Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 2270
Amorbach (Landkreis Miltenberg, Unterfranken)

Amorbach, Kanzleibau (Schloßplatz 2)

Der westlich des Abteiensembles gelegene, trapezförmige Schloßplatz wird auf seiner Westseite begrenzt von einer langen Reihe von Gebäuden der ehemaligen Klosterökonomie. Hier befinden sich von Norden nach Süden die ehemalige Klosterkanzlei, die ehemalige Klostermühle von 1448 und die ehemalige Klosterscheuer von 1494, die 1806 zum Theater umgebaut wurde. Weitere Wirtschaftsflügel ergänzen diese städtebaulich prägende Zeile. Das nördliche Kopfende dieser Gebäudeabfolge, Schloßplatz 2, war die Klosterkanzlei (Verwaltungsbau für den Schriftverkehr) und ist ein langgestreckter, zweigeschossiger Barockbau. Auf dem Schlußstein des Torbogens ist das Gebäude auf 1735 datiert. Beim Bau wurden nach Möglichkeit ältere Bauteile wiederverwendet, so steht das Haus z. B. auf einem älteren Keller, und auch etliche Steine der Vorgängerbauten wurden wiederverwendet. Nach der Säkularisation nahm die Fürstlich-Leiningen'sche Leibwache ihr Quartier in diesem Haus. Das Kanzleigebäude wurde Ende des 20. Jh. umfassend renoviert, weil der Mühlgraben die Kellerfundamente unterspült hatte und dringender Handlungsbedarf bestand. Heute sind in dem perfekt wiederhergestellten Gebäude Büros und Mietwohnungen untergebracht, darunter auch das Planungsbüro Schwab.

Über der Jahreszahl trägt der Schlußstein das Wappen von Abt Engelbert Kinbacher (amtierte 1728-1753). Dieser Abt ließ nach dem Bau der Kanzlei 1743 bis 1747 die Abteikirche umbauen, und am Portal derselben befindet sich eine aufwendigere Version seines Wappens. Hier ist nur eine reduzierte Version mit ausschließlich seinem persönlichen Wappenbild angebracht, ein redendes Wappen: Ein aus dem linken Schildrand hervorwachsender geharnischter Arm hält einen Unterkieferknochen (Kinnbacken) in der Hand. Die ganzen Felder des Klosterwappens, wie sie an der Kirche zu sehen sind, fehlen hier. Auf der Kartusche ruht ein geflügelter Engelskopf als Träger der Inful; schrägrechts hinter dem Wappen lehnt der Abtsstab. Aus der Inful wehen nach links zwei mit je einem Kreuzchen bezeichnete und an den Enden gefranste Pendilien-Bänder, die sogenannten Vittae, ab.

Äbte von Amorbach, unter Hervorhebung des hier durch ein Wappen repräsentierten Abtes:

Literatur, Quellen und Links:
Liste der Baudenkmäler: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmäler_in_Amorbach#Amorbach
Artikel von
Bernhard Springer im Main-Echo: http://www.main-echo.de/regional/kreis-miltenberg/art3999,1302807
Abtei Amorbach:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Amorbach
Äbteliste:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Amorbach#.Äbte_des_Klosters nach Max Wilberg, Regententabellen, 1906

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