Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 2177
Admont (Bundesland Steiermark, Österreich)

Das Benediktinerstift Admont

Das in der ersten Hälfte des 11. Jh. gegründete Kloster Admont, das älteste noch bestehende Kloster der Steiermark, ist ein Benediktinerstift im gleichnamigen Ort, in einem Talbecken zwischen großartigen Gebirgslandschaften gelegen. Die Gründung ging von den Salzburger Erzbischöfen aus, und die ersten Mönche kamen aus St. Peter in Salzburg. Die erste Zeit des Klosters war geprägt von den Wirren des Investiturstreites, während der sein Gründer, der Erzbischof Gebhard, zeitweise ins Exil gehen mußte. Mit der von Cluny und Hirsau ausgehenden benediktinischen Reform erholte sich das Kloster rasch und stieg im Hoch- und Spätmittelalter zu großer Blüte auf: Es wurde ein weithin ausstrahlendes geistliches und geistiges Zentrum und selbst Träger der Reformbewegung, von dem aus viele Mönche als Äbte in andere österreichische und süddeutsche Klöster berufen wurden. Das Kloster wurde durch ausgedehnten Grundbesitz in Kärnten, Tirol und Salzburg, in Bayern und in Ober- und in Niederösterreich wohlhabend und investierte in soziale Unternehmungen, Wissenschaft, Kunst und Kultur. Das Skriptorium machte Admont zu einem wichtigen Ort mittelalterlicher Buchkultur. Die Klosterbibliothek ist auch heute noch weltberühmt. In der Reformationszeit erlitt das Kloster einen personellen und wirtschaftlichen Niedergang, insbesondere weil Grundbesitz zur Finanzierung der Türkenkriege verkauft werden mußte. Die Gegenreformation brachte eine neue Konsolidierung und führte seit 1600 zu einem Neubau von Kirche und Konvent. Die zweite große Blüte des Klosters lag in der Zeit des Hoch- und Spätbarocks. Durch die Gründung des Klostergymnasiums 1644 wurde das Kloster wieder fest in die Bildung und Wissenschaft eingebunden. Großartige Bauprojekte wurden in Angriff genommen, und man gab der Klosterbibliothek mit den neuen Räumen einen prunkvollen Rahmen, der seinesgleichen sucht. Man wollte sogar im Spätbarock noch einmal das ganze Kloster neu erbauen, das Konzept um 1735 sah eine gewaltige Anlage mit sieben Innenhöfen und vierzehn Risaliten an den Eck- und Kreuzungspunkten sowie in der Mitte der Hauptfassaden vor, doch dieses Konzept wurde nur zum Teil verwirklicht. Was wir heute sehen, umfaßt weniger als ein Fünftel der gigantischen Planung von Gotthard Hayberger. War dessen Plan schon von Anfang an undurchführbar, so wurde auch der reduzierte Plan nie ganz verwirklicht, so daß man heute alte Abteigebäude aus der Zeit um 1600-1650 und neue Abteigebäude aus der Mitte des 18. Jh. hat. Und trotzdem sind die Ausmaße so gewaltig, daß das Stift Admont seinerzeit das größte Kloster und das weitläufigste Gebäude der ganzen Steiermark war. Doch diese riesige Anlage fiel am 27.4.1865 einem Brand zum Opfer, der fast alle Gebäude bis auf die Außenmauern vernichtete, den Altbau aber stärker als den Neubau beschädigte. Wie durch ein Wunder blieb die Bibliothek samt Inhalt verschont. Die alten Abteigebäude aus der Zeit um 1600-1650, die den Raum zwischen den drei neuen Flügeln füllten und westlich davon standen, wurden bis auf zwei noch bestehende Flügel komplett abgerissen, ebenso die völlig zerstörte Kirche. Die drei großen Trakte der Abteigebäude aus der Mitte des 18. Jh., die weniger stark zerstört waren, wurden jedoch wiederaufgebaut. Anstelle der alten Klosterkirche baute man einen neugotischen Ersatz. Aber auch der Neubau der Klostergebäude blieb ein Torso: Das Geviert der neuen Abteigebäude wurde auf der Westseite nicht geschlossen, und der Verbindungsbau im Hof, dessen Ansatzstelle man gut erkennen kann, wurde nie ausgeführt. Und danach kamen andere wirtschaftliche Sorgen, so daß der Torso letztendlich blieb, wie er war. So kommt es zu einem zweigeteilten Innenhof anstelle von einst sechs Höfen. Der Höhepunkt ist in jedem Fall die Bibliothek mit ihren rund 200000 Bänden, ein Hort von über einem Jahrtausend abendländischer Kulturgeschichte; darunter befinden sich rund 1400 Handschriften, der größte Teil aus der Zeit vor 1500, allein rund 200 Bände aus dem 12. Jh., der ersten großen Blütezeit des Klosters. Ca. 500 Inkunabeln, also bis ca. 1500 angefertigte Wiegendrucke, werden in Admont aufbewahrt. Aus der Zeit von 1500 bis 1520 kommen noch einmal rund 400 frühe Drucke hinzu. Neben dem musealen Bibliotheksbereich im Ostflügel sind im Südflügel weitere Museen untergebracht, die den österreichischen Museumspreis 2005 erhielten, das Kunsthistorische Museum mit der Sammlung an sakraler Kunst aus Mittelalter, Renaissance und Barock, die multimediale Stiftspräsentation, das Naturhistorische Museum und das - für ein Kloster ungewöhnliche - Museum für Gegenwartskunst, und in diesem Südtrakt finden jährlich wechselnde Handschriftenausstellungen ihren Platz. Im Ostflügel ist neben der die beiden Obergeschosse einnehmenden Bibliothek das Archiv des Stifts untergebracht. In der nördlichen Hälfte des Osttraktes und im Nordtrakt liegen die Wohnräume der Klosterangehörigen. Im kurzen Westtrakt liegen die Sakristei, ein Festsaal und die Prälatur mit den Arbeits- und Wohnräumen des Abtes.

