Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 2184
Rietberg (Kreis Gütersloh, Reg.-Bez. Detmold)

Das Franziskanerkloster in Rietberg und die Klosterkirche

Das Franziskanerkloster befindet sich in der Klosterstraße am Ostrand der historischen Altstadt. Das Kloster bildet ein mit den vier Ecken in die vier Himmelsrichtungen ausgerichtetes Viereck mit der Klosterkirche St. Katharina im Nordwesten und den Konventsräumen an den drei anderen Seiten. Der Südostflügel ist nach Nordosten verlängert und knickt zu einer äußeren, das Klostergeviert im Nordosten und im Nordwesten mit weiteren Flügeln vollendenden äußeren Bebauung ab, einen schmalen Hof zur Kirche einschließend. Weitläufige Grünanlagen entlang der Ems schaffen eine parkähnliche Atmosphäre rings um das Kloster. Einst war hier eine vom Fluß Ems umströmte Insel, auf der die Burg Rietberg ihren Ort hatte. Die Wälle der Stadt waren an dieser Stelle eingezogen, die Burg bildete eine Verteidigungseinheit für sich außerhalb der Stadtbefestigung. Der an den Befestigungen vorbeifließende Fluß war die wichtigste Sicherung der Anlage, weswegen damals bei der Gründung auch dieser Ort auf einer Emsdüne im Bereich des Emsknies gewählt wurde und nicht das verkehrsmäßig günstiger gelegene Neuenkirchen. Die Burg Rietberg wurde im 14. Jh. aufgegeben, als die Grafen ihren Wohnsitz aus der Stadt heraus in den Bereich der Emsniederung verlegten und ihre neue Burg im Süden der Stadt erbauten.

Das einst von einer Gräfte ringsum umgebene Gelände wurde völlig durch das Kloster überbaut. Die Gräfte zwischen Altstadt und Kloster bestand bis ins 18. Jh., und Holzstege führten zum Kirchenportal und zur Wagenpforte der Wirtschaftsgebäude des Klosters. 1745 beschloß die gräfliche Regierung, wegen der von dieser Gräfte ausgehenden Hochwassergefahr für die angrenzenden Altstadtbereiche, die Klosterumflut in die Ems abzuleiten und die Gräfte zuzudeichen. Vor allem wollte man festen Baugrund für weitere Bauten gewinnen, und so schüttete man den Gräftenbereich zu. Das letzte Teilstück zwischen Klosterstraße und Klostergarten ("toter Emsarm") wurde erst 1930 zugeschüttet. Archäologische Grabungen brachten 1997 und 2006 einige Fundamentreste der alten Burg zutage.

Das Kloster wurde genaugenommen 1618 gegründet. Hintergrund war, daß die Grafschaft, die sich unter Graf Otto IV. von Rietberg (-1553) der Reformation angeschlossen hatte und gut 70 Jahre lang evangelisch blieb, unter Johann III. von Ostfriesland-Rietberg (1566-23.1.1625), welcher zum Katholizismus übergetreten war, 1610 rekatholisiert wurde. Jedenfalls kam damals erstmals die Absicht auf, das Kloster zu gründen, und es wurden Mittel bereitgestellt, und 1618 wurde auch der Grundstein zu Kirche und Konvent gelegt. Jahrelang hatten die Jesuiten das Ihrige getan, um die Stadt- und Landbevölkerung wieder auf den Weg der katholischen Tugend zu bringen, und durch die Klostergründung sollte das wiedergewonnene Bekenntnis gefestigt werden, so der Gedanke des Stifters. Bis 1621 entstand der Kernbau der Klosteranlage, wie ein datierter Stein im Giebelfenster lehrt.

Aber erst 1629 wurde das Kloster endgültig gegründet, mit Gründungsurkunde und baulicher Vollendung. Die Kirche, ein vierjochiger Saalbau mit flacher Holzdecke und einem 3/6-Chorabschluß wurde 1629 durch den Paderborner Weihbischof Johannes Pelcking geweiht. Aus dem Fertigstellungsjahr der Kirche stammt der von Johannes Kotmann geschaffene, steinerne Hochaltar in den Formen der Spätrenaissance. Der linke Seitenaltar stammt aus dem Jahr 1635, die Kanzel von 1698.

Von diesem ersten Bau ist wenig übriggeblieben. Im Jahre 1725 wurde die Klosterkirche erweitert und um zwei Joche vergrößert und bekam dabei auch ein neues Portal. Schlichte Rundbogenfenster ersetzten das bisherige manierierte Maßwerk. In den Jahren 1729-1730 entstand das künstlerisch wertvolle, zweireihige Chorgestühl aus Eichenholz im Mönchschor. Das bedeutendste Ausstattungsstück der Kirche aus der Barockzeit ist die 1747 erworbene Orgel.

Das Klostergebäude ist ebenfalls barock und entstand zwischen 1716 und 1726, und die neue Vierflügelanlage schloß einen Kreuzgang ein. Die Grundsteinlegung in Anwesenheit des Grafen Fortunatus Joseph Maximilian Ulrich Graf von Kaunitz-Rietberg (2.3.1679-10.9.1746) erfolgte am 29.7.1716 durch Elbert Freiherr von Kückelsheim, Propst von Clarholz, und Everhard Gallenkamp, Abt des Zisterzienserklosters Marienfeld. Die Franziskaner betreuten auch die Schloßkapelle und kümmerten sich um die Seelsorge in den umliegenden Pfarrgemeinden, außerdem oblag ihnen die Lehrtätigkeit am Progymnasium.

