Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 979
Coburg, St. Moriz

Personendenkmäler in der St. Moriz-Kirche in Coburg (18)
Ritter von Bach

Eines der wenigen erhaltenen Ausstattungstücke aus gotischer Zeit ist das Grabmal des Ritters von Bach. Es ist eines der besten gotischen Rittergrabmäler Frankens mit der eleganten, fast freistehenden Figur, die eine Kombination aus Kettenhemd, Plattenharnisch, Arm- und Beinschienen zu Gugel und Wulsthaube trägt, in der Rechten den Schild haltend.

Im Siebmacher, Band Sachsen und Band Thüringen wird das Wappen derer von Bach beschrieben: Silber mit braunem/natürlichem senkrecht stehenden Eichenstamm, an jeder Seite mit zwei herabhängenden braunen/natürlichen Eicheln. Die Helmzier wäre zwischen zwei rot-silbern übereck geteilten Büffelhörnern ein wachsender, rot gekleideter, bärtiger Mann, die Hände in die Seite stemmend, mit roter, silbern gestulpter Mütze. Helmdecken rot-silbern.

Vor allem aber ist hier die Form des Schildes interessant, eine wundervolle Tartsche, die die besonderen Merkmale dieser Schildform illustriert: Es war ein Schild, der den Erfordernissen des Lanzenstechens auf Turnieren angepaßt war. Auf der vorderen Seite hatte der Schild eine länglich-ovale Aussparung zum Einlegen der Lanze. Die Lanze konnte so besser geführt werden und der Stoß konnte präziser und sicherer geführt werden. Eine ähnliche Funktion zur Stabilisierung hatten die später üblichen Rüsthaken am Harnisch. Weiterhin wird die innovative Wölbung der Tartsche deutlich: Waren bisher die Dreieckschilde und Halbrundschilde eher flach oder allenfalls leicht um eine vertikale Achse konvex gewölbt, so tritt hier deutlich eine konkave Wölbung um eine horizontale Achse zutage. Diese Form verhinderte das Abrutschen der gegnerischen Lanze nach oben in Richtung der gefährdeten Halspartie sowie nach unten in die Hüftregion, während das Abrutschen zur Seite durch die vertikal verlaufende Profilierung erschwert wurde. Hier wird der Schild zwar in der Rechten gehalten, die Aussparung für die Lanze ist aber so angebracht, daß er nur sinnvoll im Einsatz mit der linken Hand gehalten werden kann.

Literatur, Links und Quellen:
St. Moriz in Coburg: http://www.morizkirche-coburg.de/, Kirche http://www.morizkirche-coburg.de/morizkirche/index.php
Siebmachers Wappenbücher, insbesonder Bände Sachsen und Thüringen

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Verwendung der Aufnahmen aus St. Moriz zu Coburg mit freundlicher Erlaubnis von Herrn Pfarrer Markus Merz vom 30.6.2008, wofür ihm an dieser Stelle herzlich gedankt sei.

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