Bernhard Peter
Die Wappen des Hauses Isenburg

Wurzeln des Hauses Isenburg:
Dieses Geschlecht ist nach der 1103 in einer Urkunde des Trierer Erzbischofs Bruno erstmalig erwähnten Burg Isenburg im Westerwald bei Neuwied benannt, ihrem Stammsitz. Dort steht heute noch die Ruine auf einem 250 m hohen Bergvorsprung, nicht durch Zerstörung, sondern durch Verfall endgültig zur Ruine geworden, denn sie wurde 1664 nach dem Aussterben der letzten Niederisenburger Linie verlassen. Um 1100 wurde sie vermutlich von Rembold I (auch Reinbold geschrieben) und Gerlach von Isenburg erbaut, wurde aber wegen der frühen Verzweigung der Familie schnell zur Ganerbenburg, so daß im 13. Jh. innerhalb der gemeinsam genutzten und aufrechterhaltenen Verteidigungsanlage vier unterschiedliche Wohnbauten standen. Das Geschlecht der Isenburger begann als seit dem 9./10. Jh. auftretendes edelfreies mittelrheinisches Geschlecht, das hier Vögte der Reichsabtei Fulda stellte, sie waren Grafen im Gau Einrich (links der unteren Lahn), von Arnstein (Ererbung von Teilen der Grafschaft Arnstein 1137), von Limburg an der Lahn (1232-1414) und später von Wied (1338-1454), sowie freie Herren von Covern (Kobern, bis 1266).

Abb.: Burg Isenburg im Westerwald

Die heutige Ruine läßt kaum noch erkennen, daß es sich bei dieser Burg zur Bauzeit um eine der wehrhaftesten und sichersten Burgen zwischen Mittelrhein und Westerwald gehandelt hatte, die aufgrund ihrer topographischen Lage auf einem Umlaufberg zwischen zwei sehr engen und für die Truppenaufstellung ungeeigneten Tälern fast uneinnehmbar war. Bereits im 13. Jh. wurde die Isenburg zur Ganerbenburg; sie war von vier verschiedenen Linien mit jeweils einem eigenen Wohnhaus gemeinsam bewohnt (Isenburgisches oder altes Haus, Kobernhaus, Haus Wied und Runkelsches Haus oder auch Frauenhaus). Ein Burgfrieden aus dem Jahr 1334 regelte das Zusammenleben und bestimmte die gemeinschaftlich genutzten Anlagen wie den in der Südwestecke auf einer Felsnase stehenden Bergfried, die Kapelle, die Tore, den Brunnen und die Brücken. Der Kölner Erzbischof und Kurfürst Salentin von Isenburg starb 1610 auf diesem Stammsitz der Familie. Noch 1625 war die Burg bewohnt, aber nachrangig; sie diente als Witwensitz. Im Jahre 1633 wurde die Burg von dem Spanier Marques von Celada und seinen Truppen besetzt, es folgten 1634 Truppen der Wittgensteiner, die die Spanier verjagt hatten. Zerstört wurde die Burg dabei jedoch nicht. Mit dem Aussterben der Isenburger interessierten sich gleichzeitig Graf Friedrich zu Wied und Kurtrier für die Burg; beide schickten Soldaten. Doch dann meldete sich die Abtei Fulda als Lehnsherr und zog ihren Anteil ein, um ihn an die Freiherren, späteren Grafen von Walderdorff zu verlehnen. Es entstand ein Kondominium mit den Fürsten zu Wied-Runkel und den Grafen von Walderdorff als gemeinsamen Besitzern. Heute gehört die Ruine dem Fürsten zu Wied.

Abb.: Burg Isenburg im Westerwald

Niederisenburg:
Aus der komplexen Geschichte des Gesamthauses Isenburg sei hier die der Niederisenburger Seite herausgegriffen.

Die Linien Niederisenburg, Kempenich und Braunsberg entstehen: Rembold III. Graf v. Isenburg (vor 1137 - nach 1158/1167), hat zwei Söhne, Rembold IV. v. Isenburg-Kempenich, und Bruno I. v. Isenburg-Braunsberg.

Bruno wird der Begründer der Linie Braunsberg. Über seinen Sohn Bruno II. v. Isenburg-Braunsberg, seinen Enkel Bruno III. Graf v. Isenburg-Braunsberg, seinen Urenkel Johann I. Graf v. Isenburg-Braunsberg, Ururenkel Bruno IV. v. Isenburg-Braunsberg (vor 1305 - 23.8.1325) wird die Linie bis zu Urururenkel Wilhelm I. v. Isenburg-Braunsberg Graf v. Wied (vor 1324 - 1382/17.7.1383) fortgesetzt, der 10.4.1327 in Braunsberg herrscht, 1331 die Hälfte von Wied erwirbt, 1338 Graf von Wied wird und 1373 die Burg Isenburg mit Salentin V teilt. In der Herrschaft folgen ihm seine beiden Söhne aus verschiedenen Ehen, erst Wilhelm Graf v. Isenburg-Braunsberg u. Wied und dann Gerlach v. Isenburg-Braunsberg Graf v. Wied, dessen Sohn Wilhelm II. v. Isenburg-Braunsberg Graf v. Wied (vor 1411 - 1462) im Jahre 1454, ohne männliche Nachkommen geblieben, alle seine Besitzungen an Friedrich IV. v. Runkel, den Sohn der Nichte Anastasia, verschenkt. Damit endet die Linie Isenburg-Braunsberg-Wied.

Rembold IV. v. Isenburg-Kempenich wird der Begründer der Linien Kempenich und Niederisenburg. Sein Sohn Salentin I. v. Isenburg u. Kempenich ist der Vater von Dietrich III. v. Isenburg-Grenzau, Großvater von Salentin II. Herr v. Nieder-Isenburg und Stammvater der Niederisenburger Linie, die unten weiter behandelt wird. Sein anderer Sohn Dietrich II. v. Isenburg-Kempenich führt die Linie Kempenich fort, über Gerhard I. v. Isenburg-Kempenich, Dietrich IV. Graf v. Isenburg-Kempenich, Simon II. Graf v. Isenburg-Kempenich, Simon III. v. Isenburg-Kempenich bis zum kinderlosen Simon IV. v. Isenburg-Kempenich (vor 1367 - 1420), der zusammen mit seinem jüngeren Bruder Johann II. v. Isenburg-Kempenich (vor 1367 - 1424) regierte. Mit letzterem erlosch die Linie zu Kempenich im Mannesstamm, denn er hatte nur zwei Töchter. Ehemann der einen Tochter, Peter von Schöneck, war 1423 bereits vom Schwiegervater in die Burggemeinschaft aufgenommen worden, und 1435 wurde er mit Burg Kempenich belehnt.

