Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1560
Forchheim (Oberfranken)

Forchheim: Salzmagazin

Das 1710 errichtete fürstbischöfliche Salzmagazin (Salzspeicher), ein massives, dreistöckiges Steinhaus, steht in einem alten Forchheimer Scheunen- und Speicherviertel, dem Krottental, inmitten von Fachwerkbauten. Bis in die Mitte des 19. Jh. wurde der Bau noch gemäß seiner ursprünglichen Funktion genutzt; seit 1870 sind in den ehemaligen Schüttböden Wohnungen eingerichtet.

Das Portal liegt auf der südlichen Stirnseite des Gebäudes, die man durch einen Torbogen erreicht. Über dem Portal ist eine Wappenkombination aus drei Komponenten angebracht. In der Mitte ist eine höchst eigenwillige Konstruktion: Eine ovale Kartusche ist einem Engel aufgelegt, dessen Schwingen die Kartusche zu beiden Seiten wie Adlerflügel rahmen, während der Engelskopf über der Kartusche von einem muschelförmigen Ornament gerahmt wird. Die Kartusche trägt das Wappen des Bamberger Domkapitels, eine Darstellung des unter einer Baldachinkonstruktion thronenden Kaiser Heinrich II, Szepter in der Rechten, Reichsapfel in der Linken, Kaiserkrone auf dem Haupt, vor sich ein Schild mit dem Doppeladler des Reiches. Wie verschiedene Darstellungen in Bamberg im Vergleich belegen, gibt es bei der Gestaltung der Kaiserdarstellung im Wappen des Domkapitels große Spielräume.

Heraldisch rechts daneben ist das Wappen der v. Guttenberg, in Blau eine goldene Rose mit goldenem Butzen, Helmzier ein hermelingestulpter roter Hut, aus dem fünf rotbraune (natürliche) Rohrkolben wachsen, Helmdecken rot-silbern oder auch blau-golden. Otto Philipp von Guttenberg (16.05.1644-11.2.1723) war Dompropst des Bamberger Domkapitels. Auf der anderen Seite befindet sich das Wappen der v. Aufseß, in Blau ein silberner Balken, belegt mit einer roten Rose, Helmzier ein Pfauenwedel zwischen zwei wie der Schild bez. Büffelhörnern, Helmdecken blau-silbern. Carl Sigismund von Aufseß war Domdekan des Hochstiftes Bamberg, Jodokus Jobst Bernhard von Aufseß war Domkustos, einem dieser beiden sollte das Wappen zuzurechnen sein.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Katharina Sitzmann: Stadt Forchheim (Denkmäler in Bayern, Band IV.53/1). Schnell & Steiner, München, Zürich 1989, ISBN 3-7954-1006-1
Daniel Burger, Forchheim, Großer Kunstführer Band 214, Schnell & Steiner Verlag, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1714-7
http://www.forchheim.de/content/salzmagazin

sog. "Kaiserpfalz" - Lapidarium in der "Kaiserpfalz" - Renaissance-Festung: Saltor-Bastion und St. Veit-Bastion - Barock-Festung: Valentini-Bastion - Barock-Festung: St. Petri-Bastion - Barock-Festung: ehem. Neuwerk-Bastion - Barock-Festung: Nürnberger Tor - Sattlertorstraße 30 - ehem. Schüttspeicher - Kloster St. Anton - Am Streckerplatz 1 - Amtsgericht - Rathaus und Magistrat

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