Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1556
Forchheim (Oberfranken)

Forchheim: Redemptoristenkloster St. Anton

Heute ist das am Rande der Altstadt gelegene Kloster St. Anton ein Redemptoristenkloster (Klosterstraße 10); gegründet wurde es aber 1649 durch Fürstbischof Melchior Otto Voit von Salzburg als Franziskanerkloster, unmittelbar nach dem Dreißigjährigen Krieg. Nach der ersten behelfsmäßigen Unterbringung der Mönche in vorhandenen Räumen begann man 1684 ff. mit dem Bau eines eigenen Klosters nebst barocker Kirche. Das Kloster wurde 1722 erweitert. Die Säkularistion brachte das klösterliche Leben zum Erliegen, die Stadt nutzte seit 1848 die Gebäude als Kaserne und später als Schule, wobei es zu weiteren Anbauten kam. 1918/19 wurde das Anwesen an den Redemptoristenorden verkauft. Früher lag das Kloster inmitten von Gärten abseits der historischen Innenstadt, heute an einer wichtigen Ringstraße um die östliche Altstadt. Innen zeigt die außen schlichte Kirche eine prächtige barocke Ausstattung.

Über der nach Norden weisenden Tür der nach Süden ausgerichteten Kirche ist dem Schlußstein vorgeblendet das Wappen des Bamberger Fürstbischofs Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg (1683-1693) zu sehen. Das Wappen ist geviert:

Über der barocken, reich verschnörkelten Schildkartusche ruht die Kaiserkrone Bambergs (kaiserliche Stiftung) über einem geflügelten Engelskopf, und hinter dem Schild schräggekreuzt sind Vortragekreuz (auf der rechten Seite) und Krummstab (auf der linken Seite). Die Inschrift lautet: "MARQVARDO SEBASTIANO annVente et IVVante CoepIt seXto aprILIs". Dahinter verbirgt sich ein Chronogramm: M + V + D + I + V + I + V + V + C + I + X + I + L + I = 1000 + 5 + 500 + 1 + 5 + 1 + 5 + 5 + 100 + 1+ 10 + 1 + 50 + 1 = 1685.

Literatur, Links und Quellen:
Eugen Schöler, Historische Familienwappen in Franken, Verlag Degener 3. Aufl. 1999
Siebmachers Wappenbücher
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4
Katharina Sitzmann: Stadt Forchheim (Denkmäler in Bayern, Band IV.53/1). Schnell & Steiner, München, Zürich 1989, ISBN 3-7954-1006-1
Daniel Burger, Forchheim, Großer Kunstführer Band 214, Schnell & Steiner Verlag, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1714-7
http://www.forchheim.de/content/kloster-st-anton
http://www.hanna-jakobsweg.de/pages/kloster/klosterkirche.htm

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