Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 2279
Schlierbach (Bezirk Kirchdorf an der Krems, Oberösterreich)

Zisterzienserstift Schlierbach

Das Zisterzienserstift Schlierbach erstreckt sich am Hang in Nord-Süd-Richtung und umschließt hintereinander drei Höfe. Der nördlichste Hof (Johanneshof) ist nur auf drei Seiten von historischen Klosterbauten umschlossen, die heute vom Gymnasium genutzt werden. In dessen Ostflügel befindet sich der Bernardi-Saal. Die Westseite des Hofes ist offen; und hier wurde ein moderner Gebäudekomplex errichtet für die Pforte, die Verwaltung, den Klosterladen, einen Veranstaltungsaal, das Bildungszentrum und das Genußzentrum. Hier liegt auch die Glasmalereiabteilung, und nach Norden hin befindet sich hier der Stiftskeller. Diese Neubauten und der angrenzende alte Meierhof sind also das heutige organisatorische und wirtschaftliche Zentrum des Stifts.

Von diesem ersten Hof gelangt man durch ein barockes Portal (Abb. unten rechts) in den zweiten, größten Hof, der allseitig geschlossen dreistöckig umbaut ist (Kirchenhof). Gleich neben dem Durchgang befindet sich das Pfarramt. Die übrigen Trakte zur Rechten und zur Linken werden vom Stiftsgymnasium genutzt, das 1925 gegründet wurde und gegenwärtig ca. 500 Schülerinnen und Schüler erzieht. Der Flügel, der den ersten vom zweiten Hof trennt, wird von einem sich genau über der Durchfahrt erhebenden Nordturm (Abteiturm) überhöht (Abb. unten links). Den südlichen Abschluß des Hofes bildet die quergestellte Stiftskirche, deren Turm im Osten außerhalb der Gebäudeflucht angebaut ist. Ebenfalls auf der Ostseite aus der Gebäudeflucht hervorspringend befindet sich direkt anschließend die Bibliothek. Nördlich derselben liegt die Schaukäserei. Wie ein Riegel schirmt die Kirche, die zum Hof hin zwei Eingänge zu beiden Seiten eines risalitartig vorspringenden Mittelteils besitzt, den dahinter noch weiter im Süden liegenden, dritten Hof (Konventhof) und den eigentlichen Klosterbereich ab, denn hier liegt rings um den Kreuzgang die Klausur.

 

Das Kloster hat eine sehr wechselhafte Geschichte: Im Jahre 1355 wurde es als Frauenkloster in der ihnen überlassenen Burg Schlierbach gegründet. Die Stiftungsurkunde datiert vom 22.2.1355, verfaßt von Eberhard V. von Wallsee (-1371), Hauptmann in Österreich ob der Enns, und seiner Ehefrau Anna. Dieser hatte 1337 Pernstein erworben und 1352 Schlierbach hinzugekauft. Noch 1353 gibt der Bischof von Bamberg die entsprechenden Gerichte zu Lehen. Bamberg war eigentlich Landesherr, doch in dieser Rolle so schwach, daß es bei der Stiftung mit keinem Wort mehr erwähnt wurde. Schlierbach war nicht die erste Klosterstiftung des Eberhard von Wallsee, denn er hatte zuvor bereits 1334 das Kloster Säusenstein an der Donau gestiftet, das 1336 Wilhering unterstellt wurde. Vorgesehen waren in Schlierbach als Startpersonal eine Äbtissin und 12 Nonnen, die aus dem Kloster Baindt bei Ravensburg geholt wurden. Schwaben war nicht nur die Heimat der von Wallsee, sondern Eberhards Tante war in Baindt Nonne. Die Räumlichkeiten waren die alte Burg, die mit ihrer Burgkapelle bereits eine Eigenkirche besaß. Mit Anbauten wurde daraus eine kleine Vierflügelanlage. Von der alten Kirche wurden Fundamente unter dem heutigen Westtrakt gefunden. Das Kloster Schlierbach wurde der Aufsicht des Abtes von Säusenstein unterstellt. Der Schutz des Klosters war dadurch sichergestellt, daß 1355 Herzog Albrecht II. (1330-1358) die Vogtei übernommen hatte. Die Klosterneugründung wurde 1371 von Papst Gregor XI. bestätigt. Zur wirtschaftlichen Ausstattung bekam das Kloster aber nur wenig; es war vergleichsweise arm. Aus dem Jahr 1395 gibt es noch einen endgültigen Stiftungsbrief aus der Feder von Eberhards Sohn, Georg von Wallsee; in diesem Dokument wird der klösterliche Besitz aufgelistet.

