Dieter Linder, Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1998
Hannover (Niedersachsen)

Das Wangenheimpalais in Hannover

Das sog. Wangenheimpalais befindet sich auf der Nordseite des Friedrichswalles in der Nähe des Platzes der Göttinger Sieben. Das dreistöckige Gebäude mit 5 Achsen unter dem Dreiecksgiebel und je 4 Achsen in den seitlichen Teilen ist ein Werk des klassizistischen Architekten Georg Ludwig Friedrich Laves, der im Königreich Hannover Hofbaumeister war. Erbaut wurde das Palais in den Jahren 1829-1832 als Privatwohnsitz für Oberhofmarschall Georg Christian Ernst Ludwig August Graf von Wangenheim (17.8.1780-21.10.1851), der auch Mitglied der königlichen Baukommission war. Der Mittelteil des Gebäudes wird im Erdgeschoß durch einen Säulenportikus mit sechs toskanischen Säulen akzentuiert. Das Anwesen wurde 1844 an der westlichen Schmalseite um einen Wintergarten mit halbkreisförmigem Grundriß erweitert.

Da Georg Graf von Wangenheim kinderlos verstarb, wurde das Gebäude 1851 von der Krondotation für 100000 Reichstaler erworben. Bis 1862 nutzte das Hannoversche Königshaus das Gebäude als Wohnsitz für den Kronprinzen, dann wurde es an den Magistrat der Stadt verkauft, der es durch Ludwig Droste umbauen ließ und bis 1913 als Rathaus nutzte. Dabei kam auch das Stadtwappen in den flachen Dreiecksgiebel. Das riesige Rathaus am Maschsee schräg gegenüber machte das Wangenheimpalais überflüssig. Nach Kriegszerstörungen wurde es wiederaufgebaut, zwischenzeitlich von der Stadtverwaltung genutzt, und es beherbergt seit 1957 das niedersächsische Wirtschaftsministerium.

Im Giebelfeld ist das Wappen der Stadt Hannover zu sehen, in Rot eine silberne Mauer mit zwei Zinnentürmen, zwischen den Türmen schreitend ein goldener Löwe, in dem offenen Tor unter dem Fallgatter ein goldenes Schildchen mit einem eigentlich grünen Kleeblatt. Von der Symbolik her folgt das Stadtwappen dem Standardprinzip der Darstellung einer Stadtbefestigung, erweitert um einen welfischen Löwen und ergänzt um das Kleeblatt, das vorher schon ein Münzzeichen war und ab 1534 im Stadtsiegel auftaucht. Als Helmzier wird hier das grüne Kleeblatt zwischen zwei rot-golden übereck geteilten Büffelhörnern geführt. Als Schildhalter dienen zwei goldene, hersehende Löwen. Ein Wulst ist zu sehen, doch die Helmdecken fehlen bei dieser künstlerisch mangelhaften Darstellung komplett.

Literatur, Links und Quellen:
Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Geschichte der Stadt Hannover I, von den Anfängen bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, ISBN 3-87706-551-9, Voransicht: http://books.google.de/books?id=i5ZH71S0ciwC
Wangenheimpalais: http://www.hannover-entdecken.de/content/view/3380/273/#rf15
Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr:
http://www.mw.niedersachsen.de/portal/live.php
Wangenheimpalais:
http://www.mw.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=5480&article_id=15215&_psmand=18
Wangenheimpalais:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wangenheimpalais
Georg von Wangenheim:
http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Wangenheim

niedersächsisches Hauptstaatsarchiv - Marstalltor - Garde-du-Corps-Kasernentor (städt. Bauamt) - Leineschloß (Niedersächsischer Landtag)

Ortsregister - Namensregister - Regional-Index
Zurück zur Übersicht Heraldik

Home

© Copyright / Urheberrecht an Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2013
Impressum
Bestandteil von
www.dr-bernhard-peter.de und www.heraldik-leitfaden.de