Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 2286
Asparn an der Zaya (Bezirk Mistelbach, Niederösterreich)

Schloß Asparn an der Zaya

Schloß Asparn befindet sich im Nordwesten des Ortes Asparn in einer sanften Krümmung der Zaya (Schloßgasse 1, 2151 Asparn/Zaya). Eine dreiflügelige Anlage von ca. 50 m x 50 m Grundfläche ist mit ihrer Hauptfassade nach Süden ausgerichtet, wo eine Brücke den trockengelegten Graben überspannt. Zwei monumental wirkende Türme flankieren die Südfront und bilden eine typische Zweiturmfront, die bei österreichischen Kastellburgen oft zu finden ist, ohne Indizien für einst weitere zwei Türme in rückwärtigen Bereichen. Die Hauptfassade ist dreigeschossig. Ihre neun Fensterachsen sind in einem Dreierrhythmus angeordnet. Nach Norden ist das Schloß offen, weil der einst dort vorhandene Flügel 1820 abgebrochen wurde. In diese Richtung öffnet sich das Schloß zu einem Park mit altem Baumbestand und anhand von archäologischen Grabungsbefunden rekonstruierten vorgeschichtlichen Behausungen aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit, denn im bestens restaurierten und gepflegten Schloß ist seit den späten Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts das Museum für Urgeschichte des Landes Niederösterreich eingerichtet, zu dem auch dieses praktische Anschauungsmaterial im Parkgelände zu urgeschichtlichen Siedlungsgewohnheiten gehört. Eine Neuanordnung erfuhren diese Bauten im archäologischen Freigelände anläßlich der Niederösterreichischen Landesausstellung 2013. Seit 2014 befindet sich hier auch das Museum für Frühgeschichte und Mittelalterarchäologie. Neben den Räumen für Forschung und Restaurierung beherbergen die Schloßräume vor allem die in die drei Themenbereiche Lebensraum, Metall und Schrift gruppierten Schausammlungen.

Die Burg hat eine lange Besitz- und Baugeschichte. Zuerst gab es hier die mit den Herren von Lengenbach verwandten Edelfreien von Asparn, die ca. 1229-1239 erloschen. Sie hatten ihre einfache Burg an anderer Stelle, auf dem Hausberg (Küniglberg). Dieser ist abgegangen und im Bereich des nördlichen Schloßparks zu vermuten. Um 1845 wurden mit dem Material die nördlichen Schloßgräben verfüllt. Nach dem Erlöschen der Edelfreien von Asparn kam der Besitz an den Landesherrn, der ihn verpachtete. In der Mitte des 13. Jh. kamen die Herren von Sonnberg in den Besitz des Ortes, und diese gründeten vermutlich die erste Burg in der zweiten Hälfte des 13. Jh. standortversetzt an der heutigen Stelle. Hadmar III. (Hadmar d. Ä.) von Sonnberg nannte sich in Folge nach seinem neuen Ort "von Asparn". Im 14. Jh. tauchen die Tursen von Rauheneck als Inhaber des landesfürstlichen Lehens auf. Danach kam die Burg an die Herren von Wallsee. Reinprecht II. von Wallsee-Enns wird schon 1413 als Pfandbesitzer genannt, und unter ihm wurde die Burg um 1421 umgebaut. Insbesondere die spätgotische Toranlage, die der mittelalterlichen Schildmauer vorgesetzt wurde, und die beiden Türme entstanden unter ihm und unter seinem Sohn, ebenfalls Reinprecht von Wallsee-Enns mit Namen. Die Wallseer hatten nicht lange an der Burg, denn schon 1443 fiel die Hälfte von Asparn an die Eytzinger (Ulrich von Eytzing). 1483 starben die Wallseer im Mannesstamm aus. Im 16. Jh. werden Wenzel von Lomnitz und danach Adam Gall von Loosdorf und danach Bernhard Leo Gall Freiherr von Gallenstein als Besitzer genannt. Nach dem Tod des Letztgenannten im Jahre 1606 erwarb Christoph Frhr. von Unverzagt den Pfandbesitz, dann kam er an die Freiherren von Breuner, welche Asparn 1610 käuflich als freies Eigentum erwarben. Nachdem die Burg im Dreißigjährigen Krieg beschädigt wurde, fanden unter den Grafen von Breuner ab 1651 eine Instandsetzung und anschließend eine Umgestaltung im Übergangsstil von der Renaissance zum Barock statt. Dabei wurde der spätgotische Torbau fluchtend überbaut, und auch die randständigen Bauten um den Hof entstanden neu. Die Zaya speiste einen Wassergraben rings um den einst zusätzlich von einem Bastionsring umgebenen Komplex aus der Vierflügelanlage des Schlosses, der Kirche und dem Minoritenkloster, wobei die Gebäude ihrerseits noch einmal durch einen brückenüberspannten Graben voneinander abgesetzt waren. Diese ganzen Befestigungen sind heute bis auf Spuren verschwunden.

