Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 947
Neumagen-Dhron (Landkreis Bernkastel-Wittlich)

Neumagen-Dhron, Peterskapelle, Isenburg-Epitaph, Teil (2)

Wappen Bolchen
Dieses Wappen befindet sich auf der optisch rechten Seite an zweiter Position von oben. Es ist das der Edlen Herren von Bolchen (Boulay, Bulich, de Bulliche), einer lothringischen Familie. Der Stammsitz der Familie liegt im gleichnamigen Ort in der Mitte zwischen Saarlouis und Metz. Das Stammwappen der Herren von Bolchen ist in Gold ein rotes Ankerkreuz.

Urkundlich erscheint als erster 1290 Gottfried von Bolchen. Weitere Erwähnungen 1305, 1311, 1331, 1342. 1348 wird der Ritter Johann von Bulliche als Herr von Useldingen (Useldange) erwähnt. Aus diesem Anlaß und zu diesem Zeitpunkt wurde das Wappen von Johann erstmalig kombiniert: Er führte in Gold ein rotes Ankerkreuz, darauf einen Herzschild mit dem Useldinger Wappen, von Rot und Gold siebenmal (zu 8 Plätzen) geteilt. So zu sehen in einem Siegel von 1348. Ab 1359 wurde das Wappen geviert: Feld 1 und 4 in Gold ein rotes Ankerkreuz, das Stammwappen Bolchen. Feld 2 und 3: von Rot und Gold achtmal zu 9 Plätzen geteilt (Useldange/Useldingen, siebenmal zu 8 Plätzen geteilt nach Text im Siebmacher Lothringen, dort abgebildet aber mit 8 Teilungen zu 9 Plätzen). Der Helm Bolchen-Useldange führt als Kleinod zwei silberne Hörner, außen mit silbernem Kamm, der manchmal auch fehlt. Helmdecken rot-golden. Dieses Wappen Bolchen bildet den Hauptschild des hiesigen Wappens. Hier ist der gevierte Schild noch zusätzlich mit einem Herzschild mit einem Löwen belegt. Helmzier ein mit gestürzten Lindenblättchen bestreuter Flügel.

Zu den Gütern der Familie gehörte Besitz in Bewingen, Wolfsfeld, Alsdorf, Niederweiß, Zolvern, Berburg, Dillingen, Cronenburg, Neuerburg, Differdingen etc. 1467 starb die Familie Bolchen im Mannesstamme aus. Der letzte seines Stammes war Johann von Bolchen. Seine Tochter Elisabeth heiratete Heinrich Vogt von Hunoldstein. Sie brachte die genannten Güter mit in die Ehe.

Das Bolchen-Wappen fand sich auch lange Zeit nach dem Aussterben der Familie noch im Ortswappen der Gemeinde Bolchen / Boulay in Lothringen wieder, das mit einem Herzschild Useldange belegte Ankerkreuz in den Feldern 1 und 4, geviert mit dem Lothringer Balken in den Feldern 2 und 3. Der Ort wurde vom letzten Herrn von Bolchen dem Herzog von Lothringen abgetreten. Das neuere Wappen von Boulay-Moselle ist in Gold ein roter, mit 3 silbernen Alerions belegter Schrägrechtsbalken (Lothringen), begleitet von 2 roten Ankerkreuzen (Bolchen).

Wappen Elter/Autel
Dieses Wappen befindet sich auf der optisch rechten Seite an dritter Position von oben. Das Wappen dieses luxemburgisch-moselländischen Geschlechtes zeigt in Rot ein durchgehendes, goldenes Kreuz, begleitet von 20 goldenen Schindeln, in jedem Winkel 5 (2:1:2). So auch im Gruber beschrieben. Im Siebmacher, Band Luxemburg findet sich im Vergleich die Angabe von 16 goldenen Schindeln, in jedem Winkel 4 (2:2). Auf dem Helm ein Mannesrumpf wachsend, gewandet in ein wie der Schild bez. Kleid, auf dem Kopf ein niedriges Mützchen, im Siebmacher Luxemburg als roter Kardinalshut mit beiderseits herabfallenden Fiocchi beschrieben bzw. dargestellt. Im Gruber als bärtiger Mannsrumpf mit golden gestulpter roter Mütze, das Kleid wie der Schild bez. Helmdecken übereinstimmend rot-golden angegeben. Hier ein niedriges Mützchen ohne anhängende Schnüre. Das Ornament hinter dem Mützchen gehört nicht dazu, sondern gehört zum Rankenwerk des Rahmens. Zur ausführlichen Geschichte des Wappens Elter siehe auch Ortsregister Koerich oder Mersch.

Wappen Eppstein
Dieses Wappen befindet sich auf der optisch linken Seite an unterster Position. Es ist das Stammwappen der Herren von Eppstein: In Silber drei rote Sparren. Helmzier ein roter Turnierhut mit silbernem Stulp, darauf eine mit einem Pfauenfederstoß besteckte goldene Kugel. Helmdecke rot-silbern. Früher war offensichtlich nicht festgelegt, ob es sich um drei Sparren oder fünf sparrenweise Teilungen handelt, beide Varianten lassen sich auf Siegeln des 13. und 14. Jh. finden. Bei älteren Wappen und Siegeln ist der oberste Sparren abgestumpft, so daß der mittlere Sparren höher als üblich reicht. Hier sind alle drei Sparren zur Gänze ausgeführt, jeweils spitz endend.