Aus Niederisenburg wird Niederisenburg-Grenzau: Salentin VI. Graf v. Nieder-Isenburg (ca. 1370 - nach 1458) heiratet Adelheid v. Isenburg-Büdingen-Grenzau (- nach 1401), Erbin der Linie Isenburg-Grenzau aus der Cleeberger Linie. Danach nimmt die Niederisenburger Linie den Namen Grenzau mit an. Kompliziert, weil die Bezeichnung "Grenzau" mehrere verschiedene Linien bezeichnet. Sein Sohn ist Gerlach II. Graf v. Isenburg-Grenzau, sein Enkel Gerlach III. Herr v. Isenburg-Grenzau (ca. 1430 - 1502), der letzte der ungeteilten Linie.

Isenburg-Grenzau entsteht (zum wiederholten, diesmal aber letzten Male) 1502, als Gerlach III. Herr v. (Niederisenburg)-Isenburg-Grenzau (ca. 1430 - 1502) stirbt und die Söhne das Erbe teilen. Sohn Gerlach IV. Herr zu Isenburg u. Grenzau (vor 1492 - 9.9.1530) erhält Grenzau und begründet diese Linie, die bis 1664 bestehen bleiben sollte. Gerlach IV zu Isenburg, Herschbach und Meinsberg wird 1504 mit Hälfte der Burg Arenfels belehnt. 1522 ist er Leiter der Verteidigung der Stadt Trier gegen Franz v. Sickingen. Über seinen Sohn Heinrich Herr v. Isenburg-Grenzau (5.1.1522 - ca. 1552/1553), Enkel Salentin VIII. Graf v. Isenburg-Grenzau (Erzbischof v. Köln, 1532-19.3.1610) gelangt die Herrschaft an Urenkel Ernst Graf v. Isenburg-Grenzau (1584 - 20.5.1664); dessen einziges Kind Maria Anna v. Isenburg-Grenzau (1627 - 1628) verstirbt im Kindesalter. Die Herrschaften werden aufgeteilt zwischen Trier, Wied und Walderdorff. Die Grafen von Walderdorff nehmen die roten Balken von Niederisenburg in ihren Schild auf.

Isenburg-Neumagen entsteht mit Salentin VII. Herr v. Isenburg u. Neumagen (vor 1492 - nach dem 24.9.1534), der am 25.5.1502 die Teilung des vom Vater ererbten Gebietes mit den Brüdern durchführt, und endet mit seinem Sohn Heinrich I. Herr v. Isenburg-Neumagen (vor 1534 - 1553), vermählt mit Antonia Penelope v. Brederode (gest. nach dem 30.6.1591), kinderlos. Alle seine Brüder starben ebenfalls kinderlos, so daß Neumagen über seine Schwester Johannetta von Isenburg-Neumagen an deren Gemahl Wilhelm I. Graf v. Sayn-Wittgenstein (24.8.1485 - 18.4.1570) kommt.

Bildbeispiel: Epitaph des Heinrich I. Herr v. Isenburg-Neumagen (vor 1534 - 1553) in Neumagen

Wappen der Niederisenburger Linien:

Edle Herren und Grafen von Isenburg, Niederisenburger Linie, Salentinische Linie: In Silber zwei rote Balken. Helmzier ein silberner, mit zwei roten Balken belegter offener Flug. Helmdecken rot-silbern.

Siegelbeispiele: Theoderich von Isenburg 1263, Gerlach v. I. zu Grenzau 1449, 1468, Gerlach v. I. zu Grenzau 1502, Salentin zu Isenburg-Neumagen 1515

Die von der Niederisenburger Linie sich um 1502 abzweigende und 1553 erloschene Neumagener Linie führt das gleiche Wappen.

Graf Salentin führt als Helmzier 1322 einen Pfau als Helmzier. Ein anderer Graf Salentin führt 1396 ein kegelförmiges Kleinod, an dem beiderseits ein Flügel befestigt ist, über dem Ganzen die beiden Balken. Ab 1408 erscheint ein silberner Flug mit den beiden roten Balken, zunächst geschlossen, später offen, offen erstmalig bei Gerlach von Isenburg 1449 und 1502. Salentin zu Isenburg-Neumagen führt 1515 einen geschlossenen Flug, am Epitaph des Heinrich I. Herr v. Isenburg-Neumagen (vor 1534 - 1553) in Neumagen ist er offen.

Ab der Mitte des 16. Jh. vereinigte diese Linie ihr Wappen mit Schild und Helm der älteren Grenzauer Linie.

Linie Isenburg-Grenzau aus der Niederisenburger Linie: Geviert. Felder 1 und 4: In Silber zwei rote Balken. Felder 2 und 3: In Silber zwei schwarze Balken. Zwei Helme: Helm 1 (optisch links, heraldisch rechts): ein silberner, mit zwei roten Balken belegter offener Flug. Helmdecken rot-silbern. Helm 2 (optisch rechts, heraldisch links): ein silberner, mit zwei schwarzen Balken belegter offener Flug. Helmdecken schwarz-silbern. Beide Helme ungekrönt.

1439 erlosch die ältere Linie Isenburg-Grenzau aus der Cleeberger Linie im Mannesstamme. Salentin VI. Graf v. Nieder-Isenburg (ca. 1370 - nach 1458) heiratete die Erbtochter der Grenzauer Linie, Adelheid v. Isenburg-Büdingen-Grenzau (- nach 1401). Danach nannte sich diese Linie die jüngere Grenzauische Linie. Heinrich d. Ä. von Niederisenburg zu Grenzau siegelte erstmals 1542 mit diesem vermehrten Wappen. Sie starb mit dem Grafen Ernst 1664 aus, welcher seine Erblande an Trier verkaufte. Weitere Nutznießer des Erbes waren die Grafen von Wied und die Grafen von Walderdorff.

