Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1749
Koblenz (Rheinland-Pfalz)

Mittelrhein-Museum: Anna Veronica de Fültz

Am Gebäude des Mittelrheinmuseums Koblenz (ehemaliges altes städtisches Tanz- und Kaufhaus) befindet sich an der rückwärtigen, moselseitigen Außenwand ein Grabdenkmal für Anna Veronica de Fültz, gefertigt aus porösem Basaltlavagestein. Die einst zerbrochene und wieder zusammengesetzte Platte zeigt ein Vollwappen und vier durch Schriftbänder zugeordnete Wappenschilde einer Ahnenprobe innerhalb eines Rechteckfeldes, das von einer umlaufenden Inschrift umgeben wird.

   

Die umlaufende Inschrift lautet: "ANNO 1691 DIE 15 JANVARY DIE IN D(OMI)NO OBYT (=OBIIT) PRAENOBILIS AC RELIGIOSA VIRGO ANNA VERONICA DE FÜLTZ AETATIS SVAE 83 PROFESSIONIS 65 CVIVS ANIMA REQVIESCAT IN PACE AMEN". Im Jahre 1691 am 15. Januartag ging von uns die edle und gottesfürchtige Jungfrau Anna Veronica von der Feltz in ihrem 83. Lebensjahr und in ihrem 65. Berufsjahr, deren Seele in Frieden ruhe, Amen.

Hier wird der Name zweimal "de Fültz" geschrieben. Diese luxemburgisch-moselländische Familie ist besser bekannt als von der Feltz oder auch unter dem französischen Namen Larochette. Beim Vollwappen in der Mitte der Platte ist auch die Helmzier mit dargestellt, wohingegen die Ahnenprobe nur die vier, jeweils mit einer Krone bedeckten Schilde ihrer vier Großeltern zeigt. Die Helmdecke der zentralen Wappendarstellung ist durch den Riß in der Platte in Mitleidenschaft gezogen.

 
Wappen von der Feltz (Larochette): Geviert, Feld 1 und 4: in Silber ein rotes Ankerkreuz, Feld 2 und 3: in Gold ein schwarzer Zickzackbalken. Auf dem Helm mit rechts rot-silbernen und links schwarz-goldenen Decken zwei gebogene, wachsende, rotgekleidete, je eine brennende goldene Fackel haltende Arme. Das Wappen wird beschrieben im Siebmacher Band: Lux Seite: 5 Tafel: 5, bei Zobel auf Tafel 101, im Loutsch auf S. 503, sowie im Gruber. Da es sich auch um eine luxemburgische Familie handelt, geben wir auch die französische Blasonierung: Écartelé, aux 1 et 4 d'argent à la croix ancrée de gueules, aux 2 et 3 d'or à la fasce vivrée de sable, cimier deux bras vêtus de gueules, les mains de carnation, tenant chacune und torche allumée, issantes d'une couronne d'or. Die Familie starb im 18. Jh. aus.
Wappen der Hausmann (Hausmann von Namedy), silbern-schwarz geteilt, belegt mit einer goldenen Lilienhaspel (Glevenrad), auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken wäre ein silberner, wachsender Rüdenrumpf (Brackenrumpf) zwischen einem offenen Flug, beiderseits wie der Schild bezeichnet. Das Wappen wird beschrieben im Gruber, im Zobel Tafel 133, im Siebmacher Band: Bö Seite: 244 Tafel: 109, ferner im Loutsch S. 417 (var.). Französische Blasonierung: Coupé d'argent et de sable, à une escarboucle fleurdelisée d'or, cimier une tête et col de chien d'argent, colleté de sable entre un vol aux armes.
 
Wappen von Liebenstein, vermutlich ist die Familie Liebenstein mit folgendem Wappen gemeint: in Gold zwei rot-silbern geschachte (hier nicht aufgelöst, sondern mit einer Mittellinie facettiert) Sparren, auf dem Helm mit rot-goldenen Decken ein offener goldener Flug, beiderseits belegt mit den zwei rot-silbern geschachten Sparren. Das Wappen wird beschrieben im Gruber, im Zobel Tafel 199, im Loutsch S. 519 sowie im Siebmacher Band: NaA Seite: 29 Tafel: 45. Die Boland-Sponheimischen Vasallen auf Burg Liebenstein am Rhein, nicht zu verwechseln mit den Schenk von Liebenstein, erloschen 1637. Als Variante führten sie auch den Schild in den genannten Farben gesparrt. Französische Blasonierung: D'or à deux chevrons échiquettés d'argent et de gueules, cimier un vol aux armes.
Wappen von Metternich, in Silber drei (2:1) schwarze Jakobsmuscheln. Die Helmzier wäre ein silberner Schwanenrumpf (Kopf und Hals) mit rotem Schnabel auf gekröntem Helm. Der Rücken des Halses kann kammartig gestaltet sein und mit schwarzen Federbüscheln besteckt - es finden sich Beispiele mit und ohne. Die Helmdecken wären schwarz-silbern. Das Wappen wird beschrieben im Siebmacher Band: FstA Seite: 169 Tafel: 194, Band: Mä Seite: 79 Tafel: 61, Band: Bö Seite: 197 Tafel: 85, Band: FstM Seite: 19 Tafel: 38, Band: NÖ1 Seite: 298 Tafel: 157 und Band: BraA Seite: 60 Tafel: 53, im Gruber, im Zobel Tafel 224, ferner im Loutsch S. 573. Französische Blasonierung: D'argent à trois coquilles de sables, cimier une tête et col de cygne d'argent.

Literatur, Links und Quellen:
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter"
Rolf Zobel: Wappen an Mittelrhein und Mosel, Books on Demands GmbH, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8370-5292-3, 527 S.
Dr. Jean-Claude Loutsch, Armorial du pays de Luxembourg, 1974
Siebmachers Wappenbücher

Die Wappen der Grafen und Fürsten von Metternich

Glevenrad und Karfunkel

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