Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 2203
Eltville (Rheingau-Taunus-Kreis)

Kloster Eberbach: Wappen an den Klostergebäuden (3)

Wappen von Abt Hermann Hungrichhausen (amtierte 1737-1750)
Abt Hermann Hungrichhausen (Hungrighausen) stammte aus Mengerskirchen bei Limburg, war seit 1703 im Kloster und wurde als Nachfolger des am 22.3.1737 verstorbenen Adolph I. Dreimühlen zum 56. Abt gewählt. Er lebte und amtierte bis zum 9.9.1750. Er verstarb gemäß den Angaben auf seinem Grabstein in der Basilika im 68. Lebensjahr, im 47. Jahr seiner Profeß und im 14. Jahr der Klosterleitung. Nach ihm wurde Adolph II. Werner, aus Salmünster, zum 57. und vorletzten Abt gewählt.

Fast parallel zum Konversenbau, nur im kleinen Winkel gegenüber jenem verdreht, befindet sich ein langgestreckter ehemaliger Wirtschaftsbau des Klosters (Ökonomie), der heute als Gästehaus und Hotel der Stiftung dient. Der linke Teil im Bild diente früher als  Scheune und Kelter, der rechte Teil als Klostermühle. Bereits im 16. Jh. wurden die Mühle und die Scheune des Klosters in ein Gästehaus umgewandelt. Heute sind hier 20 Hotelzimmer und der Frühstücksraum, und in den gegenüberliegenden Trakten stehen mehrere Tagungs- und Veranstaltungsräume zur Verfügung. Zwischen diesem Bau und dem nach der barocken Überformung dreiflügelig gewordenen Konversenbau weitet sich die Promenade zu einem langgestreckten Platz.

Am rechten (nördlichen) Teil dieser ehemaligen Ökonomiegebäude, die aus schlichtem Bruchsteinmauerwerk errichtet sind und mit einem Satteldach bedeckt sind, ist als einziger Bauschmuck ein undatierter Wappenstein eingelassen.

 

Das Wappen von Abt Hermann Hungrichhausen zeigt vier (2:2) gemeine Figuren, oben rechts und links unten einen sechsstrahligen Stern, oben links und unten rechts eine hier ausnahmsweise vierblättrige Rose mit Kelchblättern und Butzen. Über der ovalen Kartusche sind Inful und Krummstab zu sehen. Hier ist die Krümme mit der rosenartig gestalteten Mitte besonders schön ausgeformt.

Ein weiteres Mal begegnet dem Besucher das Wappen dieses Abtes am Westgiebel der Klosterkirche, ganz oben über dem halbrunden, obersten Fenster. Hier haben die Rosen auch die übliche Form mit fünf Blütenblättern und ebenso vielen Kelchblättern dazwischen. Der Wappenstein ist auf das Jahr 1746 datiert und trägt die Inschrift "R(EVERENDISSI)MUS D(OMINUS) HERMANN(US) ABBAS EBERBAC(ENSIS) RENOVARI FECIT".

 