An der Westseite führt im erhaltenen Abschnitt der Umfassungsmauer dieses frühbarocke Portal zum Klosterkomplex, genauer zum Bereich der von der alten Abtei übriggebliebenen Gebäude mit einem Westtrakt und einem Südtrakt; dort liegen die Stiftsverwaltung, die Stiftsapotheke, das Blumenhaus und die Gärtnerei sowie der Stiftskeller, außerdem sind im Südflügel die Bauabteilung und Gebäudeverwaltung untergebracht. Dieses Portal steht also zwischen Straße und Marienpark einerseits und Stiftskellerhof andererseits. Der gesprengte Dreiecksgiebel, auf dessen beiden Teilstücken eine schmückende Kugel befestigt ist, enthält in der Mitte auf einem von Voluten flankierten Sockel einen nadelförmigen Obelisken. Neben den Kapitellen und auf der rustizierten Portalumrahmung befindet sich das Wappenpaar für Abt Urban Weber (lebte 1599-1659). Er stammte aus Böhmisch Krumau und trat 1618 ins Kloster Admont ein. Nach seinem Studium der Theologie in Graz und Salzburg wurde er 1625 Prior im Kloster. Er amtierte 1628-1659 als 47. Abt; bei seiner Wahl war er gerade einmal 29 Jahre alt. Dazu war er noch Präses des Salzburger Benediktinerverbandes und ab 1641 Visitator. Er gilt als Erneuerer des Klosters und wird auch "Dritter Gründer" genannt, weil er in Admont einer der baufreudigsten Äbte war und Konventsgebäude und Kirche neu gestalten ließ (u.a. Neubau des Hauptportales), ferner war er der Erbauer des Schlosses Röthelstein, außerdem ließ er die 1629 erworbene Burg Strechau umbauen und dort noch eine Kapelle errichten. Im Kloster Admont setzte er sich sehr für den Ausbau der angeschlossenen Bildungseinrichtungen ein. Er richtete 1640 eine Lateinschule und ein Konvikt ein und gründete 1644 das noch heute bestehende Stiftsgymnasium nach dem Stil der Jesuitenschulen, die er selbst als Jesuitenzögling bestens kannte. Als sechsklässige Bildungsstätte wurde das Stiftsgymnasium konzipiert, und es galt damals als modernstes seiner Zeit. Nach Kremsmünster ist Admont die zweitälteste, heute noch in Betrieb befindliche Schule ihrer Art in Österreich. Und sie hatte 2008/09 eine Größe von 655 Schülern, 28 Klassen und 70 Lehrern. Das von Urban Weber gegründete Konvikt besteht aber heute nicht mehr, es wurde um die Jahrtausendwende geschlossen.