Der Wirtschaftsflügel entlang der Ems wurde bis 1743 ergänzt. Die später erfolgte Trockenlegung der Gräfte rächte sich, denn durch das Absinken des Grundwasserspiegels drohten der Chor und die Verbindung zum Kloster einzustürzen. Der Bereich mußte neu fundamentiert werden, und 1888 mußte man die barocke Gewölbedecke der Kirche aus statischen Gründen entfernen, statt dessen zog man ein neugotisches Gewölbe von geringerem Gewicht ein, das weniger Schub auf die kritischen Mauern ableitete, sondern sich auf neu eingebaute Pfeilervorlagen stützt. Seitdem ist der Raumeindruck der Kirche ein komplett anderer. Ebenfalls neugotisch ist die Sakristeieinrichtung, deren barockes Schrankwerk im Jahre 1904 ersetzt wurde.

In späteren Zeiten war ein berühmter Gast des Klosters Pater Kilian Kirchhoff (1892-1944), der aus Rönkhausen im Sauerland stammte und hier 1933-1939 lebte und sich vor allem um die Übersetzung von Hymnen der byzantinischen Ostkirche verdient gemacht hatte. Das ehemalige Hauskloster hatte Nachwuchsschwierigkeiten und wurde 1967 zu einer Residenz herabgestuft. Seit 1969 ist im Klostergebäude das Jugendwerk Rietberg untergebracht, eine Einrichtung der freien Jugendhilfe, getragen vom Verein für Jugendhilfe im Erzbistum Paderborn e.V. Im Jahre 1975 wurde das Kloster gänzlich aufgehoben, und 1979 kehrte der letzte Franziskaner der Stadt den Rücken. Ebenfalls im Jahre 1979 wurden Kirche und Kloster dem Erzbistum Paderborn übergeben. Die Kirche St. Katharina wird nun von der katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist mitbetreut und genutzt. Die Verglasung der Kirche stammt von 1960. Der Klostervorplatz wurde 2007 neu gestaltet.

Über dem Kircheneingang sind zwei Ovalschilde unter einer großen, vergoldeten Laubkrone als Ehewappen vereint; sie stehen für Fortunatus Joseph Maximilian Ulrich Graf von Kaunitz-Rietberg (2.3.1679-10.9.1746) und seine Frau, Maria Ernestine Franziska Gräfin von Ostfriesland und Rietberg (4.8.1687-1.1.1758). Weil uns am Franziskanerkloster außen drei ganz verschieden aufgebaute Rietberg-Wappen begegnen, sei dieses Objekt zum Anlaß genommen, die komplette Wappenentwicklung aufzurollen.

Das Wappen der Grafen von Rietberg aus dem Hause Werl-Arnsberg:
Die ersten Grafen von Rietberg führten in Rot einen goldenen Adler, auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Decken je nach Quelle ein goldener Adler oder ein goldener Adlerrumpf zwischen zwei roten Flügeln. Das Wappen wird beschrieben im Westfälischen Wappenbuch und im Siebmacher Band: Souv2 Seite: 113-114 Tafel: 116-117, mit zahlreichen in alten Wappenbüchern aufgeführten Variationen. Im Grünenbergschen Wappenbuch ist der Adler im Schild blau gezungt und mit blauen Beinen versehen, während der Schnabel und die Krallen golden sind. Die Helmzier wird dort zu rot-goldenen Decken als goldener Adlerrumpf mit blauer Zunge zwischen zwei schräg nach außen gestellten roten Federn dargestellt. Im Redinghovenschen Wappenbuch ist ein gänzlich goldener Adler im Schild, in der Helmzier ein goldener Adlerrumpf mit blauer Zunge zwischen zwei roten Flügeln.

Da die ersten Grafen von Rietberg 1237 aus dem Haus Werl-Arnsberg-Cuyk hervorgegangen sind, ist auch das Rietberger Wappen eine Variation des Wappens der Arnsberger Grafen, denn jene führten in Rot einen silbernen Adler, auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken ein schwarzer Flug oder Flügel, beiderseits belegt mit einer wie der Schild bezeichneten Scheibe. Die frühesten Farbangaben stammen aus dem Wappenwerk des Herolds Gelre, dort ist der Adler goldenbewehrt. In manchen Darstellungen tauchen noch goldene Kleestengel auf, die auch zu einer goldenen Mondsichel reduziert sein können. Heute assoziiert man jedoch eine andere Farbgebung mit dem Arnsberger Wappen, so, wie es auch heute noch die Stadt Arnsberg führt, nämlich in Blau ein silberner Adler. Das liegt daran, daß die Kölner Kurfürsten die Feldfarbe im fürstbischöflichen Wappen von Rot auf Blau änderten, denn die Grafschaft Arnsberg wurde von Graf Gottfried IV. (ca. 1295-1371), der mit Anna von Kleve vermählt war, im Jahr 1368 an Kurköln verkauft, als sich abzeichnete, daß er mangels eigener Kinder keine befriedigende Nachfolgeregelung zustandebringen konnte. Die Aufnahme in den veränderten Farben erfolgte aber erst im 16. Jh. In der nämlichen Farbgebung fand das veränderte Wappenbild später auch in das vermehrte königlich-preußische Wappen Eingang.