Varianten: 1563 führt Johann von Isenburg-Grenzau, Domherr zu Trier und Straßburg, nur einen einzigen Helm mit einem einzigen geschlossenen Flug, rechts mit roten Balken, links mit schwarzen Balken. Anastasia von Isenburg führt 1558 führt einen offenen Flug, rechts rot, links schwarz, beiderseits bestreut mit silbernen gestürzten Lindenblättern oder Herzchen.

Das Wappen von Graf Johann von Isenburg, Fürstbischof von Trier (1547-1556)
Sein Wappen, nach einem Hauptsiegel von 1548 im Münchener Kalender 1934 abgebildet, ist geviert:

Drei Helme, im Münchener Kalender 1934 abgebildet:

Siegel aus dem Jahr 1551, Staatsarchiv Koblenz, Gesamtansicht. Die Umschrift lautet: "IOANNIS D(EI) G(RATIA) ARCHIEPISCOPI TREVERENSIS AC PRINCIPIS ELECTORIS".

Siegel aus dem Jahr 1551, Staatsarchiv Koblenz, Ausschnittsvergrößerung des Schildes.

Siegel aus dem Jahr 1551, Staatsarchiv Koblenz, Ausschnittsvergrößerung der Kleinode.

Das Wappen von Salentin Graf v. Isenburg-Grenzau, Fürstbischof von Köln und Paderborn
Salentin Graf v. Isenburg-Grenzau (1532-19.3.1610) war 1567-1577 Erzbischof von Köln und seit 1574 auch Bischof von Paderborn. Sein erzbischöfliches Wappen vor 1574 ist wie folgt aufgebaut:

Sein erzbischöfliches Wappen nach 1574 ist wie folgt aufgebaut:

Isenburg-Büdingen
Im Gegensatz zu dem oben beschriebenen Niederisenburger Stamm wird dieser Stamm auch Oberisenburg genannt. In der ersten Hälfte des 13. Jh. beerbte er zusammen mit Eberhard von Breuberg, Konrad von Hohenlohe, Albert von Trimberg die Herren und Grafen von Büdingen und die Grafen von Cleeberg. Durch diese Gebiete bauten sie sich eine Herrschaft im Reichswald von Büdingen auf. Die Burg Birstein kam 1322 bzw. 1335 hinzu. Heinrich II. v. Isenburg-Büdingen erheiratet den Hanauer Anteil am Schloß Birstein, erwirbt am 16.10.1342 den Anteil der Gräfin v. Weilnau am Schloß Birstein, wird 1344 Herr zu Büdingen, so daß das als eigentlicher Beginn der Linie zu Büdingen gesehen werden kann. 1355 wird er Ganerbe zu Cleeberg. Am 15.4.1365 erwirbt er weitere Anteile am Büdinger Wald, 1371 erbt er den letzten Rest des Waldes. So hatten die Isenburger den gesamten Reichswald als Herrschaft gewonnen. 1377 kam Wächtersbach hinzu. Die Hälfte von Offenbach, einst unter der Herrschaft der Falkensteiner, war ihr Anteil bei der Erbteilung nach deren Aussterben. 1412/1419/1486 wurde die Herrschaft auf Offenbach ausgedehnt. Die Vogtei Reichenbach wurde vom Stift Fulda käuflich erworben. So wurde von den Isenburgern in einem runden Jahrhundert ein geschlossenes Herrschaftsgebiet erreicht, das große Teile der Wetterau umfaßte und vom Vogelsberg bis auf die südliche Mainseite reichte. 1442 erreichte Isenburg-Birstein den Reichsgrafenstand wegen Büdingen. Dafür wurden im ursprünglichen Herrschaftsgebiet Gebiete verloren, denn die Linie Isenburg-Grenzau (ältere Linie) erlosch 1439 mit Philipp II. v. Isenburg-Büdingen-Grenzau und fiel durch Heirat an die Linie Niederisenburg, welche die Linie Isenburg-Grenzau (jüngere Linie) begründeten.

Isenburg-Büdingen spaltet sich auf
Isenburg-Büdingen besteht seit 1340/1344, Zentrum der Herrschaft war Burg Büdingen 1517-1806 (bis auf kleinere Unterbrechungen) Sitz der Linie. Im 16. und 17. Jh. zersplitterte Isenburg-Büdingen. Die erste Spaltung war die 1517 in Isenburg-Ronneburg und Isenburg-Birstein.

Die Genealogie der Aufspaltung 1517:
Graf Ludwig II war eine fast fünfzigjährige Regierungszeit beschert. Er hatte drei Söhne, Philipp, der Erstgeborene, Diether und Johann. In seinem Testament sprach Ludwig II die Grafschaft Isenburg seinem Ältesten zu, mit der Auflage der standesgemäßen Versorgung seiner beiden jüngeren Brüder. Natürlich ergab sich darüber ein Streit, der erst 1517, 6 Jahre nach dem Tod des Vaters, durch Aufteilung in einem Erbbrüdervertrag beigelegt wurde. Diether, der Zweitgeborene, wohnte und starb in Wächtersbach, er starb kinderlos und begründete keine eigene Linie. Johann, der jüngste Sohn, begründete die Linie zu Birstein, von der auch die Linie zu Offenbach abstammt. Philipp aber, der Älteste, begründete die Linie zu Ronneburg alias Kelsterbach, die 1517-1601 währen sollte.

Die Linie Isenburg-Ronneburg wird auch Isenburg-Kelsterbach genannt. Sie beginnt mit Philipp Graf v. Isenburg-Ronneburg (Kelsterbach) (20.3.1467 - 22.2.1526), gefolgt von seinem Sohn Anton Graf v. Isenburg-Kelsterbach (2.8.1501 - 25.10.1560) und endet mit dem kinderlosen Heinrich v. Isenburg-Büdingen-Kelsterbach (13.9.1537 - 31.5.1601). Danach fällt Ronneburg/Kelsterbach wieder zurück an die Hauptlinie. 1601-1628 war das Haus wieder vereinigt.

