Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1838
Schwäbisch Hall (Landkreis Schwäbisch Hall)

Löchnerhaus (Klosterstraße 8)

Das sog. Löchnerhaus in der Klosterstraße 8 ist ein giebelseitig stehendes, verputztes Fachwerkhaus auf steinernem Unterbau mit zwei jeweils etwas vorspringenden Obergeschossen von 7 bzw. 6 Fensterachsen. In der Mitte des Erdgeschosses befindet sich die Tür mit rechteckigem Gewände, welches oben in der Mitte einen Wappenstein besitzt. Links führt ein sehr niedriges Rundbogentor zum Kellerabstieg. Im Erdgeschoß befindet sich eine große Halle mit einer einzigen, gewaltigen, an der Basis 56 cm dicken Holzstütze aus dem späten 17. Jh., die über einen Fächer aus Kopfstreben die gesamte Last der Hausmitte bis zum Dach trägt. Das Haus ist jedoch wesentlich älter, der älteste gefundene Balken stammt aus der Zeit um 1460 bis 1470, aber selbst das dürften nicht die Anfänge dieses Hauses sein, das immer wieder repariert und umgebaut wurde. Die Gewölbekeller dürften aus dem 13.-15. Jh. stammen. Im 18. Jh. wurde die Fassade erneuert, wobei die Giebelgeschosse ohne Überstand an den Geschoßgrenzen gebaut wurden. Der erste nachweisbare Besitzer des Hauses war der Tuchscherer Jörg Finsterbach, dann folgten der Priester und Dekan Jakob Fabri, der das Haus für seine Geliebte erwarb, dann der Kanzleibeamte Marx Astfalk, welcher 1599 das Haus an den Juristen Johann Georg Löchner verkauft hat. Löchner war ab 1606 Stadtschreiber, und dies ist das erste Mal, daß das Haus im Besitz der Familie Löchner war. Nach vielen weiteren Besitzern kam das Haus über Anna Elisabetha Mejer (-1801), Tochter des Ratskonsulenten und späteren Ratsherrn Dr. jur. Friedrich Lorenz Wilhelm Mejer und dessen Frau Maria Katharina Rosina Bonhöffer, an Annas Ehemann, den Steuereinnehmer Johann Friedrich Löchner, welchen sie 1796 geheiratet hatte. Nun war das Haus zum zweiten Mal in Besitz der Familie Löchner, und aus dieser Zeit stammt der Wappenstein, weil Johann Friedrich Löchner (1759-1808) das Haus gründlich renovieren und umbauen ließ. 1951/52 erwarb die Stadt das Haus. Heutiger Eigentümer ist die GWG, die 2011 hier 10 Studentenappartements einrichtete.

Das Wappen für den Steuereinnehmer und im Nebenberuf als Weinhändler tätigen Johann Friedrich Löchner (1759-1808) hat im blau-golden schräglinksgeteilten Schild einen rotgezungten Greifen in verwechselten Farben, der in seinen Vorderklauen eine goldene, mit den Spitzen nach links gerichtete Mondsichel hält, welche einen hier blauen, achtstrahligen Stern einschließt. Der Stern, hier blau, sollte wohl auch golden sein, weil sich sonst kein Kontrast zum Hintergrund ergäbe, und auf Vergleichsdarstellungen ist es auch so. In den meisten anderen Darstellungen ist er zudem sechsstrahlig. Die Helmzier ist auf gekröntem Helm zu blau-goldenen Decken eine blau-golden gespaltene Lilie zwischen einem Flug, rechts golden, links blau, jeder Flügel mit einem sechszackigen Stern in Gegenfarbe belegt. Die Lilie ist hier zwar nicht farblich gefaßt, die korrekte Tingierung ergibt sich aus den Vergleichswappen in St. Michael.

Das Löchner-Wappen begegnet uns vielfach auf der Stiftertafel Gymnasium in St. Michael, so z. B. für den Stättmeister Johann Ezechiel Löchner (1591-1643), den Arzt Dr. med. Johann Michael Löchner (1597-1665), den Spitalmeister Andreas Löchner (1595-1671), Mitglied des Äußeren Rats, sowie für Frau Ursula Löchner geb. Löchner (1596-1663). Ein weiteres Löchner-Wappen kann in der evangelischen Kirche Michelfeld gefunden werden auf dem Grabstein für den Haller Bürger und württembergischen Ortszoller zu Bubenorbis Wolfgang David Löchner (1623-1662). Im neuen Siebmacher ist das Löchner-Wappen nicht zu finden.

Literatur, Links und Quellen:
Häuserlexikon Schwäbisch Hall: http://www.schwaebischhall.de/buergerstadt/geschichte/haeuserlexikon.html - Gebäudeverzeichnis: http://www.schwaebischhall.de/buergerstadt/geschichte/haeuserlexikon/gebaeudeverzeichnis.html
Gebäude:
http://www.schwaebischhall.de/buergerstadt/geschichte/haeuserlexikon/gebaeudeverzeichnis.html?Detail=10
Wappen Löchner:
http://www.schwaebischhall.de/buergerstadt/geschichte/stadtarchiv/familienwappen/wappen-k-m.html
Wappen Löchner:
http://www.schwaebischhall.de/fileadm...06-P07.jpg
Wappen Löchner:
http://www.schwaebischhall.de/fileadmin/user_upl...lfeld_02-2010.jpg
Wappen Löchner:
http://www.schwaebischhall.de/fileadmin/use...06-P08.jpg
Wappen Löchner:
http://www.schwaebischhall.de/fileadmin/...4-P01.jpg
Der Stadt Schwäbisch Hall und dem Stadtarchiv ein herzliches Dankeschön für mustergültige und vorbildliche Präsentation der Häuser und Wappen der Stadt im Internet.

St. Michael, Personendenkmale (1) - Personendenkmale (2) - Personendenkmale (3) - Personendenkmale (4) - Personendenkmale (5) - Personendenkmale (6) - Personendenkmale (7) - ehem. Unterlimpurgisches Spital - St. Urban, Portal - St. Urban, Grabplatten außen - Stadtpalais Haalstraße 6 - Wohnhaus Am Säumarkt 6 - Geschäftshaus Marktstraße 3 - Widmanhaus, Am Markt 5 - Stellwaghaus, Am Markt 4 - Bonhöfferhaus, Klosterstraße 7 - ehem. Engelapotheke, Marktstraße 2 - Egenhaus, Am Markt 9 - Café am Markt, Am Markt 10 - barockes Bürgerhaus, Am Schuppach 2 - Bürgerhaus, Obere Herrngasse 13 - Wibelhaus, Am Markt 8 - Keckenburg, Untere Herrngasse 8-12 - Neubau - ehem. Johanniterkommende, Heimbacher Gasse 2 - ehem. Pfarrhaus, Unterlimpurger Straße 5 - Berlin-Haus, Unterlimpurger Straße 7 - Seiferheld-Haus, Zollhüttengasse 6 - Vogelmann-Haus, Gelbinger Gasse 28 - die öffentlichen Brunnen - Rathaus - Bürgerhaus, Obere Herrngasse 5 - Sandelsches Haus, Marktstraße 9 - Clausnizerhaus, Am Markt 2 - Engelhardt-Palais, Gelbinger Gasse 25 - Katharinenkirche

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