Das Wappen der Grafen von Arnsberg wird beschrieben im Westfälischen Wappenbuch und im Siebmacher Band: Souv2 Seite: 112-113 Tafel: 114-116, mit zahlreichen in alten Wappenbüchern aufgeführten Variationen insbesondere des Helmschmucks. In der Darstellung bei Gelre handelt es sich um einen schwarzen, mit goldenen Blättchen belegten Flügel, in dessen Mitte eine rote Scheibe liegt. Das St.-Hubertus-Bruderschaftsbuch gibt einen schwarzen Flug an, belegt mit einer roten Scheibe mit einem silbernen Adler. Das Niederdeutsche Wappenbuch gibt zu rot-goldenen Decken einen Flug, rechts schwarz, links silbern und mit einer Scheibe mit dem Schildbild belegt. Ganz anders das Grünenbergsche Wappenbuch, mit einem silbernen Dreiberg mit einem schwarzen Hahnenfederbusch zu schwarz-silbernen Decken.

Das Wappen der Grafen von Rietberg, nachdem sie das Harlingerland geerbt hatten:
Der letzte Graf von Rietberg aus dem Arnsberger Geschlecht, Johann II. (-9.12.1562), führte erstmalig ein vermehrtes Wappen. Hintergrund war die im Jahr 1540 erfolgte Erbschaft des Harlingerlandes (Esens, Stedesdorf und Wittmund). Die Ansprüche kamen über seine Mutter, Onna (= Anna) Omken von Esens, die Tochter des ostfriesischen Häuptlings Hero Omken, die fünf Jahre nach dem Ableben ihres Mannes, Otto III. Graf von Rietberg (-18.12.1535), dessen zweite Frau sie war, von ihrem Bruder Balthasar, dem letzten der Häuptlingsfamilie Attena, erbte. Graf Johann II. mußte sich die Herrschaft erst mit seinem Bruder, Otto IV. Graf von Rietberg (-1553), teilen, ab 1553 war er alleiniger Herr über die Grafschaft und das Harlingerland. Sein Wappen war nach Siebmacher Band: Souv2 Seite: 114 Tafel: 121 gespalten, rechts in Rot ein goldener Adler (Stammwappen), links geviert, Feld 1 und 4: in Gold ein schwarzer, aufspringender Bär mit goldenem Halsband (Herrschaft Esens), Feld 2 und 3: in Blau zwei schräggekreuzte goldene Peitschen oder Geißeln (Herrschaft Stedesdorf-Wittmund). Dazu werden zwei Helme geführt, Helm 1 (rechts): Stammhelm, links eine Kombination: auf dem Helm mit blau-goldenen Decken eine blaue Lilie (Herrschaft Esens) zwischen zwei schräg nach außen gestellten, goldenen Peitschen oder Geißeln (Herrschaft Stedesdorf-Wittmund).

Bis zum Berumer Vergleich im Jahre 1600 blieb das Harlingerland in Personalunion mit Rietberg verbunden. Zwischenzeitlich wurde das Wappen jedoch zeitweise in das lippische Wappen aufgenommen, und das kam so: Graf Johann II. von Rietberg griff gerne mal auf Nachbargebiet zu und hatte sich 1556 gewaltsam eines Landstrichs im Harlingerland bemächtigt und danach das Dorf Lipperode geplündert, was den Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis zum Eingreifen brachte. Am 25.11.1556 fiel Graf Bernhard VIII. zur Lippe in Rietberger Gebiet ein und belagerte Schloß Rietberg. Bei dieser Belagerung hatte er die Unterstützung von Bischof Rembert von Paderborn als Landesherr - auch dieser hatte die Nase gestrichen voll von den ständigen Überfällen des Rietberger Grafen. 1557 wurde Schloß Rietberg beschossen, Graf Johann II von Rietberg mußte schließlich kapitulieren. Er wurde verhaftet und nach Köln überstellt, wo er 1562 im Gefängnis verstarb. Damit starb die männliche Linie der Grafen von Rietberg aus. Der Landgraf von Hessen zog die Grafschaft nach der Rietberger Fehde 1556 als erledigtes Lehen zunächst ein. Die Grafschaft kam unter die Verwaltung des Niederrheinisch-Westfälischen Kreises, ein Gremium des Heiligen Römischen Reiches. Erst 1565 wurden die Töchter Walburgis und Armgard nach Protesten gegen den Einzug des Lehens erneut mit der Grafschaft Rietberg belehnt. Graf Simon VI. zur Lippe, geb. 1554, reg. 1563-1613, war in erster Ehe seit dem 26.6.1578 vermählt mit Armgard von Rietberg. Der Sohn erheiratete sozusagen die Ansprüche, die sein Vater erobert hatte, denn Armgard von Rietberg war die Tochter des glücklosen Johann II. von Rietberg. Der lippische Graf heiratete also die Tochter des Mannes, den sein eigener Vater ins Gefängnis gebracht hatte. Und Simon hat die Erbansprüche seiner Frau nach der Erbteilung 1576 als seine eigenen Ansprüche ins Wappen aufgenommen. Die Ehe war kinderlos, Armgard starb 1584, und damit war das Rietberger Zwischenspiel im lippischen Wappen beendet. Ein aus der Zeit stammender Wappenstein am Schloß Varenholz zeigt dieses heraldische Intermezzo, der Hauptschild geteilt und zweimal gespalten, Feld 1 und 6: Lippe, Feld 2 und 5: Rietberg, Feld 3 und 4: Schwalenberg, Herzschild geviert: Feld 1 und 4: Esens, Feld 2 und 3: Stedesdorf-Wittmund, 3 Helme: Helm 1 (Mitte): Lippe, Helm 2 (rechts): Rietberg, Helm 3 (links): Esens und Stedesdorf-Wittmund. Und nach Armgards Tod 1584 fielen die Ansprüche zurück an ihre jüngere Schwester Walburgis, und über sie an ihren Mann Graf Enno von Ostfriesland, mit dem wir eine neue Dynastie in Rietberg beginnen.