Nachdem die Grafen Breuner 1894 im Mannesstamm ausstarben, kam Schloß Asparn 1897 an die von Metternich-Sándor. Der letzte private Eigentümer war Franz-Albrecht Maximilian Wolfgang Josef Thaddäus Maria Metternich-Sándor. Des letzten Grafen Breuner erstgeborene Tochter war Maria Agathe Auguste Gobertina Hubertina Gräfin Breuner-Enkevoirth (23.8.1856-25.6.1929). Sie heiratete am 19.6.1877 in Wien Victor II. Amadeus Herzog von Ratibor Fürst von Corvey Prinz zu Hohenlohe-Schillingsfürst (6.9.1847-9.8.1923). Deren Sohn war Victor III. August Maria Herzog von Ratibor Fürst von Corvey Prinz zu Hohenlohe-Schillingsfürst-Breuner-Enkevoirth (2.2.1879-11.11.1945), und dessen jüngster Sohn wiederum ist der genannte Franz-Albrecht Maximilian Wolfgang Josef Thaddäus Maria Herzog von Ratibor Fürst von Corvey Prinz zu Hohenlohe-Schillingsfürst-Breuner-Enkevoirth (23.10.1920-2009), der 1926 von einer Großtante mütterlicherseits, Klementine von Metternich-Sándor (1870-1963), adoptiert wurde und seitdem deren Namen trägt.

Die russische Besatzungsmacht verwüstete die Innenräume des Schlosses ab 1945. Im Jahre 1949 wurde das Weinlandmuseum eingerichtet. Die niederösterreichische Landesregierung hat das Schloß seit 1967 zur musealen Nutzung gepachtet. Als nach dem Tod des letzten Eigentümers 2010 der Pachtvertrag auslief, erwarb das Land Niederösterreich die Liegenschaft und integrierte sie 2011 in die MAMUZ Museumszentrum Betriebs GmbH als Tochtergesellschaft der Niederösterreich Kulturwirtschaft GmbH, der das Museum seit 2008 angehört.

Die ältesten Wappensteine begegnen uns am Eingang: 1421 wurde der spätgotische Torbau unter Reinprecht von Wallsee errichtet, der der hochmittelalterlichen, starken Wehrmauer vorgesetzt wurde, welche nach wie vor im Innern wenige Meter hinter der Blende existiert. Die Anlage besteht aus einem spitzbogigen Fahrtor mit starken seitlichen Prallsteinen und einer schulterbogigen Fußgängertor rechts daneben. Die drei Schlitze für die Kettenführungen der beiden unabhängig voneinander bedienbaren Zugbrücken sind noch deutlich zu erkennen. Im 17. Jh. wurde die Zugbrücke durch eine Steinbrücke ersetzt. Heute überspannt eine fest installierte, hölzerne Bohlenbrücke den Graben.

