Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1920
Schwäbisch Hall (Landkreis Schwäbisch Hall)

Die öffentlichen Brunnen von Schwäbisch Hall

Schwäbisch Hall besitzt mehrere Brunnen, deren Tröge aus gußeisernen Elementen zusammengesetzt sind. Der erste dieser Brunnen befindet sich in der Schulgasse, freistehend auf dem kleinen Platz vor der Stadtbibliothek, südlich der Neuen Straße.

 

Der auf 1756 datierte Trog ist rechteckig mit abgeschrägten Ecken, mit jeweils drei Ziertafeln an den Längsseiten und einer an der Schmalseite, besteht insgesamt also aus zwölf Platten. Die vertikalen Verbindungsstücke an den Schweißnähten sind jeweils wie Karyatiden gestaltet. Jeweils vier der gußeisernen Platten sind identisch gestaltet. Die Brunnensäule steht mittig und hat zwei Ausflußrohre.

In der Mitte jeder Seite befindet sich das Wappen für die Stadt Schwäbisch Hall. Die von phantasievollen Blattranken eingerahmte Komposition besteht aus drei Inhalten. Optisch links befindet sich der Reichsadler, in Gold ein schwarzer Doppeladler, Symbol für die Reichsstadt. Beide Köpfe sind nimbiert, und auf der Brust liegt der rote Schild mit silbernem Balken für die österreichischen Erzherzöge auf. Optisch links ist der golden-rot geteilte Schild der Stadt Schwäbisch Hall, und dazwischen befinden sich übereinander Vorder- und Rückseite eines Hellers, oben in Rot ein goldenes Kreuz, unten in Blau eine silberne aufrechte Hand. Der Heller war eine typische, nach Hall benannte mittelalterliche Münze.

Vier weitere Flächen, nämlich jeweils die beiden das Stadtwappen an den Längsseiten des Troges flankierenden, zeigen inmitten von Blumenranken Fortuna als nackte Frau, die auf einer golden geflügelten blauen Kugel balanciert und mit der Rechten ein über ihren Kopf gebogenes goldenes Tuch hält, während die Linke in die Blütenranken greift.

Ein weitaus größerer Brunnen befindet sich an der Nordwestecke des Marktplatzes, an eine den abschüssigen Platz terrassierenden Mauer angebaut. Der Trog ist riesig und hat auf der Längsseite fünf, an den Schmalseiten je vier gußeiserne verzierte Platten. Der Trog stammt zwar aus der späten Barockzeit, doch der Fischbrunnen (bei dieser Größe war der Trog ein guter Frischhalteort) stammt ursprünglich aus der späten Gotik. Er wurde 1509 zusammen mit dem gotischen Pranger am äußeren Ende der Mauer von dem Bildhauer Hans Beuscher geschaffen.

Die drei Wasserauslässe entspringen jeweils einer gotischen Skulptur. Ganz rechts sehen wir Simson, der den Löwen mit bloßen Händen bändigt, ganz links ist St. Georg mit dem Lindwurm, der gerade mit dem Schwert getötet wird, und in der Mitte ist St. Michael, der den schon auf dem Rücken unter ihm liegenden Drachen mit einer oben in ein Kleeblattkreuz auslaufenden Lanze tötet.

 

Zwischen diesen Skulpturen befinden sich in Bögen aus Blendmaßwerk eingepaßt zwei von Engeln gehaltene Schilde mit dem golden-rot geteilten Schild der Stadt Schwäbisch Hall und mit dem Reichsadler. Im Jahre 2006 wurde der Brunnen aus Anlaß des 850jährigen Stadtjubiläums saniert, deshalb sehen die Steine noch so neu aus. Alte Steine haben sich lediglich unter dem Pranger original erhalten.

Die mittlere vordere gußeiserne Platte ist auf 1787 datiert und zeigt wieder die Trias der Haller Stadtwappen, wobei sie hier nicht wie beim ersten Brunnen zu einem Ganzen verschmolzen ist, sondern die Inhalte separate Schilde füllen. Dabei werden die beiden Seiten der Hellermünze in einem geteilten Schild zusammengefaßt und verlieren ihre kreisförmige Umrahmung. Diese wird erst später im Stadtwappen wieder auftauchen, denn das Wappen von Schwäbisch Hall ist heute geteilt, oben in Gold innerhalb eines roten Kreises ein goldenes Kreuz (wird als Symbol der Verbindung von göttlichem und weltlichem Recht interpretiert), unten in Rot innerhalb eines blauen, silbern gesäumten Kreises eine silberne Hand (wird als Rechtszeichen interpretiert).

Ein ganz ähnlicher Brunnentrog, auf 1720 datiert und mit analoger Anordnung der Stadtwappen-Trias, befindet sich im nahen Vellberg in der Mitte des Städtles, welches von 1595 bis 1802 zu Schwäbisch Hall gehörte.

Literatur, Links und Quellen:
Wappen Hall: http://www.schwaebischhall.de/buergerstadt/geschichte/stadtarchiv/haeufige-fragen.html
Wappen Hall:
https://de.wikipedia.org/wiki/Schw%C3%A4bisch_Hall#Wappen
Heller:
https://de.wikipedia.org/wiki/Heller_%28M%C3%BCnze%29
Wappen Hall:
http://www.ngw.nl/int/dld/s/schw-hal.htm
Wappen Hall: K. Stadler, Deutsche Wappen - Bundesrepublik Deutschland, Angelsachsen Verlag, 1964-1971, 8 Bände.

St. Michael, Personendenkmale (1) - Personendenkmale (2) - Personendenkmale (3) - Personendenkmale (4) - Personendenkmale (5) - Personendenkmale (6) - Personendenkmale (7) - ehem. Unterlimpurgisches Spital - St. Urban, Portal - St. Urban, Grabplatten außen - Stadtpalais Haalstraße 6 - Wohnhaus Am Säumarkt 6 - Geschäftshaus Marktstraße 3 - Widmanhaus, Am Markt 5 - Stellwaghaus, Am Markt 4 - Löchnerhaus, Klosterstraße 8 - Bonhöfferhaus, Klosterstraße 7 - ehem. Engelapotheke, Marktstraße 2 - Egenhaus, Am Markt 9 - Café am Markt, Am Markt 10 - barockes Bürgerhaus, Am Schuppach 2 - Bürgerhaus, Obere Herrngasse 13 - Wibelhaus, Am Markt 8 - Keckenburg, Untere Herrngasse 8-12 - Neubau und Langenfelder Tor - ehem. Johanniterkommende, Heimbacher Gasse 2 - ehem. Pfarrhaus, Unterlimpurger Straße 5 - Berlin-Haus, Unterlimpurger Straße 7 - Seiferheld-Haus, Zollhüttengasse 6 - Vogelmann-Haus, Gelbinger Gasse 28 - Rathaus - Bürgerhaus, Obere Herrngasse 5 - Sandelsches Haus, Marktstraße 9 - Clausnizerhaus, Am Markt 2 - Engelhardt-Palais, Gelbinger Gasse 25 - Katharinenkirche

Ortsregister - Namensregister - Regional-Index
Zurück zur Übersicht Heraldik

Home

© Copyright / Urheberrecht Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2013
Impressum
Bestandteil von
www.dr-bernhard-peter.de und www.heraldik-leitfaden.de