Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1819
Jagsthausen (Landkreis Heilbronn)

Grabplatten unter dem Wehrgang des Alten Schlosses in Jagsthausen (2)

6. Grabplatte:

Die nächste Platte hat ein zentrales Allianzwappen aus zwei einander zugewandten einzelnen Vollwappen der v. Berlichingen (in Schwarz ein silbernes fünfspeichiges Rad, auf dem gekrönten Helm mit schwarz-silbernen Decken ein sitzender Wolf von natürlicher, meist schwarzer Farbe, der ein silbernes Lamm in seinem Maul hält), umgeben von vier Ahnenwappen, und folgende umlaufende Inschrift: "ANNO DOMINI 1616 DEN 5 OCTOBER IST IN GOTT SELIG ENTSCHLAFFEN DER WOLEDEL VND GESTRENG HANS CONRAD VON BERLICHINGEN DER ELTER ZV ROSACH DEM GOTT GNADT AMEN". Die Platte ist also für Hans Conrad von Berlichingen-Rossach, der seine Cousine aus der Neuenstettener Linie geheiratet hatte.

Zwischen den beiden oberen Ahnenwappen und dem zentralen Allianzwappen steht: "HAT ZV IAGSTHAVSEN SEIN ADELICH BEILAGER MIT DER WOLEDLEN IVNGFRAWEN DOROTHEAE VON BERLICHINGEN IM IAR 1606". Im unteren Teil der Platte steht: "VND ZEIGET MIT IR 4 SÖN (zeugte mit ihr vier Söhne) HANS OTTO HANS REINHARD HANS GOTFRID VND CONRAD ALBRECHT". Von den genannten Söhnen setzte nur Hans Reinhard den Stamm fort.

Die vier Ahnenwappen in den vier Ecken der Platte sind unbeschriftet und stehen für seine vier Großeltern Hans Jakob von Berlichingen (heraldisch oben rechts, oben linke Abb., in Schwarz ein silbernes fünfspeichiges Rad), Reinhard v. Thalheim (heraldisch oben links, oben zweite Abb. von links, schwarz-silbern geteilt, oben ein fünflätziger roter Turnierkragen, Siebmacher Band: WüA Seite: 68 Tafel: 43), Eva Geyer von Giebelstadt (heraldisch rechts unten, oben dritte Abb. von links, in Blau ein silberner Bocksrumpf mit goldenen Hörnern, Schöler Tafel 97) und Margarethe von Absberg (heraldisch unten links, Abb. oben ganz rechts, mit einer eingebogenen silbernen Spitze von Blau und Rot gespalten).

7. Grabplatte:

Diese Platte ist komplexer aufgebaut als die zuvor beschriebenen. Auf dem äußeren Rahmen verläuft die erste Inschrift. Das Zentralfeld enthält ein zusammengeschobenes Allianzwappen in gespaltener Kartusche mit zwei Kleinoden, und insgesamt acht stark asymmetrische Schilde bilden zwei Spalten an den Seiten, wobei zwischen den oberen vier und zwischen den unteren vier Schilden jeweils eine weitere Inschriftenzone aufgespannt wird. Der Wortlaut der äußeren Inschrift ist (grammatikalisch nicht ganz korrekt): "VFF DINSTAG DEN 19 DECEMBRIS ANNO 1620 ABENTS ZWISCHEN 5 VND 6 UHRN IST IN GOTT SEELIGLICH ENTSCHLAFFEN DER WOLEDEL GESTRENG HANS CONRAD VON BERLICHINGEN ZV IAGSTHAVSEN DEREN SEELEN GOTT GENADT". Die beiden inneren Inschriftenzonen enthalten Bibelstellen.

Der Schild des zusammengeschobenen Ehewappens ist gespalten, rechts in Schwarz ein silbernes fünfspeichiges Rad (von Berlichingen), links in Rot drei (2:1) goldene "Lägeln", hölzerne, faßartige Gefäße von rundem Querschnitt zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten (von Vohenstein, Diskussion im vorherigen Kapitel), dazu zwei Helme: Helm 1 (rechts): auf dem gekrönten Helm mit schwarz-silbernen Decken ein sitzender Wolf von natürlicher, meist schwarzer Farbe, der ein silbernes Lamm in seinem Maul hält (von Berlichingen), Helm 2 (links): auf dem Helm ein wachsender, rot gekleideter Mannesrumpf mit spitzem Bart und mit roter Mütze auf dem Kopf (von Vohenstein).