Das Wappen der Grafen von Rietberg aus dem Hause Cirksena-Ostfriesland
Enno III. Graf von Ostfriesland (30.9.1563-1625) stammte aus der ostfriesischen Häuptlingsfamilie der Cirksena. Von Haus aus brachte er die goldene Harpyie in schwarzem Feld als Wappen mit, den gekrönten Jungfrauenadler, der von vier (2:2) goldenen Sternen (eigentlich sind das die Sporenräder der im 15. Jh. ausgestorbenen Häuptlingsfamilie Idzinga, die von dieser in der Anzahl drei (2:1) golden in blauem Feld geführt wurden) begleitet wird, auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken eine goldene Lilie auf einem schwarzen Straußenfedernbusch. Weil Enno in seiner ersten Ehe am 28.1.1581 die Erbin von Rietberg und damit auch des noch mit Rietberg in Personalunion verbundenen Harlingerlandes, Walpurgis Gräfin von Rietberg (-1586), geheiratet hatte, kam es zur Kombination all dieser Motive.

Das Wappen ist gespalten, rechts wiederum gespalten, Feld 1: in Rot ein goldener Adler (Grafschaft Rietberg), Feld 2: in Schwarz ein goldener Jungfrauenadler oder Königsadler, begleitet von vier (2:2) goldenen Sternen (Cirksena-Ostfriesland), links geviert: Feld 1 und 4: in Blau zwei gekreuzte goldene Peitschen oder Geißeln (Herrschaft Stedesdorf-Wittmund), Feld 2 und 3: in Gold ein schwarzer, aufspringender Bär mit goldenem Halsband (Herrschaft Esens). In dieser Geometrie wird das Wappen im Westfälischen Wappenbuch dargestellt, im Siebmacher Band: OÖ Seite: 146 Tafel: 43 sind die Vertikalen verschoben, so daß von einem schwarzen Pfahl mit dem ostfriesischen Jungfrauenadler zwischen Rietberg und dem Harlingerland die Rede ist. Aufgrund der harmonischeren Geometrie hat sich die Darstellung mit drei gleich breiten Abteilungen in Form eines zweimal zu drei Pfählen gespaltenen Schildes durchgesetzt.

Dazu werden drei gekrönte Helme geführt: Helm 1 (Mitte): auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken eine goldene Lilie vor einem schwarzen Straußenfedernbusch (Cirksena-Ostfriesland), Helm 2 (rechts): auf dem Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender goldener Adlerrumpf zwischen zwei roten Flügeln (Grafschaft Rietberg), Helm 3 (links): auf dem Helm mit blau-goldenen Decken eine blaue Lilie (Herrschaft Esens) zwischen zwei schräg nach außen gestellten, goldenen Peitschen oder Geißeln (Herrschaft Stedesdorf-Wittmund). So blieb das Wappen, bis 1699 die Erbgräfin von Rietberg aus dem Hause Cirksena-Ostfriesland den mährischen Grafen Kaunitz heiratete.

Das heraldisch linke Wappen über dem Portal der Kirche steht für die Ehefrau, Maria Ernestine Franziska Gräfin von Ostfriesland und Rietberg (4.8.1687-1.1.1758), und folgt dem zuvor erläuterten Aufbau mit einer Ausnahme, im linken Pfahl des zweigespaltenen Hauptschildes sind die Felder für Esens und Stedesdorf-Wittmund bereits vertauscht, so wie es auch die Grafen von Kaunitz-Rietberg führten. Motivation war offensichtlich die Angleichung der Anordnung in beiden Einzelwappen.

Bei den Grafen und späteren Fürsten von Ostfriesland aus der männlichen Nachkommenschaft von Enno III. Graf von Ostfriesland aus seiner zweiten Ehe hingegen flog Rietberg aus dem Wappen; Esens und Stedesdorf-Wittmund blieben natürlich drin, weitere Elemente fanden in das fürstliche Wappen Eingang. Enno Ludwig Graf von Ostfriesland (29.10.1632-4.4.1660) wurde am 22.4.1654 von Kaiser Ferdinand III. in den persönlichen Reichsfürstenstand erhoben. Eine Weitergabe des Fürstentitels nach dem Erstgeburtsrecht entfiel, weil er mit seiner Ehefrau Justine Sophie von Barby (14.4.1636-12.8.1677) zwei Töchter hatte, auf die am 16.10.1669 von Kaiser Leopold I. zu Wien der Reichsfürstenstand ausgedehnt wurde. Nachfolger wurde des ersten Fürsten jüngerer Bruder, Georg Christian Fürst von Ostfriesland (6.2.1634-6.6.1665), der am 18.4.1662 von Kaiser Leopold I. zu Regensburg in den erblichen Reichsfürstenstand erhoben wurde. Das fürstliche Wappen war gespalten und zweimal geteilt, Feld 1: Cirksena, Feld 2: in Rot ein gekrönter, goldener Adler mit je einer goldenen Krone auf den Flügeln (Geschlecht ten Brook oder Herrschaft Aurich), Feld 3: in Silber ein von drei nach oben gekehrten, blauen Mondsicheln begleiteter, roter Balken, darin sechs abwechselnd goldene und silberne Rauten (Herrschaft Manslagt), Feld 4: in Blau ein silberner Löwe mit gestürzter, goldener Halskrone (Geschlecht Ukena oder Herrschaft Leer), Feld 5: Esens, Feld 6: Stedesdorf-Wittmund. Dazu werden drei gekrönte Helme geführt: Helm 1 (Mitte): Cirksena-Ostfriesland, Helm 2 (rechts): auf dem Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender goldener Adlerrumpf zwischen zwei roten Flügeln (Geschlecht ten Brook oder Herrschaft Aurich), Helm 3 (links): Esens/Stedesdorf-Wittmund. Die drei Helme sind also genau gleich wie bei Ostfriesland-Rietberg, nur der rechte Helm steht bei gleichem Aussehen für einen anderen Inhalt. Das fürstliche Wappen wird beschrieben im Siebmacher Band: Souv2 Seite: 119 Tafel: 122.

