Bernhard Peter
Kopfbedeckungen als Helmzier

Kopfbedeckungen sind eine der typischsten Gruppen von Kleinoden
Sehr vielfältig sind bei den Helmzieren die verschiedenen Kopfbedeckungen. Sie haben viele Vorteile:

Einige Hüte sind von sich aus hoch genug, um die gewünschten Proportionen einer Helmzier zu erreichen. Anderen Hüten verhilft man dazu, indem man Gegenstände in den Stulp steckt oder indem man obendrauf noch eine Kugel mit Hahnenfedern befestigt o.ä.

Umgekehrt sind Hüte die optimale Gestaltungshilfe, wenn man lange, schlanke, instabile Elemente als Helmzier plant. Durch die symmetrische Anordnung im Stulp löst man alle Probleme auf einmal: Das der ausgewogenen Proportion, das der Befestigung und das Kaschieren des Übergangs in die Helmdecke.

Wie häufig Kopfbedeckungen vorkommen, zeigt ein Blick ins Scheiblersche Wappenbuch (älterer Teil): Von insgesamt 476 Wappen haben 45 eine Helmzier mit dem Begriff "Hut" und weitere 10 eine Helmzier mit dem Begriff "Mütze", zusammen 12% der aufgeführten Wappen. Das churbayerische Wappenbuch hat bei 303 Wappen 42 mit dem Begriff "Hut" und 6 mit dem Begriff "Mütze", zusammen 16%. Mitgerechnet wurden dabei auch Hüte und Mützen, die von Personen getragen werden. Ohne Personen sind es beim Scheiblerschen Wappenbuch noch zusammen 32 Wappen oder 7 %, beim churbayerischen Wappenbuch noch zusammen 33 Wappen oder 11%. Diese Zahlen illustrieren die Bedeutung des Modells Kopfbedeckung unter den Kleinoden. Das liegt nicht zuletzt daran, daß in der Blütezeit der Heraldik Kopfbedeckungen allgemein eine völlig andere Bedeutung hatten als in unserer Zeit, in der barhäuptiges Auftreten der Normalfall ist und Kopfbedeckungen nur als Witterungsschutz betrachtet werden.

Galerie: Die Galerie zeigt einzelne Typen in fiktiver Kombination und Tingierung.

Beispiele:

Literatur, Links und Quellen:
Wappenfibel, Handbuch der Heraldik, hrsg. "Herold", Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften, Verlag Degener, Neustadt 1981
Walter Leonhard: Das große Buch der Wappenkunst, Bechtermünz Verlag 2000, Callwey Verlag 1978
Georg Scheibelreiter: Heraldik, Oldenbourg Verlag Wien/München 2006, ISBN 3-7029-0479-4 (Österreich) und 3-486-57751-4 (Deutschland)
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter".
Rolf Zobel: Wappen an Mittelrhein und Mosel, Books on Demands GmbH, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8370-5292-3, 527 S.

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