Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1195
Föhren (Landkreis Trier-Saarburg)

Grabdenkmäler in der Föhrener Kirche
4. Grabdenkmal: Karl von Kesselstatt

Karl v. Kesselstatt (1534 - 8.3.1611), Herr zu Föhren, Amtmann zu Zell, Obervogt im Cröver Reich, ist der Sohn von Georg v. Kesselstatt (- 12.8.1589) und Maria Elisabeth Engel v. Enschringen (- 15.8.1558). Seine Großeltern väterlicherseits sind Friedrich v. Kesselstatt (- 1524) und Elisabeth v. Ahr zu Antweiler (- nach 1547). Karl war mit Anna Gräfin zu Eltz-Kempenich (1539 - 20.1.1581) vermählt und hatte mit ihr die Kinder Johann Ruprecht v. Kesselstatt (1563 -1632), Georg Wolfgang v. Kesselstatt (- 1637), Anna Catharina v. Kesselstatt (- 2.6.1672), Juliana v. Kesselstatt, Amalia v. Kesselstatt, Maria Jakoba v. Kesselstatt (- 1616). Nach dem Tod Maria Elisabeths gab es eine weitere Verbindung mit Agnes v. Leyen. Die Inschrift über dem Haupt des Gerüsteten lautet: "HIE LIGT BEGRABEN DER EDEL VND VEST CAROL VON KESSELSTAT HER ZV FEYRN (Föhren) CHVRF TRIRISCHER AMBTMAN (kurfürstlich trierischer Amtmann) ZV ZELL IM HAM VND BALDENECK DER DA STARB IM IHAR 1611 DEN 8 MARTII DESSEN SIELLEN GOTT GENEDIG SEY".

Abb. links: Wappen von Kesselstatt, in Silber ein roter Drachen. Helmzier der Drache wachsend. Helmdecken rot-silbern. Das Wappen befindet sich optisch links oben, entspricht also dem Mannesstamm des Verstorbenen bzw. dem Großvater väterlicherseits. Aufgrund seiner Position ist das Wappen komplett nach innen gewendet.

Abb. rechts: Wappen von Enschringen, 5, 7, 8 oder 9 x zu 6, 8, 9 oder 10 Feldern, hier 9x gold-rot geteilt, belegt mit einem schwarzen, rotgezungten Löwen. Helmzier ein Jungfrauenrumpf (nach Gruber) bzw. Mannesrumpf (nach Loutsch) im goldenen Kleid und mit goldener Stirnbinde, anstelle der Arme zwei mit silbernen Seeblättern bzw. nach anderen Quellen goldenen Lindenblättern oder Herzen bestreute schwarze Flügel. Hier ist der Charakter der Figur undefinierbar, die Blättchen sind gestielt, also am ehesten als Lindenblätter zu interpretieren. Helmdecken schwarz-golden. Cave: Es gibt zwei Geschlechter von Enschringen, die von Enschringen mit dem Löwen in der Eifel und die von Enschringen mit dem Sparren, die sich vorwiegend im wallonischen Sprachraum Luxemburgs und der Ardennen ausgebreitet hatten. Sie stammen aber vom gleichen Stammsitz ab, dem kleinen Dorf namens Enschringen bei Clervaux im Großherzogtum Luxemburg. Die Familie von Enschringen tritt erstmals 1184 auf. Das Wappen befindet sich optisch rechts oben, entspricht also dem Mannesstamm der Mutter des Verstorbenen bzw. dem Großvater mütterlicherseits.

Abb. links: Wappen von Ahr, Erbvögte zu Antweiler. Bei Gruber ist das Wappen angegeben als in Schwarz oben zwei goldene Rosen nebeneinander, darunter ein goldener Stern. Helmzier ein wachsender goldener Adler. Helmdecken schwarz-golden. Variante (Siebmacher): In Schwarz oben zwei rote Rosen nebeneinander, darunter ein silberner Stern. Desgleichen im Loutsch: De sable à deux roses de gueules, feuillées de sinople, accompagnées en pointe d'une étoile (5) d'or. Bourrelet et lambrequins d'or et de sable. Cimier une aigle de sable issante. Loutsch gibt als Varianten an a) die Rosen golden bebutzt und der Sterne sechsstrahlig, rot und b) das Feld rot, die Rosen silbern, der Stern golden. Die Quellenlage bietet also eine erhebliche Variationsbreite. Das Geschlecht aus der Eifel und aus dem Luxemburgischen ist 1838 erloschen. Das Wappen befindet sich optisch links unten, entspricht also der Großmutter väterlicherseits. Das gleiche Wappen finden wir am Epitaph seines Vaters, aber an "besserer" Position optisch rechts oben.

Abb. rechts: Wappen von Barbanson-Villemont. Das Wappen gibt Loutsch an mit innerhalb eines gedornten roten oder variierend blauen Bordes in Silber drei (2:1) rote Löwen. Französischer Blason: D'argent à trois lions de gueules, armés, lampassés et couronnés d'or, à la bordure engrelée du même. Helmzier ein Löwe wie im Schild zwischen einem silbernen Flug (cimier un lion de l'écu entre un vol d'argent). Die hier vorliegende Helmzier ist jedoch eine komplett andere als im Loutsch beschrieben, ein wachsender roter Löwe zwischen zwei Harnischarmen, aus deren oberen Öffnungen Flammen schlagen. Das Wappen befindet sich optisch rechts unten, entspricht also der Großmutter mütterlicherseits. Das gleiche Wappen finden wir am Epitaph seiner Mutter, aber an "besserer" Position optisch rechts oben.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Dr. Jean-Claude Loutsch, Armorial du pays de Luxembourg, 1974
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter".
Dr. Richard Laufner: Die Reichsgrafen von Kesselstatt, http://www.fiehr.de/Text/Kesselstatt.htm
Schloß Föhren:
http://www.schloss-foehren.de/ - Geschichte: http://www.schloss-foehren.de/geschichte.html
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9

Veröffentlichung der Innenaufnahmen mit freundlicher Erlaubnis von Herrn Pfarrer Andreas Noster und dem Eigentümer, Reichsgraf von Kesselstatt, wofür ihnen an dieser Stelle herzlich gedankt sei.

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