Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1771
Heitersheim (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald)

Johanniterschloß Heitersheim: Badhaus

Das sog. Badhaus befindet sich noch weiter weg vom eigentlichen Johanniterschloß als das weiter unten beschriebene Kanzlerhaus, nämlich an der Ecke Schloßbuck/Badhausstraße südwestlich des Schlosses. Hier wurde der Name einer späteren Nutzung prägend, denn einst wohnten hier hohe Beamte der Johanniterherrschaft. Das Haus wurde gemäß Datierung des Wappensteines im Nordwestgiebel im Jahre 1726 erbaut unter Fürst Goswin Hermann Otto von Merveldt, der 1721 bis zu seinem Tod am 8.12.1727 Großprior des Johanniterordens war und auf der Anhöhe jenseits der Johanniterstraße im Schloß residierte. Seine Ordenszeit war davon geprägt, daß er versuchte, die Ordenskommenden in den Niederlanden wiederzubekommen, die eingezogen worden waren, vergeblich. Bevor er Großprior wurde, war er Kommandant der Truppen des Bischofs von Münster, Statthalter von Jülich und Großbailli.

Das Wappen des Bauherrn Fürst Goswin von Merveldt ist geviert, Feld 1 und 4: in Rot ein durchgehendes silbernes Kreuz (Johanniterorden), Feld 2 und 3: korrekterweise in Blau ein goldenes Gitterwerk aus zwei sich überschneidenden Sparren und zwei Schrägstäben, einer schrägrechts, der andere schräglinks gelegt. Hier ist die Tingierung durch falschen Anstrich inkorrekt. Das hier nicht dargestellte Kleinod zeigt zu blau-goldenen Decken den Schild verkleinert zwischen zwei blauen und mit schrägen goldenen Stäben belegten Straußenfedern. Das Wappen wird beschrieben im Siebmacher Band: Lip Seite: 5 Tafel: 4, Band: Pr Seite: 19 Tafel: 20 und Band: PrGfN Seite: 34 Tafel: 26. Im Westfälischen Wappenbuch wird noch eine rot-silberne Variante zusätzlich angegeben, aber mit dem Hinweis auf deren Erlöschen gegen 1680.

Der letzte in diesem Gebäude wohnhafte Beamte des Malteserordens war Geheimrat von Stöcklern. Mit der Aufhebung des Johanniterfürstentums im Zuge der Neuordnung zu Beginn des 19. Jh. kam auch dieses Gebäude an das Haus Baden, und 1822 wurde es an Johann Georg Fünfgeld veräußert. Dieser richtete erst in einem 1824 erbauten, eingeschossigen Anbau die namengebenden Bäder ein, gespeist durch eine bereits von den Johannitern genutzten Heilquelle im Garten des Anwesens. Dieses Bad wurde bis 1951 genutzt. Außerdem betrieb er im Haupthaus eine Schankwirtschaft, die als Kneipe "zum Malteserbad" bis 2003 Bestand hatte, zuletzt unter Kurt und Waltraud Bauer, und dann aus Altersgründen von den Besitzern aufgegeben wurde.

Liste der Großprioren von Deutschland

Literatur, Links und Quellen:
Zur Geschichte des Johanniter-Großpriorat Heitersheim, in: Das Markgräflerland, Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur, Jgg. NF 10 (41) Heft 3/4 1979, hrsg. v. d. Arbeitsgemeinschaft Markgräflerland für Geschichte und Landeskunde e. V. und dem Hebelbund Müllheim e. V.
Ingeborg Hecht, Karl Kraus-Mannetstätter, Heitersheim - aus der Geschichte der Malteserstadt, hrsg. Stadt Heitersheim 1972.
Alfred Graf v. Kageneck, Die Fürsten von Heitersheim, ibid. S. 245-260.
Hinweistafeln am jeweiligen Gebäude
Schloßmuseum:
http://www.museum-im-schloss.de/
Schloß Heitersheim:
http://www.ms-visucom.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=1614
Herrschaft Heitersheim:
http://de.wikipedia.org/wiki/Herrschaft_Heitersheim
Wappen von Merveldt: Siebmacher Band: Lip Seite: 5 Tafel: 4, Band: Pr Seite: 19 Tafel: 20 und Band: PrGfN Seite: 34 Tafel: 26
Wappen von Merveldt und von Nesselrode: Max von Spießen (Hrsg.): Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Zeichnungen von Professor Ad. M. Hildebrandt, 1. Band, Görlitz 1901 - 1903.
Wappen von Merveldt: Otto Hupp, Münchener Kalender 1910

Johanniterschloß Heitersheim - ehem. Speichergebäude - Kanzlei/Museum - Kanzlerhaus

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