Die Inschrift über dem linken, über dem Fahrtor befindlichen Wappenstein lautet: "Anno d(omi)ni m cccc xxi (1421) dominus reinpertus de wallse senior me fecit". Reinpert (= Reinprecht II.) von Wallsee (-1422) aus der Ennser Linie, ab 1380 Landeshauptmann ob der Enns, seit 1412 Hofmeister Herzog Albrechts V. und seit 1418 Erbtruchseß von der Steiermark, war zweimal vermählt. In erster Ehe heiratete er Katharina von Liechtenstein-Nikolsburg (-1397). Nach deren Tod vermählte er sich in zweiter Ehe mit Katharina von Duino (-1435), die Tochter von Haug (Hugo) von Tybein (Duino), dem letzten, 1399 verstorbenen Herrn von Tybein (Duino). In der Literatur taucht noch eine Anna von Tybein (Duino) als Ehefrau auf, die Witwe von Eberhard II. von Kapellen, angeblich zeitlich zwischen den beiden Katharinas, die aber nicht durch eine einzige Urkunde nachweisbar ist und vermutlich erfunden wurde, um den Übergang der Güter der Herren von Kapellen zu erklären. Tatsächlich entstanden die Ansprüche aber über die Lichtenstein-Ehefrau, denn deren Vater Hans von Lichtenstein hatte keine Söhne, und Reinprecht von Wallsee bekam die Güter der von Kapellen als Pfand bis zur Auszahlung gewisser von Schiedsleuten als Erbe festgelegten Summen. Anna von Tybein (Duino) ist laut Siebmacher Band: OÖ Seite: 601 ins Reich der Fabel zu verweisen, und hier ist allein Katharina von Duino als zweite Ehefrau korrekt. Wichtig ist allein, daß Reinprecht von Wallsee anläßlich günstiger Heiraten vom Schicksal mit Gütern der von Kapellen und der von Duino bedacht wurde.

Heraldisch links befindet sich an ungewohnter Position der Wappenschild der Herren von Wallsee. Sie führten in Schwarz einen silbernen Balken, auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken einen wie der Schild bezeichneten Flügel. Das Wappen wird beschrieben im Siebmacher Band: OÖ Seite: 569-605 Tafel: 123 und im Band: NÖ2 Seite: 516-523 Tafel: 249-251. Die Familie stammte eigentlich aus Schwaben, kam aber im Gefolge von Rudolf von Habsburg nach Österreich. Heraldisch rechts befindet sich das Wappen der Herren von Duino, in Rot ein silberner, rechter Kantenbalken. Die hier nicht dargestellte Helmzier wäre zu rot-silbernen Decken ein mit Hermelin aufgeschlagener schwarzer Hut mit einer silbernen Kugel an der Spitze. Das Wappen wird beschrieben im Siebmacher Band: Kro Seite: 220 Tafel: 160 und im Band: OÖ Seite: 569 Tafel: 123. Diese Familie, die nach dem Leitnamen auch als Hugonen oder Haugen von Tybein bezeichnet wird und deren Mitglieder Ministerialen der Patriarchen von Aquileja und der Grafen von Görz waren, hatte ihre Wurzeln an der Adriaküste im heutigen Kroatien, wo sowohl die alte Burg als auch das neue Schloß Duino auf spektakulären Felsen direkt am Meer in der Triester Bucht stehen.

Es wurden sogar beide Wappen vereinigt: Herzog Wilhelm von Österreich erlaubte am 10.10.1399 zu Graz seinem Hofmeister Rudolf von Wallsee, das Wappen der erloschenen von Duino in das seinige aufzunehmen. Aus diesem Anlaß wurden auch die Tinkturen überliefert: "ain Schillt von Keel (= Rot) mit ainer zerbrochenen Vasschen von Silber vnd auf dem Hellm ain Huett von Zabel (= Schwarz) mit ainem sturcz (= Aufschlag) von Hermyn (= Hermelin) vnd auf dem Huett ain Knopff von Silber" (Siebmacher Band: OÖ Seite: 569). Das Wappen sah also wie folgt aus: Geviert, Feld 1 und 4: in Rot ein silberner, rechter Kantenbalken, Feld 2 und 3: in Schwarz ein silberner Balken, Helm 1 (rechts): Stammkleinod Duino, Helm 2 (links): Stammkleinod Wallsee. Der begünstigte Rudolf von Wallsee war der Bruder von Reinprecht II.; er starb bereits 6 Jahre nach dieser Genehmigung zur Wappenvereinigung und hatte keine Söhne, so daß diese Vereinigung nicht lange fortlebte. Von den Nachkommen Reinprechts II. machte niemand Gebrauch davon, denn die Genehmigung zur Vereinigung hatte sich nicht auf Reinprecht II. erstreckt.

