Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1908
Vellberg, Stöckenburg, Martinskirche

Epitaphien außen an der Martinskirche

Die Stöckenburg liegt auf einem Bergrücken gegenüber der Burg Vellberg, und sie ist die ältere Anlage von beiden. Die Besiedlungsgeschichte dieser Stelle geht bis in keltische Zeiten zurück. Aus fränkischer Zeit gibt es erste greifbare Daten; Karlmann schenkte 741 die Kirchenpfründe Stöckenburg und die Kirche St. Martin, damals noch ein Holzbau, dem Bistum Würzburg, das damals ganz neu gegründet worden war. Die Kirche auf der ehemaligen Königssiedlung wurde zum wichtigen Christianisierungszentrum in der Gegend. Im Laufe der Zeit wuchs auf dem Nachbarhügel die Burg und Siedlung Vellberg heran, die erst das Marktrecht und schließlich das Stadtrecht bekam, und die Stöckenburg verlor an Bedeutung, blieb aber Grablege der Herren von Vellberg. Die heutige Martinskirche ist ein Bauwerk des 15.-16. Jh.: Der Chor wurde 1435 erbaut, der Turm um 1560.

Eigentlich stand die Stöckenburg unter der Herrschaft der Würzburger Bischöfe. Mit dem Erstarken der Herren von Vellberg wuchs jedoch deren Einfluß, erst 1407 durch den Erwerb des Präsentationsrechtes, 1419 durch Stiftung einer Kaplanei, ebenfalls mit Präsentationsrecht, 1476 durch Gründung einer Bruderschaft und 1545 durch Erwerb des Patronatsrechts. Am Ende redete keiner mehr den Herren von Vellberg in ihre Angelegenheiten auf der Stöckenburg herein, und 1550 wurde unter Wolf von Vellberg und Hans Bartholomäus von Vellberg die Reformation eingeführt. Heute trägt man hier beiden Konfessionen Rechnung, denn die evangelische Kirche steht alle vier Wochen den katholischen Gemeindemitgliedern zur Verfügung. Über dem spitzbogigen Portal ist das Wappen der Herren von Vellberg, in Blau ein silberner Adlerflügel, im rechten Obereck ein goldenes Freiviertel.

 

Epitaph außen an der Stöckenburg (1): Johann Georg Christoph Winckler

Die Platte besitzt zwei ovale Schriftfelder, wovon das rechte leer ist. Dieses war für die Inschrift für die Ehefrau vorgesehen, die aber überlebte. Die Inschrift des linken Feldes lautet: "Gedencke O Stöckenburger Pfarrgemeinde an deinen treuen Lehrer den Weyland Hochwohl Ehrwürdig u(nd) Hochgelehr(ten) Herrn Johann Georg Christoph Winckler gebohr(e)n zu Thüngenthal (= Haller Stadtteil Tüngental) den 3. Juni 1685, berufen zum Heiligen Predig(t) Amt nach Haßfelden 1708, nach Michelfeld 1720, nach Stöckenburg 1728, lebete in fast 31jährigen vergnügten Ehe mit Fr(au) Johan(n)a Euphrosina geb(orene) Wörnerin, doch ohne Kinder Seegen, stirbt im Herrn Seelig den 16. Febr(uar) (17)39 alt 54 Jahr(e) weniger 4 Mon(ate) u(nd) 2 Tag(e). Er ruhe in Frieden." Johann Georg Christoph Winckler war Pfarrer in Stöckenburg von 1728 bis zu seinem Tod 1739.