 

Der heraldisch rechte Ovalschild zeigt das Stiftswappen von Admont, von Silber und Rot gespalten mit zwei anstoßenden, facettierten Rauten in verwechselten Farben. Der andere Ovalschild enthält das persönliche Wappen des Abtes, geviert, Feld 1 und 4: eine mit der Traube hier schrägrechts nach oben gestellte, gestielte Weintraube mit zwei Weinblättern, Feld 2 und 3: ein Doppelsturzsparren zwischen drei (2:1) Sternen. Legt man die vorhandene Farbgebung zugrunde, wären die Farben in Feld 1 und 4 rot-silbern, in Feld 2 und 3 schwarz-silbern mit goldenen Sternen (Hinweise zu den korrekten Tinkturen bei allen Abtswappen willkommen). Über jedem der beiden Einzelwappen ist mittig eine Inful, hinter jeder Kartusche ragen zwei schräggestellte Abtsstäbe heraus. Die Weintraube ist ein Bezug zum Namen Urban, weil der hl. Urban der Patron aller Berufe ist, die mit Wein zu tun haben. Der Doppelsturzsparren könnte auf den Anfangsbuchstaben seines Familiennamens anspielen.

Weitere Wappen des Abtes Urban Weber finden sich auch am Admonter Hof am Kaiser-Franz-Josef-Kai Nr. 6-12 in Graz, ein Wappenstein vorzüglicher Qualität befindet sich in Admont im Museum, weiterhin begegnet uns sein Wappen als Stuckarbeit im Festsaal der Burg Strechau in der Obersteiermark.

Heraldische Spuren seines Amtsnachfolgers sehen wir im weitläufigen Innenhof des Klosters. Der riesige Innenhofbereich von anderthalb Hektar Fläche ist nicht vollständig umbaut, im Westen befindet sich im südlichen Bereich eine Lücke, die aber durch die weiter zurückgesetzten Nebengebäude nicht wirklich die Geschlossenheit des Ensembles beeinträchtigt. Der rechteckige Innenhof hat zwei unterschiedliche Bereiche: Der südliche Bereich (Arboretum) wird von rechtwinklig angelegten Wegen, Rasenflächen und Beeten sowie von uralten Blutbuchen geprägt, während der nördliche Teil (Rosarium) ein von kreuzförmigen Wegen durchschnittenes Rondell mit Kreissegmenten voller Blumenbeete besitzt, und im Zentrum des Rondells steht der Neptunbrunnen mit achteckigem Trog und ebensolchem Stufenpodest. Der Brunnen entstand 1665 und wurde vom Salzburger Bildhauer Franz Pernegger geschaffen. Er stand früher woanders, nämlich im alten Prälatenhof, und er kam erst im Zuge des Wiederaufbaus nach 1865 an diese neue Stelle.

 

In der Mitte des achteckigen Troges des Neptun-Brunnens erhebt sich die Brunnensäule mit hochgestellter Brunnenschale. Am Sockel unter derselben befinden sich zwei einzelne Wappen, auf der Vorderseite das Stiftswappen wie beschrieben, auf der Rückseite das persönliche Wappen des Abtes Raimund Sittikus Freiherr von Rehlingen (8.6.1617-15.7.1675). Abt Raimund stammte aus Salzburg und war der Sohn von Friedrich II. von Rehlingen (ca. 1581/82-6.12.1632), der hochfürstlicher Hofrat in Salzburg war, und dessen Frau, Maria von Haunsperg. Raimund wurde 1633 Mönch, studierte dann Theologie in Salzburg und wurde dort selbst Mitglied des Lehrkörpers, er unterrichtete 1644-1646 Philosophie und 1648-1651 Moraltheologie. Raimund hatte mehrere Schwestern, die auch geistlich wurden, Maria Johanna Franziska von Rehlingen (27.12.1624-) wurde in Salzburg auf dem Nonnberg Äbtissin (1657-1693), Maria Barbara von Rehlingen wurde als Schwester Maria Angelina Nonne im Salzburger Loreto-Kloster, und Maria Katharina von Rehlingen (-1706) wurde als Schwester Maria Benedicta Subpriorin in Salzburg auf dem Nonnberg. Auch ein weiterer Bruder wurde geistlich: Kaspar Sebastian von Rehlingen (1626-1676) wurde Benediktiner im Kloster Tegernsee.

