Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1453
Werneck (Unterfranken, Landkreis Schweinfurt)

Schloß Werneck, Flügelbau

Auch wenn uns Werneck vor allem als eine barocke Schöpfung unter dem Würzburger Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn vertraut ist, so hat der fürstbischöfliche Sommersitz doch eine längere Geschichte. Seit dem 13. Jh. ist der Ort im Besitz der Fürstbischöfe. Hier bestand zunächst eine Burg, die gleich zweimal verwüstet wurde, erst 1525 im Bauernkrieg und dann 1553 im Markgräflerkrieg. Es war Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn (reg. 1573-1617), der die Burg 1601 wieder aufbaute. Der Ort sollte insbesondere ein Gegengewicht zum lutherischen Schweinfurt werden und Bedeutung erlangen. Über ein Jahrhundert lang diente der Echterbau den Fürstbischöfen, bis er 1723 abbrannte und daraufhin nur notdürftig repariert wurde, zehn Jahre später war Baubeginn für den großartigen barocken Bau. Und doch haben sich vom Vorgängerbau wenige Spuren erhalten, z. B. dieser Wappenstein, eingemauert in einem seitlichen Durchgang in den niedrigen und zeitlich deutlich späteren Flügelbauten, die paarweise den Hof stadtseitig flankieren.

Der Wappenschild des Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn ist geviert, Feld 1: "Fränkischer Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken, Feld 2 und 3: In Blau ein silberner Schrägbalken, belegt mit drei blauen Ringen, Stammwappen der Echter von Mespelbrunn, Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte, an den beiden senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte, schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg. Zum Wappen gehören drei Helme: Helm 1: Ein Paar blauer Büffelhörner, jeweils belegt mit einem silbernen Schrägbalken, der wiederum mit drei blauen Ringen belegt ist. Stammwappen Echter von Mespelbrunn. Helm 2: Ein Paar Büffelhörner, jeweils im Spitzenschnitt rot-silbern geteilt, Herzogtum zu Franken. Helm 3: Drei Straußenfedern in den Farben Silber, Rot und Blau zwischen zwei rot-silbern gevierten Standarten mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher, insbes. Band Bistümer
Peter Kolb: Die Wappen der Würzburger Fürstbischöfe. Herausgegeben vom Bezirk Unterfranken, Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. und Würzburger Diözesangeschichtsverein. Würzburg, 1974. 192 Seiten.

Die Wappen der Fürstbischöfe von Würzburg - Teil (1) - Teil (2) - Teil (3) - Teil (4)

Der Fränkische Rechen - Das Rennfähnlein

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