Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1926
Schwäbisch Hall (Landkreis Schwäbisch Hall)

Katharinenkirche

An der Außenseite des Chores der Kirche St. Katharina, Lange Straße 38, befindet sich ein barockes Epitaph für Johann David Bäuerlin (1665-1733) und seine Frau Anna Maria Schübelin mit zwei interessanten Wappendarstellungen. Die Inschriftenzone ist auf insgesamt drei Felder aufgeteilt, zwei parallele für Mann und Frau in der Mitte und eines unten quer für den frommen Begleitspruch. Das Wappen des Ehemannes ist oben und wird von zwei Putten gehalten; das Wappen der Ehefrau ist unten zwischen zwei allegorischen Darstellungen der Spes mit Anker und der Fides mit Kruzifix, darunter Vergänglichkeitssymbole. Der Bildhauer hat sich in der untersten Zeile verewigt, es war Nicolaus Ritter.

 

Oben in der Mitte des Epitaphs befindet sich das Wappen (Abb. unten links) für den Schön- und Schwarzfärber Johann David Bäuerlin (29.3.1665-21.10.1733). Das Wappen zeigt einen frontal stehenden Bauern mit Mütze, in der Linken eine Getreidegarbe haltend, auf dem Helm der Bauer wachsend zwischen einem Paar Büffelhörner. Damit ist das Wappen, das nicht in den Standardsammlungen enthalten ist, ein redendes Wappen (Tinkturen unbekannt, Hinweise willkommen). Zugleich ist es aber der Landmann mit Ähre(n) ein sehr häufiges Motiv, das mehrfach beim Familiennamen Bauer auftritt.

 

Im unteren Bereich des Epitaphs ist das Wappen für die Ehefrau Anna Maria Bäuerlin  geb. Schübelin (20.9.1668-1741). Das Wappen zeigt hier einen geteilten Schild, oben in Silber ein schreitender, roter Löwe, der zwischen seinen Vorderpranken eine mit den Spitzen nach rechts gelegte Mondsichel hält, die einen sechszackigen Stern einschließt, unten in Schwarz eine mit den Spitzen nach oben gelegte (liegende) goldene Mondsichel, die einen sechszackigen goldenen Stern einschließt. Auf dem Helm mit rechts schwarz-goldenen, links rot-silbernen Decken ein wachsender roter Löwe (beschädigt), der zwischen seinen Vorderpranken eine mit den Spitzen nach vorn gerichtete goldene Mondsichel hält, die einen sechszackigen goldenen Stern einschließt.

Der Vergleich mit auf der Stiftertafel Gymnasium in St. Michael dargestellten Wappen, einmal für die Erben des Ratsherrn und Haalhauptmannes Sixtus Schübelin (1591-1640), und einmal für den Salzsieder Johann Schübelin (1605-1679), gibt die korrekten Tinkturen. Der Vergleich zeigt aber auch, daß hier bei der bildhauerischen Darstellung abgewichen wurde: Bei beiden Darstellungen auf der Stiftertafel sind die Löwen golden gekrönt, außerdem halten die Löwen im Schild weder Mondsichel noch Stern in den Vorderpranken. Auch die Logik spricht für getrennte Motive im Schild, die dann in der Helmzier kombiniert werden, und es gibt keinen heraldischen Grund für das nochmalige Auftreten von Stern und Mondsichel in der oberen Schildhälfte, wenn sie unten bereits raumfüllend vorhanden sind, zumal die Übernahme der Tinktur im oberen Feld problematisch wäre.

Literatur, Links und Quellen:
Eduard Krüger, Schwäbisch Hall, ein Gang durch Geschichte und Kunst, neu bearb. von Fritz Arens und Gerd Wunder, Eppinger Verlag Schwäbisch Hall 1990.
Wappen Bäuerlin:
http://www.schwaebischhall.de/buergerstadt/geschichte/stadtarchiv/familienwappen/wappen-a-c.html
Wappen Schübelin:
http://www.schwaebischhall.de/buergerstadt/geschichte/stadtarchiv/familienwappen/wappen-r-sc.html
Wappen Schübelin:
http://www.schwaebischhall.de/fileadmin/user_upload/imag.......huebelin_T01-R05-P07.jpg
Wappen Schübelin:
http://www.schwaebischhall.de/fileadmin/user_upload/images/Inf.....belin_T01-R09-P07.jpg

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