Die 80 m lange und um 1140 begonnene Klosterkirche beherrscht wie ein mächtiger Querriegel das Tal und reicht vom Westhang bis an den Kisselbach. Heute ist die Basilika von den barocken Zutaten befreit und strahlt in ihrer Architektur wieder zisterziensische Strenge aus, mit schmucklosen, klaren Formen, mit monumentalen, nur mit kleinen Rundbogenfenstern durchbrochenen Wandflächen und harten Begrenzungen, die der Askese und kompromißlosen Strenge des Reformordens entspricht (zumindest derjenigen der Frühzeit). Die im gebundenen System geplante romanische Basilika wurde nach zwei Bauphasen, zwischen denen sich ein Konzeptwechsel vom Quaderbau zum Bruchsteinbau vollzog, 1186 durch den Mainzer Erzbischof Konrad von Wittelsbach geweiht. Eine nächste Bauphase fand in der Gotik statt, in dieser Zeit entstanden die neun gleichartig gestalteten Kapellen aus der ersten Hälfte des 14. Jh. am südlichen Seitenschiff, weit schmuckfreudiger als der bisherige Baukörper, und sie verleihen mit ihren spitzen, hintereinander gereihten Dächern und ihrem phantasiereichen Maßwerk der Südfenster dem Baukomplex einen wirkungsvollen Rhythmus aufwendigerer und schmuckfreudigerer Gestaltung. Es handelte sich eigentlich um gestiftete Grabkapellen. Die ältesten Kapellen liegen im Westen, und beim Gang nach Osten kann man nachvollziehen, wie das Maßwerk immer formenfreudiger, reicher und zartgliedriger wird. Schließlich griff der Wille zur gotischen Veränderung auch auf den bestehenden Bau über, und im Chor wurden Maßwerkfenster eingebaut. Die nächste die Basilika wesentlich verändernde und prägende Zeit war der Barock. Alle Dächer und Dachreiter wurden nach Sturmschäden 1746 ff. erneuert, und es wurde ein steilerer Winkel gewählt, der zu den gotischen Kapellen paßt. Das Maßwerk der gotischen Chorfenster wurde zerstört, als ein neuer, barocker Hochaltar eingebaut wurde. Einige der großen gotischen Fenster im Chor wurden vermauert, dagegen wurden die Langhausfenster 1707 vergrößert. Die südlich angebauten Kapellen faßte man paarweise unter jeweils einem neuen, flacheren Dach zusammen, außerdem wurden die Fenster verändert. 1708-10 wurde der Mönchsbereich im Chor (Vierung, Chorhaus und Chor) höhergelegt und mit einer hohen Chorschranke vom Langhaus abgetrennt, durch die drei Portale von Meister Valentin Müller führten, der auch die Portale am Konversenbau gestaltete.

Nach der Säkularisierung wurde die Klosterkirche stark beschädigt. Im westlichen Bereich brach man Öffnungen in die Außenmauern und legte eine Fahrstraße zum Großen Klosterhof quer durch die Kirche. Im Westen mauerte man eine Pförtnerstube ab, den Rest der Kirche trennte man mit einer neuen Mauer ab. Der große Raum wurde als Scheune und als Stall für Weidetiere benutzt. 1835 zog man im Ostbereich weitere Trennmauern hoch und nutzte den Bereich als Gefängnis- und Irrenhauskirche. Erst 1926 besann man sich auf das architektonische Erbe und begann mit der Wiederherstellung. Die barocke Ausstattung wurde bei der Restaurierung 1935-39 entfernt, auch wurden die Langhausfenster wieder auf die ursprüngliche Größe gebracht. Der Boden im Ostbereich wurde wieder auf das ursprüngliche Niveau abgesenkt. Vor allem wurden der prägende Rhythmus der Kapellen mit Einzeldächern rekonstruiert, die vermauerten Fenster derselben wieder in ihre ursprüngliche Form gebracht sowie die beschädigten Maßwerkfüllungen ergänzt, so daß die unpassenden barocken Veränderungen nun wieder beseitigt sind.

Im Klosterbereich gibt es noch zwei weitere Wappen dieses Abtes. Das eine befindet sich auf seiner Grabplatte im nordwestlichen Bereich der Basilika. Das andere ist im Mönchsrefektorium an der Decke zu finden. Das Mönchsrefektorium (Speisesaal der Mönche) war zwar schon von einem seiner Amtsvorgänger in der neuen Form erbaut worden, doch erst unter Abt Hermann bekam der Raum seine Stuckdecke. Das reichverzierte Stuckwappen an der Ostseite des Plafonds wird von zwei Putten gehalten. An weiteren Stellen des Plafonds ist das Klosterwappen mit dem Eber am Bach zu sehen (an der Südseite des Raumes), ebenfalls mit Inful und Krummstab und zwei schildhaltenden Putten, sowie diesem gegenüber das Ordenswappen mit dem schräglinken Schachbalken über dem schrägrechts gelegten Krummstab in gleicher Aufmachung. Das Portal und die Kreuzgangswand dieses Raumes stammen von 1200, der Raum von 1720, die Decke aber erst von 1738.

