Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1497
Velden (Landkreis Nürnberger Land, Mittelfranken)

Marienkirche Velden

An der Außenfront der Marienkirche Velden befindet sich ein auf 1724 datierter Stein mit insgesamt 9 Wappenschilden. Die drei in der Mitte bilden die klassische Trias Nürnberger Wappen (Farben zugeordnet), oben der goldene Schild des Reiches mit dem schwarzen Doppeladler unter der Kaiserkrone, darunter heraldisch rechts der Schild mit dem Großen Nürnberger Stadtwappen, in Blau ein goldener, gekrönter Königs- oder Jungfrauenadler, heraldisch links der Schild mit dem Kleinen Nürnberger Stadtwappen, gespalten, rechts in Gold ein halber schwarzer Adler am Spalt, links von Rot und Silber fünfmal schräggeteilt. Außenherum die sechs Schilde setzen sich zusammen aus den Wappen der fünf Nürnberger Landpfleger, die ihren Sitz in Nürnberg selbst hatten, und dem des Pflegers vor Ort in Velden. Seit 1504 gehört Velden der Reichsstadt Nürnberg. Ein Landpfleger ist ein besonderer Amtsträger in der Stadt Nürnberg, dem im Auftrag des Rates die Verwaltung des ausgedehnten Landbesitzes und die Aufsicht über alle stadteigenen Ländereien außerhalb der Nürnberger Stadtmauern obliegt. Es waren stets fünf Ratsmitglieder, die mit diesem Amt gemeinsam betraut wurden und gemeinsam das Landpflegeamt bildeten. Ihnen unterstanden die vor Ort eingesetzten Pfleger und Kastner und sonstigen Verwaltungsangestellten.

Oben in der Mitte ist der Wappenschild der Kress (in Rot ein schrägrechts gestelltes silbernes Schwert), optisch links oben der gewendete Schild der Tetzel (in Rot eine hier nach links aufspringende silberne Katze), gegenüber der Schild der Pfinzing (geviert mit Herzschild, Feld 1 und 4: golden-schwarz geteilt, ererbtes Wappen der Geuschmid, Feld 2 und 3: geteilt, oben in Gold ein schwarzer Adler, unten in Rot ein silberner Ring, eigentliches Stammwappen Pfinzing, Herzschild von Gold, Blau und Silber zweimal geteilt, Henfenfeld), unten optisch links der vermehrte Schild der Nützel (geviert, Feld 1 und 4: in Silber ein schwarzer Adler, Feld 2 und 3: in Rot ein gestürztes, in Lilienstäbe auslaufendes silbernes Dreieck, Stammwappen), gegenüber der Schild der Holzschuher (geviert, Feld 1 und 2: Stammwappen, in Gold ein links gekehrter, schwarzer Holzschuh mit silberner Einfassung, Feld 2 und 3: in Blau das Brustbild eines silbernen, golden gewandeten Sarazenen, auf der Herzstelle das silberne, rot gerandete Kreuz des Christus-Ordens), und schließlich ist ganz unten der Schild der Pömer (schräggeteilt, oben von Rot und Silber dreimal schräggeteilt, unten schwarz, im oberen Teil findet man auch die umgekehrte Reihenfolge).

Im Innenraum der Kirche befindet sich über dem Chorbogen ein farbig gefaßtes, gleicherweise aufgebautes und besser erhaltenes hölzernes Pendant aus dem Jahre 1729 mit den Wappen der Holzschuher, Tucher, Stromer, Welser und Ebner für die fünf amtierenden Landpfleger. Zu unterst befindet sich der Wappenschild des Veldener Pflegers Gabriel Imhoff, wobei im Gegensatz zur Darstellung außen hier alle Schilde namentlich zugeordnet sind. Weiterhin befinden sich in der Kirche sehr interessante historische Grabplatten.

Literatur, Links und Quellen:
Marienkirche Velden: http://www.kirchengemeinde-velden.de/Information/marienkirche.html und http://www.velden.de/geschichte/denkmal.html

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