe mit Lillee Caroline Houldsworth keine Nachkommen hatte, und er weiterhin keine Brüder, sondern nur zwei Schwestern hatte, folgte ihm als 4. Lord Aldenham sein Cousin nach, Walter Durant Gibbs (11.8.1888-30.5.1969), bis dahin 2nd Baron Hunsdon of Hunsdon (ein Titel, der am 24.7.1923 für Albans Bruder Herbert Cokayne Gibbs geschaffen wurde), dem wiederum sein Sohn Antony Durant Gibbs (18.5.1922-25.1.1986) als 5th Baron Aldenham and 3rd Baron Hunsdon of Hunsdon (letzteres bereits am 22.5.1935) nachfolgte. Der gegenwärtige Titelinhaber ist seit 1986 des Letztgenannten Sohn, Vicary Tyser Gibbs (9.6.1948-), 6th Baron Aldenham and 4th Baron Hunsdon of Hunsdon, vermählt am 16.5.1980 mit Josephine Nicola Fell, Tochter von John Richmond Fell. Der Erstgeborene und zukünftiger Erbe des Titels ist Hon. Humphrey William Fell Gibbs (1989-). Die Familie lebt auf Holwell Manor in Holwell, Sherbourne, Dorset.

 

Das Wappen der Gibbs zeigt innerhalb eines schwarzen Wolkenbordes in Silber drei (2:1) aufrechte schwarze Streitäxte (Argent three battle-axes erect within a bordure nebuly Sable), auf dem schwarz-silbern bewulsteten Helm mit schwarz-silbernen Decken vor einem Felsen ein wachsender, angewinkelter und gerüsteter (geharnischter) naturfarbener Rechtsarm, in der behandschuhten Faust eine schräg nach hinten gerichtete schwarze Streitaxt haltend (crest: in front of a rock a dexter arm embowed in armour the hand gauntleted proper bearing a battle-axe in bend sinister Sable). Dazu werden zwei Schildhalter geführt, auf beiden Seiten ein Mann mit büffelledernem Wams und ebensolchen Handschuhen und Stiefeln, ein Schwert an einem Schultergurt tragend, auf dem Kopf einen Helm mit lang herabgezogenem Halsschutz und drei Bügeln vor dem Gesicht, alles naturfarben, mit der äußeren Hand eine schwarze Streitaxt schulternd (supporters: on either side a man habited in buff leather jerkin, gloves and boots, armed with a three barred helmet, long gorget and sword all proper and holding in the exterior hand a battle-axe over the shoulder Sable). Die auf einem Schriftband beiderseits der Helmzier zu lesende Devise lautet: Tenax Propositi - das Ziel hartnäckig verfolgen (tenacious of purpose), ein geflügeltes Wort, das schon bei Ovid Met. X. 415 und bei Horaz vorkommt im Zusammenhang mit unermüdlichem Bemühen.

Exlibris von George William Eve:
Dieses Exlibrisblatt für Franklin Dexter wurde von George William Eve (1855-1914) gezeichnet (Viner: Nr. 206, S. 73). Das Künstlermonogramm und die Jahreszahl 1912 befinden sich unten in der Mitte auf einem kleinen Schriftband. Ein ganz ähnlich gestaltetes Blatt gibt es von Eve aus dem gleichen Jahr für Gordon Dexter, ein weiteres für Familie Dexter ohne Vornamensnennung, dafür mit dem Motto "Books are friends what friends they are" (Viner: Nr. 205 und 207, S. 73). Das Wappen zeigt in Silber mit rotem rechtem Obereck zwei blaue Sparren (Argent two chevrons Azure, with a canton dexter Gules), auf dem blau-silbern bewulsteten Helm mit blau-silbernen Decken eine wachsende, grün belaubte Eiche mit braunem Stamm und zwei von den unteren Ästen herabhängenden Eisengewichten. Die Farbzuweisung ergibt sich aus anderen Exlibris für die Familie. In gewissem Sinne ist das ein redendes Wappen, weil der Familienname zugleich im Englischen die Bezeichnung für heraldisch rechts ist. Hinweise zum Eigner und auf Literatur zum Wappen willkommen.