Die Inschrift über dem rechten, über der Fußgängerpforte befindlichen Wappenstein lautet: "her reinprecht von wallse". Reinprecht von Wallsee (-18.3.1450), Sohn des gleichnamigen, 1422 verstorbenen Hauptmannes ob der Enns, aus dessen zweiter Ehe mit Katharina von Duino, war ab 1440 Oberstmarschall in Österreich, Obersttruchseß in der Steiermark und Hauptmann von Enns. Er war mit Katharina von Rosenberg (-1455) aus einem Zweig der Witigonen vermählt, der Tochter von Heinrich von Rosenberg und Schwester von Ulrich von Rosenberg. Das Wappen Wallsee zeigt den Balken wie oben beschrieben. Auch hier haben wir wieder den Fall, daß das Wappen der Ehefrau heraldisch rechts ist; sie führte in Silber eine rote, golden bebutzte Rose, hier ohne Kelchblätter. Die nicht dargestellte Helmzier wäre zu rot-silbernen Decken die Rose wie beschrieben.

Das Paar hatte vier Kinder: Agnes von Wallsee (-1470) heiratete Bernhard von Schaunberg (-1473). Von Rudolf ist nichts weiter bekannt, vermutlich starb er jung. Wolfgang von Wallsee wurde 1465 Oberster Marschall von Österreich, Truchseß der Steiermark, Oberster Hauptmann in Österreich unter und ob der Enns und Rat Friedrichs III. und heiratete Veronika von Ortenberg (-1461). Reinprecht von Wallsee (-19.5.1483) war der letzte im Mannesstamm. Er wurde 1467 Oberster Marschall von Österreich, Schenk der Steiermark und Landeshauptmann in Österreich ob der Enns. Er heiratete erst Margaretha von Starhemberg (-1466) und dann Katharina von Starhemberg. Über seine einzige Tochter Barbara (-1506) kam nach dem Erlöschen der Herren von Wallsee das Erbe an die Schaunberger, denn sie hatte Siegmund I. von Schaunberg geheiratet.

 

Die nächsten Wappen stammen aus der Zeit nach 1610 und sind an den Sockeln der beiden überlebensgroßen Sandsteinplastiken rechts und links des Zugangs zu finden. Bei der Statue links des Zugangs handelt es sich gemäß Inschrift um "ENGELBERTVS PATER GENTIS BREYNERIANAE DCCCC". Engelbert Breuner wird hier als Stammvater der Familie mit einem aus Courtoisie gewendeten Löwenwappen dargestellt. Natürlich ist er fiktiv, denn eine erste Erwähnung der Familie findet sich mit Gundakarus de Prun um 1200; die sichere Stammreihe beginnt aber erst mit Philipp Prewner (ca. 1400-1456/58). Vom Jahr 900 kann keine Rede sein, und schon gar nicht von Wappen in jener Zeit.