Außerhalb des Klosters Eberbach lassen sich noch weitere Wappensteine dieses Abtes nachweisen. Es gibt einen Wappenstein von 1744 am Eberbacher Hof, Hallgartener Platz 12, in Hallgarten im Rheingau. Dieses Wappen ist eine mehrfeldrige Komposition. Die Kartusche wird durch eine erhöhte, eingebogene Spitze in drei Felder unterteilt. In Feld 1 (oben rechts) ist schräglinks der Zisterzienserbalken zu sehen, in Feld 2 (oben links) der Eber für das Kloster dieses Namens, und in der eingebogenen Spitze befinden sich die Sterne und Rosen des Abtes Hermann Hungrichhausen, wobei die Rosen fünfzählig sind. Der heutige Stein ist eine Kopie; das Original befindet sich in Wiesbaden im Museum. Ein weiterer, schlecht erhaltener Wappenstein, diesmal wieder einer mit vierblättrigen Rosen, befindet sich am Winzerhaus in Hattenheim, Eisenbahnstr 8. Und ein weiterer Wappenstein ist an der Domäne Neuhof zu finden, und zwar am in der Hofmitte befindlichen, achteckigen Brunnen- und Taubenhaus mit Fachwerkobergeschoß. Das Wappen des Abtes ist über der Tür zu finden, und die Wetterfahne auf dem Dach trägt ebenfalls sein persönliches Wappen und die Buchstaben R(everendissimus) D(ominus) H(ermannus) A(bbas) E(berbacensis) neben der Datierung auf das Jahr 1750. Und noch ein weiteres Wappen ist in der Domäne Neuhof zu sehen, am Haus des Weinbergaufsehers in der Mitte der Bebauung der östlichen Längsseite. Es ist auf 1747 datiert und im Gegensatz zum vorerwähnten Fundort wie der Stein in Hallgarten aufgebaut.

Positionen der beschriebenen und abgebildeten Wappenfunde im Klosterbereich.

Wappen von Abt Adolph II. Werner (amtierte 1750-1795)
Der vorletzte Abt von Eberbach war der aus Salmünster stammende Adolph II. Werner. Er war der Nachfolger des am 9.9.1750 verstorbenen Hermann Hungrichhausen. Als 57. Abt amtierte Adolph II. Werner bis zu seinem Tod im Jahr 1795. Nach ihm kam nur noch ein Abt, das war der aus Rüdesheim stammende Leonhard II. Müller, geb. 1745, der als letzter und 58. Abt von 1795 an im Amt war und nach der Säkularisierung des Klosters 1803 wieder nach Rüdesheim zog. Von Adolph II. Werner wie auch von seinem Nachfolger gibt es kein Grabdenkmal.

Abt Adolph II. Werner gab dem Kloster Eberbach den letzten barocken Schliff, wenn auch die Spuren seiner Bauherrentätigkeit eher in den Außenbereichen der Anlage zu finden sind. Das prächtigste Wappen dieses Abtes prangt über dem barocken Eingangstor, welches in dieser Funktion das im Kern mittelalterliche und am terrassierten Westhang des Tales tiefergelegene Pfortenhaus ablöste und nach Süden zum Rheintal hin ausgerichtet ist. Eine breite Wagendurchfahrt wird von zwei Fußgängerpforten flankiert. Dieses Tor mußte nicht mehr wehrhaft sein, doch die größtenteils erhaltene, 1100 m lange, bis zu 1,10 m starke und bis zu 5 m hohe und aus dem 12. und 13. Jh. stammende äußere Klostermauer ist größtenteils erhalten und zeugt von der zu mittelalterlicher Zeit sehr wohl gegebenen Abwehrbereitschaft des Klosterbezirks. Im Barock hingegen ersetzte man die alte Wehrhaftigkeit durch einen festlich und repräsentativ wirkenden Zugangsbereich. Drei Statuen bekrönen das Portal, zwei auf den beiden Hauptpfeilern und eine auf dem Mittelaufsatz. Letztere stellt die Maria Immaculata dar, die Patronin des Zisterzienserordens und seiner Kirchen. Die beiden seitlichen Statuen stellen einerseits den Ordensgründer Bernhard von Clairvaux und andererseits Johannes den Täufer dar. Es handelt sich mittlerweile um Kopien; die Originale befinden sich im Abteimuseum.