Rund 200 Jahre lang lebten hier in Schlierbach Zisterzienserinnen. Im 16. Jh. kam es zu einem großen Verfall, wirtschaftlich und personell, nicht zuletzt aufgrund der Ausbreitung der protestantischen Lehre. Die letzte Äbtissin war Margareta Fridtperger (amtierte 1554-1556, starb 1563). Ihre Amtszeit war eine Farce, denn sie wurde vom Säusensteiner Abt ausgewählt, aber nie offiziell im Amt bestätigt, sie mußte den Abt Martin von Wilhering als Ordinarius und Visitator neben sich erdulden, sie durfte nichts mehr bestimmen, und sie konnte auch nichts machen, weil ihr die Verwaltung entzogen worden war. Zeitweise wurde sie als Gefangene behandelt. Schlierbach, das Kloster ohne Nonnen, wurde als Besitz von Äbten aus anderen Klöstern und von Personen aus umliegenden Adelsfamilien als geistliche und weltliche Administratoren verwaltet. Beinahe wäre es zu Anfang des 17. Jh. zur Angliederung an Kremsmünster in Form eines Priorats gekommen.

Die Wende kam 1616: Nikolaus II. Boucherat von Citeaux, Generalabt des Zisterzienserordens, war in Österreich zu Besuch und war unzufrieden mit der Situation. Er erteilte dem Reiner Abt Matthias Gülger (amtierte 1604-1625) den Auftrag, Kloster Schlierbach wieder für den Orden zurückzugewinnen. Kaiser Ferdinand II., der mit Abt Gülger befreundet war, gab als Wahrer der Ordensrechte seine Zustimmung. Im Jahr 1620 kamen männliche Mönche, die das aufgegebene Kloster neu besiedelten. Es handelte sich um den bisherigen Prior von Rein und zwei Mitbrüder. Sie bezogen ein Gemäuer, das 64 Jahre lang verwaist und schon vorher lange vernachlässigt worden war. Mit der Neubesiedlung begann eine harte Aufgabe des Wiederaufbaus. Abt Wolfgang Sommer führte ein redendes Wappen, rot mit einer Sonne und drei Tulpen. Die Bindung an Rein blieb bestehen: Im Bauernkrieg floh man zurück ins Mutterkloster. Und als der erste Abt verstarb, suchte man sich den zweiten Abt ebenfalls wieder in Rein, es handelte sich bei Johannes Franziskus Keller um den vorherigen Stiftkämmerer von Rein. Johannes Franziskus Keller führte als Wappen nach dem Rotelbuch von Prechler in Blau einen auffliegenden, silbernen Vogel (Taube?) auf einem goldenen Berg.

Eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Klosters war die Seelsorge in den Pfarreien im Zuge der Rekatholisierung des oberen Kremstales. Zunächst wurden den Mönchen die Pfarren Kirchdorf und Wartberg übergeben. 1673 wurde die Pfarre Klaus gegründet. Im Zuge des Josephinismus entstanden weitere Pfarreien. Heute kümmern sich die Mönche um insgesamt neun Pfarreien: Schlierbach, Kirchdorf, Wartberg, Nußbach, Heiligenkreuz, Steinbach am Ziehberg, Micheldorf, Steyrling und Klaus. Und aushilfsweise ist man in Leonstein und in Spital am Pyhrn tätig. Insgesamt betreuen die Mönche heute ca. 18000 Katholiken in der Seelsorge. Das Kloster hat heute ca. 30 Fratres, und ca. 10 Mönche leben in ihren Pfarreien außerhalb der Klostermauern.