 

Heraldisch rechts befindet sich das Familienwappen Winckler (Winkler), mit einem stehenden, nur mit einem Lendenschurz bekleideten Mohren, der das linke Bein auf einen Felsen aufstützt und in der Rechten einen Ring empor hält, auf dem Helm ein Paar Büffelhörner. Im Siebmacher Band: Bay Seite: 124 Tafel: 153 wird ein Wappen Winkler für eine Nürnberger Familie nach einem Wappenbrief von 1501 wie folgt beschrieben: In Silber stehend ein nackter Mohr, der in der Rechten einen goldenen Ring hält, auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken zwei silbern-schwarz übereck geteilte Büffelhörner. Ähnlich Siebmacher Band: Bg1 Seite: 57 Tafel: 80: "In S. auf g. Dreiberg ein # (winkender) Mann", desgleichen im Geschlechterbuch des Johann Friedrich Christoph Schrag (1703-1780), jeweils ohne Ring. Das Wappen mit Ring wird als das ältere bezeichnet.

 

Heraldisch links befindet sich das Familienwappen Werner (Wörner) für die Ehefrau des verstorbenen Pfarrers, schräggeviert, Feld 1 und 4: in Silber drei rote Pfähle, Feld 2 und 3: in Schwarz eine goldene Lilie, auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken eine goldene Lilie zwischen zwei golden-schwarz geteilten Büffelhörnern. So wird das Wappen der bürgerlichen Familie, die im 16. Jh. Ratsherren stellte, in der Herold-Chronik (ca. 1580) abgebildet. Im Siebmacher Band: Bg2 Seite: 35 Tafel: 59 findet sich ein ganz ähnliches Wappen für einen Johann Werner zu Jena 1595, mit folgender Blasonierung: "Schräggeviertet. Oben und unten von R. und G. 7 mal gespalten, die Seitenfelder # mit einer g. Lilie besteckt. K.: Zwei Büffelhörner, g., # getheilt, dazwischen eine g. Lilie. - D.: #, g." Da sind gleich mehrere Unstimmigkeiten drin: Eine Spaltung ist zuviel, die Plätze 2 und 3 sind mit einer Lilie belegt und nicht besteckt, und die Farbe Silber ist gegen Gold getauscht. Ansonsten sind die Ähnlichkeiten zu groß, um Zufall zu sein.

Epitaph außen an der Stöckenburg (2): Rosina Magdalena Hezel

Die Inschrift lautet: "Hier sind eingesargt die Gebeine der Weyl(and) Hoch Edelgebohrnen Hoch Ehr u(nd) Tugendreichen Fraue Frauen Rosina Magdalena Hezlin einer gehorsamen Tochter S. T. Herrn David Franz Hezels M. L. II (=U). Phys. Ord. Sen. zu Hall und Frau Maria Catharina des Geschlechts eine(r) Seyferheldin gebohrenn zu Hall den 29. 8br (=Octobris) 1737. Einer zärtlich geliebten Ehegattin S. T. Herrn Bernhard Gottfried Hezels I. V. L. und Amts=Vogts zu Vel(l)berg Vermählt den 12. Juny 1759 Einer sorgfältigen Mutter zweyer Liebenswürdiger Kinder Einer guten Christin welche ihrem treusten Gatten zu früh gestorben d(en) 16. Jul(i) 1772 als der Ihr dieses Denkmahl wahrer Liebe se(t)zte." Rosina Magdalena Hezel geborene Hezel war die Frau des Amtsvogts, dessen Platte im nächsten Abschnitt beschrieben wird. Beide haben daher das identische Wappen. Oben in der Mitte zwischen zwei Putten befindet sich das Familienwappen Hezel/Hetzel, in Rot ein rückwärtssehender, silberner Widder auf einem grünen Dreiberg, Helmzier der silberne Widder wachsend, ebenfalls nach rückwärts blickend. Helmdecken rot-silbern.