 

Exlibris von George William Eve:
Dieses Exlibris wurde von George William Eve (1855-1914) im Jahre 1902 gezeichnet (Viner: Nr. 86, S. 42-43). Das Künstlermonogramm befindet sich optisch links am Rand etwas unterhalb der Mitte; die Jahreszahl ist gegenüber zu finden. Aufgrund der Form des Wappenschildes und der darum gelegten Knotenschnüre ist das Blatt als das einer Dame zu erkennen. Die Eignerin dieses Blattes war Ida Florence Geraldine Lady Shuckburgh geborene Robertson, Tochter von Frederick William Robertson und Helen Denys. Ihr Schild ist im Sinne eines Ehewappens gespalten, heraldisch rechts Shuckburgh, heraldisch links Robertson.

Der namengebende Ort und die Baronie (Baronetcy) Shuckburgh liegen in Warwickshire; der Titel eines Baronets of Shuckburgh wurde am 25.6.1660 geschaffen. Genauer gesagt gibt es sogar zwei Orte dieses Namens, Upper and Lower Shuckburgh, die mit ca. 8 km Abstand zwischen Southam and Daventry an der Grenze zu Northamptonshire liegen. Die Familie war hier schon lange ansässig und stand in den Diensten des Grafen von Warwick. Der erste Baronet war John Shuckburgh (1635-1661), der älteste Sohn von Sir Richard Shuckburgh, (-1656), der für die Grafschaft Warwickshire im Parlament saß. Richard Shuckburgh war ein Unterstützer der Royalisten und wurde von König Charles I. vor der Schlacht von Edgehill 1642 zum Ritter geschlagen, damit er an seiner Seite mitkämpfte. Die Schlacht ging zwar im wesentlichen unentschieden aus, doch Charles I. verlor bekanntlich wenig später 1649 seinen Kopf, und Richard Shuckburgh mußte seinen Stammsitz gegen die Parlamentstruppen verteidigen und geriet in Gefangenschaft. Erst als es unter Charles II. zur Restauration kam, erhob dieser den Sohn Sir Richards in Anerkennung der Verdienste seines Vaters zum Baronet. Diesem folgte wiederum sein Sohn Charles Shuckburgh (1659-2.9.1705) als zweiter Baronet und dann sein Enkel John Shuckburgh (1683-19.6.1724) als 3. Baronet nach. Der 2. Baronet wurde 1687 High Sheriff von Warwickshire und saß für die Grafschaft 1698-1705 im Parlament. Bei diesem Exlibris haben wir es mit der Ehefrau des 9. Baronets zu tun, das war Sir George Thomas Francis Shuckburgh (23.7.1829-12.1.1884), Sohn von Sir Francis Shuckburgh (1789-29.10.1876), 8th Baronet und Enkel von Sir Stewkley Shuckburgh (-21.7.1809), 7th Baronet. Nach Sir George Thomas Francis Shuckburgh folgte als 10. Baronet Sir Stewkley Frederick Draycott Shuckburgh (1880-17.11.1917), danach als 11. Baronet dessen Bruder, Sir Gerald Francis Stewkley Shuckburgh (1882-3.8.1939), der 1921 ebenfalls High Sheriff von Warwickshire wurde. Gegenwärtiger Titelträger ist seit 2012 Sir James Rupert Charles Shuckburgh (4.1.1978-), 14th Baronet, der zum Bruder und momentan zum Erben (heir presumptive) Peter Gerald William Shuckburgh (1982-) hat. Der gegenwärtige Wohnsitz der Familie ist Shuckburgh Hall in Daventry (Northamptonshire).

 

Das Wappen Shuckburgh zeigt in Schwarz einen silbernen Sparren zwischen drei (2:1) ebensolchen Sternen (eigentlich Sporenrädern, engl. Blason: Sable a chevron between three mullets Argent), aufgelegt ein silbernes Schildchen mit der roten Hand für den Rang eines Baronets. Die hier nicht dargestellte Helmzier wäre zu schwarz-silbernen Decken ein wachsender, naturfarbener Mohr mit einem gestürzten, goldenen Pfeil in seiner Hand (crest: a blackamoor couped at the waist Proper with a dart in his hand point downwards Or). Die Devise der Familie lautet: Haec Manus Ob Patriam - diese Hand für das Vaterland (this hand for my country) - ein geflügeltes Wort, das bereits in Vergils Aeneide Buch VI. (Aeneas in der Unterwelt) Vers 660 vorkommt: "hic manus ob patriam pugnando vulnera passi, quique sacerdotes casti, dum vita manebat, quique pii vates et Phoebo digna locuti, inventas aut qui vitam excoluere per artis quique sui memores aliquos fecere merendo...." Das Wappen des schottischen Clans Robertson zeigt in Rot drei (2:1) abgerissene silberne Wolfsköpfe (engl. Blason: Gules, three wolves' heads erased Argent). Die hier nicht dargestellte Helmzier wäre auf dem rot-silbern bewulsteten Helm mit ebensolchen Decken eine wachsende natürliche Rechtshand, die die königlich schottische Krone emporhält (a dexter hand erect, supporting a regal crown).

