Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1767
Ettenheim (Ortenaukreis)

Ettenheimer Stadtwappen an den Stadttoren

In der barocken Altstadt von Ettenheim finden sich insgesamt drei sehr schöne Darstellungen des Stadtwappens, zwei an den beiden erhaltenen Stadttoren und eines - ohne Tor - an einem Bürgerhaus. Letzteres befindet sich in der Thomasstraße 8, ein schlichtes, zweistöckiges Haus, mit einer auf 1834 nachdatierten Sandsteinarbeit über dem Eingang. In der Thomasstraße befand sich einst das Thomastor, das westliche Stadttor, das im Zuge der Errichtung der ersten Stadtmauer entstand, nach einem Brand im Jahre1637 wieder aufgebaut und 1783 zu einer barocken Toranlage umgebaut wurde. Das Stadttor wurde im Jahre 1834 bis auf die äußeren Stützpfeiler abgerissen, sodaß von diesem der drei Stadttore am allerwenigsten übrig ist.

Das Ettenheimer Stadtwappen sehen wir hier in einer alten Form mit einer dreitürmigen Kirche, deren äußere Türme nach außen gedreht sind, alle Türme mit geschweifter Haube, der mittlere oben mit einem Kreuz besteckt. Heute zeigt das Ettenheimer Stadtwappen in Silber eine rote Burg mit offenem Tor und drei mit Kreuzen besteckten Türmen, deren mittlerer mit einer Flachkuppel bedeckt, die äußeren mit Spitzhelmen, beiderseits anschließend abgewinkelte ungezinnte Mauerstücke (siehe auch Siebmacher Band: St Seite: 201 Tafel: 223). Die heutigen Farben rot-silbern erinnern an die Zugehörigkeit zum Hochstift Straßburg

Nachdem der Markt Ettenheim kurz nach 1300 Stadtrechte erlangt hatte, wurde der Ort mit einer entsprechenden Befestigung versehen, wozu auch drei Tortürme an der inneren Mauer gehörten. Die Anlage des Obertores war früher viel größer, als die heute noch vorhandenen Reste vermuten lassen. Die spätbarocke Mauer mit dem großen Bogen für Fahrzeuge und der kleinen Fußgängerpforte ist eigentlich nur das äußere Vortor gewesen; der eigentliche Torturm ist 1834 verschwunden. Im Bogenscheitel ist das Tor auf 1778 datiert.

In dem giebelartigen Maueraufsatz mit geschweiften Linien und seitlichen Voluten befindet sich innerhalb einer Rokoko-Kartusche ein weiteres Stadtwappen von Ettenheim. Die Feldfarbe ist Blau, das dreitürmige Gebäude ist silbern. Dies ist die alte Farbgebung, wie sie sich auch bei Otto Hupps Gemeindewappen findet (Kaffee Hag Album). Heute sind die Wappenfarben rot-silbern (s. o.). Andererseits ist die Huppsche Darstellung von der Form der Kirche mit Mauerstücken her näher an der heutigen Form als diese drei Darstellungen an den historischen Gebäuden mit den jeweils drei dicht nebeneinandergesetzten Türmen.

Auch das andere erhaltene Tor, das Untere Tor, ist nur noch ein Fragment, das aus dem spätbarocken Vortor aus dem Jahr 1783 besteht. Der eigentliche Torturm, zuletzt als Amtsgefängnis dienend, wurde 1844 abgebrochen. Im Schlußstein sieht man das Wappen des Hochstifts Straßburg mit dem Schrägbalken, und darüber ist eine weitere Rokoko-Fassung des alten Ettenheimer Stadtwappens (Abb. unten).

Zu den drei Tortürmen kam einst noch der Hexenturm, der 1769 abgebrochen wurde. Dieser innere Bering aus der Zeit der Stadtwerdung wurde später um einen zweiten Mauerring ergänzt, der die Befestigung der Stadt verstärkte.

Literatur, Links und Quellen:
Hinweistafel am Gebäude
Ettenheim:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ettenheim und http://www.ettenheim.de/
Rundgang Ettenheim: http://www.ettenheim.de/dynasite.cfm?dsmid=639
Stadtwappen Ettenheim:
http://www.ngw.nl/heraldrywiki/index.php?title=Ettenheim
Geschichte Ettenheims:
http://www.ettenheim.de/dynasite.cfm?dsmid=239 und http://www.ettenheim.de/700/
Hubert Machleid, Ettenheim in alten Ansichten, ISBN 978-90-288-1556-8.

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