 

Epitaph außen an der Stöckenburg (3): Bernhard Gottfried Hezel

Die Inschrift lautet: "Ein Christ doch frey von Aberglauben Ein Geschäftsmann voll Eifer und Redlichkeit Der mit dem guten Verstande des Alters das Lebhafte Feuer der Jugend Vereinte war es dessen Asche dieses Grabmahl deckt Herr Bernhard Gottfried Hezel Reichs Stadt Hällischer Amts Vogt zu Vellberg gebohren d(en) 29. M(a)erz 1729 gestorben d(en) 9. Oct(ober) 1801. Die Gottheit in ihrem hellesten Lichte zu schauen, der Vollkom(m)enheit höchste Stufe zu ersteigen, war des Verklärten heis(s)ester Wunsch, er ist erfüllt. Eine Tochter empfieng ihn an der Ewigkeit Stufen Auch wir werden einst ihn wieder sehen. Dem im Tode so beweinten, im Leben so geliebten Gatten und Vater setzten mit Thränen dieses Denkmal die zurückgelassene zweyte Gattin Söhne und Töchter." Bernhard Gottfried Hezel war von 1769 bis zu seinem Tode 1801 Amtsvogt in Vellberg. Oben befindet sich innerhalb eines kreisrunden Lorbeerkranzes das darstellerisch sehr unproportionierte Familienwappen Hezel/Hetzel, identischen Inhalts wie das im vorigen Abschnitt.

 

Epitaph außen an der Stöckenburg (4): Johann David Werner

Diese Platte hat in ihren vier Ecken vier Vollwappen, oben für die Ehepartner bzw. deren jeweilige Väter, unten für die jeweiligen Mütter. Diese vier Wappen bewinkeln eine zentrale, oben und unten spitz ausgezogene Inschriftenzone, deren Zeilen bauchig nach unten durchgebogen sind.

 

Die ausgedehnte Inschrift in der zentralen Textzone lautet: "Hier ruhet in Gott der weyl(and) Wohl Ehrw(ürdige) Joh(ann) Dav(id) Werner 45 Jahre treu-eyfriger Pfarrer allhie geb(oren) d(en) 4. Nov(ember) 1658, gest(orben) d(en) 6. Octob(ris) 1729 Aetat(is) 71 u(nd) dessen Fr(au) Eheliebst(en) Margar(ethe) Doroth(ea) eine geb(orene) Hezlin Aetat(is)........ (offengelassen) Jahr(e) geb(oren) d(en) 17.Oct(obris) 1669 gest(orben) d(en) ....... (offengelassen) Welche in 44jähr(iger) Ehe erzeugt 3 Söhn(e) u(nd) 11 Töchter als Georg Bernhardt, Joseph Ulrich, + Fr(au) Johan(n)a Euphr(osina) Wincklerin Pfarrerin allhie, Fr(au) Rosin(a) Barb(ara) Hoffmän(n)in Pf(arrerin) zu Dünzbach, Fr(au) Susan(na) Marg(aretha) Ackermän(n)in Pf(arrerin) zu Kürnberg, + Fr(au) Mar(ia) Elisab(etha) Bernholdin Pf(arrerin) zu Cregling(en) Hl. Joh. Adam Studios, + Fr(au) An(n)a In(n)ocentia Cath(arina), + Fr(au) Mar(ia) Doroth(ea) Cunradin Rath u(nd) Amtmän(n)in zu Kirchberg, + Fr(au) Susan(n)a Clara Bubenleberin Balbiererin zu Vel(l)berg, J(un)gfr(au) Agatha Praxedis noch ledig, Maria Marg(aretha), + Fr(au) Friderica Marg(aretha) Justina Messererin Pf(arrerin) zu Michelfeld und Fr(au) An(n)a Sibylla Sülzerin Pf(arrerin) zu Oberspeltach und Hohnhardt." Johann David Werner war von 1683 bis 1729 Pfarrer zu Stöckenburg.

In der rechten oberen Ecke befindet sich das Familienwappen Werner, schräggeviert, Feld 1 und 4: in Silber drei rote Pfähle, Feld 2 und 3: in Schwarz eine goldene Lilie, auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken eine goldene Lilie zwischen zwei golden-schwarz geteilten Büffelhörnern. In der linken oberen Ecke befindet sich das Familienwappen Hezel/Hetzel, in Rot ein rückwärtssehender, silberner Widder auf einem grünen Dreiberg, Helmzier der silberne Widder wachsend, ebenfalls nach rückwärts blickend. Helmdecken rot-silbern. Vgl. Siebmacher Bg2, Seite 26, Tafel 45, dort allerdings ohne Tinkturangaben. Das Wappen wird weiterhin im Siebmacher Band: Bg2 Seite: 52 Tafel: 87 beschrieben, wo aber unpräzise nur von einem Schildfuß die Rede ist, nicht von einem Dreiberg. Die Tinkturen können drei Abbildungen auf einer Stiftertafel im Innern der St. Michaels-Kirche in Schwäbisch Hall entnommen werden (Johann Christopf Hetzel, Mitglied des Inneren Rats 1654, Schultheiß Simon Hetzel 1662, Christian Heinrich Hetzel 1681).