Exlibris von George William Eve:
Diese heraldisch opulente, mit Inhalten überladene Bücherzeichengestaltung stammt von George William Eve (1855-1914) aus dem Jahr 1901 (Viner: Nr. 75, S. 39). Das Künstlermonogram ist in der oberen linken Ecke zu finden, die Jahreszahl gegenüber, sich sehr schlecht vom schraffierten Untergrund abhebend. Der Eigner war Robert H. Mackworth-Praed of Mickleham Downs in Surrey.

Robert Herbert Mackworth-Praed (10.2.1866-17.7.1913), B.A. Camb., Lord of the Manor of Mickleham Downs, war der Sohn von Winthrop Mackworth-Praed (21.8.1831-11.2.1890) und Louisa Ewing. Seine Großeltern waren Bulkeley John Mackworth-Praed (2.8.1799-12.3.1876) auf Owsden Hall in Suffolk und dessen erste Frau Emma Dick (-3.8.1836) Tochter von Mungo Dick of Pitkerrow. Die beiden hatten am 22.12.1828 geheiratet. In zweiter Ehe hatte Bulkeley John am 14.7.1840 Elizabeth Colthurst FitzPatrick (-6.2.1852) geheiratet, die Tochter von Patrick Perse FitzPatrick. Und schließlich hatte Bulkeley John in dritter Ehe am 26.4.1859 Emily Maria Fane (-11.5.1905) geehelicht, die Tochter von William Fane. Die Urgroßeltern von Robert Herbert Mackworth-Praed waren väterlicherseits William Mackworth-Praed of Bitton Court (3.3.1756-24.2.1835), Sohn von William Mackworth-Praed of Bitton Court und Susannah Stokes, und Elizabeth Winthrop (-4.2.1810), Tochter von Tochter von Benjamin Winthrop. Die Vereinigung der Namen Mackworth und Praed kam zustande, weil ein weiter zurückliegender Vorfahr, William Mackworth (3.11.1694-1752) von seinem Freund John Praed of Trevethoe als Erbe adoptiert worden war. Er nahm den Namen Mackworth-Praed of Trevethoe an und heiratete 1715 Anne Slaney, die Tochter von Robert Slaney of Rudge. Robert Herbert Mackworth-Praed, sein Nachfahre und der Exlibriseigner, heiratete 1890 Mary Josephine Jolliffe, die einzige Tochter von Charles Jolliffe auf Southwood House in Kent. Die beiden hatten als Kinder Cyril Winthrop Mackworth-Praed (21.9.1891-) und Violet Mackworth-Praed (1898-).

Das Wappen ist in zwei Teilen zu sehen, weil das Oberwappen abgenommen und rechts neben den Schild gestellt wurde, um diesem mehr Raum zu geben. Das ist auch nötig, denn er enthält neben Mackworth noch 18 andere Inhalte in den insgesamt 20 Feldern (ein Inhalt ist doppelt vorhanden). Beginnen wir mit der Beschreibung des neben den Schild gesetzten Helmes: Auf dem schwarz-silbern bewulsteten Helm mit schwarz-silbernen Decken wird von der Familie Mackworth ein von Schwarz und Hermelin im Zackenschnitt gespaltener Flügel geführt (mantling Sable and Argent, crest: on a wreath of the colours, a dexter wing per pale dancettée Sable and Ermine). Die Devise auf dem Schriftband über dem Schild lautet: "Gwell angau na cywilydd", walisisch für "lieber Tod als Schande (rather death than shame).

 

Nun zu den einzelnen Feldern dieses zwanzigfeldrigen Schildes, der dreimal geteilt und viermal gespalten ist und tief in die komplexe Welt walisischer Heraldik eintaucht:

Das Wappen wurde in der beschriebenen Form am 26.10.1864 von William Courthope, Somerset Herald und Registrar, bestätigt. Dennoch ist eine ganz andere Form des Mackworth-Wappens in der Praxis gebräuchlicher: Von Schwarz und Hermelin im Zackenschnitt gespalten, darüber ein roter, mit fünf Tatzenkreuzchen belegter Sparren (per pale indented Sable and Ermine, on a chevron Gules, five crosses patée Or), auf dem Helm ein roter Hahn (crest: a cock Gules).

