Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 965
Coburg, St. Moriz

Bronzewappen in der St. Moriz-Kirche in Coburg (4)

Die Inschrift der auf 1614 datierten bronzenen Wappenscheibe lautet: "MAGDALENA VON BOTHMER FVRSTLICHE SECHSISCHE CAMMERJVNGFRAV 1614". Magdalena von Bothmer führt als Wappen in Blau ein silbernes Boot. Helmzier ein silbernes Boot, aus dem eine silberne schräg mit rotem Band umwickelte, golden gekrönte und mit einem Pfauenschweif besteckte Säule emporwächst. Helmdecken blau-silbern. Hier ist noch das einfache Stammwappen abgebildet, später wurde das Wappen geviert mit Herzschild: Feld 1 und 4: In Gold ein schwarzer Reichsadler, doppelköpfig, mit über den Häuptern schwebender Kaiserkrone mit blau aushängender Schleife. Dieses Element ist bei der Erhebung in den Reichsgrafenstand 1713 ins Wappen gekommen. Feld 2 und 3: In Rot ein goldener Löwe. Herzschild: Stammwappen Bothmer, In Blau ein silbernes Boot. Drei gekrönte Helme gehören zu dem vermehrten Wappen Bothmer (Helmdecken rechts schwarz-golden, links rot-golden, mittig blau-silbern): Helm 1 (Mitte): Ein silbernes Boot, aus dem eine silberne schräg mit rotem Band umwickelte, golden gekrönte und mit einem Pfauenschweif besteckte Säule emporwächst, Helm 2: Der schwarze Reichsadler, doppelköpfig, mit über den Häuptern schwebender Krone, Helm 3: ein staffelförmiger silberner Giebel, mit einem schwarzen Sparren belegt, oben der goldene Löwe herauswachsend, zu beiden Seiten ein Panier, rechts mit dem Reichsadler, links rot mit goldenen Fransen.

Bronzewappen in der St. Moriz-Kirche in Coburg (5)

Hier wird an Caspar von Gottfarth (auch Göttfarth geschrieben) erinnert: "CASPAR VON GOTTFARTH SAXISCHER HOFFMARSCHALCKH MDLXXXII", gestorben 1582 AD. Das Wappen derer von Gottfarth zeigt in Blau einen silbernen, achtstrahligen Stern, in dessen 8 Winkeln 8 kleine silberne, achtstrahlige Sterne schweben. Helmzier auf ungekröntem Helm zwei von Blau und Silber oder alternativ auch von Silber und Blau geteilte Büffelhörner. Alte Siegel von 1388 und 1481 zeigen eine abweichende Helmzier. Helmdecken blau-silbern. Altthüringische und mansfeldische Familie, belegt im Siebmacher Bände Sachsen, Anhalt und Thüringen. Ursprünglich scheint der Geschlechtsname der Personenname Gottfried gewesen zu sein. Im 14. Jh. zuerst erwähnt, im 18. Jh. ausgestorben.

Bronzewappen in der St. Moriz-Kirche in Coburg (6)

Dieses Wappen ohne Beschriftung gehört zur Familie von Carlowitz. Der Schild zeigt in Silber drei schwarze, in Dreipaßform zusammengestellte und in der Mitte aneinanderstoßende gestielte Kleeblätter (drei mit den Stengeln ins Schächerkreuz gestellte Kleeblätter). Auf dem gekrönten Helm ein beiderseits wie der Schild bez. geschlossener Flug. Helmdecken schwarz-silbern. Dieses Wappen wurde später vermehrt und geviert (Diplom von 1544): Feld 1 und 4 Stammwappen, Feld 2 und 3: In Silber ein roter Schrägbalken (von Ziegelheim). Helm 1 Stammkleinod, Decken schwarz-silbern. Helm 2 zwei halb hintereinanderstehende wie Feld 2 und 3 bez., runde Schirmbretter, dazwischen ein schwarzer Hahnen- oder Straußenfederbusch. Alternativ beschrieben als zwei wie Feld 2 und 3 bez., runde Schirmbretter, sich überlappend, am Rand mit abwechselnd roten und silbernen Straußenfedern besetzt. Decken rot-silbern. 1831 kam noch ein Herzschild in der Version Carlowitz-Maxen hinzu mit 3 (2:1) grünen Seeblättern, mit der Spitze nach unten, in Silber (Wappen des erloschenen Geschlechts Maxen). Helm 1 ist jetzt ein gänzlich grüner Stulphut, oben mit drei Fasanenfedern verziert, Helmdecken grün-silber. Dazu die beiden anderen Helme. Die von Carlowitz sind ein altmeißnisches, ursprünglich böhmisches Geschlecht, Belege im Siebmacher, Bände Thüringen, Sachsen, OstN, Schwarzburg und Preußen.

Literatur, Links und Quellen:
St. Moriz in Coburg: http://www.morizkirche-coburg.de/, Kirche http://www.morizkirche-coburg.de/morizkirche/index.php
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Bände Bayern, Sachsen, Preußen, Thüringen.
Webseite von Paul Bellendorf:
http://www.grabplatten.de/index.htm
Paul Bellendorf, Metallene Grabplatten aus Franken und Thüringen aus dem 15. bis 18. Jahrhundert - eine interdisziplinäre Studie zum Denkmalbestand und seiner Gefährdung durch Umwelteinflüsse,
http://www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2008/136/, http://www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2008/136/pdf/1_Text_klein.pdf, http://www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2008/136/pdf/2_Katalog.pdf

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Verwendung der Aufnahmen aus St. Moriz zu Coburg mit freundlicher Erlaubnis von Herrn Pfarrer Markus Merz vom 30.6.2008, wofür ihm an dieser Stelle herzlich gedankt sei.

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