Wir haben es hier mit der österreichischen Linie der Familie Breuner zu tun, die sich im 16. Jh. neben einer steirischen herausbildete. Während letztere 1666 in den Grafenstand erhoben wurde und 1827 mit Karl Graf Breuner, Sohn von Siegmund Ernst Graf Breuner und Maria Anna Josepha Kajetana von Wurmbrand-Stuppach, in Graz erlosch, wurde die österreichische Linie 1550 freiherrlich, 1611/1624 gräflich und erlosch erst 1894 im Mannesstamm mit August Johann Evangelist Karl Borromäus Joseph Graf Breuner-Enkevoirth (1.10.1828-21.2.1894), dem 7. Fideikommißherr auf Grafenberg-Neuaigen und 13. Fideikommißherr auf Asparn, Sohn von August Ferdinand Paul Ludwig Graf Breuner-Enkevoirth Graf von Asparn Edler Herr auf Staatz, Freiherr auf Fladnitz, Stübing, Rabenstein (30.6.1796-23.4.1877). Wie es nach diesem weiterging, wurde bereits vorgreifend im dritten Absatz beschrieben.

 

Rechts der Zufahrt befindet sich die Statue von "SIGFRID CHRISTOPHOR FVNDATOR FIDEI COMMISSI ASPERENSIS MDCXXXIIII". Dabei handelt es sich um Seyfried Christoph Graf von Breuner Freiherr zu Stübing (1569-22.11.1651), Sohn des Kämmerers, geheimen Rats, Hofkammerpräsidenten und niederösterreichischen Statthalters Seyfried Freiherr von Breuner (1538-27.6.1594) und dessen Frau Elisabeth Freiin von Eytzing (1581-14.11.1607), die jener am 27.6.1594 in Wien geheiratet hatte. Die Großeltern väterlicherseits des Dargestellten waren Philipp von Breuner Freiherr zu Stübing, Fladnitz und Rabenstein (-1556), Kämmerer, geheimer Rat, Hofkammerpräsident, Pfandherr zu Weitra und Staatz, der am 12.4.1550 in den Freiherrenstand erhoben wurde, sowie seine Frau Elisabeth Freiin von Windischgraetz (1519-8.2.1575).

Seyfried Christoph Graf von Breuner wurde am 13.11.1600 mit der Herrschaft Staatz (wo er geboren wurde, deren Pfandherrschaft er 1594 von seinem Vater geerbt hatte und die er im Jahr 1600 von Kaiser Rudolf für 48708 fl. gekauft hatte) und am 16.8.1611 mit der Herrschaft Asparn belehnt, die er 1610 für 145000 fl. gekauft hatte. Die Herrschaft Asparn, deren Burg seine Haupt- und Lieblingsresidenz wurde und die er zum Schloß ausbaute, wurde am 7.9.1611 zur Grafschaft erhoben. Seyfried Christoph Graf von Breuner gründete im Jahr 1621 den Fideikommiß Asparn. Am 25.4.1624 wurde der Herr der Grafschaft Asparn von Kaiser Ferdinand II. zum Reichsgrafen erhoben. Er war außerdem Hofkammerrat und ab 1600 Präsident der niederösterreichischen Hofkammer. Er wurde zum Geheimen Rat ernannt; außerdem wurde er am 7.8.1620 Oberster Erbkämmerer in Österreich und war 1620-1626 Landmarschall der niederösterreichischen Landstände und 1626-1640 niederösterreichischer Statthalter. 1640 zog er sich aus Altersgründen aus dem politischen Geschäft zurück. Wie sein Wappen zeigt, war er außerdem noch Ritter vom Orden des Goldenen Vlieses. 1645 mußte er erleben, daß seine Stammburg Staatz von schwedischen Truppen im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Auch Schloß Asparn wurde in Mitleidenschaft gezogen und von seinem Sohn wiederaufgebaut. In Asparn gründete er, der nicht zuletzt aus politischem Kalkül vom Protestantismus zum Katholizismus übergetreten war, ein Minoritenkloster. Seyfried Christoph Graf von Breuner hatte in erster Ehe am 9.2.1592 in Wiener Neustadt Anna Maria Elisabeth von Harrach zu Rohrau (1564-2.9.1624) und in zweiter Ehe 1625 Maria Margaretha Freiin von Mollart sowie in dritter Ehe 1633 in Wien Anna Johanna von Hollenegg geheiratet. Nach ihm ging die Grafschaft an seinen Sohn, Seyfried Leonhard Breuner Graf von Asparn (-1666).