Für den Wiederaufbau war insbesondere der dritte Abt, Balthasar Rauch, von Bedeutung. Er hinterließ zwar keine Neubauten, aber er legte die wirtschaftliche Basis für den kompletten Neubau des Klosters unter seinen Nachfolgern. Die Herrschaften Hochhaus und Messenbach in Vorchdorf wurden von ihm angekauft. Mühlgrub bei Bad Hall wurde gekauft, an dem sich aber das Wappen eines späteren Abtes befindet. Er erwarb ferner das Fernbergeramt in den Pfarren Vorchdorf und Kirchham. All diese Investitionen erweiterten den Grundbesitz und brachten dem Kloster neue, abgabepflichtige Untertanen, so daß die wirtschaftliche Basis breiter wurde. Diese weitsichtigen Investitionen schufen die Grundlage für den völligen Neubau des Klosters unter seinen drei Amtsnachfolgern. In Linz wurden zwei Häuser als Absteigequartier für den Abt und die Konventsmitglieder gekauft. Seine Bemühungen um den Aufbau des Klosters wurden 1643 mit der Verleihung der Pontifikalien gekrönt. Balthasar Rauch führte nach dem Rotelbuch von Prechler als Wappen in Blau eine liegende, goldene Mondsichel, überhöht von drei (1:2) goldenen Sternen.

Der Neubau wurde 1672 begonnen. Es handelte sich nicht nur um einen Umbau, sondern um eine völlige Neukonzeption, die keinerlei Rücksichten als Altbestand nahm. Bis 1970 wußte man noch nicht einmal, wo genau sich das alte Kloster befand. Erst als man unter dem Westtrakt Fundamente der gotischen Kirche fand, konnte die Lage anhand alter Ansichten rekonstruiert werden. Der aus Kremsmünster stammende, bis zur Wahl Prior gewesene Abt Nivard I. Geyregger (1660-1679), begann mit dem Barockneubau. Unter ihm entstand zuerst der Kirchenhof (Prälatenhof), also der mittlere Hof der drei. Die lange Westfront entstand bis 1674 (Datierung auf der Sonnenuhr, s. u.), und bis 1678 (Datierung auf dem Portal des Nordtraktes) entstanden Nord- und Osttrakt (die Südseite wurde später durch die Kirche geschlossen).

Über dem Hauptzugang in den Kirchenhof ist ein Distichon in vergoldeten Lettern eingeschlagen (Abb. oben): "STABIT FIRMA AEDES TRIBVS HIS INNIXA COLVMNIS VIRGINE BERNARDO CVNCTIPOTENTE DEO" - dieses Gebäude wird fest stehen, gestützt auf diese drei Säulen: die Jungfrau, Bernhard (von Clairvaux) und den allmächtigen Gott. Über dem Tor erhebt sich der Nordturm wie ein Torturm. Parallelen mit einer ebensolchen Tor-Turm-Situation sind in den Klöstern Lambach und Waldhausen zu finden.

Ursprünglich war der Eingang gar nicht im Norden vorgesehen. Vielmehr sollte er im Westen liegen, in der sich breit am Berghang hinziehenden langen Fassade. Und ursprünglich sollten es drei Klostertürme geben, zwei an den Schmalseiten und der Kirchturm in der Mitte, was von großartiger Wirkung am Berghang gewesen wäre. Diese Idee zeigt, wie weit sich der Zisterzienserorden von seinem ursprünglich geltenden Turmverbot im Barock entfernt hatte. Drei Türme hätten die in der Inschrift genannten drei spirituellen Säulen mit der Kirche als Mittelachse wirkungsvoll in Szene gesetzt. Doch dieses Konzept wurde geändert, der Haupteingang an die nördliche Schmalseite verlegt; und der anfangs vorgesehene Südturm wurde nie gebaut, obwohl das Fundament in der Mitte des Südflügels vorhanden ist. Ausschlaggebend war vermutlich die schwierige Topographie des Geländes; es war im Westen einfach zu steil und hätte eine aufwendige und teure Rampenkonstruktion erfordert.

