Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1382
St. Martin (Pfalz, Landkreis Südliche Weinstraße)

Sankt Martin, Altes Schlößchen (Weingut Schneider) - Teil 3

Im die beiden zwischen 1587 und 1604 von Johann Hund von Saulheim und seiner Frau Christina von Dienheim errichteten Häuser verbindenden Hof des Weinguts Schneider stoßen wir auf zwei weitere Wappensteine aus der Renaissance, einer zum rechten und einer zum linken Anwesen gehörend. Insgesamt ließen sie drei Häuser errichten, wovon sich diese zwei erhalten haben. Ein aus dem 15. Jh. stammender Keller stammt von einer Vorgängerbebauung des Klosters Eußerthal, ein Besitz, welchen die aus Rheinhessen stammenden Hund von Saulheim erwarben.

Nach Durchschreiten des Torbogens in Richtung Nebengebäude und Verkaufsraum des Weingutes sehen wir rechterhand im Eck zwischen Wohngebäude und Wirtschaftsgebäuden unter einem kleinen Zeltdach ein im Sturz auf 1587 datiertes Portal, welches zu einer Schneckenstiege führt. Das stichbogige Portal mit umlaufendem Stabprofil wird flankiert von zwei kannelierten Halbsäulen mit modifizierten ionischen Kapitellen. Unter einem wuchtigen und ausladenden Gesims sehen wir in der Zwischenzone zwei Wappenschilde mit abwechselnd nach vorne und nach hinten schneckenförmig eingerollten Rändern mit den beiden Wappen der Bauherren.

Ein weitaus prächtigerer Wappenstein befindet sich nach Durchschreiten der Toreinfahrt gleich linkerhand über einem hofseitigen Renaissanceportal zu einem runden Treppenturm. Das Ehewappen der Bauherren entspricht dem außen am Erker, es ist unter einem reich verzierten Bogen angebracht, auf dem oben eine Melusine ihre beiden Unterleibshälften ausbreitet, flankiert von zwei sich jeweils auf einem bequasteten Kissen lümmelnden Figuren. Seitlich bargen einst zwei Kehlen mit muschelförmigen Abschlüssen nicht mehr vorhandene Figuren. Das Portal unter dem Wappenstein ist oben stichbogig abgeschlossen und ist von zwei kannelierten Pilastern mit ionisierenden Kapitellen flankiert. Im sich vorwölbenden Zwischenstück ist das Portal auf 1592 datiert.

Das Wappen der Edlen Hund von Saulheim ist optisch links und zeigt in Silber drei (2:1) rote, mit den Spitzen nach links gerichtete (aus Coutoisie gewendete) Mondsicheln, einen schwarzen sechsstrahligen Stern einschließend. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken wächst aus einer liegenden, mit den Spitzen nach oben gerichteten, roten Mondsichel ein schwarzer Hahnenfederbusch. Das Wappen der Edlen von Dienheim ist heraldisch links, also optisch rechts zu sehen. Sie führen unter einem silbernen Schildhaupt in Rot einen gekrönten silbernen Löwen. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein wachsender silberner, gekrönter Löwenrumpf zwischen zwei silbern-rot geteilten Büffelhörnern.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Den Inhabern ein herzliches Dankeschön für das nette Entgegenkommen, Einsichtnahme in Literatur und wertvolle Hinweise.
Weingut Schneider:
http://www.schneider-pfalz.de/ - http://www.altes-schloesschen.de/ - Geschichte: http://www.altes-schloesschen.de/wirUns/historie.htm
Cäcilie Ziegler, St. Martin, Geschichte eines Dorfes. Pfälzische Verlagsanstalt GmbH, Landau, 1984. ISBN 3-87629-047-3.

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