Genealogie der Linie Isenburg-Ronneburg:

Später erfolgte eine erneute Aufspaltung in mehrere Linien, Isenburg-Birstein einerseits und Isenburg-Büdingen andererseits, die beiden Hauptlinien, erstere mit drei Unterlinien, darunter Isenburg-Birstein selbst, Isenburg-Offenbach (bis 1718), Isenburg-Philippseich (bis 1920), letztere mit vier Unterlinien, Isenburg-Büdingen selbst, Isenburg-Wächtersbach, Isenburg-Marienborn und Isenburg-Meerholz.

Die Söhne von Johann Ernst Graf zu Isenburg-Büdingen (21.6.1625 - 8.10.1673) und dessen Frau Maria Charlotte Gräfin zu Erbach (24.3.1631 - 8.6.1693) teilten das Erbe am 9.4.1684 unter den Brüdern, und am 23.7.1687 nochmals. Vollzogen wurden die Teilungen alle um 1685 ff, so daß dies der Beginn aller 4 neuen Linien ist. Der jüngste Sohn, Carl August v. Isenburg u. Büdingen in Marienborn (- 16.3.1725), stiftete die Linie der Grafen von Isenburg-Marienborn. Er war vermählt mit Anna Belgica Florentine zu Solms-Laubach (9.9.1663 - 21.4.17074). Die anderen Söhne der genannten Eltern stifteten andere Linien anläßlich der Teilung: Johann Casimir Graf zu Isenburg u. Büdingen in Büdingen (10.7.1660 - 23.9.1693) setzte die Linie Isenburg-Büdingen zu Büdingen fort. Ferdinand Maximilian I. Graf zu Isenburg u. Büdingen in Wächtersbach (24.12.1661/3.1.1662 - 14.3.1703) etablierte die Linie Isenburg-Büdingen-Wächtersbach. Und der zweitjüngste Sohn, Georg Albrecht Graf zu Isenburg u. Büdingen in Meerholz (1664 - 11.2.1724, kurpfälzer Oberst der Kavallerie) begründete die Linie Isenburg-Büdingen-Meerholz.

Davon war die Linie Marienborn die kurzlebigste, denn das Zisterzienserkloster Marienborn, 1559 an die Grafen von Isenburg-Birstein zurückgefallen, 1673 mit einem Schloß ausgestattet, fiel schon 1725 mit dem Tod des Begründers wieder an Isenburg-Büdingen-Meerholz. Denn von seinen männlichen Nachkommen, Ernst Karl Graf zu Isenburg-Marienborn (11.4.1691 - 22.5.1717), Philipp zu Isenburg-Büdingen (17.2.1694 - 19.10.1694), überlebte ihn keiner, und es gab keine männlichen Enkel.

Meerholz war ein Prämonstratenserstift bei Gelnhausen. 1725 kam es zu einer Gebietsvergrößerung durch Ererbung von Gebieten der erloschenen Marienborner Linie. Die direkte Linie zu Meerholz erlosch 1832 mit Carl Wilhelm Ludwig Graf zu Isenburg u. Büdingen in Meerholz (7.5.1763 - 17.4.1832). Er erlebte am 12.7.1806 die Mediatisierung und wurde dabei seinem Verwandten, dem Fürsten Carl zu Ysenburg-Birstein, standesrechtlich untergeordnet. 1815 kam er unter österreichische, 1816 z. T. unter großherzoglich-hessische, z. T. unter kurfürstlich-hessische Souveränität. Er war vermählt mit Karoline v. Sayn und Wittgenstein-Hohenstein (13.9.1764 - 28.4.1833). Ihre männlichen Nachkommen, die Söhne Georg Karl Friedrich Ludwig Ernst Adolf Graf zu Ysenburg u. Büdingen in Meerholz (27.5.1787 - 12.7.1808) und Friedrich Ludwig Franz Adolf Karl Graf zu Ysenburg u. Büdingen in Meerholz (4.5.1796 - (4/14).2.1818), überlebten den Vater nicht und hinterließen keine Nachkommen. Weitere Nachkommen gab es durch Carl Wilhelm Ludwigs Bruder, Joseph Friedrich Wilhelm Albrecht Graf zu Ysenburg u. Büdingen in Meerholz (10.5.1772 - 14.3.1822).

Die Wasserburg Wächtersbach im Kinzigtal kam gänzlich 1458 an die Isenburger und wurde 1685 bei der Erbteilung Sitz einer eigenständigen Linie. Am 16.3.1725 kam es zu einer Gebietsvergrößerung durch Ererbung von Gebieten der erloschenen Marienborner Linie. Der Graf zu Wächtersbach erlebte am 12.7.1806 die Mediatisierung und wurde dabei seinem Verwandten, dem Fürsten Carl zu Ysenburg-Birstein, standesrechtlich untergeordnet. Die Linie erlangte am 17.8.1865 den kurhessischen Fürstenstand und besteht noch heute, vertreten durch Casimir-Alexander Lucian Friedrich Peter Franz Ferdinand Benedikt Wittekind Prinz zu Ysenburg u. Büdingen in Wächtersbach (geb. 30.12.1967), Sohn von Wolfgang Ernst Ferdinand Heinrich Franz Karl Georg Wilhelm 4. Fürst zu Ysenburg u. Büdingen in Wächtersbach (geb. 20.6.1936) und Leonille Elisabeth Valerie Viktoria Barbara Margarete zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (geb. 6.7.1941), der wiederum Sohn von Otto Friedrich Viktor Ferdinand Maximilian Gustav Richard Bogislav 3. Fürst zu Ysenburg u. Büdingen (16.9.1904 - 25.9.1990), Sohn von Ferdinand Maximilian Erbprinz zu Ysenburg u. Büdingen in Wächtersbach (25.6.1880 - 11.3.1927) und Adoptivsohn des Fürsten Karl Gustav zu Ysenburg und Büdingen, 1941 zu Büdingen. Die Linie zu Wächtersbach ist also eine von zwei gefürsteten Linien, und diejenige, die letztendlich auf dem Wege der Adoption die Linie zu Büdingen bis heute weiterführt.