Es handelt sich also um die Platte von Johann (Hans) Conrad von Berlichingen (31.10.1579-19.12.1620) aus der Schrozberg-Jagsthäuser Hauptlinie, Sohn von Hans Georg von Berlichingen zu Schrozberg-Dörzbach-Michelfeld-Jagsthausen und Olnhausen, gest. 6.5.1605, und Barbara von Crailsheim, gest. 27.8.1599. Johann Conrad hatte am 26.11.1609 Elisabeth v. Vohenstein (gest. 26.2.1626) geheiratet. Hier handelt es sich um den Sohn des Paares, deren Wappenstein am Treppenturm zu sehen ist.

Die Ahnenprobe des Ehemannes (von oben nach unten, entsprechend den obigen Abb. von links nach rechts) wird unter Verzicht auf Wiederholung des Berlichingen-Wappenschildes gebildet aus den beschrifteten Wappen der v. Crailsheim (in Schwarz ein goldener Balken), der v. Westerstetten (von Rot, Silber und Blau halbgespalten und geteilt, auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein roter Flügel, mit silbernen Lindenblättchen bestreut, vgl. Siebmacher Band: WüA Seite: 16 Tafel: 8, Scheiblersches Wappenbuch Folio 158), der v. Vestenberg (in Grün ein silberner Balken, auf dem Helm mit grün-silbernen Decken ein wachsender, grüner, mit einem silbernen Balken belegter, rotgezungter Brackenrumpf, vgl. Siebmacher Band: BayA1 Seite: 57 Tafel: 58 und Scheiblersches Wappenbuch Folio 395) und der v. Thüngen (in Silber ein 5x im Wellenschnitt gold-rot gespaltener Balken, Siebmacher and: Bay Seite: 60 Tafel: 64, Band: AnhA Seite: 87 Tafel: 52, Band: PrA Seite: 96 Tafel: 70, Band: Sa Seite: 17 Tafel: 16, Band: Erg Seite: 20, Band: Na Seite: 10 Tafel: 11, Scheiblersches Wappenbuch Folio 284, Aschaffenburger Wappenbuch Tafel 2, Seite 76, 118, 124).

Die Ahnenprobe der Ehefrau des Verstorbenen wird unter Verzicht auf Wiederholung des Vohenstein-Wappenschildes gebildet aus den beschrifteten Wappen (von oben nach unten, entsprechend den obigen Abb. von links nach rechts) der v. Thalheim (schwarz-silbern geteilt, oben ein fünflätziger roter Turnierkragen, Siebmacher Band: WüA Seite: 68 Tafel: 43), der v. Rußdorf (Russdorfer, in Schwarz ein silberner Ort, vgl. Siebmacher Band: BayA1 Seite: 122 Tafel: 126, Band: SaA Seite: 138 Tafel: 91), der v. Absberg (mit einer eingebogenen silbernen Spitze von Blau und Rot gespalten), und der letzte Schild enthält einen Widderrumpf (Zuordnung nicht lesbar, Hinweise willkommen).

