Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 2265
Herzogenaurach (Landkreis Erlangen-Höchstadt, Mittelfranken)

Amtsschloß Herzogenaurach

Das Amtsschloß der Bamberger Fürstbischöfe wurde im 13. Jh. als Wehranlage mit Bergfried und Wassergraben erbaut. Dendrochronologische Untersuchungen der Balken im Schloß zeigten, daß die verwendeten Eichenstämme zwischen 1053 und 1228 gewachsen sind, so daß der Baubeginn auf letzteres Jahr anzusetzen ist. Eine erste urkundliche Erwähnung als "castrum" ist in einem Grundbuch des Bamberger Hochstifts des Jahres 1348 zu finden. Das alte Schloß wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Unter Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn wurde bis 1720 ein barocker Neubau als Sitz des fürstbischöflichen Amtmannes zur Verwaltung des südlichen Teiles des Bamberger Besitzes errichtet. An dem Bau war der Baumeister Johann Dientzenhofer (1663-20.7.1726) aus der berühmten Architektendynastie beteiligt. Er war seit 1707/08 hochfürstlich bambergischer Hofbaumeister, und sein Hauptwerk war Schloß Weißenstein in Pommersfelden, das er für den gleichen Bauherrn errichtete.

Die Stadt kaufte das Schloß im Jahr 1960. Im Jahr 1967 wurde das alte Amtsschloß durch zwei moderne Flügel im Westen und Norden ergänzt, die zusammen mit den alten Flügeln im Süden und Osten einen Innenhof einschließen. Eine umfassende Renovierung innen und außen fand 1977-1979 statt. Im ehemaligen Amtsschloß und seinen modernen Erweiterungsbauten sind heute die Stadtverwaltung, das Stadtbauamt (2. Stock), die Stadtbücherei (1. Stock des Hauptflügels) und die Touristinformation untergebracht. Im Südflügel befinden sich mit dem Schloßcafé und dem Ratskeller Gastronomiebetriebe.

Am Südzugang vom Marktplatz her befand sich früher eine Zugbrücke, die heute durch einen gemauerten Torweg ersetzt ist. Über dem Tordurchgang des Südflügels befindet sich ein Wappenstein für Lothar Franz von Schönborn, der in zwei Hochstiften Fürstbischof war, in Bamberg ab 1693 und in Mainz ab 1695. Der Hauptschild ist geteilt und zweimal gespalten, Feld 1 und 6: in Gold ein schwarzer Löwe, darüber eine silberne Schrägrechtsleiste, Hochstift Bamberg, Feld 2 und 5: in Rot ein silbernes sechsspeichiges Rad, Erzstift Mainz, Feld 3: in Rot drei (2:1) silberne Schildchen, reichsständische Herrschaft Reichelsberg, Feld 4: in Blau ein silberner Balken, begleitet von 3 (2:1) silbernen Rauten, Herrschaft Heppenheim, Herzschild: in Rot auf drei silbernen Spitzen ein schreitender, gekrönter goldener Löwe, Stammwappen der Reichsgrafen von Schönborn. Auf der üppig verzierten Ovalkartusche ruht der Kurhut; hinter der Kartusche sind das gestürzte Schwert schrägrechts sowie der Krummstab schräglinks miteinander gekreuzt. Über dem Kurhut ist ein verziertes Kreuz mit zum Ende hin sich verbreiternden Armen angebracht.

 

Literatur, Quellen und Links:
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Band Bistümer
Die Wappen der Hochstifte, Bistümer und Diözesanbischöfe im Heiligen Römischen Reich 1648-1803, hrsg. von Erwin Gatz, erstellt von Clemens Brodkorb, Reinhard Heydenreuter und Heribert Staufer, Schnell & Steiner Verlag 2007, ISBN 978-3-7954-1637-9
Hinweistafel am Objekt
Amtsschloß: http://www.herzogenaurach.de/de/stadtinfo/innenstadt-erleben/der-innere-stadtrundgang/amtsschloss.html
Heimatverein:
http://www.heimatverein-herzogenaurach.de/index.php?option=com_content&task=view&id=71&Itemid=63
Herzogenaurach:
http://frankenwiki.de/index.php/Herzogenaurach
Dientzenhofer:
http://franken-wiki.de/index.php/Die_Baumeisterfamilie_Dientzenhofer

Stadtmauertürme

Die Wappen der Erzbischöfe und Kurfürsten von Mainz - Teil (1) - Teil (2) - Teil (3) - Teil (4)
Die Wappen der Fürstbischöfe von Bamberg - Teil (1) - Teil (2) - Teil (3) - Teil (4)
Die Entwicklung des Wappens der von Schönborn

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