Im Scheitel des großen Bogens befindet sich die Rokoko-Kartusche mit der Datierung des Torbogens auf A(NNO) D(OMINI) MDCCLXXIV (= 1774). Das Tor wurde von Steinmetz Anton Süß und dem Bildhauer Nikolaus Binterim aus Mainz errichtet. Es handelt sich um das letzte Bauwerk der Mönche vor der Säkularisation.

Im Portalaufsatz befindet sich die ovale Wappenkartusche des Bauherrn. Welcher künstlerische Aufwand hier getrieben wurde, zeigt sich schon an der Einfassung der Kartusche, die nicht nur aus einem einfachen ovalen Ring wie sonst besteht, sondern aufwendig plastisch als Girlande ornamentiert ist. Seitlich erkennt man die Devise des Abtes: "Suaviter et fortiter" - milde und stark, eine Verkürzung des Mottos des Jesuiten Claudio Aquaviva "Suaviter in modo, fortiter in re" - mild in der Art und Weise, stark in der Sache selbst. Über der Kartusche sind in der Mitte ein Vortragekreuz, rechts eine Inful und links der Krummstab zu sehen, und am Fuß der Kartusche lugt ein Kopf hervor.

Das Wappen selbst folgt dem typischen Aufbau der Äbtewappen und ist durch eine erhöhte, eingebogene Spitze in drei Felder unterteilt, in Feld 1 (oben rechts) ist schräglinks der rot-silbern in zwei Reihen geschachte Zisterzienserbalken zu sehen, der in einer Farbfassung auf schwarzem Feld stünde, in Feld 2 (oben links) befindet sich der schräggestellte Eber für das Kloster dieses Namens, und in der eingebogenen Spitze befindet sich das persönliche Wappenbild von Abt Adolph II. Werner.

Dieses zeigt in der Mitte einen gekrönten, mit dem Leib nach oben entgegen dem Uhrzeigersinn gekrümmten und seinen pfahlweise nach oben gerichteten Schwanz einmal überkreuzenden Fisch oder Delphin zwischen zwei einwärts gerichteten, gekrönten Tierköpfen, die hier rechts einem Fischkopf und links einem Adlerkopf ähneln, in anderen Darstellungen jedoch eher Löwenköpfen ähnlich sehen. Die Identität dieser Tierköpfe läßt sich anhand des widersprüchlichen Materials nicht eindeutig klären, da hier jedoch der künstlerisch und handwerklich beste Wappenstein zu sehen ist, dürfte man hier wohl die genaueste Darstellung erwarten.

Wenn man eine Farbfassung dieses Wappens sehen möchte, muß man schon sehr genau auf die Suche gehen: Im Abteimuseum befinden sich in einer Vitrine etliche aufwendig bestickte Meßgewänder dieses Abtes, und auf diesen ist jeweils eine Farbversion nur des persönlichen Wappens eingestickt, unauffällig in die üppige Dekoration eingebettet. Die Feldfarbe ist rot, alle drei Tierköpfe sind silbern, und die Kronen sind golden. Die Inful ist silbern mit rotem Futter und goldenen Applikationen, der Krummstab golden.

Ein weiterer Wappenstein dieses Abtes befindet sich an der Klosterschänke, das ist ein eingeschossiger, langgestreckter Massivbau mit Krüppelwalmdach. Der Bau befindet sich im Südwesten der Klosteranlage nahe der Außenmauer am bewaldeten Westhang des Tales, erhöht über dem Zugangsweg, und von hier hat man einen hervorragenden Blick auf die tiefer liegende Klosterkirche. Früher handelte es sich um ein Wirtschaftsgebäude mit Stallungen (Marstall) und angrenzender Scheune, heute ist hier ein Restaurant eingerichtet, und im rechten Teil sind noch weitere 8 Gästezimmer.

 

Der auf das Jahr 1755 datierte Wappenstein befindet sich über einer Tür an der nordöstlichen Längsseite des Gebäudes. Die umlaufende Inschrift lautet: "D(OMINUS), D(OMINUS ADOLPHUS WERNER SUAVITER ET FORTITER". Um das Inschriftenband liegt ein üppiger Rokoko-Rahmen, neben dem Inful und Krummstab fast unscheinbar wirken. Das Wappen folgt der zuvor gegebenen Beschreibung, aber die beiden äußeren Tierköpfe neben dem verschlungenen Fisch bzw. Delphin wirken hier eher wie Löwenköpfe mit herabhängendem Halsfell.