8. Grabplatte:

Diese insbesondere im oberen Bereich sehr stark zerstörte Platte enthält eine umlaufende Inschrift auf dem Rahmen, ein zentrales, zusammengestelltes Allianzwappen und darüber sowie darunter je ein weiteres Inschriftenfeld. Die genealogisch wichtigen Angaben stehen in der äußeren Inschrift: "(ANNO DOMINI 1615) ........(MO)RGENS VMB 7 VHR VERSCHIDT IN GOTT IOHAN CHRISTOFF DES EDEL VND VESTEN IOHAN CONRADT VO(N) BERLICHINGEN SÖHNLEIN SEINES ALTERS 21 WOCHEN.......". Die beiden Inschriften des Zentralfeldes sind religiösen Inhalts, soweit noch entzifferbar. Das zentrale Rund mit den beiden Wappen ist in einen viereckigen Rahmen einbeschrieben, und in den vier Ecken finden wir die Ziffern der Jahreszahl 1615. Hier handelt es sich also um die Platte für den als Kleinkind verstorbenen Johann Christoph von Berlichingen, Sohn von Johann Conrad von Berlichingen (31.10.1579-19.12.1620) aus der Schrozberg-Jagsthäuser Hauptlinie, der am 26.11.1609 Elisabeth v. Vohenstein (gest. 26.2.1626) geheiratet hatte. Hier liegt damit ein weiterer Enkel des Paares, das am Treppenturm mit seinem Ehewappen vertreten ist, und er ist der Bruder des in der Platte Nr. 2 vorgestellten Johann Conrad von Berlichingen.

Entsprechend gleich sind die genealogischen Daten der Eltern und die heraldischen Inhalte der Grabplatte. Die Platte enthält nur ein zentrales Allianzwappen, keine weiteren Wappenschilde. Heraldisch rechts ist das gewendete Wappen der Familie von Berlichingen, in Schwarz ein silbernes fünfspeichiges Rad, auf dem gekrönten Helm mit schwarz-silbernen Decken ein sitzender Wolf von natürlicher, meist schwarzer Farbe, der ein silbernes Lamm in seinem Maul hält. Gegenüber ist das Wappen der Familie von Vohenstein, in Rot drei (2:1) goldene "Lägeln" (ein hölzernes, faßartiges Gefäß von rundem Querschnitt zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten), auf dem Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender, rot gekleideter Mannesrumpf mit spitzem Bart und mit roter Mütze auf dem Kopf (Diskussion siehe vorhergehende Seite).

9. Grabplatte:

Diese barocke Grabplatte, die im unteren Teil arg mitgenommen ist, hat ein zentrales Vollwappen in der oberen Mitte. Darüber ist ein üppig gerahmtes, ovales Feld mit einer religiösen Inschrift. In der unteren Zone befindet sich die Inschrift mit den genealogisch wichtigen Daten zur Zuordnung, und in den unteren zwei Dritteln der Platte befinden sich am äußeren Rand die zwei Spalten mit je 4, also insgesamt 8 Ahnenwappen, jeweils als Vollwappen ausgebildet und mit kleinen Bändern beschriftet und den jeweiligen Familien zugeordnet. Die Inschrift lautet: "IM IAHR CHRISTI 1671 MONTAGS DE(N) 6 FEB(RVAR) VORMITTAG VMB 9 VHR IST IN IHREM ERLÖSER JESV CHRISTO SANFFT V(ND) SEELIG EINGESCHLAFFEN DIE HOCH WOHL EDEL GEBOHRNE HOCH EHRN V(ND) TVGENTREICHE JVNGFRAW MARIA AMALIA VON THVNA IHRES ALTERS AVF DIE 56 IAHR DEREN GOTT EIN FRÖLICHE AVFFERSTEHVNG ZVR EWIGEN.........". Hier handelt es sich also um die unvermählt als alte Jungfrau verstorbene Maria Amalia von Thüna, Tochter von Amalie von Berlichingen und Enkelin von Hans Gottfried von Berlichingen (1564-1.6.1588).