Eine Sonderform des Rietberger Wappens für Graf Ernst Christoph
Ehe wir das letzte Kapitel in der Heraldik der Rietberger Grafen aufschlagen und einen Familienwechsel vornehmen, muß noch von einer Sonderform die Rede sein, die uns am Klostergebäude rechts neben der Kirche begegnet. Dazu laufen wir vom Kirchenportal eben wenige Meter nach rechts bis zu dem dort eingemauerten Wappenstein und nachher wieder zurück. Die kreisförmig die Wappendarstellung umgebende Umschrift lautet: "ERN(ST) CHR(ISTOPH) COM(ES) FRI(ESIAE) ORI(ENTALIS) ET RI(E)TB(ERGIAE) MARG(RAVIUS) S(ANCTI) MART(INI) ET..." - Ernst Christoph Graf von Ostfriesland und Rietberg, Markgraf von St. Martin.

Ernst Christoph Graf von Ostfriesland und Rietberg (1.4.1606-31.12.1640) war 1625-1640 regierender Graf von Rietberg, und im Jahr 1629 wurde er der Gründer des Hausklosters, eben dieses Franziskanerklosters, und daran erinnert dieser runde Wappenstein. Eigentlich hatte schon sein Vater das Kloster errichten wollen, aber dazu kam Johann III. nicht mehr. Es gab auch verzögernde Meinungsverschiedenheiten über die Ernennung des Hausoberen, der Graf ließ keinen Zweifel daran, daß er dies als seine Aufgabe ansah, während die Franziskaner das als interne Angelegenheiten des Ordenskonvents betrachteten. Darüber wurde Johann älter und sah sein Ende nahen, und so nahm er seinem Sohn auf dem Sterbebett das Versprechen ab, das Kloster endlich zu stiften. Dieser schaffte es, daß nur vier Jahre nach seinem Regierungsantritt, am 6.1.1629, die Gründungsurkunde für das Kloster ausgestellt werden konnte, und noch im gleichen Jahr wurde die Kirche eingeweiht. Graf Ernst Christoph überführte die Gebeine der eigentlichen Stifter, seiner Eltern, in die unter der Kirche gelegene Familiengruft. Seine Regierungszeit stand ganz im Schatten des Dreißigjährigen Krieges, an dem er selbst als Militärangehöriger teilnahm. 1631 wurde er kaiserlicher Oberst und später Vizemarschall, am 8.3.1634 wurde er kaiserlicher Generalfeldwachtmeister. Er heiratete am 10.11.1626 Albertine Marie Marquise de St. Martin. Da seine Ehe kinderlos blieb, erbte 1640 sein jüngerer Bruder die Grafschaft Rietberg. Seine Witwe heiratete danach ihren Cousin Charles de la Baume, der dann auch Marquis von St. Martin wurde. Aufgrund seiner Ehe wurde Graf Ernst Christoph Markgraf von St. Martin, Freiherr in Phäime, Bourgoignon und Brovet. Nachdem der kaiserliche Rat und Kämmerer am 31.12.1640 in Köln verstarb, wurde auch er in die Gruft unter der Franziskanerkirche überführt. Ernst Christoph verbrauchte während seiner Regierungszeit große Summen, so daß noch nach seinem Tod um die Entnahmen am Reichskammergericht prozessiert wurde.

Der gekrönte Wappenschild ist zweimal gespalten, Feld 1: geteilt, oben in Rot ein goldener Adler (Grafschaft Rietberg), unten in Gold ein schwarzer, aufspringender Bär mit goldenem Halsband (Herrschaft Esens), Feld 2: in Schwarz ein goldener Jungfrauenadler oder Königsadler, begleitet von vier (2:2) goldenen Sternen (Cirksena-Ostfriesland), Feld 3: geteilt, oben: in Gold ein hier ehemals schwarzer, eigentlich blauer, schrägrechter Zickzackbalken (Marquis de St. Martin, d'or à la bande vivrée d'azur), unten in Blau zwei schräggekreuzte goldene Peitschen oder Geißeln (Herrschaft Stedesdorf-Wittmund). In dieser Form ist die um ein Feld erweiterte Komposition allein für den genannten Wappenträger zutreffend.

Das Wappen der Grafen von Rietberg aus dem Hause Kaunitz-Rietberg
Mit der Heirat zwischen Fortunatus Joseph Maximilian Ulrich Graf von Kaunitz-Rietberg (2.3.1679-10.9.1746) und der Erbin von Rietberg, Maria Ernestine Franziska Gräfin von Ostfriesland und Rietberg (4.8.1687-1.1.1758), wurden die Wappen der Grafen von Kaunitz und der Grafen von Rietberg vereinigt. Ersteres wurde letzterem als Herzschild aufgelegt. Die Kaunitz führten die gekreuzten Seerosen, die sie durch Quadrierung mit der Rose der Sesyma-Austi vereinigt hatten. Das Harlingerland war weiterhin im Wappen als Anspruch vertreten, aber die Motive wechseln die Plätze. Im Vergleich zum vorherigen Wappen wurden zudem der zweite und der dritte Pfahl aus geometrischen Gründen vertauscht.