Exlibris von George William Eve:
Dieses Blatt ist ein Aufriß aus der Feder von George William Eve (1855-1914). Im Jahr 1904 entstand das im optisch linken oberen Eck im Druck monogrammierte und datierte Werk (Viner: Nr. 99, S. 46) für James Charles Getting of Doughton Cottage in Ross-on-Wye in der County of Hereford. Von diesem Blatt gibt es eine fehlerhafte Frühversion mit falscher Lokalisierung von Ross-on-Wye: Dort steht "Glo'ster" statt "Hereford". Der Eigner war der erstgeborene Sohn von Charles Talboys Getting (1824-17.11.1887), der 1859 Harriet Maria Graham geheiratet hatte, die einzige Tochter von Francis James Graham. James Charles Getting (1860-) war F.R.G.S. (Fellow of the Royal Geographical Society). Er hatte zwei Brüder, Henry Frederick Getting (1861-) auf Ashfield Park, Ross, Herefordshire, und Walter V. C. Getting (1865-), der in London lebte. Der Eigner besaß noch ein anderes Exlibris, welches 1907 Will Foster zeichnete.

Das Wappen Getting zeigt unter einem eingebogenen, roten, mit zwei silbernen Pilgermuscheln (Jakobsmuscheln) belegten Schildhaupt in Silber ein schwebendes rotes Schragenkreuz (Argent, a saltire couped Gules, on a chief arched of the last two escallops of the field), auf dem rot-silbern bewulsteten Helm mit rot-silbernen Decken ein wachsender silberner Stierrumpf, auf dem Hals mit einer roten Pilgermuschel belegt, zwischen einem goldenen Flug, der beiderseits mit einer roten Pilgermuschel belegt ist (mantling Gules and Argent. Crest: on a wreath of the colours, a bull’s head couped at the neck Argent, thereon an escallop Gules between two wings Or, each charged with an escallop also Gules).

 

Die Devise lautet: "Taille bois." Damit wird auf die Familie Talboys angespielt, deren Wappen man aufgrund der Verwandtschaft (s. u.) mit kleinen Veränderungen übernommen hatte: Diese hatten unter einem roten, mit drei silbernen Pilgermuscheln (Jakobsmuscheln) belegten Schildhaupt in Silber ein rotes Schragenkreuz (Argent, a saltire Gules, on a chief of the second three escallops of the field), auf dem rot-silbern bewulsteten Helm mit rot-silbernen Decken ein wachsender silberner Stierrumpf (mantling Gules and Argent. Crest: on a wreath of the colours, a bull’s head couped at the neck Argent). Die Veränderungen waren also folgende: Aus dem Schildhaupt wurde ein eingebogenes, die mittlere Muschel fiel weg, dafür kamen Muscheln und Flug im Kleinod hinzu.

Mary Taylor Talboys (27.7.1802-7.6.1854) heiratete am 24.1.1824 David Getting (13.7.1796-19.7.1863) von Marle's Farm, Godstone, Grafschaft Surrey, den ältesten Sohn von Moses David Getting auf East Hill, Wandsworth, Grafschaft Surrey, und dessen Frau Sarah Levi. Der Exlibris-Eigner war damit der Enkel von Mary Taylor Talboys und der Urenkel von Thomas Talboys (8.2.1774-27.1.1842) of Doughton Manor in Tetbury in Gloucestershire, der aus erster Ehe drei Töchter hatte.

Exlibris von George William Eve:
Dieses Exlibris wurde von George William Eve (1855-1914) gezeichnet (Viner: Nr. 103, S. 47). In der optisch rechten unteren Ecke ragt an einem Stab schräggestellt ein kleines Schildchen mit dem eingedruckten Künstlermonogramm und der Datierung auf das Jahr 1905 hinter dem unteren horizontalen Schriftband hervor. Der Eigner ist A. H. F. Boughey, vollständig Anchitel Harry Fletcher Boughey (14.8.1849-22.9.1936). Die Devise lautet "Nec quarere nec spernere honorem" - die Ehre weder suchen noch verschmähen (neither to seek nor despise honours). Wie so oft bei Drucken von Eve ist nicht von "Ex libris", sondern von "E libris" die Rede. Von dem gleichen Eigner gibt es ein weiteres Exlibris von einem anderen Künstler (E. Stock, 1894), das nur das Familienstammwappen zeigt und den gestalterischen Schwerpunkt auf eine Darstellung des Great Court des Trinity College in Cambridge legt.