Das zentrale Vollwappen der v. Thüna zeigt in Silber eine rote gestürzte und eingebogene Spitze, auf dem Helm mit rot-silbernen Decken zwei Gruppen von je drei Wimpeln an Stangen zwischen zwei Straußenfedern (Siebmacher Band: SchwA Seite: 30 Tafel: 21, Band: ThüA Seite: 87 Tafel: 69, Band: Sa Seite: 50 Tafel: 58, Band: AnhA Seite: 87 Tafel: 52, Band: PrE Seite: 173 Tafel: 149, Schöler Tafel 22, Alberti S. 832, Geschlechterbuch des Johann Friedrich Christoph Schrag, Wolfenbütteler Wappenbuch). Für die Helmzier finden sich verschiedene Angaben zur Tinktur: Im Geschlechterbuch des Johann Friedrich Christoph Schrag sind es acht rote Fähnchen an silbernen Stangen, und die Straußenfedern sind rot und silbern. Im Alten Siebmacher von 1605 sind es sechs Fähnchen, auf jeder Seite ein rotes zwischen zwei silbernen, und die Straußenfedern sind rot und silbern. Der Gotha, Genealog. Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, Teil A, 92. Jg. 1942, gibt 8 von Rot und Silber geteilte Turnierfähnchen an. Im Neuen Siebmacher Band: AnhA Seite: 87 Tafel: 52 und Band: PrE Seite: 173 Tafel: 149 finden sich zwei schwarze Straußenfedern und rot-silbern gespaltene Fähnchen. In Band: Sa Seite: 50 Tafel: 58 sind es sechs Fähnchen, abwechselnd rot und silbern, zuweilen zwischen einer roten und einer silbernen Feder, und in Band: ThüA Seite: 87 Tafel: 69 sind es acht Fähnchen, abwechselnd rot und silbern, zwischen einer roten und einer silbernen Feder. Eine andere Linie hatte übrigens abweichend Blau anstelle von Rot und eine andere Helmzier.

Auf der heraldisch rechten Seite enthält die Ahnenprobe väterlicherseits die Schilde v. Thüna (s.o.), v. Merretich (auch: Merrettig, Merrettich, naumburgische Familie, in Rot eine silberne Lilie, auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein roter Hut, oben mit abwechselnd roten und silbernen Straußenfedern besteckt, Siebmacher Band: SchwA Seite: 21 Tafel: 14), v. Schaumberg (geviert, Feld 1 und 4: gespalten, rechts in Rot ein silberner Sparren, links in Gold eine schwarze Schafschere, Feld 2 und 3: von Silber, Rot und Blau halbgespalten und geteilt, zwei Helme: Helm 1 (rechts): gekrönt, ein Drehgatter auf einem verlängerten mittleren Drehpfahl, Helmdecken schwarz-golden, Helm 2 (links): ein Mannesrumpf, der Kopf mit einer gebogenen gestulpten Spitzmütze bedeckt, an der Spitze mit schwarzen Hahnenfedern besteckt, Helmdecken rot-silbern, blau-silbern oder schwarz-silbern je nach Quelle, vgl. Diskussion beim Ort Strössendorf) und v. Deucher (fränkischer Uradel im Raum Würzburg und Bamberg mit Sitz auf dem Burgstall Frensdorf, im 16. Jh. erloschen, in Blau ein silberner Schrägrechtsbalken mit drei roten Kugeln belegt, auf dem Helm mit blau-silbernen Decken ein wachsender blauer Brackenrumpf mit silbernem, beringtem Halsband, Siebmacher Band: BayA1 Seite: 132 Tafel: 137). Hinweise zur exakten Genealogie willkommen.

Auf der heraldisch linken Seite sind es für die Ahnenprobe der Verstorbenen mütterlicherseits die Schilde v. Berlichingen (für Hans Jacob v. Berlichingen (1518-20.10.1567), in Schwarz ein silbernes fünfspeichiges Rad, auf dem gekrönten Helm mit schwarz-silbernen Decken ein sitzender Wolf von natürlicher, meist schwarzer Farbe, der ein silbernes Lamm in seinem Maul hält), v. Grumbach (für Carl v. Grumbach zu Estenfeld, in Gold ein schwarzer Mohr, der in seiner ausgestreckten rechten Hand drei rote Blumen hält, auf dem Helm ein Turnierhut, in dessen Stulp ein meist schräggeteilter Flug steckt, Siebmacher BayA1 Seite: 41 Tafel: 38, Band: BayA2 Seite: 55 Tafel: 36, Band: Mä Seite: 265 Tafel: 187, Band: ThüA Seite: 76 Tafel: 59, Scheiblersches Wappenbuch Folio 145, Codex Ingeram, Alter Siebmacher, in den Quellen mehrere Tingierungs-Varianten der Helmzier, nach dem Scheiblerschen Wappenbuch sind z- B. die Decken schwarz-golden, der Hut fehlt, der Flug ist schwarz-silbern geteilt), Geyer v. Giebelstadt (für Eva Geyer von Giebelstadt, in Blau ein silberner Bocksrumpf mit goldenen Hörnern, auf dem Helm mit blau-silbernen Decken der Bocksrumpf wachsend, Schöler Tafel 97, Alter Siebmacher von 1605) und v. Grumbach (für Sophia v. Grumbach zu Rimpar, ganz schlecht erhalten und kaum zu erkennen, wie oben).

