Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 96
Bamberg: Bürgerstadt und Bischofsstadt

Wappen des Reinhardus Antonius von Eyb am Domberg

Wappen des Reinhard Anton von Eyb
Dieses Wappen aus dem 18. Jh., angebracht an der zum Domberg hinaufführenden Straße und ein besonderes Schmuckstück auf der ockergelben Wand, ist das des Reinhardus Antonius von Eyb. Die von Eyb führen im silbernen Schild drei (2:1) rote Jakobsmuscheln. Die Helmzier ist ein wachsender Pfau mit goldenem Halsband, der hier nur an seinem Krönchen zu identifizieren ist (hier ist er weiß gestrichen, im alten Siebmacher hat er eine grüne Färbung. Der Pfau kann farblich variieren, meistens ist aber der Rumpf grün oder blau bzw. "natürlich", die Flügel aber silbern, als wären sie Schwanenflügel). Helmdecken rot-silbern.

Die Familie von Eyb
Die von Eyb sind eines der ältesten Adelsgeschlechter Frankens. Sie sind ab ca. der Mitte des 12. Jh. nachgewiesen. Erster urkundlich erwähnter Eyb ist "Tiederich de Iwe" 1165. Einst hatten sie ihren Stammsitz in der Nähe von Ansbach. Von da aus verbreitete sich die Familie praktisch in ganz Süddeutschland und spaltete sich in mehrere Linien auf. Mitglieder der katholischen Familienzweige hatten viele geistliche Ämter in den Hochstiften Eichstätt und Bamberg inne. Die Familie stellte während der Renaissance auch einen Bamberger Fürstbischof (Martin von Eyb 1580-1583) sowie mit Gabriel von Eyb (1496-1535) und Johannes Martin von Eyb (1697-1704) zwei Fürstbischöfe von Eichstätt. Albrecht von Eyb war Domherr in Bamberg, Eichstätt und Würzburg und gilt als bedeutender Frühhumanist. Insgesamt sind vier Ritterhauptleute in den Kantonen Altmühl und Odenwald bekannt (Veit Erasmus von Eyb 1586, Georg Friedrich von Eyb 1615, Hans Christoph von Eyb 1647, Albrecht Ludwig von Eyb 1694). Weiterhin erlangte Christoph Friedrich von Eyb als württembergischer Rat, Oberst und Oberhofmarschall Bedeutung (gest. 1691), sowie Heinrich von Eyb als Obrist und Generalfeldzeugmeister in Würzburg (gest. 1741). Die von Eyb waren Erbkämmerer der Markgrafschaft Ansbach und Erbschenken des Bistums Eichstätt. 1694 wurden sie zu Reichsfreiherren ernannt. Der Dettelsauer Zweig wurde 1694 in den Grafenstand erhoben, starb aber aus. Heute blühen die Freiherren von Eyb in zwei fränkischen Linien, eine zu Dörzbach und die andere zu Wiedersbach.

Frühere Wappen von Eyb
Ganz früher hatten die von Eyb noch keine Pilgermuscheln im Schild, sondern - den Pfauenrumpf. Ab ca. 1400 wanderte der Pfauenrumpf nach oben in das Oberwappen, und die drei Pilgermuscheln kamen in den Schild. Der Pfau hat auch seine Begründung: Ein Ahn war Georg von Eyb, genannt Pfau. Dadurch kam er ins Wappen.

Vermehrtes Wappen von Eyb
Aber auch das Wappen wie hier präsentiert ist nicht so geblieben: Später gab es ein vermehrtes Wappen der Familie von Eyb: Der Schild wurde geteilt und zweimal gespalten:

Das vermehrte Wappen von Eyb hatte nun drei Helme:

Die Ahnenprobe des Reinhard Anton von Eyb
Die 8er-Ahnenprobe in zwei Spalten verweist auf einige der ältesten fränkischen und schwäbischen Adelsgeschlechter und enthält die Wappen: von Eyb (s.o.), von Santizell (von Sandizell, in Gold ein schwarzer Kalbskopf mit schwarzen oder silbernen Hörnern (hier aus Courtoisie gewendet), Helmzier 2 Büffelhörner), von Thannhausen (in Silber ein schrägrechts gelegtes schwarzes Paddel, gekreuzt von einem schräglinks gelegten schwarzen Kahn), von Rohrbach (im Zackenschnitt schwarz-silbern gespalten),

Schenck von Stauffenberg (in Silber ein roter Balken, oben und unten begleitet von einem blauen Löwen, rotgezungt.), Schenk von Geyren (Schenk von Geyern, schwarz-silbern geteilt, Helmzier ein wachsender Geier) von Leonroth (von Leonrod, in Silber ein roter Balken), von Wernau (In Silber ein schwarzer Schräglinksbalken, belegt mit drei goldenen Kugeln).

Literatur:
Eugen Schöler, Fränkische Wappen erzählen Geschichte und Geschichten. Verlag Degener 1992.
Eugen Schöler, Historische Familienwappen in Franken, Verlag Degener 3. Aufl. 1999
Aschaffenburger Wappenbuch. Siebmachers Wappenbuch.
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4

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