Anchitel Harry Fletcher Boughey besuchte zunächst die Kensington School, dann wechselte er an das Trinity College in Cambridge, dem er zeitlebens treu blieb, denn nach seinem Abschluß 1872 in "Classical Tripos" (drei- vierjähriges Studium der klassischen Literatur, reiner Cambridge-Abschluß, in Oxford wäre das "Literae Humaniores") wurde er dort Lecturer in Altphilologie und Theologie. 1874 wurde er Fellow des Trinity College in Cambridge. 1877-1904 war er Lecturer, 1886-96 Tutor, 1897-1908 Senior Dean (Leiter des Colleges in Bezug auf die älteren Studenten). 1912-1916 war er Rural Dean of Cambridge. Daneben war er Reverend, 1909-1913 Vikar und außerdem Glöckner an der Universitätskirche Great St Mary’s in Cambridge; die Gedenkinschrift auf seinem Memorial bezeichnet ihn als "Artis pulsandi campanas magister", ein Meister im Glockenläuten. In den Jahren 1883, 1894, 1901 und 1905 wurde er als Prediger der Universität gewählt. 1904-1920 war er Examining Chaplain des Bischofs von Durham. Er wohnte in Cambridge in Cranmer Rd. Nr. 4.

Der Eigner war der Sohn von George Fenton Fletcher Boughey (9.9.1813-20.7.1855) und Matilda Elwin Ottley. Er wurde auf hoher See in der Nähe des Kaps der Guten Hoffnung geboren. Seine Großeltern väterlicherseits waren Sir John Fenton Boughey (1.5.1784-27.6.1832), 2nd Baronet und Henrietta Dorothy Chetwode (-22.1.1849). Der Familienname ist Fletcher; der Titel eines Boughey Baronets of Newcastle-under-Lyme in der Grafschaft Staffordshire wurde am 24.8.1798 für Thomas Fletcher (25.11.1747-14.7.1812) zu Betley Court in Staffordshire geschaffen. Dieser war 1783 und 1789 High Sheriff in Staffordshire und außerdem Deputy Lieutenant der Grafschaft. Ab 1805 wurde vom 2. Baronet nur noch der Familienname Boughey geführt, obwohl der Traditionsname Fletcher nun ab und zu als Vorname auftauchte. Der Exlibris-Eigner war der Enkel des 2. Baronets, aber weder er noch sein Vater waren Träger des Titels. Deswegen gibt es in dem Wappen auf dem Exlibris auch kein Schildchen mit der roten Hand auf silbernem Grund für den Rang eines Baronets (badge of Ulster) zu sehen. Der 3. Baronet war Sir Thomas Fletcher Fenton Boughey (22.1.1809-6.10.1880), der 4. Baronet war Sir Thomas Fletcher Boughey (5.4.1836-30.8.1906), der 5. Baronet Reverend Sir George Boughey (2.5.1837-4.8.1910). Der gegenwärtige Titelträger ist der 11 Baronet, Sir John George Fletcher Boughey (12.8.1959-), der als Arzt in Andorra praktiziert. Aus der Familie Fletcher wurden noch einige andere Linien in den Rang eines Baronets erhoben (Fletcher baronets of Hutton le Forest, Fletcher baronets of Clea Hall, Fletcher baronets of Carrow, Fletcher baronets of Ashe Ingen Court), die aber alle heute erloschen sind.

 

Das Wappen besteht aus drei Komponenten: Der Hauptschild ist geviert (quarterly) aus Fletcher und Boughey, und der Herzschild ist Lovell (in pretence) wegen seiner Ehefrau Katharine Annie Lovell, die potentielle Erbtochter war. Entsprechend stehen die beiden Helme für Fletcher und Boughey.

