Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1518
Küps (Landkreis Kronach, Oberfranken)

Pfarrkirche St. Jakob in Küps

Nicht nur am Schloß, sondern auch an der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche St. Jakob (Marktplatz 7) finden wir heraldische Spuren der für die Ortsgeschichte so wichtigen Familie von Redwitz, die zugleich auch Patronatsherren der Kirche waren. Gegenwärtig hat das Patronatsrecht Alfons Freiherr von Redwitz inne. Diese Kirche, deren heutiger Bau freilich aus dem 16. Jh. und 17. stammt, geht auf eine Gründung im Jahre 1302 zurück, von der aber nur noch wenige Mauerspuren übrig sind. Nachdem die alte Kirche durch ein Feuer zerstört worden war, wurde sie im 16. Jh. wiederaufgebaut, 1639 im Dreißigjährigen Krieg zerstört, erneut aufgebaut und 1662 vergrößert. Am Westgiebel findet sich die Jahreszahl 1599, die älteste am Gebäude. Der rechts an den Kirchturm angesetzte Treppenturm stammt von 1611. Der angesetzte Chor ist neugotisch und das Ergebnis einer Erweiterung im 19. Jh.

An der Umfassungsmauer des Kirchhofes befindet sich ein arg mitgenommenes Redwitz-Wappen (in Blau drei silberne Balken und belegt mit einem roten, schrägrechten Wellenbalken, Helmzier Kopf und Hals eines roten Einhornes, Helmdecken blau-silbern oder rot-silbern) direkt an der Straße. Über dem Stein ist eine Datierung: "1756, Renoviert 1858".

Ein doppeltes Redwitz-Wappen sehen wir an der Bekrönung eines Strebepfeilers der Südseite. Die Initialen EEVR AVRGVR bedeuten: Emmerich Ernst von Redwitz und Amalia von Redwitz geborene von Redwitz. Die ausgeschriebenen Namen finden wir zum Vergleich auf einer Bauinschrift an den Renaissance-Teilen des Neuen Schlosses. Nicht nur Emmeram Ernst, sondern auch Georg Dietrich v. Redwitz hatten sich mit großem Aufwand um die künstlerische Innen- und Außengestaltung der Kirche bemüht.  

Auch über der Renaissance-Eingangspforte zum Treppenturm begegnet uns das doppelte Redwitz-Wappen für die gleichen Stifter, Emmerich Ernst von Redwitz und Amalia von Redwitz geborene von Redwitz mit ihren jeweiligen Initialen, zwischen zwei kräftig profilierten Gesimsen, deren oberes eine muschelförmige Zier zwischen zwei Obelisken trägt. Die Inschrift direkt über dem Türsturz nennt: "ANNO 1611 ICH HANS FRID MAN ZV RETWITZ MEISTER DIS WERKS" - hier handelt es sich nicht um einen Angehörigen der Adelsfamilie, sondern um den Baumeister Hans Fridman. Im Innern der Kirche befinden sich zahlreiche Epitaphien aus dem 16. und 17. Jh.

Literatur, Links und Quellen:
Schlösser und Burgen in Oberfranken, von Ruth Bach-Damaskinos, Peter Borowitz. Hofmann Verlag Nürnberg, ISBN 3-87191-212-3
Eugen Schöler, Historische Familienwappen in Franken, Verlag Degener / Bauer Raspe, Neustadt an der Aisch, 3. Aufl. 1999, Nachdruck 2002, ISBN 3-87947-112-6
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4
Die Herren von Redwitz:
http://musketiere-zu-kueps.de/personen/redwitz.html
Hans Schleicher, Die Geschichte des Marktes Küps
Heinrich Pöhlmann, Geschichte des Marktfleckens Küps

Markt Küps und seine Kirchen: http://www.kueps.de/kirchen/
Evangelische Pfarrgemeinde Küps:
http://www.kueps-evangelisch.de/ und http://www.kueps-evangelisch.de/frame.htm

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