Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 972
Coburg, St. Moriz

Bronzewappen in der St. Moriz-Kirche in Coburg (15d)
Johann Casimir Herzog von Sachsen-Coburg, 4. Teil

Abb.: Detail vom Bild des Herzogs Johann Casimir mit zusammengelegten Händen, reich ornamentierter Kleidung und Spitzenmanschette, den Schwertgriff zwischen Arm und Brust einklemmend.

Linke Abb.: Wappenschild für Elisabeth v. Bayern (2.2.1443 - 5.3.1484, Ururgroßmutter, als "Beyern" bezeichnet), Albrecht III. Herzog v. Bayern (27.3.1401 - 29.2.1460, Urururgroßvater), Albrecht IV. Herzog v. Bayern (15.12.1447 - 1508, Ururgroßvater). Das Wappen ist geviert: Feld 1 und 4: In Schwarz ein goldener, rot gekrönter Löwe (Pfalz), Feld 2 und 3: Von Blau und Silber eigentlich schräg, hier nicht schräg geweckt (Wittelsbach).

Rechte Abb.: Mit "Mechelburgk" bezeichneter Wappenschild für Magnus II. Herzog v. Mecklenburg-Schwerin (1441 - 20.11.1503, Ururgroßvater), Heinrich IV. Herzog v. Mecklenburg-Werle (ca. 1417 - 9.3.1477, Urururgroßvater). Das Wappen ist geviert mit Herzschild: Feld 1: Herzogtum Mecklenburg. In Gold ein schwarzer hersehender Stierkopf mit silbernen Hörnern, mit Halsfell, goldener Lilienkrone, aufgerissenem roten Maule und ausgestreckter roter Zunge, weißen Zähnen und Augen. Hier stattdessen ein Nasenring. Feld 2: Grafschaft Rostock. In Blau ein goldener Greif. Feld 3: Grafschaft Stargard. In Rot ein silberner rechter Arm, aus einer silbernen Wolke wachsend, mit blauer Armbinde, einen goldenen Ring mit blauem Juwel haltend. Feld 4: Fürstentum Wenden. In Gold ein schwarzer Stierkopf ohne Halsfell mit silbernen Hörnern, goldener Laubkrone, weißen Zähnen und Augen und roter Zunge. Üblicherweise hersehend, hier im Profil. Herzschild: Grafen von Schwerin. Geteilt rot-gold.

Linke Abb.: Mit "Sachssenn" bezeichneter Wappenschild für Ernst I. Kurfürst v. Sachsen (24.3.1441 - 26.8.1486, Ururgroßvater), Friedrich II. Kurfürst v. Sachsen (22.8.1412 - 7.9.1464, Urururgroßvater). Der Wappenschild des Kurfürstentums Sachsen enthält 5 verschiedene Elemente: Feld 1: Herzogtum Sachsen: Von Schwarz und Gold neunmal geteilt, darüber ein grüner schrägrechter Rautenkranz. Feld 2: Landgrafschaft Thüringen: In Blau ein golden gekrönter und bewehrter Löwe, von Silber und Rot achtmal geteilt. Feld 3: Markgrafschaft Meißen: In Gold ein schwarzer Löwe, rot bewehrt. Feld 4: Markgrafschaft (Herrschaft) Landsberg: In Gold zwei blaue Pfähle. Der Herzschild ist das Zeichen des Erzmarschallamtes (Archimareschallus), das der Kurfürst von Sachsen traditionell innehatte: Schwarz-silber geteilt, belegt mit zwei gekreuzten roten Schwertern. Aus dem Hause Sachsen stammen ferner die Vorfahren Sophia v. Sachsen-Lauenburg-Ratzeburg (ca. 1429/1430 - 9.9.1473, Urururgroßmutter) und Anna v. Sachsen (7.3.1437 - 31.10.1512, eine weitere Urururgroßmutter) Beide führen aber nicht den kurfürstlich-sächsischen Wappenschild.

Rechte Abb.: Wappenschild für Ottilie v. Nassau-Dillenburg (1437 - 1493, Urururgroßmutter, mit "Nassaw" bezeichnet). Das Wappen ist hier stark vereinfacht wiedergegeben, insbesondere werden alle drei Arten Löwen über einen Kamm geschoren. Eigentlich ist das Wappen von Nassau-Dillenburg so aufgebaut: Der Schild ist geviert, Feld 1: Grafen von Nassau, in blauem und mit goldenen aufrechten Schindeln bestreuten Feld ein goldener Löwe, rot gezungt, ungekrönt und rot bewehrt, Feld 2: Grafen von Katzenelnbogen, in Gold ein roter, hersehender (leopardisierter) Löwe, blau bewehrt und blau bekrönt, Feld 3: Grafschaft Vianden, in Rot ein silberner Balken, Feld 4: Grafen von Diez (Dietz): In Rot zwei goldene, blau bewehrte Leoparden (hersehende, schreitende Löwen) übereinander. Die Schindeln von Feld 1 fehlen komplett, die Löwen sehen nicht her, und in Feld 4 ist gar die Anzahl halbiert, so daß der Wappenschild als stark fehlerbehaftet bezeichnet werden muß.

Detailaufnahme: Rechter Unterarm von Herzog Johann Casimir mit Spitzenmanschette und Armband.

Literatur, Links und Quellen:
St. Moriz in Coburg: http://www.morizkirche-coburg.de/, Kirche http://www.morizkirche-coburg.de/morizkirche/index.php
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Bände Bayern, Sachsen, Preußen, Thüringen, Landesfürsten.
Webseite von Paul Bellendorf:
http://www.grabplatten.de/index.htm
Paul Bellendorf, Metallene Grabplatten aus Franken und Thüringen aus dem 15. bis 18. Jahrhundert - eine interdisziplinäre Studie zum Denkmalbestand und seiner Gefährdung durch Umwelteinflüsse,
http://www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2008/136/, http://www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2008/136/pdf/1_Text_klein.pdf, http://www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2008/136/pdf/2_Katalog.pdf
Herzog Johann Casimir:
http://www.ulrich-goepfert.de/index.php?option=com_content&task=view&id=126&Itemid=82
Herzog Johann Casimir:
http://www.casimirianum.de/html/schule/casimir.htm
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9

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Verwendung der Aufnahmen aus St. Moriz zu Coburg mit freundlicher Erlaubnis von Herrn Pfarrer Markus Merz vom 30.6.2008, wofür ihm an dieser Stelle herzlich gedankt sei.

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