Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 970
Coburg, St. Moriz

Bronzewappen in der St. Moriz-Kirche in Coburg (15b)
Johann Casimir Herzog von Sachsen-Coburg, 2. Teil

Detailausschnitt der Bronzeplatte mit dem Portait des Herzogs Johann Casimir von Sachsen-Coburg.

Lebensdaten von Herzog Johann Casimir:

Linke Abb.: Mit "Pfaltzs" bezeichneter Wappenschild für Johann I. Pfalzgraf bei Rhein zu Simmern Herzog v. Bayern (15.5.1459 - 27.1.1509, Ururgroßvater), Friedrich I. Pfalzgraf bei Rhein zu Simmern, Herzog v. Bayern (1417 - 29.11.1480, Urururgroßvater). Der Schild ist geviert mit Herzschild: Feld 1 und 4: In Schwarz ein goldener, rot gekrönter Löwe (Pfalz), Feld 2 und 3: Von Blau und Silber eigentlich schräg geweckt, wobei die Schrägstellung hier nicht besonders ausgeprägt ist (Wittelsbach). Normalerweise ist bei Darstellungen die Felderbelegung genau andersherum, Wittelsbach in 1 und 4 sowie Pfalz in 2 und 3. Die Pfalzgrafen bei Rhein hatten das Erztruchsessamt (Archidapifer) inne, dessen Zeichen der Herzschild ist: In Rot ein goldener Reichsapfel. 1623 wurde die pfälzische Kurwürde (Erztruchsessenamt) an die Herzöge von Bayern übertragen. 1648 bekamen die Pfalzgrafen das neu geschaffene Amt des Erzschatzmeisters (8. Kurwürde).

Rechte Abb.: Wappenschild für Christoph I. Markgraf v. Baden (1453 - 19.4.1527, Ururgroßvater), Karl I. Markgraf v. Baden (ca. 1427 - 24.2.1475, Urururgroßvater). Das Wappen der Markgrafen von Baden zeigt in Gold einen roten Schrägrechtsbalken.

Linke Abb.: Wappenschild für Johanna Gräfin v. Nassau-Saarbrücken (14.4.1464 - 7.5.1521, Ururgroßmutter, mit "Nassaw" bezeichnet), Johann II. Graf v. Nassau-Saarbrücken (4.4.1423 - 25.7.1472, Urururgroßvater). Der Schild ist geviert: Feld 1 und 4: Grafschaft Nassau: In blauem und mit goldenen aufrechten Schindeln bestreuten (fehlen hier) Feld ein goldener Löwe, rot gezungt, rot bewehrt und später - hier noch nicht - auch gekrönt. Feld 2 und 3: Grafschaft Saarbrücken: In blauem, mit silbernen, fußgespitzten Kreuzchen (Steckkreuzchen, können auch widergekreuzt sein, fehlen hier komplett) bestreutem Feld ein silberner, gekrönter Löwe.

Rechte Abb.: Wappenschild für Ottilie v. Katzenelnbogen (ca. 1451 - 15.8.1517, Ururgroßmutter), Anna v. Katzenelnbogen (5.9.1443 - 16.2.1494, Urururgroßmutter), Philipp II. Graf v. Katzenelnbogen (1427 - 27.2.1453/30.1.1454, Urururgroßvater). Das Wappen zeigt in Gold einen roten hersehenden Löwen, blau bewehrt und blau bekrönt. Hier schaut der Löwe nicht her, sondern ist im Profil dargestellt.

Linke Abb.: Wappenschild für Margareta v. Geldern (1436 - 2.11.1486, Urururgroßmutter). Das Wappen des Herzogtums Geldern ist gespalten (Spaltlinie hier im Guß nicht markiert), vorne in Blau ein goldener Löwe (Geldern), hinten in Gold ein schwarzer Löwe (Jülich), beide Löwen nach innen gekehrt und rot bewehrt, später auch gekrönt dargestellt. Als die Herzogtümer getrennt wurden, behielt Geldern den Jülicher Löwen als Anspruchswappen.

Rechte Abb.: Wappenschild für Johanna v. Heinsberg-Loen (29.6.1443 - 1469, Urururgroßmutter des Johann Kasimir Herzog v. Sachsen-Coburg, hier mit "Henßbergk" betitelt). Der Wappenschild ist komplex aufgebaut, geviert mit Herzschild. Man findet auch die Plätze 1/4 gegen 2/3 ausgetauscht (vgl. Seite über Burg Vianden), das liegt hier daran, daß das Wappen, obwohl an der optisch rechten Seite der Tafel, wohl gewendet ist, was der abgewandte Jülicher Löwe im Herzschild vermuten läßt.

Literatur, Links und Quellen:
St. Moriz in Coburg: http://www.morizkirche-coburg.de/, Kirche http://www.morizkirche-coburg.de/morizkirche/index.php
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Bände Bayern, Sachsen, Preußen, Thüringen, Landesfürsten.
Webseite von Paul Bellendorf:
http://www.grabplatten.de/index.htm
Paul Bellendorf, Metallene Grabplatten aus Franken und Thüringen aus dem 15. bis 18. Jahrhundert - eine interdisziplinäre Studie zum Denkmalbestand und seiner Gefährdung durch Umwelteinflüsse,
http://www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2008/136/, http://www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2008/136/pdf/1_Text_klein.pdf, http://www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2008/136/pdf/2_Katalog.pdf
Herzog Johann Casimir:
http://www.ulrich-goepfert.de/index.php?option=com_content&task=view&id=126&Itemid=82
Herzog Johann Casimir:
http://www.casimirianum.de/html/schule/casimir.htm
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9

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Verwendung der Aufnahmen aus St. Moriz zu Coburg mit freundlicher Erlaubnis von Herrn Pfarrer Markus Merz vom 30.6.2008, wofür ihm an dieser Stelle herzlich gedankt sei.

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