Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1210
Wallhausen (Hunsrück, Landkreis Bad Kreuznach)

Schloß Wallhausen

Nach der Burg Dalberg wurde das Schloß in Wallhausen Hauptsitz der Familie. Tatsächlich lebten die bedeutenden Mitglieder der Familie an den Zentren der Macht, Mainz, Worms etc. Erst in neuerer Zeit, nachdem das Schloß an die Familie der Fürsten zu Salm ging (Franz Emanuel Konstantin Prinz zu Salm-Salm heiratete Maria Anna von Dalberg), herrscht wieder Leben in Schloß und Weingut. Es handelt sich um eine zweiflügelige Anlage, deren älterer Teil rechts im Bild zu sehen ist und bis zum polygonalen ehemaligen Treppenturm reicht. Dieser Trakt stammt aus der Zeit um 1565. Über dem Renaissance-Türsturz am Treppenturm befindet sich in gespaltenem Schild das Ehewappen Dalberg / Waldbott von Bassenheim (12x von Rot und Silber geständert). Es steht für das Bauherrenehepaar Johann Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (-29.7.1607) und Katharina Waldbott v. Bassenheim (1545 - 5.8.1596). Leider ist es extrem schlecht erhalten. Es befindet sich hier nur in sekundärer Verwendung, ursprünglich war es mal ein Gewölbeschlußstein. Der andere, längere Gebäudeflügel, der auch die Durchfahrt in den Hof enthält, stammt aus der Mitte des 18. Jh. Beide Flügel sind aus unverputztem Schiefermauerwerk.

In der Durchfahrt befindet sich eingemauert der Grabstein für Diether Kämmerer von Worms genannt von Dalberg (- 9.2.1530) und seine Gemahlin Anna von Helmstatt (-28.8.1528), welcher schwer beschädigt aus der zerstörten Kirche hierhin gerettet wurde. Weiterhin ist in der Tordurchfahrt ein modernes Allianzwappen Salm / Böselager eingemauert, passend zu Franz Karl Alfred Emanuel Aloysius Josef Maria Prinz zu Salm-Salm und Maria von Böselager (geb. 3.12.1923), die am 30.10.1951 heirateten, und diese Jahreszahl ist auch auf dem Stein eingehauen. Franz Karl Alfred Emanuel Aloysius Josef Maria Prinz zu Salm-Salm ist der Sohn von Franz Emanuel Konstantin Prinz zu Salm-Salm und Maria Anna von Dalberg.

Im Hauptflügel befindet sich über der Durchfahrt zum Hof ein Allianzwappen für den Bauherren Hugo Philipp Eckbert Cämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (1702 - 1754) und seine Frau Maria Anna Josepha Sophia Zobel v. Giebelstadt (20.8.1713 - 1774). Das Wappen der Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg ist geviert mit einem Schildhaupt, worin ein vierlätziger Turnierkragen zu sehen ist. Feld 1 und 4: Unter einem mit drei Spitzen abgeteilten goldenen Schildhaupt in Blau 6 (3:2:1) silberne Lilien (Kämmerer von Worms). Feld 2 und 3: In Gold ein schwarzes Ankerkreuz (Dalberg). Das Wappen der Zobel von Giebelstadt zeigt in Silber einen roten Pferdekopf mit schwarzem Zaumzeug und Zügeln. Die gleiche Kombination der Wappen begegnet uns übrigens in Hammelburg (wo er Oberamtmann war) am Kreuzweg des Klosters Altstadt und an Schloß Friesenhausen in Unterfranken. Hier in Wallhausen werden die beiden einander zugeneigten ovalen Kartuschen von lebhaftem Rocaillewerk eingerahmt.

Im Hof befindet sich neben der Einfahrtsrampe zu einem Nebengebäude ein auf 1713 datierter Grenzstein mit dem Salm-Wappen: In Rot zwei pfahlweise gestellte, gekrümmte, mit dem Rücken einander zugewandte silberne Salme, bewinkelt von vier (1:2:1) silbernen oder goldenen Kreuzchen. Die Kreuzchen von Obersalm waren ursprünglich wohl golden, als es die alten Grafen von Salm noch gab, werden aber bei rheingräflichen Wappen meist silbern angegeben. Bei heutigen Darstellungen des fürstlichen Hauses Salm werden sie golden angegeben.

Die ausgestorbenen alten Grafen von Salm entstanden im frühen 11. Jh. und teilten sich in die Linien Altsalm = Niedersalm in den Ardennen und Obersalm mit der Burg Salm bei Schirmeck im Unterelsaß und der Grafschaft Salm in den Vogesen. Die einen führten silberne Salme in Rot, die anderen rote Salme in Silber. Als sie ausstarben, erbten die Wild- und Rheingrafen 1475 den halben Teil von Ober-Salm, während das Haus Nieder-Salm 1416 von den Herren von Reifferscheidt beerbt wurde (Salm-Reifferscheidt, seit 1790 und 1804 fürstlich, Gebiet kam 1455 über einen Neffen des letzten Herren von Niedersalm an die Herren von Reifferscheidt). Es handelt sich um zwei verschiedene Familien, die beide jeweils einen Teil der Grafschaft Salm erhalten hatten und sich nach ihr nannten. Dieses Wappen hier bezieht sich regionalgeschichtlich auf Ober-Salm.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Kreis Kreuznach, 18.1, 1935, S. 419 ff.
Schloß-Weingut:
http://www.prinzsalm.de/prinzsalmDeutsch/index.html

Wallhausen (Landkreis Bad Kreuznach): Pfarrkirche - ehem. Schulhaus

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