Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1889
Steinheim (zu Hanau, Main-Kinzig-Kreis)

Steinheim, Schloßhofbrunnen

Auf dem weitläufigen Hof des Steinheimer Schlosses steht vor der Amtsregistratur ein Ziehbrunnen aus dem Jahre 1564, wie die Bauinschrift auf dem Brunnengalgen besagt. Der kreisrunde Brunnentrog und der Aufsatz mit zwei Brunnenpfeilern, leicht gebogenem Sturz (Brunnengalgen) mit der eisernen Aufhängung für das Rad des Seilzuges und mit halbkreisförmiger Wappenzone sind aus Sandstein gefertigt. Einst war der Trog ohne Mörtel zusammengefügt, erst bei der Restaurierung 1885 wurden die Steine entsprechend fixiert. Drei (1:2) vergoldete Kugeln verzieren den oberen Abschluß.

 

Abb. links: Schloßhofbrunnen mit Blick auf den Haupteingang des Schlosses, Abb. rechts: Schloßhofbrunnen mit Blick auf den Bergfried der kurfürstlichen Burg. Die Rückseite des halbkreisförmigen Aufsatzes ist schmucklos. Heute geht der Platz durch bis zum Schloß selbst, das entspricht aber nicht der historischen Realität. Das Schloß selbst bildete ein unregelmäßiges Viereck, das vollständig doppelt ummauert war, und in der Sichtachse in Richtung Portal war die Ecke der Befestigungsmauer, die das Kernschloß vom Bereich der Vorburg abgrenzte, mit einer Eckbefestigung. Das Kernschloß umfaßte das Schloß und den Bergfried; die Vorburg enthielt den Marstall, die Amtsregistratur und das 1839 abgerissene Amtshaus sowie den Schloßhofbrunnen. Von dieser inneren Befestigung ist heute nichts mehr zu sehen.

Im halbkreisförmigen Aufsatz hält eine vergoldete Löwenmaske die Riemen von zwei einander zugeneigten Schilden, optisch links mit dem Wappen des Mainzer Domkapitels, optisch rechts das des Mainzer Fürstbischofs Daniel Brendel von Homburg (reg. 1555-1582). Auf die Darstellung von Oberwappen wurde in beiden Fällen verzichtet.

Der Wappenschild des Mainzer Fürsterzbischofs Daniel Brendel von Homburg (reg. 1555-1582), das uns im Bereich des Steinheimer Schlosses noch mehrfach begegnet, ist geviert:

Das Wappen des Mainzer Domkapitels zeigt in Silber vier rote Balken. Die hier nicht dargestellte Helmzier wäre ein wie der Schild bez. sechseckiges Schirmbrett, evtl. auf einem roten Kissen mit goldenen Quasten. Das Schirmbrett ist an seinen fünf freien Ecken mit Pfauenfedern besteckt, Helmdecken rot-silbern.

Literatur, Links und Quellen:
Kulturdenkmäler in Hessen (Landesamt für Denkmalpflege Hessen): http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=36946&session=272426&event=Query.Details
G. U. Großmann, Hessische Renaissance-Schlösser:
http://www.gnm.de/fileadmin/redakteure/Museum/pdf/GUGrossmann_Hessische_Renaissanceschloesser_2004.pdf

Stadtpfarrkirche - alte Amtsregistratur - Schloß Steinheim

Die Wappen der Erzbischöfe und Kurfürsten von Mainz - Teil (1) - Teil (2) - Teil (3) - Teil (4)

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