Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1334
Freiburg (Breisgau)

Das erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg

In der Schoferstraße 2 befindet sich das erzbischöfliche Ordinariat (Verwaltungsbehörde), ein phantasievoller Bau um 1903-1905 mit neoromanischen Elementen, ein späthistoristisches Werk von Raimund Jeblinger, erzbischöflicher Oberbaurat und Münsterbaumeister. Stilistisch ist es eine völlig geschmacklose Mischung aus neospätromanischen, neobyzantinischen und Jugendstil-Elementen. Über dem üppig wie mit Spitzendeckchen verzierten Portal-Rundbogen, der seitlich noch durch angesetzte Halbbögen zu einem kleeblattartigen Motiv aufgeweitet wird, befindet sich das Wappen der Erzdiözese.

Es ist vom Konzept her das gleiche Wappen wie am Haus "Zum Ritter", nur wenige Jahre nach diesem entstanden. Und dennoch könnte der Unterschied nicht größer sein, dort die enge und verwirrende Verbindung üppiger Formen, hier die geordnete Strenge der Kernsymbole. Es zeigt, wie schnell um die Wende vom 19. zum 20. Jh. von der Baukunst die geschmacklichen Richtungen und Neo-Stile durchlaufen wurden.

Im Dreieckschild befindet sich das durchgehende rote Kreuz der Erzdiözese Freiburg auf goldenem Grund (hier natürlich nicht farblich gefaßt). Dahinter steht pfahlweise das erzbischöfliche Vortragekreuz mit zwei Querbalken übereinander. Darüber schwebt ein Galero, für den die Farbe Grün angemessen wäre, daraus hervorkommend die Knotenschnüre gleicher Farbe mit den 2x 10 (1:2:3:4) Fiocchi eines Erzbischofs. Angesichts dieses darstellerischen Purismus staunt man über eine künstlerische Kapriole: Die Schnüre werden durch Löcher im Galero über denselben geführt und sind oberhalb miteinander verschlungen, eine künstlerische Freiheit, um den mittleren Teil des dreiteiligen Bogens zu füllen.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Rosemarie Beck, Helmut Hartwig, Vom Adler zum Kreuz, Wappen in Freiburg erzählen Geschichte, 1993, Rombach Verlag Freiburg, ISBN 3-7930-0676-X.
Peter Kalchthaler, Freiburg und seine Bauten, ein kunsthistorischer Stadtrundgang, Prom Verlag GmbH Freiburg, 2006, ISBN 978-3-923288-45-8.

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