Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1163
Eschelbach (Sinsheim, Kraichgau)

Das "Schlößchen" von Eschelbach

Eigentlich sieht es gar nicht aus wie ein Schloß, sondern ist nur ein repräsentativer Fachwerkbau, bei dem vor allem der große dreistöckige Dachstuhl auf einem steinernen Untergeschoß und einem in Fachwerk ausgeführten Obergeschoß auffällt. Doch das Wappen über der Eingangstür rechts an der Stirnseite zum Marktplatz hin und die Geschichte weisen den Bau als adeligen Herrensitz aus. 1593 wurde das Haus als Jagdschloß erbaut.

Das Wappen der Herren von Hirschhorn zeigt in Gold eine einzelne rote Hirschgeweihstange, wahlweise nach rechts oder links gebogen; beide Richtungen kommen prinzipiell vor. Das Helmkleinod ist eine rote und eine goldene Hirschgeweihstange. Helmdecken rot-golden. Die heutige farbliche Fassung entspricht nicht dem korrekten Aussehen.

Die Herren von Hirschhorn gehören zum Pfälzischen Uradel. Ihnen gehörte nicht nur Burg Hirschhorn, sondern auch die nahe Burg Zwingenberg, die sie als Lehen von der Kurpfalz bekamen und 1403 neu aufbauten. Friedrich von Hirschhorn war kurpfälzischer Erbtruchseß und verstarb am 22.9.1632 als letzter seines Geschlechtes. Die Inschrift lautet: "Friederich von und zum Hirschen zu Zwingenberg 1593". Hier wird das Wappen von einem kreisförmigen Lorbeerkranz umrahmt, der an vier Stellen kreuzförmig angeordnet Rollwerk hat. Zu beiden Seiten sind oben Löwenköpfe angebracht. Nach dem Ableben des Bauherrn fiel Eschelbach an Mainz zurück. Seit 1972 gehört Eschelbach zur Stadt Sinsheim.

Literatur und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Hartmut Riehl: Burgen und Schlösser im Kraichgau, Verlag Regionalkultur 1997, ISBN 3-929366-51-7
Zwischen Fürsten und Bauern - Reichsritterschaft im Kraichgau, hrsg. von Clemens Rehm und Konrad Krimm, Heimatverein Kraichgau, Sinsheim 1992, 2. Auflage 1993, ISBN 3-921214-04-1

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