Genealogie der Linie zu Wächtersbach:

Die gräfliche Hauptlinie zu Büdingen, Isenburg-Büdingen-Büdingen, entsteht 1687 durch Johann Casimir Graf zu Ysenburg u. Büdingen in Büdingen (10.7.1660 - 23.9.1693), vermählt mit Sophia Elisabeth v. Isenburg-Birstein (10.7.1650 - 3.9.1692). Über Sohn Ernst Casimir I. Graf zu Ysenburg u. Büdingen in Büdingen (12.5.1687 - 15.10.1749), der am 16.3.1725 Gebieten der beendeten Marienborner Linie erbt, aber die Ronneburg dafür abgibt, und Enkel Ludwig Casimir Graf zu Ysenburg u. Büdingen in Büdingen (25.8.1710 - 15.12.1775), danach den Bruder des Letztgenannten, Gustav Friedrich Graf zu Ysenburg u. Büdingen in Büdingen (7.8.1715 - 12.2.1768) kommt die Stammlinie in eine Sackgasse. Die Herrschaft geht über an Ernst Casimir II. Graf zu Ysenburg u. Büdingen in Büdingen (25.2.1757 - 25.2.1801), ein Enkel von Ernst Casimir I. Der Sohn von Ernst Casimir II, Ernst Kasimir I. (III) Fürst zu Ysenburg u. Büdingen (20.1.1781 - 1.12.1852) schafft die Erhebung in den Reichsfürstenstand. Er war großherzoglich-badischer Generalmajor, österreichischer Oberst, großherzoglich-hessischer Generallieutenant und Generaladjutant. Am 12.7.1806 wurde Isenburg-Büdingen mediatisiert und dem Fürsten Carl zu Isenburg-Birstein standesherrlich untergeordnet. 1815 kam Isenburg-Büdingen unter österreichische, 1816 unter großherzoglich-hessische Souveränität. Am 9.4.1840 schlägt die große Stunde, Ernst Kasimir III wird großherzoglich-hessischer Fürst. Am 1.11.1848 resigniert er zugunsten seines Sohnes, Ernst Casimir II. 2. Fürst zu Ysenburg u. Büdingen (14.12.1806 - 16.2.1861). Der 3. Fürst ist dessen Sohn Bruno Kasimir Albert Emil Ferdinand Fürst zu Ysenburg u. Büdingen (14.6.1837 - 26.1.1906), der 4. und letzte Fürst war des Letztgenannten Sohn Wolfgang Fürst zu Ysenburg u. Büdingen (30.3.1877 - 29.7.1920). Ab 1918 nur noch Chef des Hauses, wird er darin von Alfred Prinz zu Ysenburg und Büdingen und Carl Gustav Prinz zu Ysenburg und Büdingen nachgefolgt, letzterer adoptierte 1936 Otto Friedrich von Isenburg-Wächtersbach (s.o.).

Entstehung der vier Linien 1684/1685/1687:

Die gräfliche, später fürstliche Linie Isenburg-Birstein ist die zweite Hauptlinie. Beginnen wir die Stammlinie mit Ludwig II. Graf v. Isenburg Herr v. Büdingen (1422 - 4.6.1511), der 1438 Birstein erworben hatte und 1484 Herr des Büdinger Waldes war. Unter seinen Nachkommen Johann V. Graf zu Isenburg-Birstein (1476 - 18.5.1533), Philipp II. Graf zu Isenburg-Birstein (23.5.1526 - 5.4.1596) und Wolfgang Ernst I. Graf zu Isenburg-Birstein (29.12.1560 -21.5.1633) regiert das Haus in Birstein, bis es die Büdinger Linie abspaltet und selbst neben Birstein in Offenbach residiert. Wolfgang Ernst war Reichsvogt von Münzenberg und Burggraf von Gelnhausen. Am 1.4.1628 übergibt er die Grafschaft an seine Söhne und Enkel, dies ist die große Aufteilung in die vielen Linien. Die Stammfolge geht weiter mit Wolfgang Heinrich Graf zu Isenburg-Birstein (20.10.1588 - 27.2.1635), Johann Ludwig Graf zu Isenburg-Birstein (14.2.1622 - 23.2.1685), regiert 1641 zu Birstein und Offenbach, Wilhelm Moritz I. Graf zu Isenburg-Birstein (1657 - 8.3.1711), Wolfgang Ernst I. (III) Fürst zu Isenburg u. Büdingen (5.4.1686 - 15.4.1754), 1711 zu Birstein, 1718 zu Offenbach, 1744 Reichsfürst, 1746-1754 Direktor des Wetterauer Reichsgrafenkollegiums. Sein Sohn wird übersprungen, Wilhelm Emich Christoph Graf zu Isenburg-Birstein (5.10.1708 - 31.1.1741), erst der Enkel Wolfgang Ernst II. wird der 2. Fürst zu Isenburg u. Büdingen (17.11.1735 - 3.2.1803). Dessen Sohn, Karl I. Friedrich Ludwig Moritz Fürst zu Isenburg u. Büdingen (29.6.1766 - 21.3.1820), wird der 3. Fürst. Im Zeitraum 12.7.1806 - 1.11.1813 ist dieser souveräner Fürst der gesamten Isenburger Lande als Mitglied des Rheinbundes, dem auch die anverwandten Linien nach deren Mediatisierung unterstellt sind, aber 1815 wird auch sein Land mediatisiert. Die Stammlinie geht weiter über Viktor Alexander Prinz v. Isenburg (14.9.1802 - 15.2.1843) zu dem 5. Fürsten, Karl II. Viktor Amadeus Wolfgang Kasimir Adolf Bodo Fürst zu Isenburg u. Büdingen (29.7.1838 - 4.4.1899). Der heutige Chef des Hauses ist Franz Alexander Karl Friedrich Christian Hubert Georg Gabriel Maria Fürst v. Isenburg (geb. 22.7.1943), Sohn von Joseph Franz Ferdinand Maria Karl Hermann Alexius Vincenz von Paula Fürst v. Isenburg (17.7.1901 - 9.12.1956), Enkel von Franz Joseph Maria Leopold Anton Karl Alois Viktor Wolfgang Bonifacius Fürst v. Isenburg (1.6.1869 - 15.9.1939), dem letzten, sechsten, regierenden Fürsten vor 1918 und Sohn von Karl II Viktor Amadeus.