Darüber befindet sich das auf 1678 datierte Abtswappen von Nivard I. Geyregger. Zwei Kartuschen werden nebeneinandergestellt, in denen jeweils ein ganzes Wappen abgebildet ist. In der Mitte über den beiden Kartuschen befindet sich ein Engelskopf, der eine Inful trägt. Schrägrechts steht hinter den Kartuschen der Abtsstab; das Sudarium flattert zur heraldisch linken Seite ab und ist dort neben den aus der Inful herabhängenden Bändern nach oben gezogen. Seit der Verleihung der Pontifikalien waren erst 35 Jahre vergangen, und Abt Nivard I. Geyregger war der zweite, der sie tragen durfte. Die Kartusche mit dem Klosterwappen zeigt einen Schild mit einem gleichschenkligen Tatzenkreuz, das mit einem Majuskelbuchstaben S verschränkt ist. Normalerweise haben Buchstaben in der Heraldik wenig zu suchen, doch bei Klöstern kommt das öfters vor, so auch bei Kremsmünster. Da Klöster Orte der Bildung, des Lesens und Schreibens waren, darf man das auch akzeptieren, auch wenn es wenig originell erscheint. Auf dem oberen Schildrand sitzt Maria mit dem Kinde, mit einem Zepter in der Rechten.

Die andere Kartusche enthält das persönliche Vollwappen des Abtes Nivard I. Geyregger, es ist geviert mit Herzschild, Feld 1 und 4: einwärts ein gekrönter Greif, Feld 2 und 3: ein mit drei sechszackigen Sternen belegter Schräglinksbalken, Herzschild: auf einem Berg ein Vogel (Geier?) stehend. Auf dem gekrönten Helm werden fünf Pfauenfedern als Kleinod geführt. Die Tinkturen sind unbekannt, Hinweise willkommen. Im Rotelbuch von Prechler ist nur der Inhalt des Herzschildes angegeben, mit natürlichem Vogel auf goldenem Dreiberg in blauem Feld.

Sein Wappen begegnet dem Besucher im Kirchenhof noch ein zweites Mal: An der Westseite des zweiten Innenhofes ist diese Sonnenuhr (Abb. unten) zwischen zwei Fenstern des zweiten Obergeschosses aufgemalt. Es ist eine unglückliche Position, wie man an der starken Schräglage des parallel zur Erdachse gestellten Gnomonstabes und der verzerrten Skala mit zur Mittagszeit hin extrem zunehmenden Abständen erkennen kann, die günstigenfalls bis 13 Uhr anzeigen kann. Das Stiftswappen, das von Abt Johannes Franz Keller eingeführt wurde, wird hier blau mit rotem Tatzenkreuz und goldenem Majuskelbuchstaben "S" dargestellt. Die Farben sind uneinheitlich; man findet das Kreuz auch rot auf schwarzem Feld mit einem silbernen Buchstaben. Als Logo verwendet das Stift Schlierbach heute ein schwarzes Tatzenkreuz mit gleichlangen Armen, um die sich der rote Großbuchstabe "S" schlingt. Das Kommunalwappen hat hingegen in der rechten Spalthälfte ein rotes Tatzenkreuz. Hier wird nur das Motiv des zuvor beschriebenen Herzschildes als persönliches Abtswappen verwendet; der Vogel steht rot auf einem blauen Berg in goldenem Feld.

Abt Nivard I. Geyregger konnte seine Abtei nicht mehr vollenden. Als auf einer Fahrt nach Linz die Pferde seiner Kutsche scheuten, stürzte er zu Tode: er wurde aus der Kutsche geschleudert und krachte gegen einen Baum. Man schaffte ihn noch nach Linz, wo er verstarb. Sein aus Steyr stammender Nachfolger Benedikt Rieger erbaute die Kirche ab 1679, den Kirchturm und den Konventtrakt rings um den Kreuzgang (Konventhof) südlich der Kirche. Damit war der zweite Klosterhof geschlossen worden. Benedikt Rieger führte in blauem Feld einen Kranich oder Storch mit Stein in der erhobenen Kralle.

Der dritte große Barockabt und Bauherr Schlierbachs war der ebenfalls aus Steyr stammende Abt Nivard II. Dierer, der ab 1700 die nördlichen Trakte im Norden und im Osten des Johanneshofes als Sommerprälatur erbaute, den Festsaal (Bernardisaal) dort einrichtete, den Hofgarten anlegen ließ und bis 1712 die Bibliothek, ein kreuzförmiger Prunkraum mit Hängekuppen, konzipiert von Carlo Antonio Carlone, erbaute und die reichlich überladene Ausschmückung der Kirche durchführen ließ. Unter ihm entstand auch das Hofrichterhaus als Verwaltungssitz der Grundherrschaft. Unter ihm wurde der Barockneubau abgeschlossen und mit schwerem Prunk ausgestattet.