Doch blicken wir zunächst zu den Anfängen des Kaunitz-Wappens zurück: Das alte Stammwappen bildeten in Rot zwei entwurzelte silberne Wasserpflanzen, die Stengel unten schräggekreuzt, am oberen Ende je ein einwärts gebogenes Blatt. Über die älteste Helmzier existieren keine Unterlagen, doch darf aus der Verwandtschaft mit anderen dem slawischen Häuptlingsstamm der Lekna entsprossenen Familien wie den von Stosch, den von Martiniz etc. geschlossen werden, daß das älteste Kleinod ein mit dem Schildbild belegter Flug war, so wie ihn die von Stosch führen. Auch die von Talmberg führen dieses Motiv. Ein abweichendes Kleinod taucht 1488 in einem Diplom auf, angeblich eine durch König Kasimir IV. von Polen erfolgte "Besserung", auf einem gekrönten Helm ein halsgekrönter, golden bewehrter, roter Hirsch wachsend. Vermutlich betraf diese Änderung nur eine Linie, welche wieder erloschen ist, denn später findet sich keinerlei Nachhall dieses Motivs. Später hat sich als Kleinod bei der mährischen Linie ein schwarzer Flügel zu rot-silbernen Decken durchgesetzt, während bei der böhmischen Linie der Flug mit dem Schildbild auftaucht. Das Wappen wird beschrieben im Westfälischen Wappenbuch und im Siebmacher Band: FstM Seite: 43-45 Tafel: 94-100.

Beide, die böhmische und die mährische Linie, gehen auf einen gemeinsamen Stammvater zurück, den kaiserlichen Kämmerer und Landrat in Mähren Ulrich V. Freiherr von Kaunitz und Austerlitz (1569-1617). Sein Sohn Friedrich von Kaunitz (26.7.1597-1627) gründete die ältere, böhmische Linie, während sein Sohn Leo Wilhelm Freiherr von Kaunitz auf Austerlitz (16.1.1614-31.10.1655), Landrechtsbeisitzer in Böhmen, k.k. Geheimrat, Kämmerer, Oberstlandrichter in Mähren, die mährische Linie stiftete. Beide Linien bekamen am 16.5.1640 den böhmischen Grafenstand. Friedrichs Sohn Rudolph Graf von Kaunitz (-1689) erhielt außerdem am 20.4.1664 zu Regensburg die Ausdehnung des Grafenstandes auf die Reichs- und Erblande.

Leo Wilhelm aus der mährischen Linie erhielt am 12.6.1642 den erbländischen Grafenstand, wobei sein Wappen vermehrt wurde. Das Symbol der alten mährischen Familie Sesyma-Austi wurde aufgenommen; das Wappen war nun geviert, Feld 1 und 4: in Rot zwei entwurzelte silberne Wasserpflanzen, die Stengel unten schräggekreuzt, am oberen Ende je ein einwärts gebogenes Blatt (Grafen Kaunitz), Feld 2 und 3: in Gold eine goldenbebutzte, blaue Rose (Sesyma-Austi, Herrschaft Landstein). Dazu wurden drei gekrönte Helme geführt, Helm 1 (Mitte): auf dem Helm mit blau-goldenen Decken eine golden bebutzte und grün bespitzte blaue Rose (Sesyma-Austi, Herrschaft Landstein), Helm 2 (rechts): auf dem Helm mit blau-goldenen Decken ein wachsender, goldener, gekrönter, doppelschwänziger Löwe (zu Sesyma-Austi, Herrschaft Landstein), Helm 3 (links): auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein geschlossener schwarzer Flug (Kaunitz). Die Decken werden in der Regel nicht individuell differenziert, sondern rechts rot-silbern und links blau-golden geführt.

Nach der Rietberger Erbschaft führten die Grafen von Kaunitz zunächst das unveränderte Wappen der vorigen Grafen von Rietberg mit aufgelegtem Herzschild, also den Hauptschild zweimal gespalten zu drei Pfählen, Feld 1: in Rot ein goldener Adler (Grafschaft Rietberg), Feld 2: in Schwarz ein goldener Jungfrauenadler oder Königsadler, begleitet von vier (2:2) goldenen Sternen (Cirksena-Ostfriesland), Feld 3: geviert, Feld a und d: in Blau zwei gekreuzte goldene Peitschen oder Geißeln (Herrschaft Stedesdorf-Wittmund), die meist zu Fähnchen verändert werden, Feld b und c: in Gold ein schwarzer, aufspringender Bär mit goldenem Halsband (Herrschaft Esens), Herzschild geviert, Feld 1 und 4: in Rot zwei entwurzelte silberne Wasserpflanzen, die Stengel unten schräggekreuzt, am oberen Ende je ein einwärts gebogenes Blatt (Grafen Kaunitz), Feld 2 und 3: in Gold eine goldenbebutzte, blaue Rose (Sesyma-Austi). Dazu werden drei gekrönte Helme geführt: Helm 1 (Mitte): auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken eine goldene Lilie vor einem schwarzen Straußenfedernbusch (Cirksena-Ostfriesland). Helm 2 (rechts): auf dem Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender goldener Adlerrumpf zwischen zwei roten Flügeln (Grafschaft Rietberg), Helm 3 (links): auf dem Helm mit blau-goldenen Decken eine blaue Lilie (Herrschaft Esens) zwischen zwei schräg nach außen gestellten, goldenen Peitschen oder Geißeln (Herrschaft Stedesdorf-Wittmund), die meist zu Fähnchen verändert werden. Kein einziges Kleinod der Grafen von Kaunitz wurde anfangs geführt.