Als Stammvater der Herren von Eppstein gilt Gerhard II. von Hainhausen, der die Burg Königstein im Taunus erbaute und um 1200 die Burg Hohenberg käuflich erwarb, das spätere Bad Homburg vor der Höhe. Die Stammgüter der Familie lagen im Niddagau und Rodgau sowie im Taunus. Die Burg Eppstein lag am Zusammenfluß der Krüftel und des Fischbachs, sie kam zwischen 1183 und 1190 in den Besitz der Familie, und nach ihr nannte sie sich fortan. Gerhard III. von Hainhausen, Sohn des oben genannten Gerhard II, nannte sich als erster auch Gerhard I. von Eppstein. Die Familie erlebte einen rasanten Aufstieg und wurde eine der mächtigsten Familien der Gegend im Hochmittelalter mit ausgedehntem Lehensbesitz, vermehrt durch Erbschaften und Heiraten. In der Blütezeit des Geschlechts stellten die Herren von Eppstein vier Mainzer Erzbischöfe zwischen 1200 und 1305. 1433 erfolgte Aufspaltung in die zwei Linien zu Königstein und zu Münzenberg. Nach der Erbfolge in Münzenberg und Königstein wurde das Wappen vermehrt: Geviert: 1 und 4 Eppstein (in Silber drei rote Sparren), 2 und 3: Münzenberg (rot-golden geteilt), Herzschild Königstein (in Gold ein schwarzer Löwe). Helmzier ein roter Turnierhut mit silbernem Stulp, darauf eine mit Pfauenfedern besteckte goldene Kugel (Falkensteiner Hut). Helmdecke schwarz-golden (Königstein). Dazu sei angemerkt, daß es davor keine Grafen von Königstein gab und daß die früheren Herren von Königstein (Niederadel) ein ganz anderes Wappen führten, offensichtlich ist der Königsteiner Löwe eigens zu dem Zwecke der Wappenverbesserung angenommen worden und zentral im Herzschild platziert worden. Später wurde der Herzschild gespalten, vorne der Königsteiner Löwe, hinten Grafschaft Dietz. 1505 wurde ihnen der Grafentitel zugestanden. Das Geschlecht der Herren von Eppstein, jetzt Grafen von Königstein, erlosch aber schon im Jahre 1535. Die Herren von Eppstein-Münzenberg waren schon 1522 mit Gottfried XII ausgestorben. Die ausgedehnten Besitzungen fielen größtenteils an Kurmainz und an die Landgrafschaft Hessen.

Wappen Hunoldstein
Dieses Wappen der Edlen Herren von Hunol(d)stein bzw. Vogt von Hunol(d)stein (ältere Linie, dynastisches Geschlecht, 1488 erloschen) befindet sich auf der optisch rechten Seite an oberster Position. Sie führten in goldenem Feld zwei rote Balken, begleitet von roten Schindeln, hier 12 (5:4:3), im Gruber 10 (4:3:2:1) oder 12 (5:4:3). Siebmacher (Band Lothringen) gibt 12 (5:4:2:1) bzw. 12 (5:4:3) an. Als Helmzier führten die Vögte von Hunol(d)stein einen schwarzen Rüdenrumpf (Wolfsrumpf mit Halsband) zwischen einem silbernen (Gruber) oder schwarzen (Siebmacher Lothringen) Flug, Decken schwarz-silbern (Gruber) oder rot-golden (Siebmacher).

Wappen Nieder-Isenburg
Dieses Wappen befindet sich auf der optisch linken Seite an oberster Position. Das Isenburg-Wappen zeigt in Silber zwei rote Balken. Helmzier ein silberner, mit zwei roten Balken belegter offener Flug. Helmdecken rot-silbern. Zur Genealogie und zum Vergleich der Isenburger Wappen siehe allererste seite zu diesem Epitaph.

Stammwappen
Bolchen / Boulay
Eppstein Elter, Autel Vogt von
Hunol(d)stein
Niederisenburg,
Isenburg-Neumagen

Literatur, Links und Quellen:
Link zum Weinort Neumagen-Dhron: http://www.neumagen-drohn.de/, http://www.neumagen-dhron.de/
Geschichte von Neumagen-Dhron:
http://www.neumagen-drohn.de/geschichte.htm und http://www.neumagen-dhron.de/index.php?pid=geschichte
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Bände Lothringen und Nassau
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter".
Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, IV, Südwestdeutschland, S. 284
Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 15, Teil 1: Die Kunstdenkmäler des Kreises Bernkastel, 1935, S. 275-194
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9

Peterskapelle, Hunoldstein-Epitaph - Peterskapelle, Heinrich von Isenburg-Neumagen, Teil (1) - Heinrich von Isenburg-Neumagen, Teil (2) - Heinrich von Isenburg-Neumagen, Teil (3)

Haus Isenburg und Isenburg-Büdingen

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Verwendung der Aufnahmen aus der Peterskapelle mit freundlicher Erlaubnis von Herrn Pfarrer Thomas Thielen vom 27.06.2008, wofür ihm an dieser Stelle herzlich gedankt sei

© Copyright / Urheberrecht Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2008
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