Der dritte Fundort von Wappen des Abtes Adolph II. Werner ist das Neue Krankenhaus im östlichen Teil des Klosters, ein zweistöckiger Zwischenbau mit Mansarddach, der den Ostflügel der Klausur mit dem alten Hospital verbindet und 1752/53 errichtet wurde. Es handelt sich um das einzige Wappen an einer eigenständigen Baugruppe im Osten der Klausur. Während letztere im Mittelalter nur von Westen her zugänglich war und dem mönchischen Tageslauf gewidmet war, ist diese ganze Baugruppe im Osten der Fürsorge für Gäste, Alte, Kranke, Arme, Pfründner etc. gewidmet. Hier stand früher das um 1116 gegründete Augustiner-Chorherrenstift, welches die Zisterzienser 1136 übernahmen. In den alten Gebäuden wohnten die neuen Mönche bis zur Fertigstellung der Klausur gegen Ende des 12. Jh. Als letztes Bauwerk der romanischen Ausbauphase errichtete man dann den Krankenhauskomplex mit einem bemerkenswerten, 39 m langen, dreischiffigen Gewölbesaal. Es war zwar eine klösterliche Pflicht, eine solche Krankenstation zu unterhalten, doch spätestens seit dem 16. Jh. wurde die praktische Gewölbehalle weinwirtschaftlich genutzt und trug nur noch den Namen "Hospital". Diesem wurde im 19 Jh. in nassauischer Zeit ein Weinkeller vorgebaut, über dem ein Kelterhaus von 1927 steht. Diese Räume werden heute vom Klosterladen und der Vinothek der Hessischen Staatsweingüter genutzt. Etwas tiefer am Hang steht das barocke neue Krankenhaus, das bis 1803 als solches und als Priorat bzw. Wohnung des Priors fungierte und eine bauliche Verbindung zwischen dem älteren Komplex und der Klausur herstellt. Hier liegt auch der moderne Eingang für den Besucher der historischen Räume und des Museums der Abtei. Die verbretterten Fenster dokumentieren die 2014 durchgeführte Renovierung dieses Gebäudes.

 

Unter dem mittig in der Fassade über der Tür angebrachten Wappenstein ist eine Initialkartusche angebracht, welche die verschränkten Initialen AW für Adolph Werner zeigt. Die umlaufende Inschrift trägt nur die Devise dieses Abtes: "SUAVITER ET FORTITER". Um das Inschriftenband liegt ein üppiger Rokoko-Rahmen; oben sind Inful und Krummstab zu sehen. Das Wappen folgt der zuvor gegebenen Beschreibung, auch hier ähneln die beiden äußeren Tierköpfe Löwenköpfen.

Eine vierte und letzte Wappendarstellung für Abt Adolph II. Werner ist an der Orangerie zu finden. Diese ist ein einstöckiges, spätbarockes Gebäude mit Mansarddach und befindet sich im südlichen Park- und Gartenbereich des Klosters, zur Südseite hin reichlich durchfenstert, nach Norden mit einer noch originalen Holztür zwischen zwei einfachen Fenstern versehen. Der Bau entstand 1755/56 und wurde 1955 wiederhergestellt.

 

Auch außerhalb des Klosters Eberbach sind Wappen von Abt Adolph II. Werner anzutreffen. Ein Wappenstein befindet sich am Eberbacher Hof (Erbacher Hof) in Limburg, In der Erbach 2, allerdings farblich phantasievoll und fernab der Erwartungen gefaßt. Ein nächster Wappenstein von 1758 befindet sich am Portalbogen zum Steinberg unweit des Klosters, hinter den modernen Wirtschaftsgebäuden oberhalb der Rebflächen (Domäne Steinberg). Ein weiteres, an anderer Stelle zum Steinberg führendes Tor besitzt einen auf 1766 datierten Wappenstein gleichen Inhalts. Ein weiterer Wappenstein dieses Abtes befindet sich am Riedhäuserhof in der Gemarkung Dornheim. Und in der nahen Domäne Neuhof befindet sich sein Wappen am Brennhaus in der Südostecke des rechteckigen Ensembles, undatiert. Ein weiteres, stark verwittertes und nicht mehr inhaltlich erkennbares Wappen befindet sich am Türsturz des Brennhauses.