Im Kloster Admont stieg Raimund 1653 zum Prior auf und wurde schließlich 1659 zum 48. Abt gewählt, was er bis zu seinem Tod 1675 blieb. Außerdem wurde er noch 1660 kaiserlicher Rat. Er setzte am Kloster die Baupolitik seines Vorgängers fort und betrieb die Barockisierung des Klosters, und zur Mittelbereitstellung für die ehrgeizigen Bauprojekte wurde ab 1674 der Kupferbergbau intensiviert. Das persönliche Wappen des Abtes ist geviert, Feld 1 und 4: in Blau zwei silberne Spitzen, jede mit einer silbernen Rose besteckt (Rehlingen), Feld 2 und 3: golden-schwarz geteilt, oben aus der Teilungslinie wachsend Kopf und Vorderbeine eines schwarzen Hirschkäfers (Dietenhaimer/Dietenheim). Das Wappen wird beschrieben im Siebmacher Band: Salz Seite: 54 Tafel: 22, siehe auch Band: NÖ1 Seite: 374 Tafel: 207. Zu diesem Wappen würden zwei Helme gehören, Helm 1 (rechts): auf dem Helm mit blau-silbernen Decken ein Paar blauer Büffelhörner, jedes Horn mit einer silbernen, oben mit einer silbernen Rose besteckten Spitze belegt (Rehlingen), Helm 2 (links): auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken ein golden-schwarz geteilter Flug, jeder Flügel oben mit einem aus der Teilung wachsenden Hirschkäfer (Dietenhaimer/Dietenheim). Über beiden Kartuschen ist ein geflügelter Engelskopf zu sehen, auf dessen Haupt eine Inful ruht. Krummstäbe sind keine vorhanden. Bei beiden Wappen ist unten zu sehen, daß der Künstler zwei Ösen gemeißelt hat, durch die ein Seil gezogen ist, als wolle er die beiden Kartuschen auf Vorder- und Rückseite des Brunnensäulensockels miteinander verzurren.

Das Wappen der aus Altbayern stammenden und dann in Salzburg ansässigen von Rehlingen machte eine interessante Entwicklung durch: Das erste Wappen gemäß einer Bestätigung durch Kaiser Karl V. vom 10.7.1541 ist geviert, Feld 1 und 4: in Blau zwei silberne Spitzen, jede Spitze oben mit einem naturfarbenen Waldschwamm besteckt (wie das Diplomskonzept in den Reichsakten sagt, ein Schwamm, Rechling genannt, demnach ist es ein redendes Wappen; im bayerischen Dialekt wird ein "Schwammerl" auch heute noch "Reherl" genannt; das wäre dann ein Pfifferling), Feld 2 und 3: schwarz-silbern gespalten mit einem Zickzackbalken in verwechselten Farben. Dazu werden zwei Helme geführt, Helm 1 (rechts): auf dem Helm mit blau-silbernen Decken ein Paar blauer Büffelhörner, jedes Horn mit einer silbernen, oben mit einem natürlichen Waldschwamm besteckten Spitze belegt, Helm 2 (links): auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein Flug, jeder Flügel wie Feld 2 und 3 bezeichnet. Was wir hier unterhalb des halben Hirschkäfers sehen, ist lediglich eine Damaszierung ohne Signifikanz. Diese zweite Wappenkomponente gehört zu den erloschenen Schenk von Wiesbach (Wisspach). Diese Wappenbestätigung erhielten die Brüder Wolfgang und Bernhard Rechlinger, Söhne von Bernhard Rechlinger, der seinerzeit am 21.4.1536 den rittermäßigen Adel verliehen bekommen hatte und die Wappenvereinigung genehmigt bekommen hatte. Weitere Adels- und Wappenbestätigungen gibt es vom 16.8.1559 für den kaiserlichen Rat Bernhard von Rechlinger und seinen Vetter Karl Wolfgang Rechlinger und vom 2.8.1564 für Johann Bernhard von Rechlinger. Eine weitere Bestätigung gab es für die Brüder Daniel und Bernhard Wolfgang, die sich danach "Rechlinger von Rechlingen" nennen durfte, was sich aber nicht durchsetzte, vielmehr schrieb sich die Familie später nur noch "von Rehlingen". Ferdinand Gottlieb, Ludwig Franz, Johann Paris und Karl Heinrich von Rehlingen bekamen am 24.7.1653 von Kaiser Ferdinand III. eine erneute Adelsbestätigung, und ihnen wurde auch das Prädikat "von Rehlingen" bestätigt. Man gewinnt fast den Eindruck, vor lauter um Anerkennung und Status besorgten Familienmitgliedern ist der Hof kaum noch zum Regieren gekommen.

