Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1987
Hofheim in Unterfranken (Landkreis Haßberge)

Das Zehnthaus in Ostheim

Ostheim ist ein Dorf wenige Kilometer im Süden von Hofheim in Unterfranken und wurde in letzteres eingemeindet. Gleich neben der Pfarrkirche steht das Zehnthaus. Es handelt sich um einen langgestreckten, zweigeschossigen Bau mit Satteldach, im Erdgeschoß massiv und im Obergeschoß in Fachwerk ausgeführt. Hier war einst das Wohnhaus der Lichtensteinschen Vögte. Im Jahre 1608 kaufte Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn das seitdem mehrfach umgebaute Gebäude. Anläßlich eines erneuten Umbaus 1741 unter dem würzburgischen Amtskeller Meier kam das ältere, aus Holz geschnitzte Wappen des Würzburger Fürstbischofs Johann Philipp von Greiffenclau-Vollraths (amtierte 1699-1719) in die Mitte der Längsseitenfassade. 1871 wurde das Gebäude als Rat- und Schulhaus umgebaut, und heute dient es als Vereinsgaststätte.

Die Inschrift, deren Datierung und Inhalt nicht zum Wappen paßt, lautet: "BEI HER(R)SCHAFT VND REGIERVNG DES HEIL(IGEN RÖMISCHEN REICHES) REICHSFÜRSTEN FRIEDRICH BISCHOF(F)EN ZV BAMBERG V(ND) WÜRZBVRG V(ND) HERZOG ZV FRANKEN IST DIESER BAV VNTER AVFSICHT DES H. I. H. MEIER WÜRZBVRGER AMTSKELLER ERBAVT WORDEN 1741". Bei dem erwähnten Bischof Friedrich handelt es sich um Friedrich Carl von Schönborn (amtierte 1729-1746).

 

Der Wappenschild des Würzburger Fürstbischofs Johann Philipp von Greiffenclau-Vollraths (1699-1719) ist geviert:

Die Felder 2 und 3 sind hier nicht korrekt angemalt, denn vom Maler wurde offensichtlich die Tatsache einer erneuten Quadrierung übersehen, somit fehlen die entsprechenden Trennlinien. Das Wappen wird hier in einer aufwendigen Form geführt mit vollständigem, aus drei Helmen bestehendem Oberwappen und mit zwei golden geflügelten und mit einem Tuch nur leicht bekleideten Putten als Schildhaltern. Neben den drei Helmen sind noch die fürstbischöflichen Insignien zu sehen, schrägrechts das Schwert, schräglinks der Krummstab.

Literatur, Links und Quellen:
Hinweistafel in Hofheim
Liste der Baudenkmäler:
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkm%C3%A4ler_in_Hofheim_in_Unterfranken
Die Wappen der Hochstifte, Bistümer und Diözesanbischöfe im Heiligen Römischen Reich 1648-1803, hrsg. von Erwin Gatz, von Clemens Brodkorb, Reinhard Heydenreuter und Heribert Staufer, Schnell & Steiner Verlag 2007, ISBN 978-3-7954-1637-9
Peter Kolb: Die Wappen der Würzburger Fürstbischöfe. Herausgegeben vom Bezirk Unterfranken, Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. und Würzburger Diözesangeschichtsverein. Würzburg, 1974. 192 Seiten.

die Stadttore von Hofheim - der Schüttbau in Rügheim

Die Wappen der Fürstbischöfe von Würzburg - Teil (1) - Teil (2) - Teil (3) - Teil (4)
Der Fränkische Rechen - Das Rennfähnlein
Greiffenclau zu Vollraths - eine rheinische Familie im Dienste der Hochstifte

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