Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1280
Kirchensall (Neuenstein, Hohenlohekreis)

Die Ev. Kirche von Kirchensall

Kirchensall ist ein kleiner Ort nördlich von Neuenstein und ist in dieses eingemeindet. Kirchensall läßt sich bis ins 13. Jh. zurückverfolgen und war einst Sitz eines eigenständigen Amtes. Seinen Namen hat der Ort von der Sall, einem stark mäandrierenden, den Ort in Ost-Westrichtung durchfließenden Bachlauf. Die 1769-1776 erbaute ev. Kirche besitzt an der Südwand einen prachtvollen und repräsentativen Wappenstein über dem Portal in der Mitte der dreiachsigen Wand und an der Nordwand eine Bauinschrift.

Die Inschrift liest sich wie folgt: "Reiner Lyfer / für die würdige Anbethung des Allmächtigen / zärtliche Sorgfalt / für das Seellen Heyl Seines Volcks / Bewogen den Vatter unseres Vatterlandes / Herrn Ludwig Friederich Carln / Fürsten von Hohenlohe, Rittern des königl. Pohl. (polnischen) weis(s)en Adler-Ordens / den alten einstürtzenden Tempel dieser Pfarr-Gemeinde in ein erweitert und verschönertes / Gottes-Hauß zu verwandeln / Herr! Seegne dafür Ihn, und seien theureste Gemahlin / Fürstin Sophia Amalia Carolina / gebohrne Herzogin von Sachßen / Seegne zugleich dein Wortt, diese Kirche, und das ganze Land! ANNO S(alutis) MDCCLXIX"

Das Wappen ist ein Allianzwappen, gebildet aus den Stammwappen Hohenlohe (in Silber zwei rotgezungte, schwarze Leoparden, schreitende, hersehende Löwen) und Sachsen (von Schwarz und Gold neunmal geteilt, hier abweichend sogar 10x, darüber ein grüner schrägrechter Rautenkranz) in ovalen Kartuschen mit üppiger Rocaille-Ornamentierung mit reichlich heraldischen Prunkstücken. Auf der heraldisch rechten Seite dient ein widersehender Löwe als Schildhalter, auf der anderen Seite ein um Hüften und Stirn laubbekränzter wilder Mann mit aufgestützter Keule. Alles wird umhüllt von einem purpurnen, mit Hermelin gefütterten Wappenmantel, aus einem hermelingestulpten Fürstenhut herabfallend und an beiden Seiten mit goldener Schnur abgebunden. Florale Elemente ergänzen die Komposition. Durch zwei Öffnungen in den Rocaille-Kartuschen ist das Band des Ordenskreuzes des polnischen Weißen Adlerordens gezogen, ein 1705 gegründeter Orden, der 1831 in das russische Ordenssystem integriert wurde. Hier hat das Ordenskreuz die Form eines achtspitzigen Kreuzes mit vier kugelbesetzten Strahlen in den Winkeln. Im Laufe der Geschichte war die Form der Ordensinsignien mehrfachen Änderungen unterworfen.

Genealogie zum Wappen:

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher.
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
Kirche von Kirchensall: http://www.evangelisch-in-hohenlohe.de/kirchen-bezirke/ohringen/kirchensall/

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