Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1832
Schwäbisch Hall (Landkreis Schwäbisch Hall)

St. Urbanskirche, Honhart-Grabplatten

Die besten Grabdenkmäler der Kirche St. Urban befinden sich natürlich im Innern, aber auch auf der Außenseite gibt es Platten mit interessanter Heraldik, auch wenn weder Qualität noch Erhaltung an die der Kunstwerke im Innern heranreichen:

 

Diese Platte ist für Volkart von Honhart, gest. 1448. Die Inschrift befindet sich auf dem abgeschrägten Rand der Platte und ist wie bei einer Tumba-Deckplatte von außen zu lesen. Der Text in gotischen Minuskeln beginnt oben rechts und verläuft aufgrund der Textausrichtung entgegen dem Uhrzeigersinn: "an(n)o d(omi)ni M cccc xlviii do starb der erber (= ehrbar) veste volkart vo(n) honhart an s(anct) tyburtius und valerian(us) tag d(er) he(i)lige(n) merterer (= Märtyrer)".

Der namengebende Ort Honhart (heute zu Frankenhardt gehörend) wurde in der Bebenburger Fehde 1444 von Schwäbisch Hall erobert und dem Spital unterstellt. Die Herren von Honhart (oder Honhardt) waren ein Burgmannengeschlecht auf Burg Honhardt und Dienstmannen der Schenk von Limpurg, Lehensleute der Grafen von Flügelau und der Grafen von Hohenlohe, und ein Zweig saß zu Unterlimpurg.

Ihr Wappen zeigt nach Siebmacher V, 255 in Silber einen blauen Löwen; auf dem Helm mit blau-silbernen Decken steht ein schwarzer Hahnenfederbusch zwischen einem blauen Flug, aber nach Herolt und Widmann führten sie in Silber einen schwarzen Löwen und schwarz-silberne Helmdecken (Alberti S. 349). Im Siebmacher Band: WüA Seite: 170 Tafel: 92 werden keine Tinkturen gegeben, und es wird eine Lilie zwischen dem Flug der Helmzier angegeben. In anderen Quellen wiederum ist es nur ein Flug, ohne Objekt dazwischen. Da die Farben gänzlich verschieden überliefert werden, ist keine Angabe zur exakten Blasonierung wirklich verläßlich. Man beachte die besondere Form der Zwischenfedern des Adlerfluges, die fast wie Mooskolben aussehen und auch in manchen Quellen farblich abgesetzt dargestellt werden.

 

Auch die zweite Platte, etwas unschön im Eck neben dem Fallrohr einer Regenrinne eingemauert, zeigt den Wappenschild der Herren von Honhart wie oben beschrieben, aber ohne Oberwappen. Aufgrund der umlaufenden Inschrift, diesmal flach und von innen zu lesen sowie im Uhrzeigersinn umlaufend, läßt er sich dem 1407 verstorbenen Ludwig von Honhart zuordnen: "anno domini m cccc vii in vigilia santi (= sancte) m(argarete) obiit ludwig honhart".

Literatur, Links und Quellen:
Wappen in Schwäbisch Hall: http://www.schwaebischhall.de/buergerstadt/geschichte/stadtarchiv/familienwappen/wappen-g-j.html
Urbanskirche:
http://www.schwaebischhall.de/erlebnisstadt/sehenswert/urbanskirche.html
Hans Werner Hönes, Sprechende Wände - Die Inschriften der Urbanskirche in Schwäbisch Hall, Sonderdruck aus: Württembergisch Franken, Jahrbuch 2005, S. 211-212
Honhardt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserschloss_Honhardt
Wappen Honhardt: Haller Chronik nach Georg Widman und Johann Herolt, Hs. um 1600
http://www.schwaebischhall.de/fileadmin/user_upload/images/Infor....._VS.jpg
Wappen Honhardt: J. Siebmacher: Deß Neüen Wappenbuchs Fünffter und Letzter Theil..., Nürnberg (Paulus Fürst), T. 255
http://www.schwaebischhall.de/fileadmin/user_upload/images/Inf...255_RB_oct_176.jpg
J. Siebmachers Grosses Wappenbuch Band E. Württembergisches Adels- und Wappenbuch. Im Auftrage des Württembergischen Altertumsvereins begonnen von Otto v. Alberti, Bauer & Raspe 1975 (Reprint), 1112 Texts. mit 4132 Wappen + 122 S. Figurenverzeichnis
Der Stadt Schwäbisch Hall und dem Stadtarchiv ein herzliches Dankeschön für mustergültige und vorbildliche Präsentation der Häuser und Wappen der Stadt im Internet.

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