Das änderte sich jedoch bald, denn die Inhalte im Schild wurden anders gruppiert, nämlich: Hauptschild zweimal gespalten, Feld 1: in Rot ein goldener Adler (Grafschaft Rietberg), Feld 2: geviert, Feld a und d: in Gold ein schwarzer, aufspringender Bär mit goldenem Halsband (Herrschaft Esens), Feld b und c: in Blau zwei gekreuzte goldene Peitschen oder Geißeln (Herrschaft Stedesdorf-Wittmund), die meist zu Fähnchen verändert werden, Feld 3: in Schwarz ein goldener Jungfrauenadler oder Königsadler, begleitet von vier (2:2) goldenen Sternen (Cirksena-Ostfriesland), Herzschild geviert, Feld 1 und 4: in Rot zwei entwurzelte silberne Wasserpflanzen, die Stengel unten schräggekreuzt, am oberen Ende je ein einwärts gebogenes Blatt (Grafen Kaunitz), Feld 2 und 3: in Gold eine goldenbebutzte, blaue Rose (Sesyma-Austi). Dazu werden drei (wie oben) oder sechs gekrönte Helme geführt: Helm 1 (Mitte rechts): auf dem Helm mit blau-goldenen Decken eine golden bebutzte und grün bespitzte blaue Rose (Sesyma-Austi), Helm 2 (Mitte links): auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein geschlossener schwarzer Flug (Kaunitz), Helm 3 (rechts innen): auf dem Helm mit blau-goldenen Decken ein wachsender, goldener, gekrönter, doppelschwänziger Löwe (zu Sesyma-Austi, Herrschaft Landstein), Helm 4 (links innen): auf dem Helm mit blau-goldenen Decken eine blaue Lilie (Herrschaft Esens) zwischen zwei schräg nach außen gestellten, goldenen Peitschen oder Geißeln (Herrschaft Stedesdorf-Wittmund), die meist zu Fähnchen verändert werden, Helm 5 (rechts außen): auf dem Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender goldener Adlerrumpf zwischen zwei roten Flügeln (Grafschaft Rietberg), Helm 6 (links außen): auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken eine goldene Lilie vor einem schwarzen Straußenfedernbusch (Cirksena-Ostfriesland). Dies ist die maximal mögliche Anzahl Helme.

Das heraldisch rechte Wappen über dem Portal der Kirche steht für den Ehemann, Fortunatus Joseph Maximilian Ulrich Graf von Kaunitz-Rietberg (2.3.1679-10.9.1746), der 1699 Graf von Rietberg wurde, kaiserlicher Wirklicher Geheimer Rat, Landeshauptmann von Mähren, Ritter des Goldenen Vlieses und Gesandter im Reich und zu Rom war und die Rietberger Erbin Maria Ernestine Franziska Gräfin von Ostfriesland und Rietberg (4.8.1687-1.1.1758) geheiratet hatte. Es folgt dem zuvor erläuterten Aufbau mit der Umgruppierung der erheirateten Motive im Hauptschild.

Es werden zum fürstlichen Wappen zwei Schildhalter geführt, rechts ein gekrönter, doppelschwänziger, goldener Löwe, links ein schwarzer Bär mit goldenem Halsband. Es werden weitere Varianten beschrieben, bei denen auch die Helme 4 und 6 den Platz wechseln können. Ferner taucht in manchen fürstlichen Wappen noch die klassische Anordnung mit dem Cirksena-Feld in der Mitte und dem Stedesdorf-Wittmund-Feld in den höherwertigen Plätzen des gevierten, dritten Feldes auf, so in einem Wappendiplom des Jahres 1775. Die fürstlichen Wappen werden ferner mit entsprechenden Prunkstücken wie Wappenmantel etc. dargestellt.

Das Wappen der Grafen von Rietberg aus dem Hause Kaunitz-Rietberg, zusätzlich Grafen von Questenberg
Eine weitere und letzte Wappenvermehrung gab es, als Dominicus Andreas II. Fürst von Kaunitz-Rietberg Graf von Questenberg (30.3.1739-26.11.1812) vom letzten Grafen Questenberg unter der Bedingung der Namens- und Wappenvereinigung zum Universalerben eingesetzt wurde und am 9.5.1752 Graf von Questenberg und Rietberg wurde. Die Verbindung ist etwas um die Ecke, denn der Erblasser war der Mann der Schwester seines Vaters. Die Eltern von Fürst Dominicus Andreas waren Wenzel Anton Joseph Maria Blasius Dominik Fürst von Kaunitz-Rietberg (2.2.1711-27.6.1794) und Maria Ernestina Franciska Xaveria Eustachia Gräfin von Starhemberg (10.10.1717-6.9.1749). Letztere war die Tochter von Franz Joseph Maria Graf von Plettenberg-Wittem (1714-1779), Herr zu Nordkirchen, und Maria Aloisia Franziska von Lamberg (14.12.1718-27.3.1796). Des Vaters Schwester Maria Antonia Josepha Justine von Kaunitz-Rietberg (15.6.1708-1778) hatte Johann Adam Graf von Questenberg (-1752) geheiratet, den Sohn von Johann Anton Franz Graf und Herr von Questenberg (1633-1686) und Maria Katharina Freiin von Stadel (1641-1686). Graf Johann Adam hatte in erster Ehe ausschließlich Mädchen erhalten, und seine zweite Ehe mit der Tante von Dominicus Andreas blieb kinderlos. Also verfaßte er 1750 ein Testament, welches seinen Neffen begünstigte.