10. Grabplatte:

Diese Grabplatte enthält eine zentrale heraldische Komposition aus drei Wappenschilden, die unter einem einzigen Oberwappen zusammengestellt sind. Oberhalb ist eine kleine, unterhalb eine große Inschriftenzone auf der Platte. Das Ganze wird rechts und links gesäumt von je acht, insgesamt 16 Ahnenwappen in zwei Spalten, jeweils nur mit dem Schild wiedergegeben und oberhalb desselben mit einem kleinen Schriftband zugeordnet. Die Platte ist größtenteils so abgenutzt und verwittert, daß von diesen 16 Schilden kaum noch etwas zu erkennen ist. Die obere Inschrift gibt nur noch Bruchstücke der Entzifferung frei; sie scheint religiösen Inhalts zu sein. Die untere Inschrift ist ebenfalls in ihrem unteren Teil stark abgenutzt; sie lautet, soweit noch lesbar: "........... VND ............. CATHARINA VRSVLA VO(N) BERLICHINGE(N) GEBOR(E)NE V(ON) CRAILSHEIMB WITIB IST IN IHREN ERLÖSER IESV CHRISTO ZV ROS(S)ACH DEN 15 FEB(RVAR) A(NN)O 1661 SEELIG EINGESCHLAFF(E)N IHRES ALTERS ..........."

Es handelt sich also um Catharina Ursula v. Berlichingen (10.3.1600-.15.2.1661), geb. v. Crailsheim, verwitwete v. Seckendorff. Sie war die Tochter von Johann Philipp von Crailsheim zu Hornberg und Erckenbrechtshausen (16.7.1557-24.7.1627), der dreimal verheiratet war, erst mit Helena von Lentersheim (Mutter eine geb. v. Rosenberg), dann mit Cunegunda Voit von Rieneck (Mutter eine geb. v. Gebsattel) und schließlich mit Anna Margaretha von Berlichingen (Mutter eine geb. v. Thalheim). Catharina Ursula v. Crailsheim hatte am 18.9.1621 Georg Albrecht v. Seckendorff-Aberdar (10.12.1594-30.4.1632) geheiratet, und nach dessen Ableben in zweiter Ehe Johann Reinhard von Berlichingen-Rossach (1610-15.10.1654).

Somit setzt sich ihr kompliziertes Ehewappen zusammen aus ihrem eigenen Vollwappen in der Mitte (v. Crailsheim, in Schwarz ein goldener Balken, auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken zwischen zwei schwarzen, je mit einem goldenen Balken belegten Büffelhörnern ein auf die Spitze gestelltes, quadratisches, rotes Kissen mit goldenen Troddeln an den freien Enden), dem Wappenschild ihres ersten Ehemannes heraldisch rechts (v. Seckendorff, in Silber zwei unten miteinander verbundene und zu einer Acht verschlungene rote Lindenzweige mit nach außen gekehrten Blättern, vier auf jeder Seite) und dem Wappenschild ihres zweiten Ehemannes heraldisch links (v. Berlichingen, in Schwarz ein silbernes fünfspeichiges Rad).

