Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1242
Mechernich (Kreis Euskirchen)

Mechernich: Wasserburg Eicks

Die Wasserburg Eicks (Eicks ist ein Stadtteil von Mechernich) setzt sich zusammen aus Herrenhaus und Vorburg. Das Herrenhaus ist ein barocker, aber schlichter, in seiner Anlage einem hochmittelalterlichen Herrenhof folgender, rechteckiger doppelstöckiger Bau mit Walmdach und vier markanten Ecktürmen gleicher Traufhöhe auf quadratischem Grundriß mit malerisch geschweiften Dachhauben und Aufsätzen, auch heute noch sich direkt aus dem Wasser erhebend und von Südwesten über eine mehrbogige Steinbrücke vom Hof der Vorburg aus zugänglich. Die sich im Südwesten anschließende weiträumige Vorburg, ein kompletter Neubau von 1680, besteht aus drei Flügeln mit zwei viereckigen Türmen an der West- und an der Südecke. Zwei Toranlagen führen auf das Gelände der Vorburg, eine ältere aus der Bauzeit der Gesamtanlage im Südosten, und eine neuere aus dem Jahre 1786 im nordwestlichen Teil der Vorburg, die heutige Hauptzufahrt, integriert in einen später als das Herrenhaus erbauten späten Barockbau mit Mansarddach (ehemaliges Verwaltungsgebäude). Auch die Vorburg wird von aus dem nahen Bach gespeisten Wassergräben umflossen. Das Schloß ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden, kann aber als Veranstaltungsort gebucht werden (siehe Links).

Abb.: Herrenhaus von Osten

Aus der Besitzgeschichte von Eicks (ein Lehen der Grafen von Virneburg):

Abb.: Herrenhaus von Südwesten, rechts der barocke Torbau mit Zugang zum Hof der Vorburg.

Besitzgeschichte von Eicks (zweiter Teil):

Abb. links: Wappenstein über der westlichen Tordurchfahrt in die Vorburg. Abb. rechts: Brückenfigur mit Allianzwappen, auf 1736 datiert.

Das Wappen der von Syberg zeigt in Schwarz ein fünfspeichiges goldenes Rad (Wagenrad). Zugehörige Helmzier (fehlt hier): Auf dem schwarz-golden bewulsteten Helm mit schwarz-goldenen Decken ein fünfspeichiges goldenes Rad (Wagenrad) oben angestemmt zwischen einer rechten goldenen und einer linken schwarzen Straußenfeder (nach dem Westfälischen Wappenbuch). Nach Besitzübergang Verbindung von Namen und Wappen am 10.7.1803 zum Wappen Graf v. d. Broel-Plater gen. Syberg v. Wischlingen (ebenfalls nach dem Westfälischen Wappenbuch): Hauptschild: In Gold drei schwarze Balken, darüber ein roter Schrägrechtsbalken. Herzschild: In Schwarz ein goldenes sechsspeichiges Wagenrad. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken ein offener goldener Flug, beiderseits mit drei schwarzen Balken belegt, darüber sturzsparrenförmig ein roter Schräglinksbalken bzw. Schrägrechtsbalken.

Das Wappen der von Bottlenberg (alias v. d. Bottlenberg, Bottlenberg gen. Schirp, Bottlenberg gen. Kessel) zeigt in Silber einen schwarzen Wechselzinnenbalken. Helmzier (nach dem Siebmacher sowie dem Westfälischen Wappenbuch, ebenfalls bei Rietstap, fehlt hier): Auf dem schwarz-silbern bewulsteten Helm mit schwarz-silbernen Decken ein wachsender silberner Brackenrumpf, belegt mit einem schwarzen Wechselzinnenbalken, mit goldenem Halsband und rot ausgeschlagener Zunge. Die heutige schwarz-goldene Farbfassung ist unzutreffend.

Abb. links: Allianzwappen auf dem Sockel der Brückenfigur. Abb. rechts: Allianzwappen im dem Hof der Vorburg zugewandten Giebel über der Hauptfassade des Herrenhauses.

Das Wappen der von Syberg zeigt in Schwarz ein fünfspeichiges goldenes Rad (siehe oben). Das Wappen der von Harff zu Drimborn (Dreiborn) ist geteilt von Rot und Silber (bzw. silbern mit rotem Schildhaupt), oben (bzw. im Schildhaupt) ein blauer Turnierkragen. Die hier nicht abgebildete Helmzier wäre ein hermelingestulpter roter Turnierhut, im Stulp ein silberner Flug, Decken rot-silbern (Siebmacher Pr Seite: 45 Tafel: 56), Nach Siebmacher I 123 und nach Gruber ist der Flug rechts blau und links silbern. Hier ist alles schwarz-golden ohne Rücksicht auf abweichende Tingierung gestrichen worden, wie die anderen Wappensteine auch.

Abb.: Wappenstein über der östlichen Tordurchfahrt in die Vorburg.

Das Wappen der von Syberg zeigt in Schwarz ein fünfspeichiges goldenes Rad (siehe oben). Das Stammwappen der von Pallandt ist von Schwarz und Gold fünfmal geteilt (hier andersherum gestrichen). Zugehörige Helmzier (fehlt hier): Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken ein von Schwarz und Gold fünfmal geteiltes Schildchen oben angestemmt zwischen einem schwarzen Flug. Daneben wird für die Grafen von Pallandt ein vermehrtes Wappen beschrieben, nach dem westfälischen Wappenbuch geviert: Feld 1 und 4: von Schwarz und Gold fünfmal geteilt. Feld 2 und 3: in Gold ein roter Zickzackbalken (Sparrenbalken). Zwei gekrönte Helme: Helm 1 (rechts): Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken ein von Schwarz und Gold fünfmal geteiltes Schildchen oben angestemmt zwischen einem schwarzen Flug. Helm 2 (links): Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken ein grüner (natürlicher), doppelter Pfauenstoß (Pfauenbusch, Pfauenfederbusch). Im Siebmacher und im Rietstap ist der Zickzackbalken in den Feldern 2 und 3 abweichend blau angegeben, desgleichen die Helmdecken von Helm 2 blau-golden. Es wird noch ein anderes vermehrtes Wappen der Freiherren von Pallandt beschrieben: Geviert mit Herzschild, darin unter gold. Schildhaupt in Rot drei (2:1) silberne Seeblätter (Wachendorf), Hauptschild, Feld 1 uund 4: von Schwarz und Gold fünfmal geteilt, Feld 2 und 3: in Hermelin ein rotes Schildchen (Wildenburg/Eifel).

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Westfälisches Wappenbuch
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter"
http://www.schloss-eicks.de./eicks-start.htm
http://www.mechernich.de/seiten/tourismus_freizeit/sehenswuerdigkeiten/50_50_Burgen-und-Schloesser.php
http://www.wasserburgen.de/archiv/d-burg/deu/deicks.htm
http://www.zlb.de/digitalesammlungen/SammlungDuncker/15/841%20Eicks.pdf darin die Genealogie
Freiherren von Pallandt:
http://www.freiherrvonpallandt.de/

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