Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1216
Herrenberg

Handelshäuser in Herrenberg

Herrenbergs Altstadt präsentiert sich uns heute als einmaliges historisches Ensemble aus Bürgerbauten des 17. Jh. Dieses Handelshaus wurde im Jahre 1680 von Hans Jakob Khoenle, dem bedeutendsten Herrenberger Handelsherrn im 17. Jh., errichtet. Das Untergeschoß ist gemauert, die beiden Obergeschosse sind in Fachwerk ausgeführt. Im Scheitelpunkt des Rundbogenportals befindet sich das Wappen der Familie Khoenle, das aus einer Hausmarke besteht. Ein Vierkopfschaft, das hintere freie Ende gekreuzt, mit Mittelkreuzsprosse, der Schaft im unteren Teil heraldisch rechts zum Buchstaben "H" und heraldisch links zum Buchstaben "K" ausgezogen. Es handelt sich um ein Wappen im Grenzbereich zwischen Wappen, persönlichem heraldischen Zeichen und Hausmarke, einerseits ist durch die Gestaltung mit Vierkopfschaft etc. die Verwurzelung in einer typischen Hausmarke gegeben, andererseits sind die Initialen als Persönlichkeitsbezug in diese integriert. Die Jahreszahl wird gleich mit in den Schild aufgenommen.

Das gleiche Wappen für Hans Jakob Khoenle begegnet uns an einem weiteren Handelshaus, diesmal aber ohne die Jahreszahl im Schild. Dieses Handelshaus wurde 1712 auf den Fundamenten des alten Vogtshauses neu errichtet. In der Mitte des 19. Jh. wurde es aufgestockt. Der Bau gehörte ebenfalls dem bedeutenden Kaufmann Hans Jakob Khoenle und bildet ein Ensemble zusammen mit dem an den Marktplatz stoßenden Haupthaus und weiteren der Familie gehörenden Häusern. Unter dem zwischen zwei runden Fenstern über dem Portal angebrachten Wappenstein befindet sich eine weitere, ovale Kartusche, die die Jahreszahl 1712 enthält.

Ein weiterer Wappenstein befindet sich an diesem Handelshaus der Familie Khoenle, ein Haus mit Ladenarkaden und Eckquader von 1664. Das Wappen zeigt die oben beschriebene Hausmarke.

Das nachfolgend abgebildete Portal ist auf 1717 datiert. Der Eigentümer wird in der Zwischenzone genannt: Marx Hepp Steinhauer.

Die barocke Wappenkartusche, in der verschiedene Baumeister- und Steinhauer-Werkzeuge wie Reißlineal, Winkel, gestürzter Zirkel, Keilhaue (senkrecht nach oben gerichtet), Steinklöppel, Krönel (schräglinks gelegt) etc. sich gegenseitig überkreuzend abgebildet sind, wird auf dem mittig nach oben gebogenen Gesims beiderseits von einem Delphin begleitet, aus dessen geöffnetem Maul jeweils ein draller Putto schlüpft. Das Wappen ist ein Berufs-Wappen, denn der Beruf des Steinhauers wird durch alle möglichen Steinbearbeitungs- und Bau-Werkzeuge bildlich umgesetzt.

Eine auf 1752 datierte Wappendarstellung findet sich auf einem Schlußstein des Fachwerkhauses in der Schuhgasse 24: Das Wappen ist geviert, in Feld 1 zwei schräggekreuzte stabförmige Objekte, Feld 2 ein Hund, Feld 3 ein Weinstock und Feld 4 ein Fallgatter. Auf dem Helm eine wachsende Engelsfigur, in jeder Hand einen oben verdickten Stab nicht näher bekannter Bedeutung haltend. Weitere Hinweise willkommen.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher

Herrenberg: Rathaus

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