Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1787
Trier: Heraldik in Deutschlands ältester Stadt

Dom, Heiligrock-Kapelle

Die Heiltumskapelle oder Heilig-Rock-Kapelle ist ein barocker Anbau ganz im Osten des Trierer Domes, als Chorscheitelrotunde an den romanischen polygonal abgeschlossenen Chor als fast selbständige Baueinheit angesetzt. Abwechselnd konvexe und konkave Wandflächen zwischen insgesamt sechs Pfeilern und die mehrstufige Haube mit einer konkaven und zwei konvexen Zonen darüber bilden einen barock-bewegten Gegensatz zu den älteren Baukörpern des Domes. Dieser Anbau beherbergt den sog. Heiligen Rock, der als das ungenähte Gewand Christi gilt, die kostbarste Reliquie des Trierer Doms.

 

Die Planungen für diese Heiltumskapelle entstanden im späten 17. Jh. unter dem Architekten und Bildhauer Johann Wolfgang Fröhlicher. Bereits Fürstbischof Karl Kaspar von der Leyen hatte die Barockisierung des Domes eingeleitet. Die Ausführung der Heiligrock-Kapelle erfolgte dann in der Zeit von 1702 bis 1710 durch den kurfürstlichen Hofbaumeister Philipp Honorius Ravensteyn. Ziemlich in der Mitte der Wand befindet sich genau im Osten anstelle eines Fensters ein Monumentalwappen des Bauherrn Johann Hugo von Orsbeck (reg. 1676-1711). Sein Wappen ist wie folgt aufgebaut:

Das Wappen wird von einer üppig gestalteten Kartusche umgeben, auf ihm ruht ein Kurhut, und hinter der Kartusche stehen schrägrechts ein Krummstab für die geistliche Macht und schräglinks ein Schwert für die weltliche Macht des Kurfürsten. Ein geflügelter Engelskopf unter dem Wappen und zwei seitliche allegorische Figuren vervollständigen die Komposition.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Band Bistümer
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Band 17.1, Hrsg. im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur vom Landesamt für Denkmalpflege: Stadt Trier, Altstadt, bearbeitet von Patrick Ostermann, Wernersche Verlagsgesellschaft Worms, 2001, ISBN 3-88462-171-8, S. 104.
Die Wappen der Hochstifte, Bistümer und Diözesanbischöfe im Heiligen Römischen Reich 1648-1803, hrsg. von Erwin Gatz, von Clemens Brodkorb, Reinhard Heydenreuter und Heribert Staufer, Schnell & Steiner Verlag 2007, ISBN 978-3-7954-1637-9
Dominformation:
http://www.dominformation.de/internet-de/nav/d5f/d5f703d2-c3da-26f5-4abd-11d8bc1d2b31.htm
Baugeschichte:
http://www.dominformation.de/internet-de/nav/11f/11f603d2-c3da-26f5-4abd-11d8bc1d2b31.htm

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