Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1959
Sehlem (Landkreis Bernkastel-Wittlich)

Pfarrkirche St. Georg in Sehlem: Albrecht von Esch

An der nördlichen Seitenwand des Kirchenschiffes befindet sich ein 1575 angefertigtes Epitaph im Stil der Renaissance aus grauem Sandstein für Albrecht von Esch, kurtrierischer Amtmann zu Sehlem, und seine Frau Brigitta von Koppenstein. Albrecht von Esch war selbst nicht Herr zu Esch. Da hingegen Georg von Esch (-1560) auf seiner Platte als Letzter des Stammes bezeichnet wird, war Albrecht von Esch offensichtlich nicht nachfolgeberechtigt (in der Literatur wird er als außerehelicher Sohn bezeichnet). Das im Laufe der Geschichte mehrfach umgesetzte Grabdenkmal, dessen Reliefs erhebliche Beschädigungen der Oberflächen durch Verwitterung und durch Abbrechen von Teilen aufweist, mißt 1,60 m in der Breite und 2,30 m in der Höhe. Besonders reich verziert sind die beiden seitlichen Pilaster, zwischen denen die gesamte Familie mit ihren vielen Kindern rechts und links des zentral aufgestellten Balkenkreuzes (ohne Corpus) dargestellt ist. Oben wird das Epitaph mit einem halbkreisförmigen Aufsatz abgeschlossen.

   

Die linke Inschrift auf dem schrägstehenden Sockel des Epitaphs lautet: "IM IA(H)R MDLXXIIII (1574) DEN 20 TAGH APRILIS IST IN GOT(T) VERSCHEIDEN DER E(H)RENVEST ALBRECHT VON ESCH AMPTMA(NN) DASELBST DER SE(E)LEN GOT(T) GN(A)EDIG VND BARMHERTZICH SEIN WELLE AMEN." Darunter ist ergänzt: "TRIERISCHER CHVRFVRSTLICHER BESTAL(L)TER HAVPTMAN(N)". Die rechte Inschrift lautet: "IM IA(H)R MD(LXXVIII, 1578) DEN ..... TAGH ........ IST IN GOT(T) VERSCHEIDE(N) DIE EHR(E)NDOCHENTSAME (= Ehrentugendsame) BRIGITTA VON COPPEN STEIN W(E)ILAND EHEGEMAHELIN VND NACHGELAS(S)ENE WITWE DER SE(E)LEN GOT(T) GN(A)EDIG VND BARMHERTZICH SEIN WOLLE AMEN." Die Sterbedaten für die Ehefrau sind offengelassen, da das Epitaph anläßlich des Ablebens ihres Ehemannes am 20.4.1574 in Auftrag gegeben wurde, aber nach ihrem eigenen Tod 1578 kümmerte sich niemand mehr um das Nachtragen der Daten. Die leeren Flächen warten daher immer noch auf die exakten Angaben. Die anderen drei Schriftfelder enthalten keine genealogischen Angaben mehr, sondern religiöse Inhalte.

 

Unter der Darstellung von Albrecht von Esch ist das gewendete Wappen der Herren von Esch angebracht, ein von Gold und silbern-blauem Eisenhutfeh geteilter Schild, oben ein roter Löwe wachsend, und unter der Darstellung von Brigitta von Koppenstein ist das Wappen der Herren von Koppenstein, blau-golden geschacht mit einem roten Freiviertel, darin ein schwarzer Rabe (ausführliche Diskussion beim Koppensteinkreuz in Esch). Beide Reliefs wirken etwas verwaschen und sind an den Rändern abgestoßen, was durch witterungsbedingte Schäden aus der Zeit einer früheren Außenanbringung verursacht wurde.

Literatur, Links und Quellen:
Paul Clemen, Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 12, Abt. 4, Die Kunstdenkmäler des Kreises Wittlich, 1934, S. 275-277 bzw. 1085-1087.
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter", S. 38-39
Rolf Zobel: Wappen an Mittelrhein und Mosel, Books on Demands GmbH, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8370-5292-3, 527 S.
Pfarrkirche St. Georg Sehlem, Kirchenführer
Veröffentlichung der Innenaufnahmen mit der freundlichen Erlaubnis von P. Albert Seul, wofür ihm an dieser Stelle herzlich gedankt sei.

Sehlem: Pfarrkirche St. Georg, Georg von Esch - Pfarrkirche St. Georg, Retabel
Esch:
Koppenstein-Kreuz - ehem. Burgkapelle

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