In der rechten unteren Ecke befindet sich ein Familienwappen mit einem auffliegenden Schwan, um dessen Hals ein Ring mit Anhänger gelegt ist, auf dem Helm ein offener Flug (Hinweise willkommen). In der linken unteren Ecke befindet sich ein Familienwappen mit einem greifenähnlichen Fabelwesen, geflügelt mit Hahnenkopf und vier Vogelfüßen, in den Vorderklauen ein ganzes Mühlrad haltend, auf dem Helm die Schildfigur wachsend (Hinweise willkommen). Zwischen diesen beiden Wappen sind Vergänglichkeitssymbole angebracht, eine Sanduhr über einem Totenschädel.

Epitaph außen an der Stöckenburg (5):

Die Inschrift der größeren Textzone lautet: "Hier ruhet in Gott die Hoch Edle u(nd) Tugendbelobte Fr(au) Susanna Johanna des Hoch Edel gestr(eng) u(nd) Rechts Hochgelehrten Herrn Johann Wilhelm Bonhöffers bestverdienten Amts Vogten zu Vel(l)berg Hochgeschätzte Fr(au) Eheliebstin eine geb(orene) Baumännin nat(us) 1707 den 10.ten Mart(ius) zu Hall. Lebten in 10jährig(er) vergnügter Ehe. Gebahr durch Göttl(ichen) Seegen 6 Kinder, 2 Söhn(e) u(nd) 4 Töchter, davon 3 Töchter seel(ig) verschieden, 2 Söhne aber u(nd) 1 Tochter noch am Leben. Starb zu empfindl(icher) Beugung ihres Hochgeschätzten H(er)rn Eheliebstens im Herrn seel(ig) den 11.ten Jan(uarius) 1749 Ihres Alters 42 Jahr(e) weniger 2 Monath(en) und 1 Tag." Die kleinere Inschriftenzone ganz oben trägt den Text "Psalm 4, Vers 9: Ich liege und schlafe gantz mit frieden, denn allein du HErr hilffest mir."

 

Oben ist heraldisch rechts das Wappen Bonhöffer; der Schild zeigt in Blau einen gekrönten, goldenen, doppelschwänzigen Löwen, welcher in der Rechten eine grüne Bohnenranke hält, auf dem Helm mit blau-goldenen Decken der Löwe mit der Ranke wachsend. Das Wappen der Bonhöffer (oder Bonhöfer) wird beschrieben im Genealogischen Handbuch bürgerlicher Familien, Band 8, sowie im Siebmacher Band: Bg6 Seite: 1 Tafel: 1. Das Wappen findet sich mehrfach auf den Stiftertafeln Reichalmosen und Gymnasium in St. Michael zu Schwäbisch Hall, ferner an etlichen Haller Bürgerhäusern.

Oben ist heraldisch links das Wappen Baumann, die Dreiviertelfigur eines Baumeisters mit umgeschlagener Zipfelmütze auf dem Kopf, in der ausgestreckten Rechten einen mit den Spitzen nach unten weisenden Stechzirkel, in der ausgestreckten Linken ein Winkelmaß haltend, auf dem Helm die Schildfigur wachsend (Hinweise zu den Tinkturen willkommen). Man vergleiche die Darstellungen im nächsten Fall, dem Stein für eine ihrer 4 Töchter.

