Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1208
Spabrücken (Hunsrück, Landkreis Bad Kreuznach)

Wallfahrtskirche Spabrücken

Die katholische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Spabrücken ist die ehemalige Franziskanerklosterkirche. Im Jahre 1338 wird eine erste Kirche, eine "Capella", in Spabrücken in der Dalberger Herrschaft erwähnt. 1483 wurde das Taufrecht verliehen, und damit begann auch die eigenständige Pfarrei zu existieren. Um 1680 wurde die Kirche von den Kreuznacher Minoriten, 1681 von Kölner Franziskanermönchen übernommen. Unter der neuen Führung erlangte die Wallfahrt neue Bedeutung, vor allem vor dem Hintergrund der Rekatholisierung des Ortes. 1731-1736 wurde die Kirche im barocken Stil unter Verwendung gotischer Bausubstanz tiefgreifend umgebaut - eine Erinnerung an den gotischen Vorgängerbau ist der Grundriß, ferner das Gewölbe im Inneren.

Es ist eine einschiffige Saalkirche mit polygonalem Chorabschluß und zwei Dachreitern, aber ohne eigenen Kirchturm. Die Innenausstattung ist komplett barock, darunter eine Orgel von Michael Stumm aus dem Jahre 1735. Im Norden schließen sich die Konventsgebäude um einen quadratischen Innenhof und einen rechteckigen Wirtschaftshof an mit einem ummauerten Klostergarten als nördlichen Abschluß. 1802 wurde das Kloster im Zuge des Säkularisierung aufgehoben.

Heraldisch von Interesse ist das südliche Kirchenportal. Über eine Freitreppe zu erreichen, steht das Portal mit dem durch eine Figurennische gesprengten Giebel mit S-förmig geschwungenem Gebälk zwischen zwei farblich ebenso abgesetzten Wandvorlagen, die jeweils eine korrespondierende Figurennische aufweisen, was alles kompositorisch zusammenbindet. Der Schlußstein des Portalbogens trägt ein Dalberg-Wappen, denn das Kloster befand sich auf dem Boden der Dalberger Stammherrschaft.

Das Wappen der Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg ist geviert. Feld 1 und 4: Unter einem mit drei Spitzen abgeteilten goldenen Schildhaupt in Blau 6 (3:2:1) silberne Lilien (Kämmerer von Worms). Feld 2 und 3: In Gold ein schwarzes Ankerkreuz (Dalberg). Die ovale Kartusche wird von barockem Zierrat umgeben; über ihr eine Blattkrone. Die dazugehörigen, hier aber nicht dargestellten Helmzieren wären: 1/4: Ein wie der Schild bez. Flug. 2/3: Ein goldener Flug, belegt mit jeweils einem schwarzen Ankerkreuz. Die dazugehörigen Helmdecken wären schwarz- gold und blau-gold. Die Tingierung des Schlußsteines weicht ab und ist nicht zutreffend.

Abb.: Die unweit gelegene Dalburg, Stammsitz der von Dalberg, über dem Gräfenbachtal, eine ca. 60 x 45 m große Höhenburg. Im 14. Jh. kam die Burg in den Besitz der Kämmerer von Worms. Sie wurde als Wohnsitz später von Schloß Wallhausen abgelöst und verfiel. Im 19. Jh. teilte sie das Schicksal so vieler Burgen und wurde als Steinbruch genutzt. Derzeit wird die Ruine gesichert.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Kirchengeschichte:
http://www.spabruecken.de/html/kirchengeschichte.html

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