Interessant wird es erst am 25.9.1665: Der Abt und seine Brüder, also Raimund (8.6.1617-15.7.1675), Ludwig Franz (1619-4.7.1684), Ferdinand Gottlieb (1614-1674), Johann Paris (1624-1693) und Karl Heinrich von Rehlingen (5.5.1630-) wurden in den Reichs- und erbländischen Freiherrenstand erhoben, erhielten den Titel "Wohlgeboren", durften sich mit dem Prädikat "von Rehlingen zum Goldenstein, Radegg und Müllheim" schmücken, und sie bekamen eine Wappenbesserung: Das Feld und der Helm der Schenk von Wiesbach flogen aus dem Wappen raus, dafür kamen Feld und Helm der erloschenen von Dietenhaimer (Dietenhamer, Dietenheim) hinein, denn der letzte der Familie, der 1548 verstorbene Johann Dietenhaimer, der ein Geistlicher in Regensburg war, hatte eine Schwester namens Anna Dietenhaimer, und die hatte Hans von Rehlingen (-1552) geheiratet, welcher Schloß Radau bei Augsburg erbaut hatte. Das Wappen wird auch in einer erweiterten Form angegeben, mit einem Herzschild, der das Motiv des Stammwappens noch einmal aufgreift. Und bei der Gelegenheit wurden in den Feldern 1 und 4, und nur in diesen, aus den beiden etwas seltsam anmutenden Waldpilzen das klassische heraldische Motiv einer Rose. Das Wappen läßt sich mehrfach in Salzburg finden, wo die von Rehlingen eine Grabkapelle in der Peterskirche besaßen.

Ein nächstes Wappen finden wir im Dreiecksgiebel des Mittelrisalites des größten Flügels der Anlage, des Ostflügels. Die extrem lange, den Gartenanlagen zugewandte Front besitzt zwei Eckrisalite und einen breiten Mittelrisalit von sieben Fensterachsen Breite, dessen dreiachsige Mitte noch einmal hervorgehoben ist, sowohl durch ein erneutes leichtes Vorspringen der Fassadengrundlinie als auch durch den bekrönenden Dreiecksgiebel.

Die Kartusche unten in der Mitte enthält die Initialen MDGAA für Matthäus Dei Gratia Abbas Admontensis und darunter die Jahreszahl 1770. Darunter bezieht sich die zweite Jahreszahl 1866 auf die Renovierung durch Abt Carlmann (Karlmann Hieber). Das Wappen besteht aus zwei durch die Datierungsinschrift weit auseinandergerückten Teilen, rechts das Stiftswappen wie beschrieben, links das persönliche Wappen des Abtes Matthäus Offner (21.9.1716-19.4.1779). Verbunden werden beide Bestandteile durch ein Rocaille-Element, darüber ist ein geflügelter Engelskopf mit der Inful auf dem Haupt, und seitlich ragen jeweils schräg zu beiden Richtungen die beiden aus Metall gefertigten Krummstäbe heraus.

 

Matthäus Offner war bürgerlicher Herkunft. Er studierte Humanitätswissenschaften und Rhetorik in Judenburg und Leoben, und in Graz schloß er sein Studium erfolgreich ab. In das Kloster zu Admont trat er 1737 ein, wo er noch im selben Jahr die Priesterweihe empfing. Er wurde Kaplan in Wildalpen, Lehrer für Theologie am Stiftsgymnasium, Archivar, Hofmeister und Sekretär seines Amtsvorgängers auf dem Abtsstuhl. Schließlich wurde er selbst nach dessen Ableben 1751 zum 54. Abt gewählt, und bis zu seinem Tod 1779 leitete er die Geschicke des Klosters, unter seiner Leitung wurde der Ostflügel vollendet, vor allem auch die wunderbare Bibliothek, für deren Deckenausmalung er 1774 einen entsprechenden Vertrag mit Bartolomeo Altomonte als Künstler schloß. Sein persönliches Wappen ist geviert (Hinweise zu den Tinkturen willkommen), Feld 1 und 4: ein Gebirge, auf dessen Spitze ein achtstrahliger Stern ruht, Feld 2 und 3: auf einem Boden ein Mann mit Dreispitz auf dem Kopf, der äußere Arm eingestemmt, der innere Arm einen gestielten Granatapfel haltend. Das ist hier an der Fassade nicht aufgelöst, aber in Vergleichsdarstellungen zu erkennen.