Das Wappen Fletcher zeigt in Schwarz ein gewelltes durchgehendes Kreuz von Goldhermelin, bewinkelt von vier silbernen Scheiben mit je einem schwarzen, schrägrechts gelegten Pfeil (Sable, a cross wavy Erminois between four plates, each charged with an arrow in bend of the first). Dazu gehört als Helmzier zu schwarz-silbernen Decken auf schwarz-silbernem Wulst eine Scheibe mit einer gestürzten Pfeilspitze, die von Hermelin und Schwarz gespalten ist (on a wreath of the colours a plate charged with a pheon per pale Ermine and Sable). Das Wappen Boughey zeigt in Silber drei hersehende, abgerissene Hirschbock-Köpfe von Gegenhermelin (Argent, three bucks' heads erased and affronté Ermines). Dazu gehört als Helmzier aus einer goldenen heidnischen Krone (Zackenkrone) mit abwechselnd goldenen und silbernen Spitzen wachsend ein golden gehörnter Hirschbock-Kopf von Gegenhermelin mit einem goldenen Halsband (out of an eastern crown gold, the points alternate Or and Argent, a buck's head Ermines, attired and collared of the first).

Der Herzschild Lovell ist fünfmal golden-rot im Wolkenschnitt geteilt (barry nebulée/nebuly of six Or and Gules). Anchitel Harry Fletcher Boughey hatte mit seiner Frau Katharine Annie Lovell, Tochter von I. S. Lovell zu Thornby, co. Northampton, zwei Söhne und zwei Töchter. Der jüngere Sohn war Anchitel Edward Fletcher Boughey (6.11.1891-10.10.1918), der 26jährig als Mitglied der Rifle Brigade und Lieutenant des 8th Battalions im Ersten Weltkrieg in der Irischen See ertrank, nachdem die S.S. Leinster von einem Torpedo getroffen wurde und sank. Der ältere Sohn war Charles Lovell Fletcher Boughey (10.5.1887-16.10.1934); die beiden Töchter waren Constance Evelyn Mary Boughey (-12.11.1962) und Katharine Clare Boughey (-1990).

Es gibt von diesem Exlibris-Blatt eine spätere Variante, bei der im ersten Feld des gevierten Hauptschildes ein Stern zur Differenzierung hinzugefügt wurde. Weiterhin wurden die Hermelinschwänzchen in dieser späteren Version nachbearbeitet.

Exlibris von George William Eve:
Diese beiden sehr ähnlichen, aber heraldisch unterschiedlichen Bücherzeichengestaltungen stammen von George William Eve (1855-1914) aus dem Jahr 1905. Beide sind für George Heath Viner, den Autor des Standardwerkes über Eve's Bücherzeichen (Viner: Nr. 110, S. 49). George Heath Viner of Heathfield, East Sussex, war selbst ein Sammler von Bücherzeichen. Die nach ihm benannte Viner Bookplate Collection, die über 1500 Bücherzeichen aus der Zeit von 1860 bis 1912 umfaßte, hauptsächlich von Charles William Sherborn, für den er sich besonders interessierte, wurde von ihm der John Rylands Library (gehört heute zur University of Manchester Library) gestiftet. Viner gab 1912 zusammen mit Sherborns Sohn Charles einen Exlibris-Katalog des berühmten Stechers heraus: A sketch of the life and work of Charles William Sherborn. Die Blätter sind unten in der Mitte auf einer kleinen Aussparung in der Randdekoration im Druck monogrammiert und datiert. Die linke Abbildung zeigt die ältere Version mit einem leeren Schrägbalken und einem relativ starken Schatten auf dem Schild.

Das Wappen Viner (Vynor, Wiltshire) zeigt unter einem goldenen, mit einem roten gedornten Schragenkreuz zwischen zwei schwarzen Krähen belegten Schildhaupt in Rot einen goldenen Schrägbalken (Gules a bend Or, on a chief of the last a saltire engrailed of the first, between two Cornish choughs Sable), auf dem rot-golden bewulsteten Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender, angewinkelter, naturfarbener und goldenverzierter, gerüsteter Rechtsarm, der im Panzerhandschuh eine goldene ovale Gürtelschnalle mit dem Dorn nach oben hält (crest: an arm embowed in armour, Proper garnished Or, holding in the gauntlet a round buckle, the tongue erect of the last). Die Devise lautet: "VI NER VISQUE".

 

Die Abb. rechts zeigt die spätere Version, in der der Schrägbalken mit drei schräggelegten, gestürzten Pfeilspitzen belegt ist; weiterhin wurde der Schatten in der rechten Schildhälfte abgeschwächt. Der Helm ist dafür durch stärkere Schatten plastischer modelliert worden. Weiterhin gibt es marginale Nachbesserungen an den Helmdecken bei dem späteren Stück, was beim Vorliegen zweier Farbvarietäten nicht ganz einfach zu sehen ist.