Das Wappen der Grafen Breuner wird beschrieben im Siebmacher Band: FstA Seite: 25 Tafel: 23-24, Band: Bö Seite: 108 Tafel: 59, Band: Un Seite: 85 Tafel: 69, Band: Kro Seite: 21 Tafel: 16-17 und in Band: NÖ1 Seite: 40 Tafel: 23. Das hier verwendete Stammwappen zeigt in Silber einen in zwei Reihen schwarz-golden geschachten Pfahl. Das hier nicht verwendete Kleinod wäre zu schwarz silbernen Decken ein wie der Schild bezeichneter Flügel. Dieses Wappen wurde später vermehrt, z. B. nach der Abbildung bei Zacharias Bartsch: Geviert mit Herzschild, Feld 1 und 4: in Silber ein in zwei Reihen schwarz-golden geschachter Pfahl, Feld 2 und 3: in Gold ein aufspringender natürlicher (schwarzer) Biber, Herzschild: In Silber ein aufspringendes schwarzes Pferd, zwei Helme: Helm 1 (rechts): auf dem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Decken ein geschlossener silberner Flug, beiderseits belegt mit einem in zwei Reihen schwarz-golden geschachten Pfahl, Helm 2 (links): auf dem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Decken ein natürlicher (schwarzer) Biber mit geschupptem Schwanz hockend. Ein solches Wappen ist auch am Epitaph für den kaiserlichen Feldzeugmeister Philipp Friedrich Breuner (1601-1638) in der Schottenkirche in Wien zu sehen. Es gibt mehrere noch weiter vermehrte Varianten des Wappens, die hier nicht vertieft werden sollen.

 

Diese beiden Abbildungen zeigen die beiden wuchtigen Ecktürme des Schlosses an der Südwest- und an der Südostecke. Der Südwestturm ist sechsgeschossig und übereck gestellt und hat an seinen Ecken zwei übereck gestellte, rechteckige Erker auf profilierten Konsolen. Der Südostturm hat oben eine umlaufende Galerie auf Kragsteinen. Das Mauerwerk der beiden aus der Zeit des großen Ausbaus von 1421 stammenden Türme ist bis zu drei Meter dick. Auch wenn die Türme älter aussehen und möglicherweise bei den Kragsteinen und den Buckelquadern Spolien verwenden, stammen sie doch erst aus dem ersten Drittel des 15. Jh., wie Baudetails belegen, stehen aber retrospektiv in der Tradition der Kastellburgen des 13. Jh. Auf Erdgeschoßniveau wurden beide Türme 1717 auf jeweils drei Seiten von eingeschossigen Gebäuden mit Pultdach umbaut; in jener Zeit erhielten die Türme auch barock geschweifte Dächer.

Hofseitig berichtet ein weiterer Wappenstein vom Wiederaufbau unter Seyfried Lienhard (Leonhard) und Max Ludwig von Breuner nach den Zerstörungen durch die Schweden. Viele weitere Wappen sind im Inneren des Schlosses zu sehen, insbesondere im "Wappensaal" befinden sich 128 als Fries an die Wände gemalte Wappen diverser Adelsgeschlechter. Diese Malereien waren lange Zeit übermalt und wurden erst 1870 unter Graf August Breuner wiederentdeckt und anschließend restauriert.