 

Abgesetzt vom Hauptgebäude stehen im Osten der Anlage die Blasiuskapelle (im Südosten, im Bild) und die Benedikt-Kapelle (im Nordosten der Anlage). Das Wappen von Abt Anton II. von Mainersberg ist an der Blasiuskapelle zu sehen, in der Mitte am hohen Sockel der zentralen Figurengruppe, unterhalb eines auf die Vorderkante gesetzten Putto. Das Wappen besteht aus zwei jeweils stark nach außen geneigten Kartuschen, die in der Mitte miteinander verschmelzen. Die Qualität der Darstellung ist gering. Die rechte Hälfte enthält die Admonter Rauten, die linke Hälfte das persönliche Wappen des Abtes, geviert mit Herzschild, Feld 1 und 4: ein mit drei Rosen belegter Balken, Feld 2 und 3: ein halber Adler am Spalt, Herzschild ohne erkennbare Inhalte. In einer anderen Darstellung ist in den Feldern 2 und 3 jeweils ein ganzer, gekrönter Adler zu sehen, im Herzschild auf einem Boden stehend ein Mann mit ausgestreckten Armen, in der Rechten eine Krone, in der Linken einen Laubkranz haltend. In der Mitte ist eine Inful zu sehen, die beiden Krummstäbe sind zu Stäben mit je zwei sich überkreuzenden Wedeln verkümmert. Anton von Mainersberg (20.2.1674-1751) war der Sohn von Andreas von Mainersberg, der bei den von Eggenberg als Rentmeister arbeitete. Nach dem Ordenseintritt im Jahre 1691 studierte er in Graz Theologie und Philosophie. 1700 empfing er die Priesterweihe, ab 1704 war er Kaplan in der Wallfahrtskirche Frauenberg. Im Kloster selbst wurde er 1704 Vorsteher der Stiftsökonomie, dann 1717 Prior, bis man ihn 1718 zum 53. Abt wählte. Dazu war Anton von Mainersberg noch 1730-1746 Vorsitzender des Benediktinerverbandes. Auch an der Benedikt-Kapelle ist ein Wappen zu finden.

Außerhalb des Klosterkomplexes gegenüber dem eingangs beschriebenen Stiftstor steht im Marienpark die von einer figurenbesetzten Ballustrade umgebene Mariensäule. Dieses von dem Grazer Bildhauer Georg Christoph Winkler gehauene Sandsteinmonument, das neben der zentralen Statue der unbefleckten Empfängnis mit Krone und Strahlenkranz, mit Mondsichel und einer um die Erdkugel gewundenen Schlange oben auf der Säule noch die Figuren der Heiligen Josef (am Fuß der Säule), Joachim (Vater Marias, vorne rechts), Anna (Mutter Marias, vorne links), Benedikt (Stiftspatron, hinten) und Blasius (Stiftspatron, hinten) enthält, ist eine Votivgabe das damaligen Abtes, der mit dieser Verehrungsgeste im Jahre 1712 ein anläßlich einer grassierenden Viehseuche getätigtes Gelübde erfüllte. Vorne auf dem Sockel ist unterhalb der Josefsfigur das Marienmonogramm zu sehen, darüber drei Engelsfiguren.

 

