Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 2208
Hallgarten (zu Oestrich-Winkel, Rheingau-Taunus-Kreis)

Der Eberbacher Hof in Hallgarten

Im heute zu Oestrich-Winkel gehörenden Ort Hallgarten im Rheingau befindet sich mit dem Eberbacher Hof ein weiteres Hofgut (Grangie) der nahen Zisterzienserabtei (Hallgartener Platz 12). Hallgarten gehörte bereits zur Ausstattung des Klosters seit frühester Zeit. Dieser Hof war im 12. Jh. die Keimzelle der religiösen und wirtschaftlichen Entwicklung Hallgartens. Im 30jährigen Krieg wurde der Ort fast vollständig zerstört. Auf den alten Grundmauern wurde der Klosterhof um 1670 (linkes Gebäude, nicht im Bild) bzw. 1720 (rechtes Gebäude, im Bild) neu errichtet, und in dieser Zeit entstand auch das typische Barockfachwerk des Obergeschosses. Nach der Säkularisation kam der Klosterhof in private Hände. In der ersten Hälfte des 19. Jh. war hier die Gastwirtschaft "Zum Hirsch". Der Name "Eberbacher Hof" wurde 1955 vom Kaufmann und Winzer Josef Kempnich für sein Weingut wiedererweckt. Die Haustür des Anwesens im Stil Louis XVI. ist noch ein Original aus dem späten 18. Jh. In diesem Haus lebte der Schriftsteller Karl Rolf Seufert (1.12.1923-18.10.1992), der sich als Autor Charles Hallgarten nannte.

Der Wappenstein ist sekundär über dem Sockel links neben der Tür in die Außenwand eingelassen. Von dem die Kartusche umgebenden Inschriftenband lassen sich noch einzelne Abschnitte lesen: "(REVERENDUS DOMINUS) HERMANNUS HUNGRICH(HAUSEN ABBAS EBERBACENSIS) 1744". Abt Hermann Hungrichhausen (Hungrighausen) stammte aus Mengerskirchen bei Limburg, war seit 1703 im Kloster Eberbach und von 1737 bis zu seinem Tod am 9.9.1750 der 56. Abt des Klosters.

Das Wappen ist eine mehrfeldrige Komposition. Die Kartusche wird durch eine erhöhte, eingebogene Spitze in drei Felder unterteilt. In Feld 1 (oben rechts) ist schräglinks der Zisterzienserbalken zu sehen, in Feld 2 (oben links) der Eber für das Kloster dieses Namens, und in der eingebogenen Spitze befinden sich vier (2:2) gemeine Figuren, oben rechts und links unten ein sechsstrahliger Stern, oben links und unten rechts eine Rose mit Kelchblättern und Butzen. Über der ovalen Kartusche sind Inful und Krummstab zu sehen. Der heutige Stein ist eine Kopie; das Original befindet sich in Wiesbaden im Landesmuseum.

Liste der Äbte von Kloster Eberbach unter Hervorhebung des hier beschriebenen Wappenbesitzers:

Literatur, Quellen und Links:
Äbteliste: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Eberbach/Äbteliste - http://kloster-eberbach.de/kloster/historie/abts-chronologie.html -
Kloster Eberbach:
http://www.kuladig.de/Objektansicht.aspx?extid=P-TB-20100918-0017
Kloster Eberbach:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Eberbach
Wolfgang Einsingbach, Wolfgang Riedel: Kloster Eberbach im Rheingau, Deutscher Kunstverlag Berlin München, 2. Auflage 2009, ISBN 978-3-422-02166-2
Wolfgang Einsingbach, Wolfgang Riedel: Kloster Eberbach, DKV-Kunstführer Nr. 267, Deutscher Kunstverlag Berlin München, 20. Auflage 2014, ISBN 978-3-422-02242-3
Yvonne Monsees, Grabmäler im Kloster Eberbach, ein Rundgang, hrsg. vom Freundeskreis Kloster Eberbach e. V., Eltville 2009, ISBN 978-3-00-027060-4
Dagmar Söder: Klosterlandschaft Eberbach. Das Kloster Eberbach als Wirtschaftsbetrieb und seine Spuren in der Rheingauer Landschaft. In: Meier, Johannes (Hrsg.): Klöster und Landschaft. Das kulturräumliche Erbe der Orden. Schriftenreihe des Westfälischen Heimatbundes, Münster, 2010, S. 39-59. Vgl. auch:
http://p7115.typo3server.info/fileadmin/alumni/CampusLandschaft2006/CL_Klosterlandschaft_Eberbach.pdf
J. Söhn: Geschichte des wirtschaftlichen Lebens der Abtei Eberbach im Rheingau, J. F. Bergmann, Wiesbaden 1914.
Gabriele Schnorrenberger: Wirtschaftsverwaltung des Klosters Eberbach im Rheingau, Selbstverlag der Historischen Kommission für Nassau, Wiesbaden 1977.
Baudenkmäler in Hallgarten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kulturdenkmäler_in_Oestrich-Winkel#Hallgartener_Platz
Hallgarten:
http://www.rheingau.de/gemeinden/hallgarten
Informationstafeln am Haus

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