Alle die drei genannten Barockäbte stehen gemeinsam für den Höhepunkt der Abtei Schlierbach, baulich, personell, ansehensmäßig. Unter Nivard II. Dierer hatte das Kloster mit 32 Personen den höchsten erreichten Personalstand, und 1699 wurde er als Vertreter der österreichischen Zisterzienserklöster zum Generalkapitel des Ordens nach Citeaux entsandt.

Ein Abtswappen von Nivard II. Dierer ist im Stuck der Bibliothek zu sehen, in Blau auf grünem Grund ein silbernes Pantier, dem aus den Körperöffnungen rot-goldene Flammen entweichen, in den Vorderpranken zwei schräggekreuzte, in der Mitte zusammengebundene, goldene Schlüssel haltend, die Griffe zum Pantier hin gerichtet, die Bärte von ihm weg zeigend. Darunter ist aus 2 Makk 2,13 zitiert: Construens bibliothecam congregavit de regionibus libros. Ein zweites Mal taucht dieses Wappen im Bernardisaal über dem Kamin auf, über einem Medaillon mit einem Mann mit Revolver, der scheinbar auf jeden Punkt im Raum zielt. Die Darstellung des Wappens entspricht der im Rotelbuch von Prechler. Das Pantier bezieht sich auf seine Herkunft aus der Stadt Steyr, die das Pantier auf grünem Feld als Stadtwappen führt.

Unter seinen Nachfolgern wurde wenig hinzugebaut, im wesentlichen das Bestehende bewahrt und ausgeschmückt. Abt Christian Stadler ließ die Sommerprälatur ausschmücken; ferner ließ er die Orangerie im Hofgarten erbauen. Stadler führte nach dem Rotelbuch von Prechler in Blau einen silbernen Reiher.

Liste der Äbte und Administratoren von Schlierbach (unter Hervorhebung des hier mit Wappen vertretenen Abtes):

Es erstaunt, so viele Administratoren zu sehen, und auch Administratoren, die später zu Äbten wurden. Das hat seine Ursache darin, daß die Abtsinvestitur eine kostspielige Angelegenheit war und sich das Kloster das aufgrund seiner wirtschaftlichen Situation nicht immer leisten konnte, insbesondere wenn ein Abt ungeplant früh verstarb. In die wirtschaftliche Schieflage war das Kloster während des Josephinismus gekommen, weil es auf einmal für vier neugeschaffene Pfarreien in Nußbach, Heiligenkreuz, Schlierbach und Steinbach zuständig war und entsprechende Neubauten finanzieren mußte. Äbte wie Konstantin Frischauf verschlimmerten die Lage durch wirtschaftliches Unvermögen. Dazu schwanden die Einkünfte, die steuerlichen Belastungen stiegen an, Kriegsabgaben mußten für die Kriege gegen Napoléon geleistet werden, 1811 fand ein Geldsturz statt, und dann kamen auch noch Mißernten hinzu: Das Stift Schlierbach war wirtschaftlich so sehr heruntergekommen, daß noch nicht einmal die Steuern bezahlt werden konnten, weswegen man dem Stift die Verwaltung entzog. Vor diesem Hintergrund war an kostspielige Abtsinvestituren nicht einmal zu denken. Erst Gerhard Haslroither legte die Grundlagen für ein völlig neues Schlierbach, und Abt Alois Wiesinger führte das Kloster zu einem neuen Höhepunkt.