An Nord- und Südseite des Sockels sind die beiden Wappen angebracht, auf der einen Seite das Rautenwappen des Stifts, auf der anderen Seite das persönliche Wappen des Abtes Anselm Lürzer von Zechenthal (31.7.1661-8.5.1718), geviert, Feld 1 und 4: in Blau auf einem grünen Berg ein aufspringendes silbernes Einhorn, Feld 2 und 3: in Gold ein halber, gekrönter, schwarzer Adler am Spalt. Das Familienwappen wird beschrieben im Siebmacher Band: Salz Seite: 38 Tafel: 15. Die zum Familienwappen gehörende Helmzier wäre zu rechts schwarz-goldenen und links rot-silbernen Decken ein wachsendes silbernes Einhorn zwischen einem Paar Büffelhörner, welches rechts golden-schwarz und links rot-silbern geteilt ist. Dies ist das Wappen nach der Adelserhebung der Familie, wie es seit 1671 geführt wurde, zuvor hatte sie als bürgerliches Wappen in Blau ein goldenes, halbes Einhorn geführt, auf dem blau-golden bewulsteten Helm mit blau-goldenen Decken ein goldenes Einhorn wachsend. Das Stammhaus der Familie lag in Radstadt im Salzburgischen. Ein erster Wappenbrief wurde am 9.12.1506 von Kaiser Maximilian I. ausgestellt für Hans und Wolfgang Lürzer (Lirzer), das war noch das bürgerliche Wappen. Mit dem Prädikat "von Zechenthal" wurde am 1.7.1671 von Kaiser Leopold I. Balthasar Lürzer in den erbländischen Adelsstand erhoben. Er war fürstlich-salzburgischer Pfleger und Landgerichtsverwalter der Herrschaft Hüttenstein. Anselm Lürzer von Zechenthal war der in St. Gilgen geborene Sohn eines salzburgischen Hofkammerrates und studierte in Salzburg und Graz Theologie, in Graz promovierte er. Er trat 1682 in das Benediktinerkloster Admont ein und wurde 1687 zum Priester geweiht. Zwei seiner elf Geschwister wurden ebenfalls geistlich. Nach verschiedenen Tätigkeiten als Priester und Positionen als Stiftsarchivar, Abtssekretär, Hofmeister und Kellermeister wurde er 1707 zum 52. Abt gewählt. In Salzburg war er außerdem noch Protonotarius und Comes Palatinus, er war Archidiakon und Visitator der salzburgischen Benediktinerkongregation und Präsident der Benediktineruniversität in Salzburg, 1708 wurde er noch kaiserlicher Rat.

Ein weiteres Wappen befindet sich auf der Vorderseite des Sockels ganz unten, das ist das gleiche wie nachfolgend beschrieben, nämlich das des Abtes Kajetan Hoffmann (ohne Abb.), der die Mariensäule "in Erinnerung an das 60-jährige Priesterjubiläum Sr. Heiligkeit Papst Leo XIII und an das 50-jährige Regierungsjubiläum Sr. Majestät Kaiser Franz Josef I" im Jahre 1898 erneuern ließ. Eine weitere Renovierung erfolgte im Jahre 1954 durch Abt Bonifaz Zölss, auch dies ist auf der Rückseite inschriftlich dokumentiert.

 

Ein relativ junges Wappen befindet sich an den beiden Flügeln eines schmiedeeisernen Tores im Gitterzaun des Stifts, der die offene Stelle im Geviert der spätbarocken Flügel schließt. Diesseits des Gitterzaunes liegt der Hemma-Park, jenseits liegt der zweitgeteilte Innenhof mit dem Arboretum hinter dem Zaun und dem Rosarium "um die Ecke". Das optisch linke Wappen ist das Stiftswappen mit den Rauten, darüber eine Inful, das optisch rechte Wappen gehört zu Abt Kajetan Hoffmann. Sein Wappen zeigt schrägrechts einen Anker (möglicherweise als Symbol für die Hoffnung eine Anspielung auf den Familiennamen), gekreuzt mit einem schräglinks gelegten Kreuz (als Symbol des Glaubens), beider Schäfte auf der rechten Seite überkreuzt von einem Ölbaumzweig mit Früchten (als Symbol des Friedens). Kajetan Hoffmann stammte aus Pettau in der ehem. Untersteiermark (heute Ptuj in Slowenien). Er wurde 1865 Benediktiner in Admont. In Graz war er altsprachlicher Gymnasiallehrer, und die alten Sprachen waren auch Gegenstand seiner wissenschaftlichen Arbeiten. Im Kloster wurde er erst Kämmerer, dann 1890 nach dem unerwarteten Tod seines Vorgängers Guido Schenzl (28.9.1823-23.11.1890) Stiftsadministrator und schließlich 1891 zum 62. Abt gewählt. 1892 verkaufte er die Burg Strechau, die, wie eingangs erwähnt, von Abt Urban Weber 263 Jahre zuvor erworben worden war. Die zum Wappen gehörende Devise lautet: DUM SPIRO SPERO - ich hoffe, solange ich atme. Auch hier taucht wieder die Hoffnung auf, deren Symbol der Abt für sein Wappen gewählt hat. Kajetan Hoffmann blieb bis 1907 Abt.

