Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 2405
Schlitz (Vogelsbergkreis)

Die evangelische Stadtkirche von Schlitz

Die evangelische Stadtkirche befindet sich im Westen der Altstadt, zusammen mit dem Gemeindehaus den freien Platz zwischen Vorderburg, Hinterburg und Rathaus einnehmend. Die Wurzeln der Kirche reichen bis in karolingische Zeit zurück: Am 20.9.812 weihte der Mainzer Erzbischof Richulf eine der heiligen Margarethe geweihte, vom Fuldaer Abt Ratgar auf dem Stadtberg erbaute, dreischiffige Säulenbasilika. Dieser Ursprungsbau wurde in romanischer Zeit in der 2. Hälfte des 11. Jh. durch ein Querhaus mit Turm auf der Ostseite ergänzt. Diese beiden neuen Zutaten wurden im 12. Jh. aufgestockt.

In der Gotik erhielt der Bau weitestgehend sein heutiges Gesicht: Der Chor stammt vom Ende des 13. Jh.; das 14. Jh. brachte an Zutaten das vierfach gestufte Westportal, den achteckigen Turmaufbau und die Barbarakapelle, ferner wurde das Langhaus mit dem Rest harmonisiert. 1546 hielt in Schlitz die Reformation Einzug, und seitdem ist die ehemalige Margarethenkirche evangelische Stadtkirche. Am mit einem Renaissance-Giebel über dem spitzbogigen, gestäbten Portal geschmückten Vorbau des Südeingangs befindet sich rechterhand eine Bauinschrift (Abb. unten). Der Turm bekam seinen 30 m hohen Spitzhelm im Verlaufe des 17. Jhs. Die Kirche erfuhr 2000-2009 eine umfassende Restaurierung.

Im 16. Jh. wurden zwei Treppentürme mit niedrigen, geschweiften und verschieferten Hauben als Außenzugang zu den beiden, 1963-1966 wieder entfernten, seitlich im Schiff angebrachten Emporen angebaut, je einer auf der Süd- und auf der Nordseite, nicht genau gegenüber, sondern zueinander versetzt. Heute existiert nur eine einzige, neue Empore im Westen, und die ehemaligen Treppentürme sind ohne Ziel.

 

Über dem Eingang des südlichen Treppenturmes befindet sich das Wappen der von Schachten, in Silber ein schrägrechts liegender, gestümmelter roter Rosenzweig, oben mit zwei Rosen, unten mit einer Rose besetzt, auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein sitzender, natürlicher Luchs vor einer silbernen Säule, die oben mit hier sechs roten Hahnenfedern (hier mehr Straußenfedern ähnelnd) besteckt ist (die Farben von Säule und Federn werden am Epitaph in der Kirche auch umgekehrt angegeben).

Das Wappen wird beschrieben im Siebmacher Band: He Seite: 24 Tafel: 26, Band: Pr Seite: 346 Tafel: 400, im Westfälischen Wappenbuch und im Jahrbuch des Deutschen Adels, Bd. 2, 1898. In Schlitz ist es auch an der Schachtenburg und im Innern der Stadtkirche an den dort aufgestellten Epitaphien zu finden.

Literatur, Links und Quellen:
Geschichte von Schlitz und Stadtrundgang: http://www.schlitz.de/index.php4?page=53&nav=42&ref=www.schlitz.de&sm=https%3A&sb=
Hermann Knodt, Fritz Schmidt: Elfhundert Jahre Schlitzer Geschichte, Festschrift zur 1100-jährigen Jubelfeier der Gründung der Schlitzer Kirche, hrsg. von der evangelischen Kirchengemeinde Schlitz, Schlitz 1912.
Jakob Dächert: Zur 1150-Jahrfeier der Stadtkirche Schlitz, hrsg. von der evangelischen Kirchengemeinde Schlitz, Schlitz 1962.
Historischer Stadtrundgang Schlitz
http://www.schlitz.de/Historischer-Stadtrundgang-Deutsch---Englisch,__p53.php4
Stadtkirche Schlitz:
https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtkirche_Schlitz
1200 Jahre Schlitz, Festschrift zum 1200-jährigen Jubiläum der Stadt Schlitz und ihrer Stadtkirche, Schlitz 2011, ISBN 978-3-00-036833-2.
Evangelisches Dekanat Vogelsberg
http://dekanat-vogelsberg.ekhn.de/gemeinden/schlitz/schlitz-stadtkirche-und-hutzdorf.html
Evangelische Kirchengemeinde Schlitz:
http://www.kirche-schlitz.de/
Wilhelm von Schachten:
https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_Schachten
Siebmachers Wappenbücher wie angegeben
von Schachten:
https://de.wikipedia.org/wiki/Schachten_(Adelsgeschlecht)

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