Positionen der beschriebenen und abgebildeten Wappenfunde im Klosterbereich.

Liste der Äbte von Kloster Eberbach unter Hervorhebung der hier beschriebenen Wappenbesitzer:

Literatur, Quellen und Links:
Äbteliste: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Eberbach/Äbteliste - http://kloster-eberbach.de/kloster/historie/abts-chronologie.html -
Kloster Eberbach:
http://www.kuladig.de/Objektansicht.aspx?extid=P-TB-20100918-0017
Kloster Eberbach:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Eberbach
Lageplan:
http://kloster-eberbach.de/fileadmin/media/Stiftung/Lageplan_Legende_v2_A4_140dpi.pdf
Wolfgang Einsingbach, Wolfgang Riedel: Kloster Eberbach im Rheingau, Deutscher Kunstverlag Berlin München, 2. Auflage 2009, ISBN 978-3-422-02166-2
Wolfgang Einsingbach, Wolfgang Riedel: Kloster Eberbach, DKV-Kunstführer Nr. 267, Deutscher Kunstverlag Berlin München, 20. Auflage 2014, ISBN 978-3-422-02242-3
Yvonne Monsees, Grabmäler im Kloster Eberbach, ein Rundgang, hrsg. vom Freundeskreis Kloster Eberbach e. V., Eltville 2009, ISBN 978-3-00-027060-4
Dagmar Söder: Klosterlandschaft Eberbach. Das Kloster Eberbach als Wirtschaftsbetrieb und seine Spuren in der Rheingauer Landschaft. In: Meier, Johannes (Hrsg.): Klöster und Landschaft. Das kulturräumliche Erbe der Orden. Schriftenreihe des Westfälischen Heimatbundes, Münster, 2010, S. 39-59. Vgl. auch:
http://p7115.typo3server.info/fileadmin/alumni/CampusLandschaft2006/CL_Klosterlandschaft_Eberbach.pdf
Dagmar Söder, Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen: Rheingau-Taunus-Kreis I. (Altkreis Rheingau), hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden 2013.
Steinheimer Hof:
http://www.kuladig.de/Objektansicht.aspx?extid=P-TB-20110316-0021
Dilthey-Haus:
http://www.dilthey-haus.de/images/img/dilthey/dh4.jpg
Domäne Neuhof:
http://de.wikipedia.org/wiki/Domäne_Neuhof - http://www.kuladig.de/Objektansicht.aspx?extid=P-TB-20100918-0021
Michael Schnock:
http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Schnock
Abteigeschichte:
http://kloster-eberbach.de/kloster/historie/abtei-geschichte.html
Zisterzienser:
http://kloster-eberbach.de/kloster/historie/zisterzienser.html
Stiftung Kloster Eberbach:
http://kloster-eberbach.de/kloster/historie/die-stiftung.html
Klosterführer zum Download:
http://kloster-eberbach.de/fileadmin/media/Stiftung/Media/KlosterEberbach_Entdeckungsreise_web_2015-Feb.pdf
Die Zisterzienser - Ordensleben zwischen Ideal und Wirklichkeit, Schriften des Rheinischen Museumsamtes Nr. 10, Rheinland-Verlag, in Kommission bei Rudolf Habelt Verlag GmbH, Bonn, 1980, ISBN 3-7927-0557-5
Jens Rüffer: Die Zisterzienser und ihre Klöster - Leben und Bauen für Gott, WBG Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, Primus-Verlag 2008, ISBN 978-3-89678-618-0
Jean-Francois Leroux-Dhuys, Henri Gaud: Die Zisterzienser - Geschichte und Architektur, Éditions Mengès, Paris 1998, ISBN 2-84459-000-4, H. F. Ullmann Verlag 2007, ISBN 978-3-8480-0359-4

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