Die insgesamt 16 Schilde der Ahnenprobe sind zum Großteil kaum noch zu erkennen. Gut zu sehen ist beispielsweise noch auf der optisch linken Seite der Schild für die v. Gundelsheim, in Rot ein silberner Pfahl (Abb. oben links). Die hier nicht dargestellte Helmzier wäre zu rot-silbernen Decken ein roter, mit einem silbernen Pfahl belegter Flügel (1680 ausgestorben, siehe Siebmacher Band: BayA1 Seite: 142 Tafel: 147, Band: ThüA Seite: 58 Tafel: 44, vgl. Scheiblersches Wappenbuch, Folio 252, Alberti S. 255-256, in Siebmacher Band: ThüA Seite: 58 Tafel: 44 ist es ein Flug als Kleinod). Ebenfalls gut zu erkennen ist der Schild der v. Gumppenberg ("GRUMPEBERG"), in Rot ein silberner, mit drei nach der Figur gelegten, grünen Seeblättern belegter Schrägrechtsbalken (Abb. oben rechts, gewendet). Die hier nicht dargestellte Helmzier wäre zu rot-silbernen Decken ein Paar silberner Büffelhörner mit Hermelinschwänzchen bestreut (eigentl. silbern mit schwarzen Flecken) mit roten anhängenden Ohren (siehe Siebmacher Band: Bay Seite: 38 Tafel: 35, Band: Erg Seite: 14 Tafel: 6, Band: Wü Seite: 7 Tafel: 9, Scheiblersches Wappenbuch Folio 278, Wappenbuch des churbayrischen Adels, BSB Cgm 1508, Image 43). Beide Familien finden sich in der unten gegebenen Abstammungsübersicht wieder. Von der Genealogie (nach Biedermann) her würden wir ferner die Schilde Crailsheim, Lentersheim, Rosenberg, Wormser von Schafftelsheim, Sternfels etc. erwarten, wovon gerade Sternfels noch entschlüsselt werden kann, der Rest aber zu schlecht erhalten ist.

Genealogische Übersicht über alle Grabplatten:

Die folgenden Übersichten zeigen die Übersicht über die Zusammenhänge aller hier vorgestellten Grabplatten unter Hervorhebung der auf dieser Seite behandelten:

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Aschaffenburger Wappenbuch
Scheiblersches Wappenbuch
Edmund von der Becke-Klüchtzner, Stamm-Tafeln des Adels des Großherzogthums Baden: ein neu bearbeitetes Adelsbuch Baden-Baden, 1886, darin: Stammtafeln Berlichingen:
http://diglit.ub.uni-heidelberg.de/diglit/beckekluechtzner1886/0054 - insbesondere http://diglit.ub.uni-heidelberg.de/diglit/beckekluechtzner1886/0055 und http://diglit.ub.uni-heidelberg.de/diglit/beckekluechtzner1886/0056 und http://diglit.ub.uni-heidelberg.de/diglit/beckekluechtzner1886/0058
Stammtafeln von Berlichingen:
Johann Gottfried Biedermann, Geschlechts-Register Der Reichs Frey unmittelbaren Ritterschafft Landes zu Francken Löblichen Orts Ottenwald http://books.google.de/books?id=g9JDAAAAcAAJ S. 124 ff., http://books.google.de/books?id=jiZRAAAAcAAJ
Stammtafeln Grumbach:
Johann Gottfried Biedermann, Geschlechts-Register der Reichs-Frey unmittelbaren Ritterschafft Landes zu Francken, löblichen Orts Steigerwald http://books.google.de/books?id=5tJDAAAAcAAJ
Stammtafeln Geyer von Giebelstadt:
Johann Gottfried Biedermann, Genealogie der hohen Grafen-Häuser im fränkischen Crayse - Erlangen, J. Fr. Becker 1745-1771 http://books.google.de/books?id=3CVRAAAAcAAJ
Stammtafeln Absberg:
Johann Gottfried Biedermann, Geschlechtsregister Der Reichsfrey unmittelbaren Ritterschaft Landes zu Franken Löblichen Orts an der Altmühl http://books.google.de/books?id=KSZRAAAAcAAJ
Genealogie Crailsheim: Geschlechts-Register der Reichs-Frey unmittelbaren Ritterschafft Landes zu Francken, löblichen Orts Steigerwald
http://books.google.de/books?id=5tJDAAAAcAAJ
Geschlechterbuch des Johann Friedrich Christoph Schrag (1703-1780), Bearbeitung von Karl Borchardt 2007

Rotes Schloß - Altes Schloß Jagsthausen, sog. "Götzenburg" - Grabplatten im Hof des Alten Schlosses Jagsthausen (1)

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