Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 2271
Stein an der Donau (zu Krems, Niederösterreich)

Mazzetti-Haus (Schürerplatz 8) in Krems-Stein

Das Mazzetti-Haus befindet sich in Stein an der Donau am Schürerplatz 8. Das Eckhaus am nordwestlichen Eck des Platzes steht mit der Schaufassade zum Platz hin ausgerichtet; die Längsseite begleitet die Steiner Landstraße. Das dreistöckige Haus mit Walmdach ist fünfachsig und reich dekoriert. Die mittlere Achse enthält im Erdgeschoß eine breite, von Säulen flankierte Toreinfahrt; diese bildet mit dem darüber liegenden Fenster eine üppig mit Vasen, Putti und anderen Zierelementen dekorierte Zentralgruppe. Das Erdgeschoß ist durch seine Quaderung als Sockel abgesetzt; die beiden oberen Geschosse werden an den Ecken durch Kolossalpilaster verbunden. Beide Geschosse werden mit Bandelwerkstuck in Parapetfeldern verziert, und die auf Konsolen aufgesetzten Verdachungen über den Fenstern haben unterschiedliche Kompositgiebel. Innen gibt es im ersten Obergeschoß einen Festsaal mit einer figuralem Stuckdecke aus der Zeit um 1720.

Das Haus, das aufgrund der Dimensionen, Proportionen und des Bauschmucks eher an ein Adelspalais erinnert, wurde jedoch von einem Steiner Bürger erbaut. Bauherr des 1719-1720 errichteten Hauses war Jakob Oswald von Mayreck (1669-1745), Kaufmann und Bürgermeister, Stadtrichter und Amtsverweser beider Städte, Krems und Stein, und kaiserlicher Rat.

Das Wappen des Bauherrn ist über der zentralen Portal-Fenstergruppe angebracht. Es zeigt einen gevierten Hauptschild mit Herzschild, Feld 1 und 4: auf einem Berg stehend ein auffliegender Vogel, Feld 2 und 3: ein von drei (2:1) Sternen begleiteter Sparren, Herzschild: ein gekrönter, geflügelter Löwe, in den Vordertatzen ein Schwert haltend. Das Kleinod auf dem gekrönten Helm ist der auffliegende Vogel aus Feld 1 zwischen einem Flug, der sparrenweise mit einem Schrägbalken belegt ist, welcher oben und unten von einem Stern wie in Feld 2 belegt ist. Das Wappen ist nicht in den Standardsammlungen enthalten, Hinweise zu Tinkturen und Literaturquellen willkommen.

Das Haus ist aber weniger berühmt wegen seines Erbauers, sonders wegen eines späteren Bewohners: Ludwig Ritter von Köchel, der das nach ihm benannte Köchel-Verzeichnisse der Werke Mozarts erstellte, hat hier seine Jugend verbracht, zog dann aber nach Wien. Sein Vater war Bediensteter des Bistums Passau, und dessen Sohn Ludwig Köchel wurde im Jahr 1800 am 14. Januar im nah gelegenen Passauer Hof (Steiner Landstraße 74) geboren, dem Amtssitz des Vaters. Er war bürgerlich und wurde 1842 geadelt. Im Jahre 1862 erschien sein "Chronologisch-thematisches Verzeichniß sämmtlicher Tonwerke Wolfgang Amadé Mozarts", das 1889 noch einen Nachtrag bekam. Köchel lebte bis zum 3.6.1877.

Literatur, Quellen und Links:
Liste der Baudenkmäler: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgeschützten_Objekte_in_Krems-Stein
Stadtrundgang:
http://www.krems.gv.at/system/web/zusatzseite.aspx?menuonr=220078095&detailonr=220077951 und http://weinpanorama.at/cms/index.php?idcatside=1050&mod350_1=print&gb360_1=edit
Krems an der Donau:
https://de.wikipedia.org/wiki/Krems_an_der_Donau
Stein an der Donau:
https://de.wikipedia.org/wiki/Stein_an_der_Donau
Ludwig von Köchel:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_von_Köchel

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