Die Grafen von Isenburg-Offenbach bilden sich 1556 als Linie. 1559 wird Offenbach Isenburger Residenz, nachdem der Isenburger Besitz nach Erbstreitigkeiten geteilt wird und Offenbach an die Birsteiner Linie fällt. Die andere Linie nannte sich nach der Ronneburg. Graf Reinhard von Isenburg-Büdingen-Birstein, Sohn von Ludwig II, läßt die Burg ab 1556 neu erbauen. 1718 erlosch Isenburg-Offenbach mit Johann Philipp Graf v. Isenburg-Offenbach (1655 - 21.9.1718), 1699 Gründer von Neu-Isenburg, Erbauer von Schloss Philippseich. Sein Vorgänger war sein Vater Johann Ludwig Graf zu Isenburg-Birstein (14.2.1622 - 23.2.1685), 1641 zu Birstein und Offenbach, davor regierte Wolfgang Heinrich Graf zu Isenburg-Birstein (20.10.1588 - 27.2.1635), 1626 in Offenbach und Dreieich.

Die Grafen von Isenburg-Philippseich sind eine 1718 begründete Nebenlinie. Ihr Sitz war Philippseich in der Nähe von Offenbach. 1920 erlosch die von der Hauptlinie Birstein abgezweigte Linie mit Karl Ferdinand Ludwig Adolf Wolfgang Ernst Kasimir Georg Friedrich Graf zu Ysenburg u. Büdingen in Philippseich (15.10.1841 - 5.1.1920) im Mannesstamme, der 4 Töchter zu Nachkommen hatte. Über seinen Vater Georg Kasimir (Friedrich Ludwig) Graf zu Ysenburg u. Büdingen in Philippseich (15.4.1794 - 26.4.1875), Großvater Heinrich Ferdinand Graf zu Ysenburg u. Büdingen in Philippseich (15.10.1770 - 27.12.1838), Urgroßvater Christian Carl Graf zu Ysenburg u. Büdingen in Philippseich (28.6.1732 - 26.3.1779) und Ururgroßvater Wilhelm Moritz II. Graf zu Ysenburg u. Büdingen in Philippseich (13.7.1688 - 7.3.1772, 1718 im Paragium Philippseich und Dreieich, kaiserlicher Generalfeldmarschall-Leutnant) kommen wir zu Urururgroßvater Wilhelm Moritz I. Graf zu Isenburg-Birstein (1657 - 8.3.1711), der Hauptlinie.

Wappen der Linie Isenburg-Büdingen etc.:

ältere Isenburg-Grenzau-Cleeberger Linie (erloschen 1439 im Mannesstamme), Grafen und später Fürsten von Isenburg-Büdingen: In Silber zwei schwarze Balken. Helmzier ein mit goldenen gestürzten Lindenblättern (Herzchen) bestreuter schwarzer Flug. Helmdecken schwarz-silbern.

Dieses Wappen führte auch die Linie Isenburg-Philippseich, desgleichen die Linie Isenburg-Büdingen-Wächtersbach, die 1725 erloschene Unterlinie Isenburg-Büdingen-Marienborn, sowie die Fürsten Isenburg-Büdingen zu Büdingen. Bei der Erhebung in den Fürstenstand wurden die bisherigen Stammwappen beibehalten, lediglich Prunkstücke kamen hinzu.

Bevor sich die beschriebene Helmzier ab 1455 durchsetzte, gab es vielfältige abweichende Kleinode: Heinrich II führt einen mit einem Balken belegten Köcher, 1263 oben ausgezackt, 1261 oben glatt und mit Pfauenfedern gefüllt. Ludwig I (Heinrichs Sohn) führt 1272 Kolbenstäbe, oben mit Pfauenfedern besteckt. Lothar (oder auch Luther genannt, Ludwigs Sohn) führt 1303 einen mit drei Pfauenfedern verzierten Eisenhut auf einem kurzen Schaft und 1332 fünf bzw. 1337 sechs kreisförmig gestellte Fähnlein mit den Balken. Philipp (Sohn Lothars) führt 1341 diesen Hut rechts und links mit je zwei Adlerfedern. Heinrich (Sohn Lothars) führt 1344 einen Hut mit nur zwei langen Federn, auf jeder Seite eine. Eberhard (Sohn Philipps) führt 1371 zwei Büffelhörner, deren obere Enden mit kleinen Federn besteckt sind. Philipp II siegelt 1346 mit einem Flug als Helmzier. 1455 führt Dietrich (Dieter) von Isenburg den schwarzen Flug mit deutlich erkennbaren (goldenen) gestürzten Lindenblättchen (oder Herzchen). Bei Ludwig II von Isenburg-Büdingen sind sie 1463 ebenfalls vorhanden, sogar die Schwungfedern sind von den Blättchen/Herzchen überzogen. Im Scheiblerschen Wappenbuch ist ebenfalls eine Abbildung mit sehr vielen Blättchen. Im folgenden setzte sich die Zahl 7 für die Blättchen/Herzchen je Flügel durch, alternierend 1:2:1:2:1

Dieses Beispiel illustriert, wie wenig gebunden man in der formativen Periode der frühen Heraldik war, und daß man die Helmzier noch als ein relativ personengebundenes Zeichen ansah, das variiert werden konnte. Erst in späterer Zeit setzte sich die Auffassung durch, daß die Helmzier ebenso verbindlich ist wie der Schildinhalt und zur unveränderlichen Charakteristik eines Familienwappens dazugehört.

ältere Linie Isenburg-Grenzau, Eberhard von Isenburg 1257/1267 (Balduineum): In Silber zwei schwarze Balken, darüber ein roter, vier- oder fünflätziger Turnierkragen. Hier wird die Linie erst durch ein Beizeichen differenziert, was später nicht mehr nötig war und aufgegeben wurde. Vgl. auch Siegel von Philipp d. Ä. zu Grenzau 1341. Helmzier ein Hut, beiderseits mit zwei langen Hahnenfedern besteckt.
Grafen und später Fürsten von Isenburg-Büdingen: In Silber zwei schwarze Balken, in blauem Herzschild ein goldener, rot gezungter und ebenso bewehrter doppelschwänziger Löwe. Helmzier auf ungekröntem Helm ein mit goldenen gestürzten Lindenblättern (Herzchen) bestreuter schwarzer Flug, dazwischen ein goldener, rot gezungter und bewehrter sitzender Löwe, meist mit erhobenen Vorderpranken dargestellt. Helmdecken schwarz-silbern.