Literatur, Quellen und Links:
Schloß Asparn an der Zaya auf Burgen-Austria: http://www.burgen-austria.com/archive.php?id=692
Schloß Asparn an der Zaya:
https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Asparn
Schloß Asparn bei Alte Mauern:
http://www.altemauern.info/3_bsr_n_asparn.htm
Schloß Asparn bei Wehrbauten in Österreich:
http://www.wehrbauten.at/noe/niederoesterreich.html?/noe/asparn/asparn.html
Rudolf Büttner, Renate Madritsch: Burgen und Schlösser vom Bisamberg bis Laa an der Thaya, Burgen und Schlösser in Niederösterreich 14 (Birken-Reihe), St. Pölten, Wien, 1987, S. 118 ff
Georg Clam-Martinic: Österreichisches Burgenlexikon, Linz, 1992, S. 110
Johannes-Wolfgang Neugebauer: Wehranlagen, Wallburgen, Herrensitze sowie sonstige Befestigungen und Grabhügel der Urzeit, des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit im politischen Bezirk Mistelbach, Veröffentlichungen der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Ur- und Frühgeschichte Nr. XI-XII, Wien 1979, Nr. 5b
Georg Binder: Die Niederösterreichischen Burgen und Schlösser, 2 Bde., Wien, Leipzig, 1925, Bd. II, S. 128
Gerhard Reichhalter, Karin und Thomas Kühtreiber: Burgen Weinviertel, hrsg. v. Falko Daim, Wien 2005, S. 52 ff.
Manfred Jasser et al: Schlösser und Burgen im Weinviertel, Schriftenreihe Das Weinviertel 3, hrsg. v. Kulturbund Weinviertel, Mistelbach 1979, S. 89
Museum Mamuz:
http://www.mamuz.at/de - http://www.mamuz.at/de/das-museum/schloss-asparn-zaya/schloss-asparn-zaya
Baudenkmäler in Asparn:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgeschützten_Objekte_in_Asparn_an_der_Zaya
abgegangene Burg in Asparn:
http://www.imareal.sbg.ac.at/noe-burgen-online/result/burgid/43
heutiges Schloß Asparn:
http://www.imareal.sbg.ac.at/noe-burgen-online/result/burgid/44
Asparn an der Zaya:
http://geschichte.landesmuseum.net/index.asp?contenturl=http://geschichte.landesmuseum.net/orte/ortedetail.asp___id=643
Grundriß des Schlosses mit Bauphasen:
http://www.imareal.sbg.ac.at/noe-burgen-online/tl_files/bilder/Weinviertel/asparn_II_44/asparn_II_44_03_grundriss.jpg
Dehio Niederösterreich, Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich nördlich der Donau, bearb. von Evelyn Benesch, Bernd Euler-Rolle, Claudia Haas, Renate Holzschuh-Hofer, Wolfgang Huber, Katharina Packpfeifer, Wien 1990, Seite 52 f.
Herren von Wallsee mit Genealogie:
https://de.wikipedia.org/wiki/Herren_von_Walsee
Reinprecht II. von Wallsee:
https://de.wikipedia.org/wiki/Reinprecht_II._von_Walsee
Herren von Rosenberg:
https://de.wikipedia.org/wiki/Rosenberg_(Adelsgeschlecht)
Grafen Breuner:
https://de.wikipedia.org/wiki/Breuner
Siebmachers Wappenbücher wie angegeben
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
Zacharias Bartsch, Steiermärkisches Wappenbuch (1567), Facsimile-Ausgabe mit historischen und heraldischen Anmerkungen von Dr. Josef v. Zahn und Heraldische Besprechung von Alfred Ritter Anthony v. Siegenfeld, Graz u. Leipzig, Ulrich Mosers Buchhandlung (J. Meyerhoff) 1893, Seite 8 Tafel 56
Wappen-Epitaph für Philipp Friedrich Breuner (1601-1638):
https://de.wikipedia.org/wiki/Breuner#/media/File:Wien_Schottenkirche_Epitaph_Breiner_1638.jpg
Seyfried Christoph von Breuner:
https://de.wikipedia.org/wiki/Seyfried_Christoph_von_Breuner
Seyfried Christoph von Breuner:
http://www.univie.ac.at/Geschichte/wienerhof/wienerhof2/datenblaetter/breuner_sc1.htm
Letzter privater Eigentümer:
https://de.wikipedia.org/wiki/Franz-Albrecht_Metternich-Sandor

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