Dem oben beschriebenen Wappen wurde ein weiterer Schild als dritte Ebene aufgelegt, so daß der Hauptschild das Rietbergsche Erbe widerspiegelt, der Mittelschild das vermehrte Kaunitz-Wappen und der Herzschild für Questenberg steht. Dem zuvor beschriebenen Wappen wird also ein golden-blau gevierter Herzschild mit einem schwarzen, golden gekrönten Löwen aufgelegt (Questenberg). Es wurde dabei nicht das komplette Wappen der Grafen von Questenberg übernommen, sondern nur dessen Stammkomponente.

Nach dem Diplom vom 3.12.1761, welches die Namens- und Wappenvereinigung bestätigte, werden dazu vier gekrönte Helme geführt: Helm 1 (Mitte rechts): eine golden bebutzte und grün bespitzte blaue Rose (Sesyma-Austi), Helm 2 (Mitte links): ein geschlossener schwarzer Flug (Kaunitz), Helm 3 (rechts außen): ein wachsender, goldener, gekrönter, doppelschwänziger Löwe (zu Sesyma-Austi, Herrschaft Landstein), Helm 4 (links außen): ein wachsender schwarzer, golden gekrönter Löwe (Questenberg), Decken rechts rot-silbern und links blau-golden. Es wurde dabei nicht das komplette Oberwappen der Grafen von Questenberg übernommen, das aus drei Helmen bestand, sondern nur ihr Stammhelm.

Wappen im Innern von Kirche und Kloster (ohne Abb.)

Literatur, Links und Quellen:
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
Grafschaft Rietberg: http://de.wikipedia.org/wiki/Grafschaft_Rietberg
Liste der Grafen von Rietberg:
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Grafen_von_Rietberg und dort verlinkte Einzelportraits
Die Grafen von Rietberg:
http://www.kaunitz-rietberg.de
Haus Rietberg:
http://www.kaunitz-rietberg.de/kaunitz/rietberg.html und dort verlinkte Einzelportraits
Haus Ostfriesland:
http://www.kaunitz-rietberg.de/kaunitz/ostfriesland.html und dort verlinkte Einzelportraits
Haus Kaunitz:
http://www.kaunitz-rietberg.de/kaunitz/haus_kaunitz.html und dort verlinkte Einzelportraits
Wappen Kaunitz-Rietberg: Max von Spießen (Hrsg.): Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Zeichnungen von Professor Ad. M. Hildebrandt, 1. Band, Görlitz 1901 - 1903.
Siebmachers Wappenbücher wie angegeben
Hinweistafeln am Objekt
ehem. Burg Rietberg:
http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Rietberg - http://www.ms-visucom.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=3219
Burg Rietberg:
http://www.rietberg.de/tourismus/touristikinformationen/stadtgeschichte/als-erstes-die-burg-von-rietbike-nach-rietberg.html
Siebmachers Wappenbücher wie angegeben, insbes. Bände Souveräne und Fürsten.
Ernst Christoph Graf von Ostfriesland und Rietberg
http://www.kaunitz-rietberg.de/kaunitz/ostfriesland/ernst_christoph_i.html
Manfred Beine: Die Franziskanerkirche St. Katharina und das ehem. Kloster zu Rietberg, hrsg. von der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist, Rietberg 2008
Manfred Beine: Das ehem. Franziskanerkloster Rietberg und seine Kirche St. Katharina -
http://www.heimatverein-rietberg.de/Flattblatt%20Klosterkirche280208.htm (Text des zuvor erwähnten Kirchenführers ohne die Photos)
Manfred Beine: Denkmal des Monats - Dezember 2010, Südliches Westfalen und Münsterland, Ehem. Franziskanerkloster (Rietberg) -
http://www.hist-stadt.nrw.de/Aktuelles/denkmal_des_monats.php?id=MTY=&date=MjAxMA== (Kurzform der zuvor genannten Quelle)
Klosterkirche St. Katharina:
http://klosterlandschaft-owl.de/klosterorte/rietberg-klosterkirche-st-katharina
P. Benno Nordberg O. F. M.: Franziskanerkirche St. Katharina Rietberg, Schnell-Kunstführer Nr. 1155, München / Zürich 1978
Manfred Beine, Käthe Herbort: Rietberg - historischer Stadtrundgang, Westfälische Kunststätten 67, 2. Auflage, Münster 2008, hrsg. vom Westfälischen Heimatbund in Verb. mit dem LWL-Amt für Denkmalpflege in Westfalen und dem Kulturamt der Stadt Rietberg, 86 S.

Johannes-Nepomuk-Kapelle - das Rietberger Rathaus - Progymnasium - Pfarrkirche St. Johannes Baptist

Ortsregister - Namensregister - Regional-Index
Zurück zur Übersicht Heraldik

Home

© Copyright / Urheberrecht an Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2015
Impressum
Bestandteil von
www.dr-bernhard-peter.de und www.heraldik-leitfaden.de