Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1840
Schwäbisch Hall (Landkreis Schwäbisch Hall)

ehem. Neue Engel-Apotheke (Marktstraße 2)

Das Eckhaus in der Marktstraße 2 ist ein klassizistischer Putzbau aus dem Jahre 1817, der zwei ehemals selbständige Häuser vereint. Hier befand sich einst die Engelapotheke, auf die noch ein vergoldeter barocker Engel an der Fassade hinweist. Das erste Haus hatte Apotheker Johann Peter Sandel, Mitglied des Äußeren Rats, am 19.7.1798 für 6.000 Gulden gekauft, und er verkaufte es am 30.4.1802 für die gleiche Summe an seinen Sohn weiter. Dieser, Eberhard Friedrich Sandel mit Namen, hatte 1805 die eine Hälfte des zweiten Hauses für 1325 Gulden erworben und 1817 die andere Hälfte für 1850 Gulden, und dann konnte der Abriß und Neubau der beiden Häuser beginnen. Heute sind hier Geschäfte und Arztpraxen.

An der Brüstung der gerundeten Gebäudeecke steht das Wappen für den um 1858 verstorbenen Kaufmann Eberhard Friedrich Sandel. Es ist geviert, Feld 1 und 4: in Rot eine mit den Spitzen einwärts gerichtete, gesichtete Mondsichel, Feld 2 und 3: in Gold ein schräglinks gelegter und gestümmelter Baumstamm mit abgehauenen Ästen (Sandelholz, redendes Wappen). Auf dem Helm mit hier rechts golden-roten und links rot-goldenen Decken aus einer liegenden goldenen Mondsichel wachsend ein goldener, geflügelter Engelsrumpf.

Ein Vergleichswappen befindet sich übrigens am Haus Marktstraße 9, jenes steht für Johann Christoph Sandel d. J. (1693-1764), Kaufmann und Mitglied des Inneren Rates.

Ein entsprechender Eintrag des seit ca. 1700 geführten und wahrscheinlich von Johann Christoph Sandel d. Ä. (1664-1738) gestifteten Wappens findet sich in der Europäischen Wappenrolle Band 1, auf Antrag von Herrn Otto Sandel, Rotterdam-Hillegersberg. Die Helmzier wird dort wie folgt angegeben: Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken zwei gekreuzte rote Sandelhölzer über einem goldenen zunehmenden gesichteten Mond vor einem wachsenden silbernen, rotbekleideten Engel (Erzengel Michael), in der Rechten einen goldenen Kreuzstab, in der Linken einen goldenen Schild haltend.

Auf der Westseite des Gebäudes zur Marktstraße hin befindet sich ein neobarocker, vergoldeter Engel, nach dem die Apotheke ihren Namen hatte. Der wohl aus dem 19. Jh. stammende Engel stützt seine beiden Hände auf zwei Kartuschen, deren ovale Felder jeweils ein Vollwappen enthalten (Zuordnung offen, Hinweise willkommen). Nach den Sandel führten seit 1858 Ludwig Deeg, seit 1863/1864 Albert Picot und seit 1900 Otto Fezer und seine Braut Lora Bührle die Apotheke.

 

Literatur, Links und Quellen:
Häuserlexikon Schwäbisch Hall: http://www.schwaebischhall.de/buergerstadt/geschichte/haeuserlexikon.html - Gebäudeverzeichnis: http://www.schwaebischhall.de/buergerstadt/geschichte/haeuserlexikon/gebaeudeverzeichnis.html
Gebäude:
http://www.schwaebischhall.de/buergerstadt/geschichte/haeuserlexikon/gebaeudeverzeichnis.html?Detail=146
Wappen:
http://www.schwaebischhall.de/buergerstadt/geschichte/stadtarchiv/familienwappen/wappen-r-sc.html
Wappen Sandel: Europäische Wappenrolle, Band 1, Herausgegeben und verlegt von der Heraldischen Gesellschaft e. V. Hamburg 1968.
Der Stadt Schwäbisch Hall und dem Stadtarchiv ein herzliches Dankeschön für mustergültige und vorbildliche Präsentation der Häuser und Wappen der Stadt im Internet.

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