Fürsten zu Isenburg-Birstein, Reichsfürstendiplom vom 23.3.1744, Linie Isenburg-Büdingen zu Ronneburg, nach dem kaiserlichen Diplom vom 12.11.1547, Graf Heinrich zu Ysenburg-Keltersbach. Die Linie Isenburg-Büdingen führte diesen Schild nur zeitweise, ansonsten den einfachen Stammschild ohne Herzschild. Die im Fürstendiplom verwendeten Prunkstücke sind ein hermelingefütterter roter Wappenmantel, oben ein Fürstenhut, zwei goldene, doppelschweifige Löwen als Schildhalter.

Im Siebmacher findet sich eine einzige abweichende Darstellung, Decken rechts schwarz-silbern, links blau-golden.

Linie Isenburg-Meerholz: In Silber zwei schwarze Balken. Herzschild Schenk von Limpurg, geviert, Feld 1 und 4: In Rot vier aufsteigende silberne Spitzen, Feld 2 und 3: In Blau 5 (3:2) aufrechte silberne Heerkolben. Wird mit Fürstenhut (nur mit Vorderbügel und Reichsapfel) geführt, sowie mit zwei widersehenden, goldenen Löwen als Schildhalter. Karl Friedrich von Isenburg-Meerholz (gest. 1774) vermählte sich mit Eleonore Friederike Juliane, Tochter von Ludwig Heinrich von Solms-Rödelheim und Wilhelmine Christine von Limpurg-Schmiedelfeld, dadurch erwarb er Mitbesitz an der Herrschaft Limpurg-Gaildorf.

Die Linie führte diesen Schild nur zeitweise, ansonsten den einfachen Stammschild ohne Herzschild.

Beispiele für Wappen der Linie Isenburg-Büdingen

Bildbeispiele: Linke Abb. Oberhof in Büdingen, rechte Abb. Schloß Weilburg.

Abb.: Offenbach am Main, Isenburger Schloß, Galerie

Bildbeispiele: Linke Abb.: Tordurchfahrt zum inneren Hof von Schloß Büdingen. Rechte Abb.: Wappen des Johann von Isenburg Graf zu Büdingen an Schloß Büdingen.

Bildbeispiel: Über dem Turmportal, Isenburger Schloß, Offenbach am Main.

Ein Mainzer Erzbischof aus der Familie
Die Linie Isenburg-Büdingen hat mit Dieter einen geschichtlich interessanten Erzbischof und Kurfürsten von Mainz hervorgebracht. Dieter von Isenburg wurde ca. 1412 geboren und war der zweite Sohn von Graf Diether von Isenburg-Büdingen und seiner Frau Elisabeth von Solms-Braunfels. Abstammung:

Von Anfang an war er dazu auserkoren, die geistliche Laufbahn einzuschlagen, und so wurde er schon früh mit Pfründen an den Bischofssitzen in Mainz, Trier und Köln ausgestattet. 1427 wird er Domherr in Mainz. 1430 ist er Student zu Köln. 1430-1461 ist er Domherr zu Trier. Seine Studien führten ihn ferner 1432-1434 nach Erfurt, man sieht ihn diese mit dem Baccalaureus der Freien Künste abschließen, 1434 wird er dort sogar Rektor. 1436 ist Dieter von Isenburg-Büdingen Domscholasticus zu Köln. 1442 wird er Propst zu St. Paulin in Trier, 1442-1451 sieht man ihn als Propst zu St. Victor. Ferner wird Diether von Isenburg in Mainz Propst der beiden Stiftskirchen St. Martin und St. Johann, 1453 - 1458 ist er am Dom Custos. Schon 1456 ist er erstmalig als Erzbischofskandidat (Elekt) für Trier im Gespräch, unterliegt aber Johann von Baden. Am 18.6.1459 schließlich wird er in Mainz zum Erzbischof gewählt, als Nachfolger des Dietrich von Erbach.

Dieter von Isenburg-Büdingen, Erzbischof und Kurfürst von Mainz, 1459-1461, erste Amtszeit, 1475-1482, zweite Amtszeit

Das Wappen ist geviert:

  • Feld 1 und 4: In Rot ein silbernes, sechs- oder achtspeichiges Rad (Erzstift Mainz),
  • Feld 2 und 3: In Silber zwei schwarze Balken. Stammwappen der von Isenburg-Büdingen.