Epitaph außen an der Stöckenburg (6): Maria Sophia Friderica Bonhöffer

Die Inschrift lautet: "Hier ruhet (ei)n angenehmes Him(m)elskind, welches nun bey den Engeln triumphiret, mit Namen: Maria Sophia Friderica, des Hoch Edl(en) Vest und Hochgelehrten H(er)rn Johann Wilhelm Bonhöffers best.....(verdienten) Amts Vogts zu Vel(l)berg und der Hoch Edl(en) u(nd) Tugendreichen Fr(au) Sus(anna) Johannä einer geb(orenen) Baumän(n)in hertzwerthestes Töchterlein. Es ging auf wie eine Rose und machte mit seiner anmüthigen Blüthe eine Hoffnung zu vielen Freuden, aber man sahe nach der schönsten Blumenart seinen Flor geschwinde verwelcken, indem es den 30. Jul(i) .... an(no): in seinem Erlößer seelig verschieden ist." Daß die Person als Kind verstorben ist, zeigt auch ganz unten die Darstellung eines neben einer Sanduhr als Vergänglichkeit kniendes Kind mit Schädel im Arm.

 

Oben ist heraldisch rechts das Wappen Bonhöffer; der Schild zeigt in Blau einen gekrönten, goldenen, doppelschwänzigen Löwen, welcher in der Rechten eine grüne Bohnenranke hält, auf dem Helm mit blau-goldenen Decken der Löwe mit der Ranke wachsend. Beide Wappenkartuschen sind oval, stark nach innen geneigt und werden von einem Putto gehalten.

Oben ist heraldisch links das Wappen Baumann, auf einem Hügel stehend ein Baumeister, in der ausgestreckten Rechten ein Winkelmaß, in der ausgestreckten Linken einen mit den Spitzen nach unten weisenden Stechzirkel haltend, auf dem Helm die Schildfigur wachsend (Hinweise zu den Tinkturen willkommen). Die Objekte befinden sich im Vergleich zum vorher vorgestellten Stein ihrer Mutter in vertauschten Positionen. Ein weiterer Unterschied zwischen beiden Darstellungen ist, daß hier die Beine der Schildfigur dargestellt werden, zuvor bildet ein unten gezipfelter Rock den unteren Abschluß.

Epitaph außen an der Stöckenburg (7): Anna Maria Hübner

 

Die Inschrift lautet: "Hier modern die Gebeine Frau Anna Maria Hübnerin einer gebohrenen Müllerin v(on) S(chwäbisch) Hall welche XIV Sept. 1709 das Leben auf diese(r) Welt erhalten, verehligte sich 1.) den 26. Nov. 1726 mit weyl. Herrn Johann Georg Lac(c)orn des äußern Raths u(nd) Chirurgo allda, erzeugte auch 2 Söhnlein, beede seel. verstorben, 2.) 19. Octobr. 1742 mit Herrn Johann Gottfried Hübnern wohlverdienten Forstmeisterey Adjuncto u(nd) Amtschreiber allhier lebte in vergnügter Ehe doch ohne Kinder seegen starb in dem Herrn seelig im Jahr 1770 ihres rühmlichen Alters 60 Jahr(e) 4 Monath(e) 1 Woche u(nd) 6 Tag(e) Sie ruhe in Frieden".

Zwischen zwei geflügelten Engeln, die mit ihren äußeren Armen den Leichentext mit 1. Tim. IV, Vers 6/7 halten, befindet sich das Familienwappen, vermutlich der Hübner, ein aufrecht stehender Mann, in der Rechten eine gestürzte Keule, in der Linken einen Krummsäbel über den Kopf haltend, auf dem Helm der Mann mit Krummsäbel, aber ohne Keule wachsend zwischen zwei Büffelhörnern (Farben unbekannt, Hinweise willkommen).

