Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1743
Sachsenflur (Lauda-Königshofen, Main-Tauber-Kreis)

Schlößlein Sachsenflur

Im heute zu Lauda-Königshofen gehörenden Dorf Sachsenflur befindet sich ein malerischer fränkischer Landadelssitz aus zwei aneinandergebauten Gebäudeteilen unterschiedlicher Höhe mit einem alles überragenden polygonalen Treppenturm mit spitzem Zeltdach an der Nahtstelle, und mit einem kleinen dritten Trakt im rechten Winkel zum Wohntrakt (Winkelhakenbau). Letzterer und die Obergeschosse von südlichem und nördlichem Wohntrakt und vom Turm sind in Fachwerk ausgeführt. Das Sichtfachwerk der ältesten Gebäudeteile stammt aus der späten Gotik und ist vom alemannischen Typ mit seinen X-förmigen Verstrebungen und dem weiten Ständerabstand, andere Partien aus dem 16. Jh. sind vom fränkischen Typ mit dichter gestellten Ständern.

Am Turm ist unterhalb des untersten Fensters ein dunkelgrauer Wappenstein angebracht. Es zeigt heraldisch rechts das gewendete Wappen der von Stetten, in Silber 3 (2:1) rechtsgewandte, gestielte, rote Beile, auf dem Helm mit rot-silbernen Decken eine wachsende, rot gewandete Frauengestalt, die in jeder erhobenen Hand ein Beil hält, die Schneiden auswärts gekehrt. Alternativ kann die Gewandung oben silbern, unten rot sein. Eine weitere Alternative ist oben nackt, unten rot. Helmdecken rot-silbern. Eine rote Kopfbinde wird ebenfalls beschrieben. Bei Rahrbach und im Siebmacher Baden S. 24 T. 16 findet sich die Farbangabe Gold statt Silber. In Siebmacher Ergänzungsband S. 40 T. 18 findet sich als Farbangabe ein rotes Feld mit silbernen Beilen mit goldenen Stielen. Heraldisch links ist das Wappen der von Layen (von Leyen), in Schwarz ein silberner Sparren, begleitet von 3 (2:1), 3 (2:1) und 4 (1:2:1) goldenen Schindeln, auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken eine silberne Kugel, besteckt mit einem Hahnenfederbusch. Interessant ist hier die in Bezug auf das einzelne Wappen vollkommen asymmetrisch konzipierte Helmdecke, um den Abstand zwischen beiden Schilden gering halten zu können. Die in der Mitte vorhandenen Deckenwindungen werden nur von der rechten Seite aus bedient, und die großen Windungen sind nur außen. Eberhard von Stetten, gest. 11.9.1583, hatte Margaretha von Layen, gest. 5.11.1589, zur Frau genommen. Ihrer beider Epitaph befindet sich in Kocherstetten.

Es gab im Ort früher einen Niederadel namens "von Sachsenflur". Das Dorf und das Schlößchen gehörten dann zur Adelsherrschaft Schüpf. Und zwischenzeitlich war es im Besitz der von Stetten. 1632 bekam die Kurpfalz einen Anteil, das sind Folgen der "Rosenberg-Geschichte". Seit 1719 ist das Anwesen in Privatbesitz.

Literatur, Quellen und Links:
Hinweistafeln am Gebäude
Siebmachers Wappenbücher
Sachsenflur:
http://www.badischewanderungen.de/Schloss-Sachsenflur.htm
Stetten: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XV, Band 134 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag Limburg, 2004
Stetten: Otto Hupp: Münchener Kalender 1913, Verlagsanstalt München/Regensburg
Stetten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Stetten_%28Adelsgeschlecht%29

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