Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1668
Kornberg bei Riegersburg (Steiermark, Österreich)

Schloß Kornberg

Schloß Kornberg liegt in landschaftlich einsamer Waldlage auf einer Bergkuppe über dem Auersbachtal nördlich von Feldbach. Ein langer Flügel zieht sich von Nordosten nach Südwesten und stößt dort T-förmig auf einen Querflügel. An den sich dadurch ergebenden drei Eckpunkten der vielfach umgebauten, aber nach wie vor einen wehrhaften Eindruck vermittelnden Anlage befinden sich Türme, wobei der wuchtige, achteckige Turm im Nordwesten vermutlich aus einem alten Bergfried hervorgegangen ist. Nach Norden schließt sich ein zweigeschossiger Dreiflügelbau in Form eines offenen Trapezes mit Wohnräumen an, so daß alle Gebäude zusammen einen fünfeckigen Hof umschließen, wobei die zweigeschossigen, unten offenen, ober verglasten Renaissance-Arkaden dem Innenhof ein schloßartiges Lebensgefühl verleihen. Nach Südosten, der Eingangsfront, lockern zahlreiche Anbauten und ein zweigeschossiges Torgebäude jenseits des mit einer Steinbrücke überspannten, trockenen Grabens die Struktur auf. Ein niedrigerer, äußerer Verteidigungsring mit Bastionen und einem dicken Rundturm im Südwesten umgibt die Anlage. Das Schloß steht für Veranstaltungen und Ausstellungen (z. B. Orientteppich-Verkauf) offen.

Schloß Kornberg hat im Laufe seiner Geschichte viele verschiedene Adelsgeschlechter als Besitzer gehabt. Die Erbauer der ersten Burg waren die Herren von Kornberg, Vasallen der Herren von Riegersburg-Wildon, und nachdem die Riegersburg-Wildonier 1249 mit Luithold ohne männliche Erben ausstarben, Vasallen der auf der Riegersburg nachfolgenden Kuenringer und Wallseer. 1308 mußte Ortolf von Kornberg aufgrund finanzieller Engpässe seine Burg seinem Lehnsherrn verkaufen. Ulrich von Wallsee gab Burg Kornberg 1331 als Afterlehen an Ulrich von Graben. Nach dem Aussterben der Ritter von Graben in der Mitte des 16. Jh. kamen die Herren von Stadl zum Zuge, nicht ohne vorangegangenen, 1543-1584 dauernden Streit mit den von Kainach, die vom letzten Ritter von Graben eigentlich als Erben eingesetzt worden waren. Hans Rudolf von Stadl war der dritte Ehemann von Katharina Elisabeth von Wechsler, die im Detail bei der Riegersburg besprochen wird. Jetzt konnte endlich Geld in den Ausbau der mittlerweile in die Jahre gekommenen Burg zum Wohnschloß gesteckt werden. Die Ehe hielt aber nur drei Jahre, dann ließ sich Katharina Elisabeth von Wechsler von ihrem dritten Mann scheiden. Nach den Stadl kam Schloß Kornberg 1825 an Johann I Fürst von und zu Liechtenstein, dessen Sohn Franz verkaufte 1871 Kornberg an Charles François Graf von Bardeau (15.9.1830-6.12.1899), vermählt mit Emma Ottilie Gräfin v. Bellegarde (9.3.1848-26.1.1942), der durch Handel in seiner Geburtsstadt Triest wohlhabend geworden war und das neuerworbene Schloß im Stil des Historismus einrichten und umbauen ließ. Seine Nachkommen besitzen es noch heute.

Über dem Tor ist das Wappen der Grafen von Bardeau angebracht, gemäß Lit. in Silber ein blaues, schreitendes Maultier, auf dem hier gräflich gekrönten Helm mit blau-silbernen Decken ein blauer Maultierrumpf wachsend. Das Wappen wird im Rietstap (Supplement) beschrieben: Bardeau (Mâconnais): D'azur à un mulet d'azur. Desgleichen in: Adrien Arcelin, Indicateur héraldique et généalogique du Mâconnais. Karl Heinrich Graf v. Bardeau (18.8.1878-29.12.1941), Sohn des Erwerbers von Kornberg, vermählt am 27.5.1922 mit Eleonore Maria Josepha Anna Altgräfin zu Salm-Reifferscheidt-Krautheim u. Dyck (21.1.1901-8.6.1976), bekam am 15.6.1911 von Kaiser Franz Joseph die Bewilligung zur Führung des österreichischen Grafenstandes. Seine Kinder sind Karl Borromäus Franz von Sales Josef Georg Isambard Marie Therese Graf v. Bardeau (gb. 26.5.1929) und Georg Adinolph Maximilian Josef Marie Therese Graf v. Bardeau (9.5.1932-18.6.2009).

Literatur, Links und Quellen:
Homepage des Schlosses: www.schlosskornberg.at, weitere Wappenabbildung: http://www.schlosskornberg.at/grafik/wappen.jpg
Wappen Bardeau: Rietstap, Rolland
Gerhard Stenzel, Lothar Beckel, Von Schloß zu Schloß in Österreich, Verlag Kremayr und Scheriau, 1987, ISBN-13: 978-3218002882, ISBN-10: 3218002885
Christian Steeb, Birgit Strimitzer, Günter Auferbauer, Die Schlösserstraße - ein kulturhistorischer Reiseführer, 1996, ISBN-13: 9783222124648, ISBN-10: 3222124647
Georg Clam Martinic, Österreichisches Burgenlexikon, Burgen und Ruinen, Ansitze, Schlösser und Palais, 1992, ISBN-13: 978-3852145594, ISBN-10: 3852145597
Schloß Kornberg:
http://www.burgen-austria.com/Archiv.asp?Artikel=Kornberg
Wappen Bardeau: Adrien Arcelin, Indicateur héraldique et généalogique du Mâconnais
Schloß Kornberg:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Kornberg
Schloß Kornberg:
http://www.austria-lexikon.at/af/Heimatlexikon/Schloss_Kornberg - historische Ansichten: http://www.austria-lexikon.at/attach/Wissenssammlungen/Burge....riegersburg.jpg - http://www.austria-lexikon.at/attach/Wissenssammlungen/Burge.....iegersburg1.jpg
Robert Baravalle, Burgen und Schlösser der Steiermark, Graz 1961, Seite 111 ff.
Dehio, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Steiermark (ohne Graz), bearb. von Kurt Woisetschläger und Peter Krenn, Wien 1982, Seite 233 ff.
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9

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