Epitaph außen an der Stöckenburg (8): Johann David Werner

Der Text dieser Platte lautet: "Mein Leser, schau wie hier in diesem Grab verscharret Ein treuer Gottes-Knecht, ein Wörner vom Geschlecht, Der Johann David hieß, der viel(e) Jahr(e) treu verharret In seines Herren Dienst und lebte, lehrte schlecht und recht. Er selbsten wünschte sich die Ruhe zu genießen, Die sein Herr selbst drei Tag(e) im Grab erhalten hat Und glaubete gewiß die Zeit werd bald verfließen, Da er von diesem Berg Stöckenburg kom(m)e zur Him(m)els-Stadt, Wohin die Seele sich im Sterben hat geschwungen, Allwo die wahre Ruh und Leben gehet an, Allwo das Heilig(e) wird in höchster Freud(e) gesungen, Die keines Menschen Zung(e) genug beschreiben kan(n). Es kun(n)te Jesu Wort hierbey Ihn kräfftig laben Wan(n) sich die Seel(e) vereint mit seinem Fleisch und Bein So soll mein treuer Knecht stets Wohnung beymir haben Und wo Ich bin oh Herr, soll auch mein Diener seyn."

 

Oben sehen wir zwei geflügelte Engel, die gemeinsam einen Meßkelch in ihren ausgestreckten Händen halten - der Verstorbene war 1652-1690 Pfarrer zu Stöckenburg. Unten sehen wir als Symbole der Vergänglichkeit optisch links eine Sanduhr im geflügelten Gehäuse als Symbol für die entfliehende Zeit, und rechts windet sich ein Wurm durch einen Totenschädel. Zwischen diesen beiden Zeichen befindet sich das Familienwappen Wörner (Werner), schräggeviert, Feld 1 und 4: in Silber drei rote Pfähle, Feld 2 und 3: in Schwarz eine goldene Lilie, auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken eine goldene Lilie zwischen zwei golden-schwarz geteilten Büffelhörnern.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Bände Württemberg, Bayern und Baden
Die Stöckenburg in Geschichte und Gegenwart, ein Führer durch die Geschichte der Stöckenburger Martinskirche und ein Rundgang für aufmerksame Betrachter, herausgegeben von Hermann Künstner, Weinbrunnen Verlag Vellberg, 2. Auflage 2002, ISBN 3-9804886-4-0, S. 63 ff.
Wappen Werner: Haller Chronik nach Johann Herolt, Hs. um 1580, StadtA SHA S09/6 S. 95
Wappen Werner:
http://www.schwaebischhall.de/buergerstadt/geschichte/stadtarchiv/familienwappen/wappen-t-z.html
Wappen Werner:
http://www.schwaebischhall.de/fileadmin/user_upload/images/Informati....onik_um_1580.jpg
Wappen Bonhöffer: Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien, Band 8
Wappen Bonhöffer: Band: Bg6 Seite: 1 Tafel: 1
Wappen Bonhöffer:
http://www.schwaebischhall.de/filead...T01-R09-P02.jpg
Wappen Bonhöffer:
http://www.schwaebischhall.de/fileadmin/user_upload/i...02-R01-P09.jpg
Wappen Bonhöffer:
http://www.schwaebischhall.de/fileadmin/user_upload.....Maerz_2007.jpg
Wappen Bonhöffer:
http://www.schwaebischhall.de/fileadmin/user_upload/images/Informa.....is.jpg
Wappen Hezel:
http://www.schwaebischhall.de/buergerstadt/geschichte/stadtarchiv/familienwappen/wappen-g-j.html
Wappen Hezel:
http://www.schwaebischhall.de/filea......_Hall_1801_Deckel_Innen_Wappen.jpg
Wappen Hezel:
http://www.schwaebischhall.de/fileadm...natomia_Leiden_1651_BGD_I_46.jpg
Wappen Hezel:
http://www.schwaebischhall.de/fileadmin/user...nbuch_18_Jh_S_017.jpg
Wappen Hezel:
http://www.schwaebischhall.de/filea....01-R09-P09.jpg
Wappen Hezel:
http://www.schwaebischhall.de/file....05-P02.jpg
Wappen Hezel:
http://www.schwaebischhall.de/fileadmin/.....1-P10.jpg

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