Wer wird schon zweimal hintereinander Erzbischof auf dem selben Thron? Diether von Isenburg schaffte das innerhalb eines Lebens: 1459-1463 und 1475-1482. Möglich oder sagen wir lieber nötig wurde das vor dem Hintergrund komplexer politischer Verflechtungen. Der Quell allen Übels war eine Vereinbarung, durch die sich der neue Erzbischof in Opposition zu jeweils einer Macht, Papst, Kaiser oder Verbündete, bringen mußte. Sein Vorgänger im Amte hatte einen Bund mit Albrecht Markgraf von Brandenburg und mit Ulrich Graf von Württemberg geschlossen, der gegen Friedrich von der Pfalz gerichtet war, und dem Bund mußte der neue Bischof auch entsprechen und er trat ihm wenige Tage nach seiner Wahl bei. Das sollte ihm Nähe zu Kaiser und Papst bringen. Mitnichten, denn der Papst war verstimmt über Dieters Nichterscheinen auf einem von ihm einberufenen Konvent in Mantua und stellte lästige Bedingungen für die Bestätigung der Mainzer Wahl. Erst durch Eingreifen von Albrecht Markgraf von Brandenburg wurden die Wogen geglättet, und Pius II bestätigte die Wahl Dieters zum Erzbischof, allerdings unter der Forderung sehr hoher Annaten, was neues Zerwürfnis zwischen Dieter und Papst verursachte. Weitere Anlässe päpstlicherseits für Konflikte waren die Bulle Execrabilis, die Besteuerung Geistlicher und die Maßregelung europäischer Fürsten. Zwischen dem Bündnis und dem Pfalzgrafen kam es zum Krieg, in dessen Folge Dieter am 4.7.1460 bei Pfeddersheim vernichtend geschlagen wurde. Der Pfalzgraf zwang Dieter zur Bundesgenossenschaft. Hintergrund war auch der vom Papst geplante Türkenfeldzug, und Pfalzgraf Friedrich und Dieter waren bald die Speerspitze der Opposition gegen die Vereinnahmung der deutschen Reichsfürsten für päpstliche Interessen. Die Woge des Unmutes über die päpstlichen Einmischungen in Reichsangelegenheiten führte sogar zu einer Diskussion über die Reform des Reiches auf einer Versammlung 1461 in Nürnberg, die sich hauptsächlich gegen Pius II richtete, aber auch den Kaiser mit Kritik nicht verschonte. Leider hatte sich Dieter im Zuge dieser Reformbestrebungen so exponiert, daß er nach dem Rückzug wichtiger Fürsten von den Reformideen fast allein gegen Papst und Kaiser stand, die ihn durch geschicktes Taktieren politisch isoliert hatten. Am 21.8.1461 wurde Dieter vom Papst abgesetzt. Adolf von Nassau wurde sein Nachfolger, derselbe Adolf, der 1459 bei der Wahl unterlag. Dieter war nicht bereit, diesen neuen Akt päpstlicher Verfügung über Reichsangelegenheiten hinzunehmen, und er kaufte sich das Bündnis mit Friedrich von der Pfalz mit Gebieten an der Bergstraße. Der Krieg begann, auf der einen Seite Dieter, Pfalzgraf Friedrich, der Landgraf von Hessen und der Graf von Katzenelnbogen, auf der anderen Seite der Graf von Nassau-Wiesbaden, der Markgraf von Baden, der Graf von Königstein etc. Adolf von Nassau beraubte die Stadt Mainz im Verlauf des Krieges durch Eroberung der Reichsunmittelbarkeit. 1463 kam es in Idstein zu einem Vertrag, in dem Dieter gegen Abfindung (er bekam die mainzischen Ämter Höchst, Steinheim und Dieburg als eigene Herrschaft, seine Residenz war das erzbischöfliche Höchster Schloß) auf sein Amt verzichtete. Der 5.10.1463 markiert seinen Amtsverzicht, auch wenn er de facto schon 2 jahre vorher abgesetzt worden war. Dieter wurde vom päpstlichen Bann freigesprochen.

Bildbeispiel: Lorch am Rhein, Vorhalle der Pfarrkirche

Nach dem Tode von Adolf von Nassau wählte das Mainzer Domkapitel erneut Dieter von Isenburg zum Erzbischof. Die zweite Amtszeit wurde ruhiger, aber es gab keine Revision der Unterjochung der Stadt Mainz, im Gegenteil, er ließ sich vom Papst die ewige Zugehörigkeit der Stadt zum Stift bestätigen und setzte Philipp von Königstein als Befehlshaber der Stadt ein. Auf der anderen Seite geht Dieter von Isenburg als der Gründer der Mainzer Universität in die Geschichte ein; am 1.10.1477 war die Eröffnung. Er starb 7. Mai 1482 in Aschaffenburg.

Die Grafen von Büdingen:
Die Grafen von Büdingen sind ein Familienzweig des Gesamthauses Büdingen, das einer als nicht standesgemäß angesehenen, morganatischen Ehe eines Sprosses der Linie Isenburg-Büdingen-Philippseich entstammt. Erst wurden diesem Familienzweig der Namensbestandteil "Büdingen" zugebilligt, dann der Grafentitel, schließlich eine abgeänderte Version des Wappens Isenburg-Büdingen.

In Silber zwei rote Balken. Helmzier ein mit 7 (1:2:1:2:1) goldenen gestürzten Lindenblättern (Herzchen) bestreuter roter Flug. Helmdecken rot-silbern.

Hier wurde bei der Neuverleihung 1888 also nicht das alte Niederisenburger Wappen genommen, das seit 1664 "ausgestorben" ist und nur noch von den Grafen von Walderdorff in ihrem vermehrten Wappen geführt wurde, sondern das komplette Wappen der Linie Isenburg-Büdingen wurde von Schwarz auf Rot gesetzt, denn das Niederisenburger Wappen hatte zwar auch die roten Balken, aber als Helmzier einen silbernen, mit zwei roten Balken belegten offenen Flug, während der hier verwendete, mit 7 (1:2:1:2:1) goldenen gestürzten Lindenblättern (Herzchen) bestreute rote Flug eindeutig vom schwarzen Isenburg-Büdinger Flug abgeleitet ist.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher (insbes. Band Fürsten)
Link zum Weinort Neumagen-Dhron:
http://www.neumagen-drohn.de/, http://www.neumagen-dhron.de/
Geschichte von Neumagen-Dhron:
http://www.neumagen-drohn.de/geschichte.htm und http://www.neumagen-dhron.de/index.php?pid=geschichte
Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder - die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. C. H. Beck Verlag München 7. Auflage 2007, ISBN 978-3-406-54986-1
Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
Genealogisches Handbuch des Adels, Bd II, 1974, Starke-Verlag, S. 158
Genealogisches Handbuch des Adels, Bd 5, 1984, Starke-Verlag, S. 468-470
Kneschke, Adelslexikon Band 4, S. 594 ff.
http://mdz.bib-bvb.de/digbib/lexika/adb/images/adb005/@ebt-link?target=idmatch(entityref,adb0050166)
http://polonius.bibliothek.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/4/seite/0960/meyers_b4_s0960.html#Diether%20von%20Isenburg
Eugen Wasser: Die Isenburg im Sayntal, in: Heft 425 der Reihe "Rheinische Kunststätten", Hrsg.: Rhein. Verein f. Denkmalpflege u. Landschaftsschutz. 50533 Köln

Wappen in morganatischen Ehen

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Verwendung der Aufnahme aus der Peterskapelle in Neumagen mit freundlicher Erlaubnis von Herrn Pfarrer Thomas Thielen vom 27.06.2008, wofür ihm an dieser Stelle herzlich gedankt sei - http://www.neumagen-dhron.de/

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