Exlibris von George William Eve:
Dieses Exlibrisblatt für Richard Southcote Mansergh, Esquire, J. P. (Justice of Peace), zu Grenane, Tipperary, Irland, wurde von George William Eve (1855-1914) gezeichnet (Viner: Nr. 28, S. 26). Richard Southcote Mansergh war der älteste Sohn von Richard St. George Mansergh of Friarsfield, Tipperary, und seiner Frau, Sophia Elizabeth Ellard, der ältesten Tochter von Richard Oliver Ellard of Newton Ellard, Pallas Grean, Grafschaft Limerick. Sein Großvater väterlicherseits war Richard Martin Southcote Mansergh, Esquire zu Grenane.

Das eingedruckte Künstlermonogramm und die Jahreszahl 1895 befinden sich optisch rechts oben über dem Wort "PRET" der Devise auf einem weiteren kleinen Schriftband. Im Gegensatz zu den meist rechteckigen Gestaltungen von Eve ist dieses eine Sonderform, die unten durch den angesetzten Sockel mit der Eignernennung verbreitert ist, während oben die beiden Ecken durch eine Stufe eingezogen sind und alle vier oberen Ecken gebrochen sind.

In einer weiteren Hinsicht unterscheidet sich dieses Blatt von den anderen Exlibris des Künstlers: Alle 16 Felder des komplexen Wappens sind zugeordnet: Insgesamt drei Flächen eines Schriftbandes nennen die verarbeiteten Einzelwappen, und eine vierte Fläche summiert stolz " Seize Quartiers". Im einzelnen handelt es sich um die Wappen Mansergh, Carden, Martin, Roberts, Bomford, Sibthorp, Massey-Dawson, Dennis, Ellard, Oliver, Hutchinson, Orpen, Lindsay, Crooke, Lawless-Pyne und Lindsay. Lindsay ist das einzige der 16 Felder, das doppelt vorkommt, in den beiden äußeren unteren Feldern.

Von diesem Blatt gibt es zwei Varianten. Dieses ist die frühere Form, was daran zu erkennen ist, daß hier "Massey" steht und fehlerhaft für "Massy" ist. Deshalb wurde das Blatt, nachdem der Fehler erkannt wurde, nicht vom Eigner benutzt und durch den Neudruck mit "Massy" ersetzt. Neben diesem Blatt gibt es noch ein zweites vom selben Künstler, ebenfalls aus dem Jahr 1895. Neben dem Namen wird auf jenem noch der Ort "Friarsfield Tipperary" genannt.

Das Wappen Mansergh, das wir im allerersten Feld finden, zeigt in Silber einen wechselnd schräggezinnten roten Schrägbalken zwischen drei roten, gestürzten Pfeilen mit goldenen Federn und ebensolchen Spitzen, darüber ein dreilätziger roter Turnierkragen (Argent a bend raguly Gules between three arrows points downwards of the last, feathered and barbed Or, with a label of three points Gules). Die zugehörige - und einzig vorhandene - Helmzier zeigt zu rot-silbernen Decken einen wachsenden silbernen Löwen, mit einem roten, dreilätzigen Turnierkragen belegt, mit einem wechselnd schräggezinnten roten Halsband, in der rechten Pranke einen roten, golden beflitschten Pfeil abwärts haltend (Mantling Gules, doubled Argent. Crest: out of a ducal coronet Proper, charged with a label of three points Gules, a demi-lion rampant Argent, gorged with a collar raguly of the second and holding in the dexter paw an arrow, point downwards, of the last flighted and barbed Or). Die Devise lautet "Tout jour pret" - allzeit bereit.

 

Im Detail ist der Schild wie folgt aufgebaut:

Literatur, Links und Quellen:
Herrn Stephen Slater ein herzliches Dankeschön für wertvolle Hinweise und Erläuterungen.
George H. Viner: A descriptive catalogue of the bookplates designed and etched by George W. Eve, hrsg. von The American Bookplate Society, R. E. Kansas City, 1916. Online:
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Wappen Langman:  Arthur Charles Fox-Davies: Armorial families: a directory of gentlemen of coat-armour (Volume 2), Publisher: Edinburgh : T.C. & E.C. Jack,
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