Literatur, Quellen und Links:
Stift Schlierbach: http://www.stift-schlierbach.at/
Stift Schlierbach:
http://kulturgueter.kath-orden.at/zisterzienserstift-schlierbach
Stift Schlierbach:
https://de.wikipedia.org/wiki/Stift_Schlierbach
P. Ludwig Keplinger: Zisterzienserstift Schlierbach, christliche Kunststätten Österreichs, Nr. 313, Verlag St. Peter, Salzburg, 3. Auflage 2009
P. Ludwig Keplinger: Zisterzienserstift Schlierbach:
http://www.cistopedia.org/fileadmin/user_upload/abbeys/S/Schlierbach/Zisterzienserstift_Schlierbach.pdf
Gerald Hofer: Die Turmbauten der österreichischen Zisterzienserklöster, Magisterarbeit, Wien 2008, S. 75-79,
http://othes.univie.ac.at/666/ - http://othes.univie.ac.at/666/1/04-17-2008_8714402.pdf
Florian Franz Zeller: Geschichte des Stiftes Schlierbach, Schlierbach 1920
P. Ludwig Keplinger: Die Zisterzienser in Österreich, hrsg. von der Österreichischen Zisterzienserkongregation, Salzburg 2004
P. Ludwig Keplinger (Hrsg.): 650 Jahre Stift Schlierbach, Schlierbach 2005
Hannes Etzlstorfer: Carlone in Schlierbach - Protagonisten des Barock in Oberösterreich, in: P. Ludwig Keplinger (Hrsg.): 650 Jahre Stift Schlierbach, Schlierbach 2005 - online:
http://www.cistopedia.org/fileadmin/user_upload/abbeys/S/Schlierbach/650_Jahre_Stift_Schjlierbach_-_Etzlstorfer_-_Carlone_in_Schlierbach.pdf
P. Ludwig Keplinger: Baugeschichte von Schlierbach:
http://www.cistopedia.org/fileadmin/user_upload/abbeys/S/Schlierbach/Schlierbach_-_Baugeschichte_mit_Fussnoten_3.pdf
P. Ludwig Keplinger: Das Sommerrefektorium von Stift Schlierbach - heute Chorkapelle 
http://www.cistopedia.org/fileadmin/user_upload/abbeys/S/Schlierbach/Sommerrefektorium_-_Chorkapelle.pdf
P. Ludwig Keplinger: Ikonographie der Schlierbacher Stiftskirche
http://www.cistopedia.org/fileadmin/user_upload/abbeys/S/Schlierbach/Kirche_-_Ikonographie_-_mit_Umschlagseite.pdf
P. Ludwig Keplinger: Bernardisaal:
http://www.cistopedia.org/fileadmin/user_upload/abbeys/S/Schlierbach/Bernardisaal__3_-_weniger_Bite-110901.pdf
P. Ludwig Keplinger: Bibliothek:
http://www.cistopedia.org/fileadmin/user_upload/abbeys/S/Schlierbach/Schlierbach-Keplinger-Bibliothek%20-%20Darstellungen.pdf
P. Ludwig Keplinger: Kapitelsaal der Barockzeit:
http://www.cistopedia.org/fileadmin/user_upload/abbeys/S/Schlierbach/Schlierbach-Keplinger-Kapitelsaal%20der%20Barockzeit.pdf
Klaus Rumpler: Die Wallseer, das Land ob der Enns und das Stift Schlierbach, in: P. Ludwig Keplinger (Hrsg.): 650 Jahre Stift Schlierbach, Schlierbach 2005 - online:
http://www.cistopedia.org/fileadmin/user_upload/abbeys/S/Schlierbach/650_Jahre_Stift_Schlierbach_-_Rumpler_-_die_Wallseer.pdf
Alois Egger: Die Abtei Schlierbach in Oberösterreich, in: Sebastian Brunner: Ein Cisterzienserbuch. Geschichte und Beschreibung der bestehenden und Anführung der aufgehobenen Cisterzienserstifte in Österreich-Ungarn, Deutschland und der Schweiz, Würzburg, Woerl 1881, S. 414-420. Online:
https://archive.org/stream/Ein_Cisterzienserbuch_Geschichte_und_Bes#page/n451/mode/2up
Hannes Etzlstorfer: Die Kunstsammlungen des Stiftes Schlierbach - Allgemeiner Überblick, in: P. Ludwig Keplinger (Hrsg.): 650 Jahre Stift Schlierbach, Schlierbach 2005 - online:
http://www.cistopedia.org/fileadmin/user_upload/abbeys/S/Schlierbach/650_Jahre_Stift_Schlierbach_-_Etzlstorfer_-_Kunstsammlungen_-_Allgemeiner_ueberblick.pdf
Übersicht über die Literatur zu Schlierbach:
http://www.cistopedia.org/index.php?id=2792

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