Übersicht über die Admonter Äbte, unter Hervorhebung der hier mit einem Wappen vertretenen Äbte:

  • 1581-1614 Johannes IV. Hofmann
  • 1615-1628 Matthias Preininger
  • 1628-1659 Urban Weber
  • 1659-1675 Raimund Freiherr von Rehlingen
  • 1675-1696 Adalbert Heuffler von Rasen und Hohenbühel
  • 1696-1702 Gottfried III. Gold von Lampoding
  • 1702-1707 Marian Lendlmayr von Lendenfeld
  • 1707-1718 Anselm Lürzer von Zechenthal
  • 1718-1751 Antonius II. von Mainersberg
  • 1751-1779 Matthäus Offner
  • 1779-1787 Columban von Wieland
  • 1788-1818 Gotthard Kuglmayr
  • 1818-1822 Abund Kuntschak, Administrator
  • 1823-1861 Benno Kreil, bis 1839 als Administrator
  • 1861-1868 Karlmann Hieber, bis 1863 als Administrator
  • 1869-1886 Zeno Müller
  • 1886-1890 Guido Schenzl, bis 1890 als Administrator
  • 1890-1907 Kajetan Hoffmann, bis 1891 als Administrator
  • 1907-1953 Oswin Schlammadinger, seit 1935 in Ruhestand
  • 1935-1956 Bonifaz Zölss, bis 1938 als Apostolischer Administrator, bis 1953 als Abtkoadjutor
  • 1956-1978 Koloman Holzinger
  • 1978-1996 Benedikt Schlömicher
  • 1996- Bruno Hubl
  • Literatur, Links und Quellen:
    Stift Admont: http://de.wikipedia.org/wiki/Stift_Admont
    Benediktinerstift Admont - Universum im Kloster, hrsg. vom Benediktinerstift Admont, Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra, ISBN 978-3-900000-95-0
    Abt Christophorus Rauber:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Christophorus_Rauber
    Abt Johannes IV. Hoffmann
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Johannes_IV._Hoffmann
    Abt Matthias Preininger
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Matthias_Preininger
    Abt Urban Weber
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Urban_Weber - http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Datei:Wappen-Urban-Weber.jpg
    Abt Raimund Freiherr von Rehlingen
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Raimund_Freiherr_von_Rehlingen - http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Datei:Wappen-Raimund-Freiherr-von.jpg
    Abt Adalbert Heuffler von Rasen und Hohenbühel
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Adalbert_Heuffler_von_Rasen_und_Hohenbühel
    Abt Gottfried III. Baron Gold von Lampoding
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Gottfried_III._Baron_Gold_von_Lampoding
    Abt Marian Lendlmayr von Lendenfeld
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Marian_Lendlmayr_von_Lendenfeld
    Abt Anselm Lürzer von Zechenthal
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Anselm_Lürzer_von_Zechenthal - http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Datei:Wappen-Anselm.jpg - http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Lürzer,_Anselm
    Abt Anton II. von Mainersberg
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Anton_II._von_Mainersberg - http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Datei:Wappen-AntonII.jpg
    Abt Matthäus Offner
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Matthäus_Offner - http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Datei:Wappen-Offner.jpg
    Abt Kolumban von Wieland
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Kolumban_von_Wieland
    Abt Gotthard Kuglmayr
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Gotthard_Kuglmayr
    Abt Abund Kuntschak
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Abund_Kuntschak
    Abt Benno Kreil
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Benno_Kreil
    Abt Karlmann Hieber
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Karlmann_Hieber
    Abt Zeno Müller
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Zeno_Müller
    Abt Guido Schenzl
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Guido_Schenzl
    Abt Kajetan Hoffmann
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Kajetan_Hoffmann - http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Datei:Wappen-Kajetan-Hoffmann.jpg
    Abt Oswin Schlammadinger
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Oswin_Schlammadinger
    Abt Bonifaz Zölss
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Bonifaz_Zölss
    Abt Koloman Holzinger
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Koloman_Holzinger
    Abt Benedikt Schlömicher
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Benedikt_Schlömicher
    Abt Bruno Hubl
    http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Bruno_Hubl
    Mariensäule:
    http://www.admont.at/_lccms_/_01155/Mariensaeule.htm?VER=091202150623&LANG=ger&MID=819 - http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Mariensäule_Admont
    Siebmachers Wappenbücher wie beschrieben
    von Rehlingen:
    http://www.salzburg.com/wiki/index.php/Rehlingen
    Johann Tomaschek: Auf den Spuren eines Barockprälaten. Abt Anselm Luerzer von Zechenthal (1707-1718). In: Pax. Magazin des Benediktinerstiftes Admont. II (2007) 48-49
    Liste der Äbte:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Äbte_von_Admont
    Stiftsbibliothek:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Stiftsbibliothek_Admont - http://www.bda.at/text/136/832/4640/

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